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Flirts, Komplimente und menschliche Interaktionen im Allgemeinen
#1

Aus der Reihe "Probleme, von denen ich noch nie etwas gehört habe" mit dem spannenden Spin-Off "Phänomene des Patriarchats, die ich noch nie wahrgenommen habe":
Linkbeschreibung hier...

//Abgetrennt aus dem Weird-Thread
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#2

@Kirin Doch das kann ich etwas bestätigen. Es gibt genug Männer (und auch Frauen), die Komplimente vergeben, um sich selbst als was großes tolles darzustellen. Sie möchten das Gefühl haben, dass das, was sie dir sagen, eine Bereicherung für dich ist und du dich dankbar zeigst. Wenn du aber nur "Danke, ich weiß" sagst, nimmst du den eigentlich implizierten Wert aus der Aussage. Männer können mit sowas weniger umgehen, bzw. haben sich da etwas weniger unter Kontrolle und zicken dann halt rum. Ist halt so'n Egoding von Leuten ohne Selbstbewusstsein.

@Skafdir den Nutzen von Nettigkeit habe ich auch erst mit Ende 20 gecheckt. (Ich war natürlich auch davor immer nett Smile )

//Kontext durch Link wiederhergestellt
"Mit Geld im Mund spricht man nicht" - Alligatoah
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#3

Nachtrag: mir wurde soeben der Gedanke nahe gebracht, dass diese Konversation im Zuge eines Flirts einen Korb darstellt. Warum man bei einem Korb jemanden beschimpfen muss, erschließt sich mir nicht, jedoch das Ärgernis, welches empfunden wird.
"Mit Geld im Mund spricht man nicht" - Alligatoah
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#4

Julia;24161 schrieb:Nachtrag: mir wurde soeben der Gedanke nahe gebracht, dass diese Konversation im Zuge eines Flirts einen Korb darstellt.

Ich bin ja wirklich kein Meister des Flirtens, aber ich habe eine solche Antwort noch nie als negativ empfunden, ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen.

Aber okay ... es könnte erklären, warum eine Freundin von mir keinen Partner findet. Die antwortet so immer auf Komplimente jeglicher Art.
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#5

Zitat:Warum man bei einem Korb jemanden beschimpfen muss, erschließt sich mir nicht

Rückversicherung des eigenen Selbstbewusstsein befürchte ich.
Ein Korb tut weh und zwar immer.
Mal als mehr oder weniger lustige Anekdote - halb OT -:
Spoiler!:


Quintessenz: Für mich stand nichts auf dem Spiel und trotzdem fühlte ich mich für einen Moment angegriffen und vor allem erniedrigt.

Wenn das passiert muss man irgendetwas tun um das Selbstbewusstsein wieder herzustellen. Zumindest wenn man deshalb nicht in eine Art Trauer und Unsicherheit verfallen will.
Der Angriff wie im Artikel beschrieben ist dabei durchaus eine Strategie.

Die eigentliche Frage ist: Ist die Bestätigung eines Kompliments ein Korb?
Da bin ich mir wirklich nicht sicher, kommt glaube ich stark auf den Zusammenhang an.
Auf jeden Fall ist eine Bestätigung des Kompliments wie im ersten Beispiel des Artikels ein Gesprächkiller.

Er: „Ich liebe dein Haar.“
Sie: „Danke, ich liebe es auch.“
Er: --- (Welche Möglichkeiten ein Gespräch fortzusetzen bleiben hier?)

Das er in dieser Situation die denkbar schlechteste gewählt hat steht außer Frage, aber was wäre in dem Moment eine mögliche Antwort? Aber deshalb kann es sogar dann wie ein Korb wirken, wenn es nicht wie einer gemeint ist.
Also Baru, sag deiner Freundin bescheid, es könnte sein das sie Strategien braucht um Gespräche am Laufen zu halten.
Das Fehlverhalten anderer berechtigt nicht zu eigenem Fehlverhalten.
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#6

Ich denke Skafdir hat das hier ganz gut zusammengefasst, was wir gestern im VC versucht haben zusammen zu stottern. Einen Aspekt finde ich hier besonders interessant, der mMn den gesamten Welt-"Artikel" zerlegt - und zwar der, dass ein Korb vom gleichen Geschlecht ebenfalls als Demütigung empfunden wird, ungeachtet der eigenen sexuellen Präferenzen.

Ich weiß noch, dass ich mal mit zwei Kumpels plus Anhang in unserem Stammlokal saß. Einer der Freunde ist homosexuell und brachte seinen neuen Partner mit, sodass wir ihn kennenlernen. Dieser fing irgendwann an zu erörtern, was er an meinem Kumpel so "sexy" findet und sagte mir dann völlig ungefragt, dass ich überhaupt nicht sein Typ sei. Da ich nicht homosexuell bin, hätte ich das als sachlichen Hinweis aufnehmen können. Aber mein erster Gedanke war tatsächlich "Warum nicht? Was stimmt mit mir nicht?". Der nächste Gedanke ist noch viel weirder, nämlich "Was kann ich tun, um das zu ändern?". Als mir diese Gedanken bewusst wurden, war ich verstört. Das ging sogar soweit, dass ich mich selbst fragte, ob ich nicht irgendwie zumindest bisexuell bin und es bloß nie gemerkt habe. So fing ich an mich an Hinweise erinnern zu wollen, die ich in der Vergangenheit an mir möglicherweise übersehen hatte. Ich kam zwar relativ schnell zu dem Ergebnis, dass ich stockhetero bin, aber getroffen hat mich die Aussage seinerseits trotzdem.

Daran kann ich zumindest für mich erkennen, dass eine Zurückweisung unabhängig vom Geschlecht immer weh tut oder zumindest verstört. Daher geht es hier weder um Sexismus, noch darum, dass Männer Probleme mit angeblich selbstbewussten Frauen haben. Einige haben das vielleicht, aber der Hauptgrund sollte tatsächlich das Gefühl der Ablehnung und Zurückweisung sein, welches hier zu dem Muster führt, das Skafdir skizziert hat. Die Wiederherstellung der "Würde" über die Erniedrung des anderen.
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#7

Skafdir;24183 schrieb:Auf jeden Fall ist eine Bestätigung des Kompliments wie im ersten Beispiel des Artikels ein Gesprächkiller.

Er: „Ich liebe dein Haar.“
Sie: „Danke, ich liebe es auch.“
Er: --- (Welche Möglichkeiten ein Gespräch fortzusetzen bleiben hier?)

Das er in dieser Situation die denkbar schlechteste gewählt hat steht außer Frage, aber was wäre in dem Moment eine mögliche Antwort?
Naja, aber was soll denn die Frau auf die erste Frage antworten, um das Gespräch weiterzuführen?
Sie: "Danke... Aber ich finde mein Haar total doof, thihi!"
Er: "Ach Quatsch, sieht total toll aus!"
Sie: "..."

Ich glaube, jemandem äußerliche Komplimente zu machen, ist grundsätzlich kein besonders ergiebiger Gesprächsstoff, daher finde ich den letzten Teil der Argumentation etwas am Ziel vorbeigeschossen. Du hast doch eigentlich immer nur die zwei Möglichkeiten, dem Kompliment zuzustimmen oder es zu verneinen (in der Hoffnung, dass der andere dich noch einmal bestätigt).
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#8

Kirin;24186 schrieb:Du hast doch eigentlich immer nur die zwei Möglichkeiten, dem Kompliment zuzustimmen oder es zu verneinen (in der Hoffnung, dass der andere dich noch einmal bestätigt).

Ein einfaches "Danke" ginge doch auch?
"Und zu schnell fahren ist ja eher ein Zeichen vorbildlicher Integration." (Skafdir)
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#9

Das fällt doch unter a). Big_smile
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#10

Äh, normalerweise folgt darauf entweder eine einladende Geste oder irgendein Anzeichen von Smalltalk. Einfach nur "Danke" beendet das Gespräch sofort.
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#11

Ich wollte damit sagen, dass man doch ein Kompliment annehmen kann, ohne ihm direkt zuzustimmen in der Art von "Ich find das auch toll".

Edit: Dass ein "Danke" alleine das Gespräch genauso beendet, ist mir bewusst. Darum ging es mir nicht und mir ist kein Zusatz eingefallen, mit dem das Gespräch nicht beendet werden würde. (Ich kann sowas nicht)
"Und zu schnell fahren ist ja eher ein Zeichen vorbildlicher Integration." (Skafdir)
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#12

Ahso.

Bei der Gelegenheit möchte ich nur mal darauf hinweisen, dass Frauen auf "selbstbewusste Männer" auch genervt reagieren. Nach demselben Prinzip übrigens.
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#13

Kirin;24186 schrieb:Du hast doch eigentlich immer nur die zwei Möglichkeiten, dem Kompliment zuzustimmen oder es zu verneinen (in der Hoffnung, dass der andere dich noch einmal bestätigt).

Wie jeder weiss ist die einzig richtige Antwort auf ein kompliment diese hier:
[Bild: 2LKLY8A.png]
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#14

Deepy, der Frauenflüsterer. Big_smile
Diskutier' auf Pinnwänden und du bist wie Paralympics-Gewinner - wow, du hast dich durchgesetzt, doch bist noch immer behindert!
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#15

Ich hab halt schon eins, zweimal geflirtet. Sad
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