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Armut
#1

Definitiv_nicht_kylenepp;28018 schrieb:Naja, da kommen halt inzwischen Summen rein, die das wöchentliche Erscheinen sehr attraktiv machen - gestern über den Daumen gepeilt über 2500 Euro (wobei ich nicht weiß, ob da Fake-Spenden bei sind).

Ob die Leute wissen, dass sie auch für Menschen spenden können, die es wirklich brauchen? Siehe Syrien.

//Ausgelagert aus Skyline-TV
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#2

Warum denken viele nur an die Menschen ganz weit weg und nicht an die vor der eignen Tür?
"I'm a human, I'm a goddamn living thing/ But I'm not really human if I'm just existing/Wasting my time in a complex universe" Lil Bo Weep
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#3

Weil's in Deutschland keine richtige Armut gibt, höchstens relative.

Außerdem, warum sollten mich die Menschen vor meiner Haustür mehr interessieren?
Wer sind gerade überhaupt die vor meiner Tür? An wen darf ich spenden?
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#4

Was ist "relative" Armut denn? Entweder man ist arm oder nicht? Oder glaubst Du echt, in Deutschland haben alle genug Kohle, um halbwegs vernünftig leben zu können -> Stichwort Altersarmut....

Dann hoffe ich mal nicht, dass Du in diese gelangst -> denn meine Generation wird die 1. sein, die da reingerät. Und ich hoffe doch wohl, Du kommst nach D. zurück und bezahlst meine Rente @zankyou Tongue
...ich antworte noch...
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#5

Sarah_Fenriz;28056 schrieb:
Definitiv_nicht_kylenepp;28018 schrieb:Naja, da kommen halt inzwischen Summen rein, die das wöchentliche Erscheinen sehr attraktiv machen - gestern über den Daumen gepeilt über 2500 Euro (wobei ich nicht weiß, ob da Fake-Spenden bei sind).

Ob die Leute wissen, dass sie auch für Menschen spenden können, die es wirklich brauchen? Siehe Syrien.

Den Vorwurf kannste aber jedem Menschen machen, der irgendeine Form von Luxusgut oder kostenpflichtiges Entertainment konsumiert - jedem Sky-Abonennten, jedem Raucher, jedem Kinobesucher, jedem Steak-Esser, usw.
"You either die a hero or you live long enough to see yourself become the villian."
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#6

Ach, ich nehme das Geld gerne... wäre nicht so, dass keiner es brauchen könnte. Muss halt jeder selber wissen, wie er sich über die Runden bringt bzw. in welchen Gulli er es wirft ^^
...ich antworte noch...
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#7

Na vllt folgt Sarah_Fenriz ja dem Utilitarismus nach Singer 8>
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#8

Zankyō;28058 schrieb:Weil's in Deutschland keine richtige Armut gibt, höchstens relative.
Und warum z.B. erfrieren dann jedes Jahr Obdachlose ?
"I'm a human, I'm a goddamn living thing/ But I'm not really human if I'm just existing/Wasting my time in a complex universe" Lil Bo Weep
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#9

Entweder selbst so gewählt, oder nicht richtig zurechnungsfähig. Dann Betreuung. Sind ja viele schizophren.

Edit: Warum antwortest du eigtl immer nur auf die Hälfte? Warum soll ich eher dem deutschen Obdachlosen helfen als den Menschen "ganz weit weg"?
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#10

Klar, sind alle schizo.... Palm
Ach, zankyou.... manchmal denke ich echt, Du trollst den ganzen Tag nur. Dann denke ich wieder, Du bist wirklich so....

... und wieder hast Du auf meine Sache mit der Altersarmut und Rente nicht beantwortet ^^ Zufall, dass Du Dir nur immer die Postings raussuchst, wo Du am wenigsten Dich damit belastest?
...ich antworte noch...
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#11

Was interessiert mich deine Rente?
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#12

Mmh. Wir reden doch über Armut, oder hast Du das schon verdrängt?

Andere Frage. Kannst Du bis 2 logisch zählen?
...ich antworte noch...
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#13

Zitat:Was ist "relative" Armut denn? Entweder man ist arm oder nicht?

Das ist einfach zu beantworten.

Armut: Es ist nicht möglich damit zu überleben. Hunger ist höchstwahrscheinlich ein täglicher Begleiter. Und zwar nicht Hunger im Sinne von 'Der Kühlschrank ist die letzte Woche im Monat fast leer', sondern Hunger im Sinne von 'Ende des Monats stirbt mein Kind wenn kein Wunder passiert'. Umgerechnet in etwa: Weniger als $1,25 pro Tag zur Verfügung haben.
Unter diese Definition von Armut fallen 1,2 Milliarden Menschen auf der Welt. Von denen leben in Europa de facto kein einziger. Klar mag es irgendwie die ein oder andere Ausnahme geben. Aber statistisch vollkommen irrelevant. Absolute Armut in Europa existiert nur in so wenigen Ausnahmen das es tatsächlich ein Problem ist das man vernachlässigen kann.

Relative Armut: Relativ Arm ist wer in einem entsprechenden Vergleichsgebiet 50% oder weniger des Medianeinkommens verdient. In Deutschland bedeutet, dass das man als Alleinstehender ab weniger als 11.000€ im Jahr in relativer Armut lebt.
Das ist ein Betrag von dem man zwar leben kann, aber kaum am sozialen Leben teilhaben kann.

Und das ist eben auch der wichtige Punkt wenn man von Altersarmut, etc. spricht. Das sind beschissene Lebensumstände, aber eben keine an denen man stirbt. Das schlimmste was einem Mitteleuropäer passieren kann ist in weiten anderen Teilen der Welt immer noch Luxus.
Selbst wenn das Geld hinten und vorne nicht mehr reicht in Mitteleuropa hat man:
- eine Wohnung
- eine grundlegende Versorgung
- eine Krankenversicherung

Das heißt bei weitem nicht das man diese Probleme ignorieren sollte. Die Verteilungsungerechtigkeit nimmt immer weiter zu und damit gerät auch die staatliche Stabilität unter Druck. Wenn man also nicht bereit ist einen Sozialstaat zu unterhalten, weil man wie die meisten normalen Menschen in der Lage ist Mitleid zu empfinden, dann sollte man bereit sein einen Sozialstaat zu unterstützen um das eigene Hab und Gut schützen zu können. Wenn genug Leute zu wenig haben, dann werden sie sich das was ihnen fehlt nämlich bei denen holen die mehr haben.
Bekämpfung relativer Armut ist also entweder aus rein zwischenmenschlichen Motiven notwendig oder aus Staatsräson, was immer einem lieber ist.

Zitat:Und warum z.B. erfrieren dann jedes Jahr Obdachlose ?

Obdachlosigkeit und Armut ist nicht direkt das gleiche.
Fast jeder Obdachlose wird auch in Armut leben, ich würde hier sogar Ausnahmen anzweifeln, aber es ist nicht das gleiche.

In Deutschland gibt es in der Theorie keinen Grund für Obdachlosigkeit. Deshalb ist dieser Einwurf, so flapsig wie er ist, durchaus korrekt:
Zitat:Entweder selbst so gewählt, oder nicht richtig zurechnungsfähig. Dann Betreuung. Sind ja viele schizophren.

Obdachlosigkeit in Deutschland ist im Normalfall eine Begleiterscheinung für irgendeine psychische Erkrankung. Depressionen können z.B. dazu führen, wenn man nicht mehr in der Lage ist sich psychisch mit Formularen und Amtsbesuchen auseinander zu setzen.
In anderen Fällen gehört Obdachlosigkeit zur Aussteigerkultur.

Im ersten Fall liegt das Problem also nicht an der Armut, sondern an einer mangelnden Behandlung psychischer Erkrankungen. Im zweiten Fall muss man in der Lage sein ein selbst schuld zu formulieren. Wer bei voller geistiger Gesundheit keine Lust mehr auf ein Gemeinwesen hat, der darf dann am Ende auch im Winter erfrieren.

@Lener: Wenn du ernsthaft deine Altersarmut verhindern willst, dann ist nach dem deutschen Rentensystem nicht zankyou verantwortlich.
Wieviele Kinder hast du?
Wenn die Antwort weniger als zwei ist, dann bist du vor allem verantwortlich für die baldige Altersarmut.
Wichtig: Die Antwort 2 ist nur ausreichend, wenn du diese Kinder mit nur einer Frau hast.
Anzahl Kinder die du zeugen musst ist gleich der Anzahl am Zeugungsprozess beteilitger Personen und das ist das Minimum.
Geh sicherheitshalber auf ein oder zwei mehr als nötig. Kann nicht schaden, gibt ja auch Leute die nicht in der Lage sind Kinder zu kriegen, die muss man ausgleichen. (Solltest du dazu gehören, dann gilt der ganze Absatz für dich natürlich nicht.)
Wenn du dazu nicht bereit sein solltest, dann solltest du aufhören anderen Leuten vorzuschreiben wie sie zu leben haben. Tongue

Disclaimer: Ja, ich weiß das ich noch was nachzuholen habe in der Rechnung, aber ich habe immerhin schon angefangen und ich bin auch erst 30. Also noch ausreichend Zeit für weitere Kinder.
Das Fehlverhalten anderer berechtigt nicht zu eigenem Fehlverhalten.
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#14

Skafdir schrieb:Und das ist eben auch der wichtige Punkt wenn man von Altersarmut, etc. spricht. Das sind beschissene Lebensumstände, aber eben keine an denen man stirbt. Das schlimmste was einem Mitteleuropäer passieren kann ist in weiten anderen Teilen der Welt immer noch Luxus.

Ohne das Leid in armen Ländern herunterspielen zu wollen -> du hast da eine sehr ideologisierte Ansicht. Relative Armut ist jene, die den größten Impact auf Menschen hat. Von psychischen Erkrankungen (bei denen dann physische kurz darauf folgen) bis zu Selbstmord. Wenn man Armut nicht materialistisch definiert (wie Marx das täte), sondern danach, wie glücklich Menschen sind (worauf es letztendlich auch ankommt), dann sehen wir gerade Länder mit höherer absoluter Armut ein differenzierteres Bild:

Spoiler!:


So fühlen sich Menschen gerade in Deutschland richtig scheiße, im Gegensatz zu vielen ärmeren Ländern.

Spoiler!:


Armut ist nichts, was man eben mal auf die totale Anzahl an Dollars in der Tasche reduzieren kann. Wenn existenzielle Nöte herrschen, muss sie akut bekämpft werden. Aber zu behaupten, wir schwelgen im Luxus und deswegen sei die "relative Armut" in Deutschland eigentlich eher was für Diven, der macht es sich sehr einfach.

Skafdir schrieb:Wenn genug Leute zu wenig haben, dann werden sie sich das was ihnen fehlt nämlich bei denen holen die mehr haben.
Bekämpfung relativer Armut ist also entweder aus rein zwischenmenschlichen Motiven notwendig oder aus Staatsräson, was immer einem lieber ist.

Es geht darüber hinaus, wenn man eben nicht den materialistischen Blick nimmt. Relative Armut kann, je nach Blickwinkel, sogar die schlimmere Armut sein. Man kann Menschen auch psychologisch brechen. Gerade in Staaten, in denen man pausenlos konsumorientierter Propaganda ausgesetzt wird. Ich würde sogar behaupten, dass selbst relative Armut im Effekt abgeschwächt werden könnte, wenn man mit den Menschen nicht jeden Tag das Spiel "Karotte vor der Nase" spielen würde.

Skafdir schrieb:Obdachlosigkeit und Armut ist nicht direkt das gleiche.

Welche Ausnahme soll die Regel hier relativieren?

Skafdir schrieb:Obdachlosigkeit in Deutschland ist im Normalfall eine Begleiterscheinung für irgendeine psychische Erkrankung.

Wir könnten jetzt dutzende Szenarien bauen, in denen das nicht stimmt. Außerdem ist das das Henne-Ei-Problem. Man befragt Menschen aufgrund fehlender seherischer Fähigkeiten meistens erst, nachdem sie obdachlos wurden.

Skafdir schrieb:Depressionen können z.B. dazu führen, wenn man nicht mehr in der Lage ist sich psychisch mit Formularen und Amtsbesuchen auseinander zu setzen.

Das ist richtig. Aber zu behaupten, man wolle obdachlos sein oder man sei einfach psychisch krank, ist fast schon zynisch.

Skafdir schrieb:In Deutschland gibt es in der Theorie keinen Grund für Obdachlosigkeit. Deshalb ist dieser Einwurf, so flapsig wie er ist, durchaus korrekt:

Es gibt aber praktische Gründe. Wir reden hier von Einzelbiografien, die man nicht einfach zusammenfassen kann. Wie gesagt, wir können jetzt anfangen theoretische Situationen zu bauen, in denen Behördenversagen, Selbstständigkeit oder andere Dinge zu Obdachlosigkeit führen, aber das wäre ziemlich anstrengend. Der Vorwurf ist also meiner Meinung nach zynisch und ein Versuch etwas zu trivialisieren. Ganz so, als müsste man kein Mitgefühl für Menschen in besonderen Lebenslagen haben, weil es eine bestimmte Anzahl an Menschen gibt, wo man es sich die Situation plakativ herleiten kann.

"Du, in Deutschland sterben jedes Jahr X Kinder an gut behandelbaren Krankheiten, wie Grippe und so."
- "Ich hab gehört, es gib in Deutschland viele, die zu Globulis greifen, statt zum Arzt zu gehen."
"Ahso, ja.. dann ist's egal. Welche Pizza willst du jetzt eigentlich?"

"In Deutschland gibt es viele Obdachlose."
- "Ich hab gehört, viele von denen gehören freiwillig dazu."
"Ahso, ja.. dann ist's egal. Welche Pizza willst du jetzt eigentlich?"

Einzelschicksale zusammen zu fassen, nur weil man mal mit jemanden Gesprochen hat, der Einzelbeispiele hat, ist sehr waghalisg. Bei Obdachlosen gilt grundsätzlich: Jede Biografie ist gesondert zu betrachten.
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#15

Es gibt Notunterkünfte für die Einzelschicksale.
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