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Armut
#31

DeeperSight;28082 schrieb:Wenn man Armut nicht materialistisch definiert (wie Marx das täte), sondern danach, wie glücklich Menschen sind (worauf es letztendlich auch ankommt)

Ich denke Marx würde Armut primär über den Besitz von Produktionsmitteln definieren, was dann auch die relative Armut als Armut kennzeichnen würde. Armut jedoch über >glücklich sein< zu definieren führt zu einem extremst schwammigen Begriff. Auch reiche Menschen (bzw. Menschen die im Besitz von Produktionsmitteln sind) sind unglücklich und es soll tatsächlich sogar Selbstmorde von reichen Menschen geben.
Antigermanismus ist nicht Deutschenhass! Außerdem sollte eine Lehre aus der deutschen Geschichte sein, so etwas wie deutsche Geschichte nie wieder zuzulassen. Leider gibt es immer wieder interessierte Kreise, die die Deutschenhasskeule herausholen, wann immer legitime Kritik an Deutschland vorgebracht werden soll. Die wahren Deutschenhasser sind heute diejenigen, die nicht direkt auf seine Auslöschung hinarbeiten.
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#32

Lener0815;28119 schrieb:Wenn man dann wiederrum bedenkt, dass viel Geld dabei auf der Strecke bleibt, sich etliche Organisationen die Taschen vollhauen, wäre hier nämlich wieder die andere Idee wirksamer "Warum Geld spenden, wenn man direkt da helfen kann wo man es braucht, also direkt vor Ort ist".
Meines Erachtens ist es sinnvoller "dem Penner vor Ort" zu helfen als 0815 anonym was zu spenden und gar nicht zu wissen, wo und ob es ankommt.

Und mit ein paar Euro mehr oder weniger ist dem Obdachlosen dann geholfen? Und Essen würd ich nicht geben, das find ich würdelos.

Lener0815;28119 schrieb:Und in zankyous Fall wäre es gar am sinnvollsten vor Ort zu helfen, wenn es um Immobilien geht als "dem armen Negerkind in Somalia was Gutes zu tun". Denn da in den USA steht vielleicht auch eine Familie auf der Strasse, wenn die Immobilie veräußert wird.

Kannst du dir vorstellen, wie wahnsinnig viele Leute in NYC obdachlos sind?
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#33

menag schrieb:Ich denke Marx würde Armut primär über den Besitz von Produktionsmitteln definieren

Er hat aber auch eine materialistische Sicht. Der Mensch ist demnach friedlich und zufrieden, wenn sein Wunsch nach Konsum gedeckt ist. Der Kommunismus ist auch überhaupt nicht luxusfeindlich, nur soll dieser jedem und nicht nur einzelnen zu Verfügung stehen. Equality of Outcome eben. Nach dieser Theorie ist absolute Armut, was es zu bekämpfen gilt. Ich gebe dir aber recht, dass im späteren Verlauf die relative Armut dann eine immer größere Rolle spielt.

menag schrieb:Auch reiche Menschen (bzw. Menschen die im Besitz von Produktionsmitteln sind) sind unglücklich und es soll tatsächlich sogar Selbstmorde von reichen Menschen geben.

Das ist ein Beispiel, was ich versucht habe zu erklären. Absolute Armut spielt eine, sofern man nicht verhungert, eine geringere Rolle beim Lebensgefühl. Wenn alle gleich wenig haben, dann ist das wesentlich angenehmer, als wenn alle in der Nachbarschaft ein Auto fahren und man selbst kann sich nicht einmal ein Fahrrad leisten.

menag schrieb:Armut jedoch über >glücklich sein< zu definieren führt zu einem extremst schwammigen Begriff.

Was wesentlich näher an der Realität ist. Man kann Armut (sofern man nicht verhungert) eben nur über das Individuum und dessen Umfeld bestimmen. Der Happy Planet Index versucht daher mehr als nur die Zufriedenheit einzubeziehen und somit einige (vermeintlich) objektive Kriterien zu bestimmen, die am Schluss dann zu einem Index führen. Das Schwammige wirst du aber nie ganz verhindern können, aufgrund der Subjektivität dessen, den man sich dabei anschaut.

In Eritrea ist es mit Sicherheit keine Armut keinen Fernseher zu besitzen, in Deutschland ist es das definitiv.
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#34

Zankyō;28124 schrieb:Und mit ein paar Euro mehr oder weniger ist dem Obdachlosen dann geholfen? Und Essen würd ich nicht geben, das find ich würdelos.

Kannst du dir vorstellen, wie wahnsinnig viele Leute in NYC obdachlos sind?
Ja, ich kann mir vorstellen, wie viele Leute in den USA obdachlos sind. Dabei sind sie seltenst auf Grund "Schizo" sicherlich auf der Strasse. In Deutschland kann man weicher fallen, wird es auch in den meisten Fällen sein, dennoch werden wir auf Grund Mindestlohn mehr und mehr in die neue Armut gedrängt und die ist eben dann im Rentenalter.... und da werde ich einer der ersten Generationen sein, die es betrifft und das macht mir in der Tat Angst.

Ob und wie man einem Obdachlosen hilft, muss jeder selber wissen. In der Tat habe ich noch nie in einer solchen Art geholfen (damit Du auch siehst, dass ich mich nicht vor solchen Antworten drücke), ich versuche aber über andere Wege mein Wissen einzusetzen (Betriebsrat / Gewerkschaft) also zu helfen, dass es vielleicht mehreren Leuten hilft, die ebenso Hilfe benötigen um nicht vollends ausgebeutet zu werden.
Sich sozial(er) engangieren bringt sicherlich mehr als dem gemeinen, einzelnen Obdachlosen das (würdelose) Essen zu bringen. Eine Schande für die Tafeln, dass die sich immer mehr ausbreiten und man somit eigentlich wertvolle Arbeit verhindert, die Andere tun müssten und wo man viel früher ansetzen müsste.
...ich antworte noch...
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#35

DeeperSight;28127 schrieb:Er hat aber auch eine materialistische Sicht. Der Mensch ist demnach friedlich und zufrieden, wenn sein Wunsch nach Konsum gedeckt ist.

Ich wüsste nicht, wo er das so schreibt und glaube eher, dass er dies als notwendige Vorraussetzung für ein friedliches und zufriedenes Leben sieht. Marx geht gerade diesen Schritt und bezeichnet jegliche Lohnarbeit als Ausbeutung und nicht nur "schlecht bezahlte Lohnarbeit".

DeeperSight;28127 schrieb:Der Kommunismus ist auch überhaupt nicht luxusfeindlich, nur soll dieser jedem und nicht nur einzelnen zu Verfügung stehen. Equality of Outcome eben. Nach dieser Theorie ist absolute Armut, was es zu bekämpfen gilt.

Gibt leider viele (vermeintliche?) Kommunisten, welche ihre Luxusfeindlichkeit offen ausleben. Auch das abfeiern vom Selbstversorgertum ohne jeglichen Luxus geht in diese Richtung.


DeeperSight;28127 schrieb:Ich gebe dir aber recht, dass im späteren Verlauf die relative Armut dann eine immer größere Rolle spielt.

Das spielt denke ich auch eine große Rolle. Zu Marx' Zeiten, gab es glaube ich fast keinen Unterschied zwischen absoluter und relativer Armut. Letzteres hat fast zwangsläufig ersteres impliziert.
Antigermanismus ist nicht Deutschenhass! Außerdem sollte eine Lehre aus der deutschen Geschichte sein, so etwas wie deutsche Geschichte nie wieder zuzulassen. Leider gibt es immer wieder interessierte Kreise, die die Deutschenhasskeule herausholen, wann immer legitime Kritik an Deutschland vorgebracht werden soll. Die wahren Deutschenhasser sind heute diejenigen, die nicht direkt auf seine Auslöschung hinarbeiten.
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#36

menag schrieb:Marx geht gerade diesen Schritt und bezeichnet jegliche Lohnarbeit als Ausbeutung und nicht nur "schlecht bezahlte Lohnarbeit".

Es ist dem Materialismus innewohnend.

menag schrieb:Gibt leider viele (vermeintliche?) Kommunisten, welche ihre Luxusfeindlichkeit offen ausleben. Auch das abfeiern vom Selbstversorgertum ohne jeglichen Luxus geht in diese Richtung.

Das sagt ja nichts über die eigentliche Idee aus. Soweit ich weiß sind Genuss von gutem Alkohol und Zigarren fast schon ein Markenzeichen von Revolutionäre. Wink

menag schrieb:Letzteres hat fast zwangsläufig ersteres impliziert.

Zu der Zeit gab es nur Armut oder Reichtum. In der Industrialisierung waren jene, welche die Produktionsmittel besaßen Diktatoren ihrer Manufakturen. Über die Arbeitsbedingungen haben wir ausreichend in der Schulzeit gehört.
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