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Femisoziologischer Gendergesellschaftstalk
#1

//Ausgelagert aus dem Netzpredigerthread
Ich glaube ja, Die10 ist ein Trollaccount. Ich habe jetzt die Beiträge, die seit heute morgen dazu kamen nur überflogen, aber alle Klischees ausgemacht, die man Feministen so unterstellt. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass jemand den nordamerikanischen Narrativ so 1:1 übernimmt. Die Themen des radikalen Feminismus' sind in Deutschland einfach andere, da wir kulturhistorisch eben anders sind. Wir haben eben nicht die Afroamerikaner und deren Themen, weswegen wir dieses "white privilege" nur dann übernehmen können, wenn wir es auf die gesamte Welt ausbreiten. Da Feministen jedoch versuchen auf die Gesetzgebung des eigenen Landes Druck auszuüben, wäre solch ein radikales Mindset hier unsinnig. In Deutschland läuft das doch eher über Vorschläge in der Partei Bündnis '90 Die Grüne und die haben da einfach nur das Genderzeugs übernommen. Also entweder ist Die10 total verstrahlt und hat keine feministische Base an ihrer Uni oder sie/er trollt sich einen. Am besten fand ich jedoch den Opener. "Ich bin Feministin, aber auch Soziologin" -> Das bedingt eigentlich schon fast, da der radikale Feminismus eine rein akademische Strömung ist, mit der der Normalbürger eigentlich kaum in Berührung kommt. Wer ist denn davon am stärksten betroffen? Richtig! Die Soziologen. Lol
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#2

Sehr wenige Einzelfälle die in die Richtung denken gibt es schon. Für einen Trollaccount wäre das sehr ambitioniert. Daher glaube ich eher folgendes:
Studentin in den ersten paar Semestern die über irgendwelche Kontakte diese Extremposition kennen gelernt hat und diese nun ziemlich ungeschickt reproduziert.

"Niemand fordert Weiße raus" - Das ist eigentlich ein interessantes Thema.
Wie ist das den mit Forderungen nach Ausweisung bei straffällig gewordenen ausländischen Weißen? (z.B. weiße US-Amerikaner oder Australier?)
Ich wüsste spontan nicht wie man das untersuchen sollte, also auf eine Art die auch irgendetwas repräsentiert. Aber interessant ist das Thema in jedem Fall. (Gibt es da vielleicht sogar Untersuchungen zu?) [Disclaimer: Bezugsland ist BRD oder vielleicht noch ausgeweitet auf EU]

"Kein Rassismus gegen Weiße möglich."
Da hat sie etwas grundlegend missverstanden.
Innerhalb einer mehrheitlich Weißen Gesellschaft, deren Regierung aus mehrheitlich Weißen gebildet wird ist eine systematische Diskriminierung von Weißen nicht möglich. Selbst wenn die Regierung sich zu einem Schritt entscheiden sollte, den man unter anderen Umständen als diskriminierend betrachten könnte, wäre es eine freiwillig auferlegte Diskriminierung und daher in Ordnung. (Als Beispiel: affirmative action; könnte man prinzipiell als "diskriminierend verstehen, zielt aber erstens auf die Aufhebung von Diskriminierung und fällt in die Kategorie des "freiwillig auferlegt". Womit ich nicht gesagt haben will das es bei dem Programm keine Fehler gäbe, aber die gibt es bei jedem politischen Programm, egal wie vernünftig.)

Auf der gleichen Eben stimmt dann auch: "Kein Sexismus gegen Heterosexuelle."
Innerhalb einer mehrheitlich heterosexuellen Gesellschaft gibt es das nicht. Wenn ich nun allerdings auf eine Party ginge die fast ausschließlich von homosexuellen besucht wäre, dann könnte ich dort als heterosexueller diskriminiert werden.

Das sind die Punkte die sie in ihrer Argumentation übersieht.

Um es auf den Punkt zu bringen:
Das wovon sie spricht sind Machtverhältnisse. Und diese Machtverhältnisse sehen derzeit so aus, dass weiße heterosexuelle Männer alle Vorteile der Welt auf ihrer Seite haben.
Ich nehme mich als Beispiel: Solange niemand bewusst das Ziel hat mir Schaden zuzufügen (persönliche Feindschaft o.ä.) oder ich krank werde, ist das schlimmste was mir passieren kann immer noch Luxus für den allergrößten Teil der Welt. Ich werde genug zu essen haben, eine Unterkunft und keinen Grund mich vor der Gesellschaft irgendwie verstecken zu müssen.

Das Problem mit ihr ist: Sie spricht die theoretisch richtigen Dinge an, versteht sie nicht vollständig und schießt dann übers Ziel hinaus. (theoretisch richtig weil: Wir sind nicht die USA, ihr Argument verfehlt wie Deeper Sight schon gesagt hat unsere Gesellschaft.)

Würde sie ihre Argumente mehr auf einen Machtdiskurs an sich anpassen, dann würde sie schon viel vernünftiger klingen. An der Stelle wäre der Soziologin die Lektüre von Focault zu empfehlen. Fast egal was von ihm, aber aufgrund der offensichtlichen Präferenzen: Michel Foucault: Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit
Damit kann man auch wunderbar Feminismus betreiben, u.a. Judith Butler; aber man wirkt nicht ganz so merkwürdig während man das macht.

---

Viel schlimmer finde ich das Holger auf die schlechstmögliche Art reagiert. Aber gut akademischer Diskurs ist für ihn wirklich fremdes Gebiet. Abwägen und relativieren sind sowieso nicht seins und dann wird er derzeit von einem ExtraKlaus unterstützt bei dem die Hauptdiskussionsleistung darin besteht den Gegenüber ins lächerliche zu ziehen. Insofern ist das alles etwas traurig, aber zu erwarten.
Das Fehlverhalten anderer berechtigt nicht zu eigenem Fehlverhalten.
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#3

@Skafdir

Natürlich sind die Themen interessant. Aber eine marxistische Ideologie, die zudem alles, was rational ist leugnet, ist für sowas einfach keine gute Ausgangsbasis. Wer behauptet, Weiße seien privilegiert, obwohl wir in Deutschland Millionen Arbeitslose haben, Millionen in schlecht bezahlten Jobs, Selbstmordraten, Gefängnisinsassen etc. pp. der leidet unter Realitätsverlust.

Um das nochmal etwas zu spezifizieren:

Rassismus ist ein Problem in jeder Gesellschaft. Eine Gesellschaft die glaubt keinen zu besitzen, ist blind dafür. Ich würde dies niemals leugnen wollen. Das können wir bei den Bildungsstrukturen in Deutschland sehr gut sehen, die Migranten benachteiligt. Das macht man nicht bewusst, aber man hat es versäumt darauf so zu reagieren, dass man Barrieren zumindest versucht abzubauen. Dies würde nämlich bedeuten, dass wir uns an die Realität anpassen und wer will das schon?! *zyn*

Was mich an der ganzen Sache stört ist aber, dass man in Diskussionen mit Feministen nur verlieren kann. Sie bauen ein Narrativ und wer etwas dazu sagen will, begibt sich auf deren Terrain. Man diskutiert lapidar gesagt innerhalb eines Harry Potter Romans darüber, ob es nun Magie gibt oder nicht. Zum Narrativ der Feministen gehören zwei Dinge:
  • Es gibt keine Wahrheit - es gibt nur Macht
  • Menschen definieren sich durch Gruppen
  • (Die Gruppen werden durch uns definiert)

Deswegen habe ich auch ein Problem mit Foucault, der in ein ähnliches Horn bläst. Um mal ein berühmtes Zitat zu nehmen:

Foucault schrieb:“It is meaningless to speak in the name of - or against - Reason, Truth, or Knowledge.”

Vernunft, Wahrheit und Wissen sind bedeutungslose Konzepte. Es ist seiner Meinung nach sinnlos darüber zu reden. Nicht umsonst gilt Foucault als Postmodernist, der er auch ist. Über solche Konzepte ist alles möglich. Voodoo steht gleichberechtigt mit Schulmedizin.

Man kann mit Postmodernisten nicht diskutieren, denn Wahrheit gibt es nicht. Wo es aber weder Vernunft und Wahrheit gibt, muss es etwas anderes geben und das ist Macht. Es geht also nur darum, wer die Macht besitzt und aus ihrer Sicht sind sie dafür bestens geeignet, denn im Gegensatz zu allen anderen sind sie die Guten. Das ist Religion. Deswegen fruchten diese Gedanken auch so in der westlichen Welt, da wir eben genau diese Philosophie schon ewig mit uns herumtragen. Ein bisschen Esoterik, ein bisschen Atheismus, ein bisschen Buddhist und an Weihnachten dann die Kirche. Matrix hat uns gezeigt, dass alles nur eine Illusion ist und 'Life is but a dream'. Das mag in Kunst und Literatur ja zu tollen Fantasien anregen, aber spätestens wenn man Kopfschmerzen hat merkt man, wie real die Realität doch ist.

Ich weigere mich den Narrativ zu übernehmen, dass ich durch eine Gruppenzugehörigkeit zu bewerten bin. Wer die Welt in Gruppen einteilt, der macht schon den ersten Schritt Richtung Rassismus. Wir sind Individuen. Wenn der Personalchef Ali nicht einstellt, weil er Türke ist, so ist nicht Deutschland rassistisch oder die Wirtschaft, sondern eben dieser eine Personalchef. Denn er handelt gegen das Gesetz, aber man kann die Gesetzestexte nicht so verfassen, dass man immer und überall vor Arschlöchern geschützt ist. Auch kann man überhaupt nicht verlangen, geschützt zu werden. Wer glaubt, der Staat müsse für die seelische Unversehrtheit sorgen, ist kein Demokrat, sondern ein Faschist. Welchen Staat bräuchte man wohl, um dieser Forderung gerecht zu werden? Keinen, in dem ich leben will.
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#4

Focault erklärt wie Gesellschaften funktionieren. Er sagt nicht ob es gut und richtig ist das sie so funktionieren.

Für eine Gesellschaft ist es irrelevant ob etwas "wahr" ist oder nicht. Die Frage für eine Gesellschaft ist lediglich: "Wer hat die Deutungshoheit?"

Das Problem das viele postmoderne Bewegungen nun aufweisen ist, dass sie diese Struktur nicht aufbrechen wollen sondern sich darin einnisten.
Mal auf [biologische] Geschlechter [sex] bezogen:

Zitat:Es gibt keine Wahrheit - es gibt nur Macht

Klar gibt es im Normalfall erst einmal zwei Geschlechter. Das ist die "Wahrheit".
Ob diese Wahrheit gesellschaftlich irgendeine relevanz hat ist aber ein Machtdiskurs.

Es gibt z.B. auch nur eine recht begrenzte Anzahl Augenfarben, das interessiert aber eigentlich niemanden außer man will ein Phantombild erstellen. Unser Machtdiskurs entscheidet also, dass Augenfarben keine gesellschaftliche Relevanz besitzen. (Ausnahmen wie: Heterochromie, aka Feenaugen mal außen vor. Hier geht der Machtdiskurs dann aber nicht um die Augenfarben, sondern um "normale Erscheinung", zielt dann also eher in die Bresche eines Machtdiskurs zum Thema "Gesundheit".)

Im Fall von Geschlechtern ist unsere gesellschaftliche Situation aber so, dass die Frage welches Geschlecht du hast direkte Auswirkung auf deine Machtposition innerhalb der Welt hat. Und damit sind Geschlechter ein Machtdiskurs.

Das Problem mit der Arugmentation vor allem des "third-wave-feminism" ist nun, dass sie nicht versuchen die Frage nach dem Geschlecht auf die Ebene der Augenfarbe zu rücken, sondern sie versuchen einen Machtkampf zu gewinnen um mit diesem dann Geschlechter beliebig definieren zu können.

Wissenschaftlich betrachtet sind sie also nicht "postmodern", sondern sie versuchen im "prä-postmodernen Denken" zu bleiben, mit dem Wissen der Postmoderne. Anstatt die Strukturen aufzubrechen, werden sie lediglich auf andere Bereiche verschoben. Da liegt das akademische Problem mit dieser Form der Argumentation.

Richtige Dinge beobachtet? Check
Dinge klar hervorgehoben? Check
Sinnvoll auf dieser Grundlage argumentiert? Äh... nein... sorry.

Solange man aber in diesem Denken verhaftet bleibt, wie auch du, denn du versuchst hier über "Machtargumente" das aufzubrechen, solange hat Focault recht und: Voodoo steht gleichberechtigt mit Schulmedizin.

Und nun kommt das große Problem: Es wird immer so bleiben, dass einzige was man hoffen kann ist das "Wahrheit" den Machtdiskurs gewinnt. Das kriegt man aber nicht hin, indem man den Wahrheitsdiskurs mit den Argumenten des Machtdiskurses führt.
Gleichzeitig kann man sich aber dem Machtdiskurs nicht vollkommen entziehen. (Siehe: Klimawandel. Wahrheit? Egal, es geht darum wer die Deutungshoheit hat. - ändert nichts an der Wahrheit des Klimawandels, aber bis der auch in Europa und den USA seinen Tribut fordert wird es niemanden mehr geben der ernsthaft die Wahrheit vertreten kann.)
Das Fehlverhalten anderer berechtigt nicht zu eigenem Fehlverhalten.
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#5

Skafdir schrieb:Focault erklärt wie Gesellschaften funktionieren. Er sagt nicht ob es gut und richtig ist das sie so funktionieren.

Nein. Foucault versucht zu erklären, wie Gesellschaften aus seiner Sicht funktionieren.

Skafdir schrieb:Das Problem das viele postmoderne Bewegungen nun aufweisen ist, dass sie diese Struktur nicht aufbrechen wollen sondern sich darin einnisten.

Also, die größte Dummheit kommt eigentlich von Postmodernisten, die solche Strukturen aufbrechen wollen. Zudem behaupten sie überhaupt erstmal eine Struktur gefunden zu haben. Ob es diese tatsächlich gibt bleibt aber fragwürdig. Innerhalb des radikalen Konstruktivismus' kann ich nämlich alles konstruieren, was ich will und behaupten, es sei wahr, während ich die Wahrheit der anderen leugne. Ob also Deutungshoheit eine Rolle spielt oder nicht entscheidet sich erst dann, wenn ich den postmodernen Narrativ übernehme. Dann diskutiere ich nämlich innerhalb eines Harry Potter Romans, ob es Magie gibt oder nicht.

Skafdir schrieb:Für eine Gesellschaft ist es irrelevant ob etwas "wahr" ist oder nicht.

Es ist für eine Gesellschaft definitiv relevant, ob rothaarige Frauen mit dem Teufel unsittlich waren oder nicht.

Skafdir schrieb:Im Fall von Geschlechtern ist unsere gesellschaftliche Situation aber so, dass die Frage welches Geschlecht du hast direkte Auswirkung auf deine Machtposition innerhalb der Welt hat.

Äh...

Skafdir schrieb:Es gibt z.B. auch nur eine recht begrenzte Anzahl Augenfarben, das interessiert aber eigentlich niemanden außer man will ein Phantombild erstellen.

Seltsam, dass ich dann von fast jeder Person die Augenfarbe kenne und es total toll finde, wenn ich mal smaradg-grüne Augen sehe. Natürlich differenziere ich keine Privilegien danach, genauso wenig wie beim Geschlecht der Person.

Skafdir schrieb:Wissenschaftlich betrachtet sind sie also nicht "postmodern", sondern sie versuchen im "prä-postmodernen Denken" zu bleiben, mit dem Wissen der Postmoderne.

Das würde infrage stellen. Derrida ist der meist-zitierte Kritiker unter Feministen und eigentlich so 'ne Art Vaterfigur. (höhö) Dadurch kommt dann halt sowas hier zustande.

Skafdir schrieb:Richtige Dinge beobachtet? Check

Da würde ich widersprechen. Von Postmodernisten des "third-wave-feminism's" kam bisher eigentlich nichts, was auch nur annähernd objektiver Betrachtung standhielt. Sämtliche Behauptungen, angefangen vom Gender-pay-gap bis hin zur Leugnung des biologischen (!) Geschlechts wurden debunkt. Zu letzterem gab es sogar einen Hoax-Artikel, der es in eine Peer-Review-Zeitschrift schaffte. Da hat man sich dann königlich amüsiert. Ich mich auch.

Skafdir schrieb:Solange man aber in diesem Denken verhaftet bleibt, wie auch du, denn du versuchst hier über "Machtargumente" das aufzubrechen

äh...

Skafdir schrieb:Es wird immer so bleiben, dass einzige was man hoffen kann ist das "Wahrheit" den Machtdiskurs gewinnt.

Die Wahrheit ist, dass es eine objektive Wahrheit gibt und das wird geleugnet. Nur weil wir noch nicht weit genug sind, in allen Bereichen objektive Messungen vorzunehmen, heißt es nicht, dass es nicht da ist. Wie gesagt: 5 Männer stehen mit verbundenen Augen vor einem Elefant und beschreiben, was sie sehen. Sie alle nennen unterschiedliche Dinge. Postmodernisten kommen zu dem Schluss, der Elefant existiere deshalb nicht.

Skafdir schrieb:Das kriegt man aber nicht hin, indem man den Wahrheitsdiskurs mit den Argumenten des Machtdiskurses führt.

Äh...

Die Deutungshoheit hat die Wissenschaft. Sie ist nicht fehlerfrei, aber Farbenblind (-> Hautfarbe), atheistisch, unvoreingenommen und abbildend. Dieses Ideal wird nicht immer erreicht, aber man gibt sich dennoch große Mühe. Die Sprache der Empirie und der Mathematik kennt keinen Rassismus. Wer also der Meinung ist, Gravitation sei eine gesellschaftliche Konstruktion und man müsse einen präventivjuristischen Überwachungsstaat einsetzen, damit das Böse des Menschen endlich aufhöre, der ist für so einen Diskurs nicht geeignet.
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#6

Der Gender-Pay Gap ist schon vorhanden, nur in deutlich kleinerer Ausprägung.

Zitat:Klar gibt es im Normalfall erst einmal zwei Geschlechter. Das ist die "Wahrheit".
Es gibt 3, da es Babys gibt die keine eindeutigen Geschlechtsmerkmale haben.
Diese werden momentan zwangsweise in eine der beiden Kategorien gepresst und erleiden dadurch Schaden.

Zitat:Zu letzterem gab es sogar einen Hoax-Artikel, der es in eine Peer-Review-Zeitschrift schaffte. Da hat man sich dann königlich amüsiert. Ich mich auch.
Wenn du die mit dem Titel" The Conceptual Penis as a Social Construct" meinst, dann war es ein Pay-to-Publish Magazin und kein Peer Review.
Bleibt nicht mehr viel übrig von deinem Amüsement.
"I'm a human, I'm a goddamn living thing/ But I'm not really human if I'm just existing/Wasting my time in a complex universe" Lil Bo Weep
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#7

FireBird schrieb:Wenn du die mit dem Titel" The Conceptual Penis as a Social Construct" meinst, dann war es ein Pay-to-Publish Magazin und kein Peer Review.

Äh... diese Zeitschrift ist Peer-Review und dass es zwei Arten von diesen Zeitschriften gibt, bedeutet nicht, dass man da einfach mal jeden Scheiß schreiben kann, nur weil man bezahlt hat.
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#8

Doch.
Kann man zB hier nachlesen
Netzpolitik

Edit Wir sehen hier einen Beleg für das schlampiges Arbeiten bei der Wissenschsftsverlagen.
Aber nicht bei Gender Studies.
"I'm a human, I'm a goddamn living thing/ But I'm not really human if I'm just existing/Wasting my time in a complex universe" Lil Bo Weep
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#9

Dass der Verlag unseriös ist, beweist sich ja mit dem Abdrucken des Papers. Aber Netzpolitik tut so, als sei jede Peer-Review Zeitschrift, welche Geld für Veröffentlichung nimmt, unseriös. Aber schön, dass man Solka erwähnt, der sich auch schon mal den Spaß erlaubt hat.
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#10

Das Paper wurde von einem seriöseren Magazin abgelehnt. Davon abgesehen wurden auch schon computergenerierte Artikel auch in naturwissenschaftlichen Magazinen veröffentlicht. Es ist also offenbar ein generelles Problem und keines welches speziell diesem Bereich zuzuordnen ist.
Antigermanismus ist nicht Deutschenhass! Außerdem sollte eine Lehre aus der deutschen Geschichte sein, so etwas wie deutsche Geschichte nie wieder zuzulassen. Leider gibt es immer wieder interessierte Kreise, die die Deutschenhasskeule herausholen, wann immer legitime Kritik an Deutschland vorgebracht werden soll. Die wahren Deutschenhasser sind heute diejenigen, die nicht direkt auf seine Auslöschung hinarbeiten.
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#11

@menag

Das mit der Computergenerierung kenne ich eigentlich nur aus der Soziologie und den Postmodernisten. Da hat man ein Programm genommen, mit Fachtermini gefüttert, randomisiert einen Bullshittext generieren lassen und dann mit postmodernistischen Texten verglichen. Ein riesiger Spaß. Dass das auch in den Naturwissenschaften passierte, ist mir neu. Hast du dazu die Story? Ich bin daran ernsthaft interessiert!
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#12

Zitat:Foucault versucht zu erklären, wie Gesellschaften aus seiner Sicht funktionieren.

Plattidüdenaward... Das macht jeder, weil mehr können wir nicht. Man kann sich dabei bemühen mehr oder weniger objektiv, mehr oder weniger relativierend zu sein, aber eine andere Sicht als die eigene kriegen wir nicht. Wir können unsere Interpretation möglichst vieler anderer Sichtweisen mit rein nehmen, aber es bleibt unsere Sicht.

Also ein super Kritikpunkt, wenn Focault deshalb "falsch liegt", dann liegen alle falsch. Für einen Kritiker der Postmoderne hast du die Argumentationsstrategie ziemlich gut drauf.

Zitat:Also, die größte Dummheit kommt eigentlich von Postmodernisten, die solche Strukturen aufbrechen wollen.

Beispiele bitte?

Zitat:Es ist für eine Gesellschaft definitiv relevant, ob rothaarige Frauen mit dem Teufel unsittlich waren oder nicht.

Ja, das ist doch genau das was ich sagte.
Wahrheit: Rothaarige Frauen stehen nicht mit dem Teufel im bunde.
Gesellschaftliche Relevanz dieser Wahrheit: Abhängig davon wer gerade die Deutungshoheit innehat.

Die Warheit des Hexenhammers hat da nämlich etwas vollkommen anderes gesagt. Klar ist das was dort steht objektiv falsch. Das ist aber egal, solange die Mächtigen an diese Wahrheit glauben.

Zitat:Seltsam, dass ich dann von fast jeder Person die Augenfarbe kenne und es total toll finde, wenn ich mal smaradg-grüne Augen sehe. Natürlich differenziere ich keine Privilegien danach, genauso wenig wie beim Geschlecht der Person.

Auch hier wieder: Genau mein Punkt.
Klar kennen wir die Unterschiede, sie sind aber egal. Außer vielleicht aus einer rein persönlichen ästhetischen Sicht. Weil das was dich an "smaragdgrün" beeindruckt, finde ich an einem tiefen graublau beeindruckend. So what?
Gesellschaftliche Auswirkung davon: nahe Null.

Gesellschaftliche Auswirkung der Frage "Mann" oder "Frau": Extrem hoch.

Zitat:Dadurch kommt dann halt sowas hier zustande.

Machtdiskurs... was anderes findet dort nicht statt. Da wird auch nichts dekonstruiert, sondern ein zweites Konstrukt genommen um das erste Konstrukt zu unterminieren.
Wenn du das als "Derrida" durchgehen lässt, dann sind Islamisten die dir erklären das die westliche Wissenschaft falsch liegt genauso von "Derrida beeinflusst".

Zitat:Da würde ich widersprechen.


Dein gutes Recht, ich widerspreche dir aber in deinem Widerspruch. Ist aber auch müßig sich nun Themen um die Ohren zu hauen.

Zitat:Die Wahrheit ist, dass es eine objektive Wahrheit gibt und das wird geleugnet.

Du leugnest Machtdiskurse und das diese existieren ist eine objektive Wahrheit.
Sehen wir doch gerade mal nach Amerika:
Klimawandel findet statt und ist durch den Menschen verursacht. Der Machtdiskurs schlägt aber derzeit in Richtung "Klimawandel gibt es nicht" um.

Sinnvoll ist nun also eher die Forschung zum Thema: Warum schlägt der Diskurs um? An welchen Stellen läuft etwas falsch?

Objektive Wahrheit ist schön und gut, nur wenn dir niemand dabei zuhört, dann kannst du dir die sonstwohin stecken.

Mal eine weitere Frage bei der eindeutig Macht > Objektivität gilt.

Homosexuelle: Wissenschaftlich ein ganz normales Verhalten, das für eine Gesellschaft durchaus positiv sein kann. Vor allem aber ein Verhalten das eben nicht erlernt ist, kein Krankheitsbild darstellt, usw.
Machtdiskurs: Je nachdem wer die Interpretationsmacht hat sind diese Erkenntnisse vollkommen egal. Siehe Russland, Türkei. Oder bald wohl auch wieder England wenn die DUP wirklich mitmischt.

Zitat:Die Deutungshoheit hat die Wissenschaft.

Das ist Wunschdenken. Die Deutungshoheit liegt bei denen die in einer Gesellschaft die Macht besitzen und wenn diesen Wissenschaft vollkommen egal ist, dann erhöhen sie halt den Mindestabstand den Windkraftanlagen zu Siedlungen haben müssen und reduzieren die mögliche Fläche damit um 80%.
Ja es wäre schön wenn es so wäre wie du sagst, aber Machtdiskurse sind real und sie beeinflussen jede Kleinigkeit in unserem Leben. Läge Deutungshoheit bei denen die Recht haben, dann wäre die Gesellschaft des Star Trek Universums vermutlich nicht Fiktion sondern eine Dokumentation. (Technik mal außen vor gelassen.)
Das Fehlverhalten anderer berechtigt nicht zu eigenem Fehlverhalten.
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#13

//Beiträge aus dem Netzpredigerthread ausgelagert. Bessere Titelvorschläge gerne an mich oder einen der anderen Mods.
Diskutier' auf Pinnwänden und du bist wie Paralympics-Gewinner - wow, du hast dich durchgesetzt, doch bist noch immer behindert!
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#14

Der Titel ist genial. Der muss bleiben.
Das Fehlverhalten anderer berechtigt nicht zu eigenem Fehlverhalten.
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#15

@schmatzler

Ja, der Titel ist erste Sahne!

@Skafdir

Ich bin erstmal zum Grillen eingeladen. Außerdem ist es vielleicht ganz gut, wenn ich dir darauf erst später antworte, da meine Antwort ein bloßes "Reagieren" wäre. Ich denke jetzt lieber nochmal ein paar Stunden darüber nach, wie ich genau formuliere, was mich an deiner Sicht stört. Tongue
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