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Synchronisation von Filmen & Serien - Pro & Contra & Überhaupt
#16

Skafdir;28615 schrieb:[...]
Da hast du meine Aussagen aber etwas überinterpretiert. Ich habe nicht für die Abschaffung des Englisch-Unterrichts plädiert. Wenn ich aber nach 13 Schuljahren, davon 9 Schuljahre mit Englischunterricht aus der Schule entlassen werde - ohne 5 in Englisch - und ich bin nicht in der Lage, einfachere amerikanische TV-Serien zu verstehen, dann lief da irgendwas auch deutlich falsch.

Zitat:WICHTIG: Enorm unterstützend wirkt es natürlich, die Hauptarbeit beim Englisch lernen, leistet aber fast immer der Schulunterricht. Nur will das natürlich kein Schüler wahrhaben. Weil "Unterricht ist langweilig", "Spielen macht Spaß", also habe ich durch Spielen besser gelernt als durch Unterricht.

Ist beim Lernen nicht irgendwie alles legitim, was die Motivation erhält? Wenn also jemand sagt, dass er darüber Englisch lernt und dazu tatsächlich seine Fähigkeiten deutlich besser werden, ist dann die Aussage wirklich so ganz falsch, dass man beim Zocken mehr als im Unterricht lernt.

Edit: Englisch-Unterricht ist wichtig, er sollte erhalten bleiben und er unterstützt und kann auch Grundfähigkeiten dort aufbauen, wo keine vorhanden sind. Aber irgendwo müssen auch die Kinder auf eine Auseinandersetzung mit der Sprache mächtig geschubst werden. Das TV ist da eine einfache Methode. Der Englisch-Unterricht kann das zeitmäßig nicht leisten und das Geld, die Kinder alle paar Schuljahre für einen Monat in ein englischsprachiges Land zu schicken, wird wohl auch keiner ausgeben wollen.

Zitat:Während der echte Weg ist:
Unterricht legt die Grundlagen -> Spielen wiederholt und vertieft diese Grundlagen -> Englisch Leistungen werden besser
(In dem Zusammenhang hast du natürlich absolut recht, dass es beim lernen einer Sprache besser ist wenn man möglichst viel auf der entsprechenden Sprache konsumiert.)

So pauschal gilt das eher für Erwachsene, nicht aber für Kinder. Überleg mal, wie deine Tochter Deutsch gelernt hat. Das war kein Sprachunterricht. Und das funktioniert bei jungen Menschen nicht nur bei totaler Immersion. Gerade Kinder können mit dem TV-Programm die Grundlagen von Sprachen verstehen und sich daraus instinktiv eine Grammatik ableiten und einen Wortschatz erstellen. Wenn ich mich nicht täusche, ist das doch selbst in den Grundschulen das Konzept des Englischunterrichts, wo keine Vokabeln gepaukt werden, sondern die Kinder mit englischen Lieder, Texten usw. konfrontiert werden.



Zitat:Herzlichen Glückwunsch an den Ersteller dieses Bild: Du hast gerade herausgefunden wie "gelerntes zuhause wiederholen" funktioniert. Wenn du das jetzt noch für Mathe, Bio, Geschichte, usw. durchziehst, dann wird das Zeugnis mit Sicherheit gut.

Sprachen sind was anderes als die Wissenschaften. Wir sind nicht darauf programmiert, Wissenschaften instinktiv nachzuvollziehen, aber bei Sprache ist insbesondere bei jungen Menschen anders.

Zitat:TV? Stellst du dir deine Messer auch noch selber aus Kieseln her? Tongue

Damit erklärst du eher, warum ich kein TV gucke. Ist es erwünscht, dass ich kein TV gucke? Dann machen die Verantwortlichen alles richtig! Aber vielleicht erfüllt der ÖR seinen Bildungsauftrag dann nicht so ganz.


Zitat:Vor allem aber: Ich kann die "Schädlichkeit" nicht erkennen. Wenn jemand kein Englisch kann, dann hilft es nicht einen Film auf Englisch zu sehen.

Es gibt immer noch viele junge Zuschauer für das TV. Um die geht es mir vor allem.

Als ganz konkrete Frage: Warum können Skandinavier deutlich besser und öfter Englisch als Deutsche? Ich bin offen für alternative Hypothesen. Von den Ländern mit einer germanischen Sprache ist Deutschland beinah auf dem letzten Platz bei den Englisch-Fähigkeiten. Nur die Schweiz ist noch schlechter. Die haben aber eh eine gemischte Sprachherkunft und die deutschsprachigen Schweizer können deutsches synchronisiertes TV sehen.

Zitat:Wenn man Englisch lernt oder schon gelernt hat, ist es hilfreich möglichst viel Englisch zu hören.
Aber mit Youtube, Netflix, Amazon Prime, etc. ist das nur eine Frage der persönlichen Faulheit. Schüler die zu faul sind das zu tun, wären ohne Synchronisationen auch zu faul englische Produktionen zu konsumieren.

Persönliche Faulheit? Wir reden von Schülern, auch sehr jungen, nicht von Erwachsenen mit einem Bildungsplan. Die sind alle faul, aber wenn eine Serie oder ein Film spannend oder lustig aussieht, dann kann es manchmal total egal sein, welche Sprache das eigentlich ist.

Zitat:Deine Vermutung kann nur auf der Idee beruhen, dass sich das Medienkonsumverhalten durch die Abwesenheit von Synchronisationen nicht verändern würde. Halte ich für eine gewagte Annahme.

Vielleicht ändert sich dann der Markt. Vielleicht bekommen wir dann eine bessere Mischung von guten englischen Serien auf Englisch und guten deutschen TV-Serien auf Deutsch. Ist jetzt alles sehr viel Spekulation.

Zitat:Ohne diese grundlegende Kultur in der englischesprachige Produktionen bevorzugt würden, würde es diesen gesellschaftlichen "Drang" dazu Filme im Original zu sehen ausschließlich in einer gebildeten Oberschicht gucken. Dann würde Filme auf Englisch im schlimmsten Fall ungefähr den gesellschaftlichen Stellenwert von franzözischen Filmen auf Arte haben.

Sind wir Deutschen da sehr speziell? Oder schätze ich das Konsumverhalten in den ganzen kleinen Ländern falsch ein und die schauen weniger englischsprachige Serien als wir? Soweit ich weiß, werden nur die großen und erfolgreichen Sachen wenn synchronisiert. Ist nun mal schwierig das rentabel tun, wenn die Bevölkerung sehr klein ist.

Zitat:(Auf der anderen Seite wären deutsche Produktionen bestimmt hochwertiger wenn nicht synchronisiert würde. Weil man nicht die übermächtige amerikanische Konkurrenz hätte.)

Ich fände das ehrlich toll, mal gute deutsche Produktionen zu sehen. So groß auch meine Sympathien für englische Produktionen sind, gute deutsche TV-Serien (die nicht Comedy sind) wären echt eine tolle Abwechslung.

Zitat:Der viel wichtigere Teil wo du dich irrst:
Zitat:Die wenigsten Menschen in Deutschland werden zwar das Schweizerdeutsch [Edit: nicht!] verstehen

Ich widerspreche deinem Edit aufs heftigste.

Ich weiß nicht, was ich mir bei dem Edit gedacht habe. Ich habe meinen eigenen Text nicht mehr verstanden. Gemeint ist: Deutsche verstehen meist kein Schweizerdeutsch.
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#17

Zitat:Wenn ich aber nach 13 Schuljahren, davon 9 Schuljahre mit Englischunterricht aus der Schule entlassen werde - ohne 5 in Englisch - und ich bin nicht in der Lage, einfachere amerikanische TV-Serien zu verstehen, dann lief da irgendwas auch deutlich falsch.

Das ist auf jeden Fall wahr. Liegt vor allem an einer zu geringen Praxisorientierung des Unterrichts.
Praxisphasen werden von vielen Englischlehrern, so wie ich es mitkriege, als eine Art "Belohnung" verstanden und nicht als wichtiger Teil des Unterrichts. (z.B. Filme oder Serien gucken.)

Zur instinktiven Grammatik:
Zitat:Wenn ich mich nicht täusche, ist das doch selbst in den Grundschulen das Konzept des Englischunterrichts, wo keine Vokabeln gepaukt werden, sondern die Kinder mit englischen Lieder, Texten usw. konfrontiert werden.

Das Konzept ist es. Ich weiß nicht wie falsch es umgesetzt wird, aber alle die ich bisher kennen lernen durfte hätten in der Grundschule genausogut kein Englisch haben können.
Ein paar Grundvokabeln sitzen und zwei oder drei Floskeln. Aber ein erhöhtes Sprachgefühl oder leichterer Zugang zur Grammatik, keine Spur.
Nun bin ich aber auch Nachhilfelehrer. Es mag also an meinem Zielpublikum liegen.

Zitat:Warum können Skandinavier deutlich besser und öfter Englisch als Deutsche?

Wenn ich mich nicht vollkommen täusche, dann wird Englisch dort auch in anderen Fächern verwendet und sehr schnell vorausgesetzt.
Aber davon ab, dass englische Filme usw. unterstützend wirken können habe ich ja selber gesagt.

Dein Post laß sich aber als wären Synchronisationen der Untergang des Abendlandes und da widerspreche ich eben.
Abgesehen davon: Kinderfilme und Kinderserien werden auch in Skandinavien und den Niederlanden synchronisiert.
Beweisstück NL; SWE; NOR

Kleineren Kindern werden also auch in diesen Ländern Filme und Serien zugänglicher gemacht. Das man eigentlich nur noch Original sehen kann beginnt ab einem Alter von ca. 12 (je nachdem wo die Altersfreigabe liegt) Also in einem Alter in dem die Schule eine Grundlage gelegt hat.
Es kann also nicht daran liegen, dass man in den Ländern den Kindern bestimmte Kulturgüter durch eine Sprachbarriere vorenthält. Das macht man im allgemeinen nicht. Erst ab einem Alter zu dem man davon ausgehen kann das Untertitel gelesen werden können oder die Sprache prinzipiell beherrscht wird, wird auf Synchronisation verzichtet. Für das Thema bin ich dann auch wieder offen.

Kinder sind durchaus in der Lage schnell zu verstehen. "Instinktiv" halte ich aber für übertrieben. Sprache ist ein Kulturgut und braucht viel Übung. Zweisprachigkeit braucht fast immer wenigstens ein enges Familienmitglied das die Zweitsprache fast ausschließlich spricht. Dann funktioniert es gut. Ich habe aber noch nie davon gehört das ein Kind durch rein passiven Konsum eine Sprache gelernt hätte.
Das ist der Grund warum ich mich gegen Zweisprachigkeit bei meiner Tochter entschieden habe. Einfach weil ich im ersten Jahr unter der Woche nicht da war und deshalb die Zeit die ich für Englisch mit ihr hätte nutzen können zu kurz war. Hätte am Ende vermutlich nur dafür gesorgt das sie mich weniger gut versteht.

Nun läuft halt der Plan: Grundlage Schule und dann möglichst viel auf Englisch vorsetzen.
Das Fehlverhalten anderer berechtigt nicht zu eigenem Fehlverhalten.
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#18

Skafdir;28660 schrieb:Das ist auf jeden Fall wahr. Liegt vor allem an einer zu geringen Praxisorientierung des Unterrichts.
Praxisphasen werden von vielen Englischlehrern, so wie ich es mitkriege, als eine Art "Belohnung" verstanden und nicht als wichtiger Teil des Unterrichts. (z.B. Filme oder Serien gucken.)

Liegt aber auch daran, dass es zu wenig Zeit gibt, um Praxisphasen gut einzubauen. Wenn ich eine gute Serie finde, schaue ich 40, 50 Stunden vielleicht bis zum Serienabschluss. Das wären dann 22 Wochen Englisch-Schulunterricht. (Bei 5 Unterrichtsstunden pro Woche.) Ist mit Ferien und sonstigem Unterrichtsausfällen grob Dreiviertel eines Englisch-Schuljahres.

Zitat:Nun bin ich aber auch Nachhilfelehrer. Es mag also an meinem Zielpublikum liegen.



Zitat:Dein Post laß sich aber als wären Synchronisationen der Untergang des Abendlandes und da widerspreche ich eben.

Ich halte es für schädlich für unsere Englischkenntnisse, dass wir im normalen TV keine englischsprachigen Filme sehen, vor allem keine fürs breite Publikum interessante Blockbuster. Ja, man KANN das alles auch sich selbst organisieren wenn man will. Ist aber oft besser, wenn man einfach reingeschmissen wird, ist eine deutlich geringere Schwelle zum Lernen und Reaktivieren.

Zitat:Abgesehen davon: Kinderfilme und Kinderserien werden auch in Skandinavien und den Niederlanden synchronisiert.

Okay, jetzt müsste ich natürlich raten, wie viele Serien und Filme, die nicht für Kinder gedacht sind, trotzdem von Kinder geschaut werden. Ich habe zumindest als Kind auch schon alle möglichen Filme und Serien für Erwachsene gesehen, zumindest alles, was tagsüber laufen durfte.



Zitat:Erst ab einem Alter zu dem man davon ausgehen kann das Untertitel gelesen werden können oder die Sprache prinzipiell beherrscht wird, wird auf Synchronisation verzichtet. Für das Thema bin ich dann auch wieder offen.

Muss ich akzeptieren für das gezielte Kinder-Programm. Könnte aber auch nationale Probleme hervorrufen, wenn das Kinderprogramm schon in Englisch gehalten wird. da könnte die Empörung groß werden.

Zitat:Kinder sind durchaus in der Lage schnell zu verstehen. "Instinktiv" halte ich aber für übertrieben. Sprache ist ein Kulturgut und braucht viel Übung. Zweisprachigkeit braucht fast immer wenigstens ein enges Familienmitglied das die Zweitsprache fast ausschließlich spricht. Dann funktioniert es gut. Ich habe aber noch nie davon gehört das ein Kind durch rein passiven Konsum eine Sprache gelernt hätte.

Ich habe andere Berichte gehört und auch Kinder gesehen, von Flüchtlingsfamilien. Die befinden sich seit einem Jahr in Deutschland, das Kind hat bisher keine Einrichtung besucht, aber allein über das TV-Programm und gelegentlichen Kontakt mit Muttersprachlern sich viel mehr an deutscher Sprache angeeignet als die Mutter im gleichen Zahlraum in Sprachkursen.

Die Kinder von Migranten bekommen von ihren Eltern meist nur die ursprüngliche Muttersprache mit. Sie kommen mit Sicherheit mit Sprachdefiziten in den Schulen an, aber sie sprechen trotzdem meist ein verständliches und funktionierendes Deutsch und zumindest mehr als Schüler nach 10 Schuljahren an Englisch können. (Und das trotz der viel größeren sprachlichen Unterschiede. Sehr viele grammatische Strukturen sind zwischen Englisch und Deutsch ja dann doch gleich. Die jungen deutschen Kinder haben beim Englisch-Lernen also letztlich immer schon Vorwissen.)

Das gilt zumindest für die durchschnittlich bis besser begabten Kinder. Zur wirklichen Vorsicht würde ich da nur bei Kindern raten, die eh schon Lernschwierigkeiten haben.

Ich beziehe mich übrigens jetzt nicht auf deine Tochter. Da will ich mich gar nicht einmischen, weil egal wie man es als Eltern macht, man macht es eh immer falsch und alle meinen, es viel besser zu wissen.

Insgesamt fände ich es einfach gut, wenn viel mehr im Originalton belassen würde, so dass junge und ältere Menschen deutlich mehr mit der konkreten englischen Sprache konfrontiert werden und Fähigkeiten erlernen oder reaktivieren ohne dass sie sich ganz bewusst dazu entscheiden müssen. (Weil aktiv suchen werden dann doch die wenigsten.) Ich bin überzeugt, dass so die Englischkenntnisse in Deutschland deutlich steigen würden. Die von dir genannten Nachteile fand ich doch etwas konstruiert, problematischer wäre eher noch, dass der 80 Jährige Herbert Müller, der vor 66 Jahren die Schule verlassen hat, eingeschränkt wird in seiner TV-Auswahl.


Edit:

Leider finde ich keine Studie über den Einfluss des Medienkonsums bei Kindern auf die Englisch-Fähigkeiten.

Ganz grob in die Richtung geht aber die Studie: https://www.sciencedaily.com/releases/20...115351.htm
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#19

Baru;28673 schrieb:Ich habe andere Berichte gehört und auch Kinder gesehen, von Flüchtlingsfamilien. Die befinden sich seit einem Jahr in Deutschland, das Kind hat bisher keine Einrichtung besucht, aber allein über das TV-Programm und gelegentlichen Kontakt mit Muttersprachlern sich viel mehr an deutscher Sprache angeeignet als die Mutter im gleichen Zahlraum in Sprachkursen.

Die Kinder von Migranten bekommen von ihren Eltern meist nur die ursprüngliche Muttersprache mit. Sie kommen mit Sicherheit mit Sprachdefiziten in den Schulen an, aber sie sprechen trotzdem meist ein verständliches und funktionierendes Deutsch und zumindest mehr als Schüler nach 10 Schuljahren an Englisch können. (Und das trotz der viel größeren sprachlichen Unterschiede. Sehr viele grammatische Strukturen sind zwischen Englisch und Deutsch ja dann doch gleich. Die jungen deutschen Kinder haben beim Englisch-Lernen also letztlich immer schon Vorwissen.)

Kann ich bestätigen - bei allen meinen Schülern war es durchweg so, dass die Kinder besser Deutsch sprachen als ihre Eltern -, allerdings weiß ich nicht, ob das jetzt an den von dir genannten Gründen liegt. Es ist doch allgemein so, dass Kinder schneller lernen als Erwachsene.
Spoiler!:
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#20

Ich hatte konkret einen 5 Jährigen vor Augen, der mich sehr gut verstand und für das Alter angemessen sprach. So viele alternative Kontaktmöglichkeiten gibt es nicht. Selbst wenn er in den Kindergarten gehen sollte, wäre es immer alles andere als ein formaler Deutsch-Unterricht. TV habe ich auch schon von Eltern als Erklärung gehört, warum ihre Kinder schon ziemlich gut Deutsch nach einem Jahr können.

Ich weiß auch nicht, warum TV nicht den Einfluss haben sollte. Er ist bestimmt nicht so groß wie wenn jemand direkt mit dir spielt oder spricht, aber dürfte deutlich vorhanden sein immer noch.
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#21

Gut da haben wir aber auch einige wichtige Umstände:

1. Das Kind wohnt in dem Land in dem die Sprache gesprochen wird. Auch wenn man bei einem 5 jährigen kaum von "total immersion" sprechen kann, ein Kind in dem Alter bekommt durchaus mit, dass die Eltern Kommunikationsprobleme haben. Genauso wie es mitbekommt, dass die Muttersprache eher zu einer "Haushaltssprache" geworden ist.

2. Keine Ahnung wie genau es aussieht, aber die Wahl der Freizeitmöglichkeiten ist vermutlich sehr beschränkt. Ich hatte letztens mit jemandem geredet der auch gesagt hat vor allem über Serien Deutsch gelernt zu haben. Kam aus dem Kosovo und seine Kindheit sah so aus, dass er quasi ein vollständiges Verbot hatte nach draußen zu gehen, wegen Minen, Granaten o.ä. was so in der Gegend rumlag. Gleichzeitig war einheimisches Fernsehprogramm enorm eingeschränkt, aber einige deutsche Sender waren wohl empfangbar. Das sind aber extreme Umstände die ihn quasi keine andere Option gelassen haben, ich würde die Situation des fünfjährigen ähnlich einschätzen. Deutsche hätten aber immer noch andere Optionen der Beschäftigung.

3. Die Eltern werden diese Art der Beschäftigung vermutlich unterstützen, weil es das sinnvollste ist was sie für ihn tun können. Selber beibringen geht kaum und Kontakt aufbauen ist enorm schwierig. Eltern hier einheimischer Kinder werden über die Aussage: "Ich muss soviel fernsehen, ich will doch Englisch lernen." Eher müde lachen.

Aber es ist auf jeden Fall schwierig die Auswirkung richtig einzuschätzen. Ich würde dazu sagen: Keine Ahnung ob es wirklich was bringt oder nicht, aber bevor gar nichts gemacht wird ist es vermutlich besser es einfach mal zu versuchen. Selbst wenn am Ende keine echten Englischkenntnisse entwickelt werden, schlechter wird es kaum werden.
Das Fehlverhalten anderer berechtigt nicht zu eigenem Fehlverhalten.
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#22

Im schlimmsten Fall schauen also die Menschen weniger TV?

Ich denke, das Risiko sollte unsere Gesellschaft eingehen! (Nur die Werbeindustrie hat vermutlich was dagegen.)
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#23

Werde meinen Kindern übrigens nur chinesische Filme zeigen, damit sie es mir dann, wenn sie 5 sind, beibringen können!
Antigermanismus ist nicht Deutschenhass! Außerdem sollte eine Lehre aus der deutschen Geschichte sein, so etwas wie deutsche Geschichte nie wieder zuzulassen. Leider gibt es immer wieder interessierte Kreise, die die Deutschenhasskeule herausholen, wann immer legitime Kritik an Deutschland vorgebracht werden soll. Die wahren Deutschenhasser sind heute diejenigen, die nicht direkt auf seine Auslöschung hinarbeiten.
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#24

Dann solltest du ihnen aber Lehrfilme zu Didaktik zeigen. Aus Erfahrung sage ich: Es ist nicht möglich die Fähigkeiten eines FÜnfjährigen in Bezug auf logische und nachvollziehbare Erklärungen zu unterschätzen.
Das Fehlverhalten anderer berechtigt nicht zu eigenem Fehlverhalten.
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#25

menag;28694 schrieb:Werde meinen Kindern übrigens nur chinesische Filme zeigen, damit sie es mir dann, wenn sie 5 sind, beibringen können!

Welches Chinesisch? Kantonesisch? Mandarin? Andere Chinesisch?
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#26

Baru;28654 schrieb:Als ganz konkrete Frage: Warum können Skandinavier deutlich besser und öfter Englisch als Deutsche?

Ich fände auch mal interessant, inwiefern sich das auf das Textverständnis der Deutschen im Bezug auf die deutsche Sprache auswirkt - also ob Schweden beispielsweise im Allgemeinen zwar besser englisch, dafür aber schlechter schwedisch sprechen als es die Deutschen im Vergleich von englisch zu deutsch tun.

Allerdings bezweifle ich, daß sich das irgendwie herausfinden, bzw. in Verbindung mit synchronisiertem Fernsehen bringen lässt.

Skafdir;28698 schrieb:Aus Erfahrung sage ich: Es ist nicht möglich die Fähigkeiten eines FÜnfjährigen in Bezug auf logische und nachvollziehbare Erklärungen zu unterschätzen.

Nicht überschätzbar hingegen ist die Kreativität die sie bei ihren Schlußfolgerungen an den Tag legen.
"Erbsen haben eine beträchtliche Individualität" - George Orwell in "Der Weg nach Wigan Pier"
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