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Verhalten bei Suizidabsichten
#1

--- Abgetrennt aus dem Kondolenzthread ---
Zankyō;27317 schrieb:Bei deutschen Berichten über Suizide wird immer noch darauf verwiesen, dass man sich an Beratungsstellung oder an die Telefonseelsorge wenden kann/soll. Ich kann das nicht nachvollziehen. Man muss über sein Problem nicht mit jemandem reden können. Suizidabsichten sind ein medizinischer Notfall. Ich würde auch dringend dazu raten, für Leute die diesbezüglich Andeutungen machen, den Rettungsdienst oder die Polizei zu rufen. Dass Menschen, die darüber reden es nicht umsetzen würden ist ein Mythos.

was empfiehlst du der Seite stattdessen zu tun?
"Mit Geld im Mund spricht man nicht" - Alligatoah
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#2

Zusätzlich auf Polizei und Rettungsdienst zu verweisen.
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#3

Ich hab das eher immer so verstanden, daß sich der Text an Menschen richtet, die ähnliche Probleme haben und Suizid als Ausweg sehen - deswegen sollen in der Presse Suizidmeldungen ja im Allgemeinen auch vermieden werden, um eben keinen "Werther-Effekt" zu generieren.

Und denen ist mit einer Beratungsstelle wohl mehr geholfen als mit der Polizei.
"Erbsen haben eine beträchtliche Individualität" - George Orwell in "Der Weg nach Wigan Pier"
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#4

Zankyō;27317 schrieb:Bei deutschen Berichten über Suizide wird immer noch darauf verwiesen, dass man sich an Beratungsstellung oder an die Telefonseelsorge wenden kann/soll. Ich kann das nicht nachvollziehen. Man muss über sein Problem nicht mit jemandem reden können. Suizidabsichten sind ein medizinischer Notfall. Ich würde auch dringend dazu raten, für Leute die diesbezüglich Andeutungen machen, den Rettungsdienst oder die Polizei zu rufen.
Ich denke erstmal wenden sich diese Hinweise direkt an die Rezipienten des Berichts, damit diese direkt einen Ansprechpartner haben sollte der Bericht sie auf 'ungute Gedanken' kommen lassen; die 'Rede-Angebote' sind niedrig-schwelliger als direkt Uniformierte anrücken zu lassen. Dass man noch erheblich mehr über Suizidalität oder über den Umgang mit davon Betroffenen sagen könnte ist klar, aber Warnhinweise sollen ja prägnant sein und nicht in 'Beipack-Zettel' die ~niemand liest ausarten.
"Man kann nicht zulassen, dass Wahlen die Wirtschaftspolitik beeinflussen."
Wolfgang Schäuble ('ehrlicher', 'unbestechlicher' und 'demokratischer' deutscher Politiker)
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#5

@AgentSands

Ich hab das auch so verstanden, und die Polizei hilft einem in solchen Situationen selbstverständlich.

Schutzgewahrsam -> Krankenhaus -> professionelle Hilfe von Ärzten mit Medizin & Co

Edit:

Vllt möchte man gar nicht reden. Vllt möchte man das auch nicht dem Rettungsdienst erklären müssen, weil doch eigentlich gar nichts passiert ist. Es geht einem einfach nur wahnsinnig schlecht und man weiß nicht, was man tun soll. -> Polizei
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#6

Polizei und Rettungsdienste sind Respektpersonen. Die ruft man nicht mal so eben an - garantiert nicht als depressiver Mensch, der sich selbst kaum noch einen Wert einräumt. Dazu setzt der Anruf bei Rettungsdiensten ein Maschinerie in den Gang, die man nicht stoppen kann. Das ist alles andere als ein niederschwelliges Angebot. Ein Angebot, was speziell für Menschen mit Depressionen geschaffen wurde, dürfte da zumindest eher genutzt werden.

Hinzukommt, dass nicht jeder Mensch mit suizidalen Gedanken ein Notfall sein dürfte. Nur weil man die Gedanken hat, gehört man noch nicht unbedingt in eine psychiatrische Einrichtung, sondern es kann vielleicht auch einiges im Rahmen einer ambulanten Behandlung gemacht werden. Eine ausgebildete Beratungsstelle kann da vielleicht deutlich besser die Grenzen ausmachen und angemessene Maßnahmen einleiten als Polizei oder Rettungsdienste, die dich immer ohne Umwege in die Psychiatrie bringen werden.

Was ist denn die Meinung der Verbände der Psychiater und Psychologen? Die standardisierten Hinweise unter Suizid-Berichten kommen ja nicht aus dem Nichts.
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#7

Also die Polizei wäre vermutlich die letzte Personengruppe, die ich in einem solchen Fall anrufen würde. Vielleicht bin ich dafür aber auch einfach zu höflich.
"Erbsen haben eine beträchtliche Individualität" - George Orwell in "Der Weg nach Wigan Pier"
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#8

Zitat:Nun folgte die Verurteilung des Beamten.

Ist also wohl eher nicht der Regelfall.
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#9

Das fände ich auch wirklich bedenklich Wink

Ich weiß aber noch, wie ich nach einem Fahrradsturz tatsächlich bei der Polizei angerufen habe, nachdem ich merkte, daß mir Blut aus dem Gesicht läuft. Auf meine noch etwas verwirrt klingende Aussage (ich war wohl auch einige Sekunden weggetreten), daß ich glaube, wohl einen Krankenwagen zu brauchen, kam als Nachfrage: "Jetzt reden Sie mal Klartext, Mann! Brauchen Sie jetzt einen Krankenwagen oder nicht?!" - seitdem vertrete ich die Auffassung, daß die Polizei wohl der schlechteste Gesprächspartner ist, den man sich mit Selbstmordgedanken aussuchen kann.
"Erbsen haben eine beträchtliche Individualität" - George Orwell in "Der Weg nach Wigan Pier"
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#10

Eigentlich ist es logisch, dass man zuerst die üblichen Kräfte anruft. Und warum? Weil man die Nummern auswendig kennt! Ich wage zu bezweifeln, dass jemand in Not die Nummer des zu beh. Arzt auswendig weiss! Und man davon ausgehen muss, dass er mind. 12 Stunden nicht erreichbar ist...
...ich antworte noch...
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#11

@AgentSands

Bei der Telefonseelsorge sind bestimmt auch nicht alle gleich kompetent.
Und noch dazu sitzen die Anrufer danach immer noch allein rum.
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#12

Die standardisierten Anmerkungen zu Suizid-Berichterstattung ist übrigens eine Übereinkunft des deutschen Presserats soweit ich weiß, infolge irgendeines der letzten Schul-Amokläufe. Bin mir gerade nicht sicher, wo ich das gelesen hatte. Aber irgendwo hab ich gelesen, dass es eine schlichte Selbstverpflichtung der Branche ist.
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#13

@ Zankyō: Das ist wohl wahr. Im direkten Vergleich traue ich denen aber einfach mehr soziale Kompetenz zu. Mag sein, daß ich damit falsch liege, aber es ist immerhin deren Hauptaufgabenfeld, Menschen mit seelischen Problemen zu helfen. Bei der Polizei ist das, so kommt es mir zumindest vor, eher etwas, das nebenbei anfällt.

@ ExtraKlaus: Meine ich auch - zusammen mit der Selbstverpflichtung über Selbstmorde im Allgemeinen nicht zu berichten, bzw. nur bei "herausragendem öffentlichen Interesse".
"Erbsen haben eine beträchtliche Individualität" - George Orwell in "Der Weg nach Wigan Pier"
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#14

Die Polizei therapiert dich dann auch nicht, aber du kommst ins Krankenhaus.
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#15

Wenn ich den Notruf wähle, lande ich doch sowieso nicht bei der Polizei, sondern der Leitstelle und einem Leitstellen-Disponenten, oder hab ich euch falsch verstanden?
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