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Abtreibung oder nicht?
#1

Heute mal was ganz anderes:

Und gleich mal: Nein, ich poste das Video nicht hier, weil er sich gegen Abtreibung ausspricht. Sondern, weil ich es extrem fragwürdig finde, wie hier gearbeitet wird (von einem Mitarbeiter der ÖR übrigens). Als eine der Hauptquellen dient anscheinend der Pro-Life-Propagandafilm "Silent Scream", der aus dem amerikanischen evangelikalen Umfeld stammt und wissenschaftlich gesehen mehr als fragwürdig ist. Zu den anderen Behauptungen, wie der, dass "viele Quellen und Studien" eine dauerhafte seelische Belastung nach einer Abtreibung feststellen hätten können, finde ich in der Beschreibung gleich gar keine Belege (und habe bisher eigentlich auch nur Gegenteiliges gehört).
Was soll sowas? Ist er ein Abtreibungsbefürworter und hat einen auf Strohmann gemacht? Big_smile
Ich werde mir auch die politischen Videos von MrWissen2Go in Zukunft leider nicht mehr ansehen, da ich nicht weiß, ob er hier auch so arbeitet.

Übrigens fehlen mir auch komplett alle Argumente bzgl. "ab wann kann ein Fötus Schmerz empfinden?" usw.
Ich meine doch, dass es ethisch anders zu bewerten ist, einen 8-monatigen Embryo abzutreiben als eine drei Tage alte Keimzelle Oops

//Abgetrennt aus "YouTuber die man nicht kennen sollte" - schmatzler
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#2

Seine Argumentation ist in sich schon schlüssig. Ich widerspreche ihm zwar und wollte eigentlich auch das Video kommentieren, aber dann hatte jemand schon folgenden Kommentar geschrieben:

Zitat:Sprich: Wenn mein 16 jähriger Bruder mit seiner Freundin sowohl mit Kondom als auch mit der Pille verhütet, aber die Freundin dennoch gechwängert wird soll das Kind nicht abgetrieben werden. Sodass mein Bruder, der noch nicht mal einen Lohn hat, mit 16 ein Vater ist, und die nächsten 20 Jahre seines Lebens anstatt mit der Entwicklung und der Entfaltung seines eigenes Lebens mit der Erziehung seines Kindes zu tun hat. Höchstwahrscheinlich hält die Beziehung zu der Freundin nach der Geburt auch nicht mehr lange an und die Beiden trennen sich schliesslich. Der beste Freund meines Bruders bleibt ihm treu doch der Rest hält eher Abstand zu ihm und vorallem ist es schwer neue Freunde zu finden. Eine Freundin zu finden ist für meinen Bruder jetzt sowieso unmöglich. Wer würde schon mit einem 17 jährigen Vater zusammensein wollen? Immer mehr fühlt sich mein Bruder von der Welt abgeschotten. Das Kind überfordert ihn und er gerät schliesslich in eine tiefe Depression.

Ich finde nicht, dass Abtreibung etwas Gutes ist. Aber etwas, das in einigen Situationen doch angemessen ist.

Und da dachte ich mir: Ok, das war das was ich vorbringen wollte, ich hätte es etwas anders ausgedrückt. Aber im groben wollte ich das sagen. Also ist mein Kommentar nicht mehr wirklich nötig.

Ansonsten nennt er am Ende ja schon die Vergewaltigung wo er selber anmerkt in einer Art Zwickmühle zu sein. Er nennt aber auch die Zahlen, über 90% der Abtreibungen geschehen halt weil man "keine Lust auf ein Kind hat".

Auf der rein persönlichen Ebene stimme ich ihm sogar zu. Solange es mich etwas angeht, sprich wenn es um mein Kind geht, werde ich gegen Abtreibung sein. (Wobei ich bei Behinderung durchaus bereit wäre mit mir reden zu lassen. Wenn die Mutter sagen würde, sie könnte das nicht, dann würde ich einlenken, weil ich die Mehrbelastung auch nicht alleine schultern wollte. Abgesehen davon: Wie sollte ich die Mutter aufhalten, wenn sie eine Abtreibung wollte? Sowas wäre dann das Ende einer Beziehung, aber aufhalten könnte ich sie nicht.)

Im Gegensatz zu Mirko verallgemeinere ich nun meine persönliche Moral aber nicht auf den Rest der Welt. Ich habe sogar Freunde die das Lied von "Keine Kinder haben wollen" singen. Kann ich persönlich auch gar nicht nachvollziehen. Aber das sind eben sehr persönliche Entscheidungen.

Das Video das er benutzt ist mehr als fragwürdig, zumal das was er da rein interpretiert auch anders zu erklären ist.
"Kind scheint zu fliehen." < Das Kind liegt in einer mit Fruchtwasser gefüllten Blase und in diese Blase wird etwas hineingesteckt. Das Wasser wird verdrängt, was passiert mit Feststoffen die in Wasser sind, wenn dieses Wasser verdrängt wird? Sie bewegen sich.
"Es scheint zu schreien." < Wie oft öffnet sich der Mund im Normalfall? Kann das Zufall sein? Kann es sein das der Kiefer schlicht und ergreifend durch den veränderten Druck bewegt wird?
Und nun wieder das große ABER: Das ist ein sehr emotionales Thema und ich fühle mich selber richtig beschissen, während ich versuche "weniger emotionale" Erklärungsansätze zu finden. Das wirkt extrem kalt und herzlos und ich fühle mich gerade wie ein schlechter Mensch, nur weil ich es aufschreibe.

Kurzum: Das Mirko bei einem so emotionalen Thema emotional argumentiert, würde ich ihm nicht vorwerfen.
Eher die Frage: Warum erstellt er das Video und verallgemeinert dabei seine Moralvorstellungen?

Die Argumente der Gegenseite mit "Zellhaufen" (Zitat aus den Kommentaren) und ähnlichen Phrasen sind nicht weniger "emotional" geprägt. Nur das man hier halt versucht durch ein möglichst martialisches Vokabular sich selbst zu "entemotionalisieren". Das andere, in diesem Fall das ungeborene Kind, wird entmenschlicht und man selbst so seiner moralischen Verantwortung entzogen. Vermutlich ist das der normale Gedankenschritt den man hat wenn man, als psychisch gesunder Mensch, eine Tötung vornimmt. Niemand will ernsthaft einen anderen Menschen umbringen.
Aber: Einen Ungläubigen, einen Zellhaufen, eine Krankheit am Volkskörper, das sind Dinge die man beseitigen kann.
Damit will ich den Mord an geborenen Menschen nicht mit Abtreibung gleichsetzen. Alles was ich anmerken will ist, dass die Wahl des Vokabulars eine Ähnlichkeit aufweist. Die moralische Legitimation scheint also durchaus Ähnlichkeiten zu haben, nicht die Tat!

Ansonsten zu seinen anderen Videos:
Mirko trennt ganz klipp und klar zwischen Meinungsvideos und Faktenvideos.
Wenn das Video nicht "#mirkosmeinung" beinhaltet, dann ist es gut und sauber recherchiert. Bei den vielen historischen Themen die er behandelt ist mir bisher kein Fehler aufgefallen. Manchmal kann man einige Details hinzufügen, manchmal kann man zu einer anderen Interpretation kommen, aber relevante sachliche Fehler sind mir bisher nicht aufgefallen. (Gegenbeispiele nehme ich gerne an.) [Wenn ich so drüber nachdenke... mir sind auch keine "irrelevanten" sachlichen Fehler aufgefallen.]
Bei den Videos #mirkosmeinung, geht es aber eben um genau das: seine Meinung und der kann man durchaus widersprechen.

Den größten Ritterschlag hat er, meiner Meinung nach, bekommen als er unter ein und dem selben Video von einem User als "linksgrüner Gutmensch" und als "Faschist" bezeichnet wurde. Einen klareren Beweis für eine ausgewogene Darstellung kann man kaum kriegen.

In dem Sinne: Seine anderen Videos sind durchaus ansehbar. Nur bei "#mirkosmeinung" muss man sich halt klar machen, dass es dabei wirklich nur um seine Meinung geht, um nichts anderes.


Abgesehen davon: Quellen zu seinen Behauptungen wären trotzdem notwendig und in diesem Punkt stimme ich dir in der Kritik absolut zu. Dinge zu behaupten, noch dazu wenn man sie nutzt um seine Meinung zu begründen, ohne diese zu belgen ist ein Unding.

Ansonsten meide ich seine "Die Wahrheit über X"-Videos, nicht weil die irgendwie schlechter recherchiert sind o.ä., sondern einfach weil ich diesen unsäglichen "Die Wahrheit über X"-Titeln nicht noch durch Klicks meine Zustimmung geben will.
Das Fehlverhalten anderer berechtigt nicht zu eigenem Fehlverhalten.
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#3

Zitat:Die Argumente der Gegenseite mit "Zellhaufen" (Zitat aus den Kommentaren) und ähnlichen Phrasen sind nicht weniger "emotional" geprägt. Nur das man hier halt versucht durch ein möglichst martialisches Vokabular sich selbst zu "entemotionalisieren". Das andere, in diesem Fall das ungeborene Kind, wird entmenschlicht und man selbst so seiner moralischen Verantwortung entzogen. Vermutlich ist das der normale Gedankenschritt den man hat wenn man, als psychisch gesunder Mensch, eine Tötung vornimmt.


Von welchem Entwicklungsstadium sprechen wir denn hier? Ab welchem Zeitpunkt der Embryogenese ist es ein Mensch?
(Hab in den Kommentaren spontan keinen Kommentar mit "Zellhaufen" gefunden, bin bei YT-Kommentaren allerdings auch eher mäßig motiviert).
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#4

Skafdir;20403 schrieb:Und nun wieder das große ABER: Das ist ein sehr emotionales Thema und ich fühle mich selber richtig beschissen, während ich versuche "weniger emotionale" Erklärungsansätze zu finden. Das wirkt extrem kalt und herzlos und ich fühle mich gerade wie ein schlechter Mensch, nur weil ich es aufschreibe.
Ich verstehe das vollkommen. Ich hab selbst eine sehr schwammige Meinung zu Abtreibung und tendiere eher zu "Pro Life", das ist ein extrem kompliziertes Thema. Aber gerade deshalb sollte man dann wirklich sauber arbeiten, und das war hier von der ersten bis zur letzten Sekunde nicht der Fall. Ich empfehle auch mal den Wikipedia-Artikel zum Quellenvideo - da wurden teilweise Passagen schneller abgespielt, damit es so aussieht, als ob der Fötus strampelt etc.
Ich bin mir sicher, dass Mirko die Kritik zum Film kennt und die hat er im Video unterschlagen.
Zitat:Bei den Videos #mirkosmeinung, geht es aber eben um genau das: seine Meinung und der kann man durchaus widersprechen.
Auch wenn man seine Meinung darlegt, sollte man korrekt mit Fakten arbeiten, wenn man in der Lage ist, mit seiner Meinung sehr viele Menschen zu beeinflussen.
Zitat:Ansonsten meide ich seine "Die Wahrheit über X"-Videos, nicht weil die irgendwie schlechter recherchiert sind o.ä., sondern einfach weil ich diesen unsäglichen "Die Wahrheit über X"-Titeln nicht noch durch Klicks meine Zustimmung geben will.
Warum stört dich das? Ich finde es grundsätzlich vollkommen ok, wenn man Clickbait nutzt, um auf sowas aufmerksam zu machen. Bringt ihm natürlich selbst auch ein paar Shekel, aber die Videos haben grundsätzlich einen positiven Effekt. Also nein, das würde ich ihm jetzt wiederum nicht vorwerfen.
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#5

Was mich daran stört hatte ich hier schonmal kurz gesagt.

Zitat:Sobald man einem Thema kritisch gegenüber steht und jemand kommt und sagt: "Ich erzähle dir jetzt die Wahrheit darüber!" Dann wird das Vertrauen dadurch eher gesenkt als gesteigert.

Es ist weniger der Clickbait, als vielmehr der Fehler in der Argumentation der mich stört. Klar der Clickbait nervt auch.
Schlimmer ist aber das man mit "Die Wahrheit über X-Videos" von Anfang an nur offene Türen einrennt.

Was kann da passieren?

Sagen wir mal: "Die Wahrheit über Red Bull" < Eins von seinen Videos, ich habe es nicht gesehen
Drei Optionen wie das Video aufgebaut ist.
1. Es zerlegt Red Bull als irgendwie schlechte Firma.
2. Es lobt Red Bull.
3. Es stellt ausgewogen und neutral positive und negative Dinge dar.

Nun kommt der Zuschauer. Diese wollen die Wahrheit über Red Bull hören, die meisten werden dabei Anhänger von These (1) oder (2) sein.
Reaktion eines Zuschauers der zu Gruppe (1) gehört.
1. Super, der Mirko hat total die Ahnung.
2. Pff, Werbevideo ist bestimmt gesponsort.
3. Ich habs ja gesagt, Red Bull ist scheiße. Das Mirko auch ein paar gute Sachen dazu sagen muss ist ja klar. Aber alles in allem bleibt Red Bull halt scheiße.

Reaktion eines Zuschauers der zu Gruppe (2) gehört.
1. Wow, jemand kritisiert eine erfolgreiche Firma. Wie unglaublich mutig... *gähn*
2. Ja, ich habs euch doch immer gesagt. Red Bull ist der Hammer.
3. Ich habs ja gesagt, Red Bull ist klasse. Das Mirko auch ein paar schlechte Sachen dazu sagen muss ist ja klar. Aber alles in allem bleibt Red Bull halt super.

Reaktion eines Zuschauers der eine ausgewogene Meinung haben will.
1. Hm? Das ist doch bestimmt nur die halbe Wahrheit.
2. Hm? Das ist doch bestimmt nur die halbe Wahrheit.
3. Ja, schön. Aber was soll der reißerische Titel? Dämlicher Clickbait.

In kurz: Zuschauer die eine vorgefertigte Meinung haben werden mit dem Video nicht vom Gegenteil überzeugt werden, sondern egal wie in ihrer Meinung bestärkt.
Zuschauer die tatsächlich informiert werden wollen, werden durch diese Titel eher verschreckt als angelockt.

Resultat: Nichts. Dieses Video hat nichts am Gesamtdiskurs verändert, außer vielleicht Fronten verhärtet. Was kein positiver Effekt wäre und das nur aufgrund des Titels mit "Absolutheitsanspruch". Ein neutralerer Titel würde geringere Erwartungen wecken und würde so dem Zuschauer die Freiheit lassen mit weniger Emotionen an die Geschichte heran zu gehen.


@Yankzou: Ich habe es nicht übersehen und werde noch antworten. Habe nur gerade keine Zeit.

Edit:
Zitat:Von welchem Entwicklungsstadium sprechen wir denn hier? Ab welchem Zeitpunkt der Embryogenese ist es ein Mensch?

Erstmal ein paar Beispiele aus den Kommentaren:
Zitat:Ich meine: "Abtreibung ist schon ab dem Moment der Befruchtung Mord." Nach dieser Logik ist jedes mal Händewaschen ein Genozid, jeder Einzeller auf deinen Händen ist genau so ein Lebewesen wie eine Befruchtete Eizelle.
Zitat:bin ich nicht der Meinung, das ein so junger Fötus Moralisch in irgendeiner Weise über einem Regenwurm bzw. jeder beliebigen nicht Menschlichen Art steht
Zitat:Ein Embryo ist eine parasitäre Lebensform und es obliegt dem Wirt zu entscheiden, ob dieser nun geboren wird oder nicht.
Zitat:Solange das nur ein Haufen voller Zellen ist...Warum nicht?


Diese Formulierungen sorgen alle für die angesprochene "entmenschlichung".
Embryos werden mit Bakterien oder Tieren gleichgestellt.
Embryos werden direkt als Parasit bezeichnet.
Und eben der "Zellhaufen".

Nun zu deiner eigentlichen Frage:
Ab welchem Zeitpunkt der Embryogenese ist es ein Mensch?

Von Anfang an. Der Punkt ist nämlich: Es kann nichts anderes aus der befruchteten Eizelle werden als ein Mensch. Solange die Eizelle wächst entwickelt sich ein Mensch. Bislang hat noch keine Frau spotan einen Dackel geboren.

Die Frage ist also gar nicht: Ab wann ist es ein Mensch oder nicht? Sondern: Ab wann sollten Menschenrechte gelten?

Wie gesagt, ich persönlich bin gegen Abtreibungen. Trotzdem hier eine widersprüchliche Meinung zu meiner persönlichen Einstellung.
Menschenrechte sollten erst gelten wenn der Embryo außerhalb des Mutterleib überlebensfähig ist. Dabei würde ich auch den medizinischen Fortschritt mit einberechnen, unter der Bedingung das die Versorgung nicht dauerhaft stattfinden muss. Wenn das Kind lebenslänglich künstlich beatmet werden müsste, dann wäre es nicht überlebensfähig. Müsste das aber "nur" für ein paar Monate geschehen, dann wäre die Überlebensfähigkeit gegeben.

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Ansonsten ganz allgemein, etwas was ich Mirko hier zu gute halten will.
Die häufigste Einstellung von Abtreibungsgegnern ist, dass man nicht abtreiben darf und das die Mutter halt irgendwie zurecht kommen muss. Häufig verbunden mit der Ablehnung jeder Hilfestellung wenn das Kind erstmal älter wird.
Da spricht sich Mirko ganz klar gegen aus. Er weist sogar darauf hin, dass seine Einstellung zum Thema Abtreibung teuer sein wird.
Vor allem in Bezug auf Behinderung ist er sehr konsequent indem er allen Eltern die ein Kind mit Behinderung haben eine 24h Betreuung zuspricht. Unabhängig vom Grad der Behinderung. Das ist natürlich unrealistisch und geht ein wenig in die Richtung: Und Einhörner und Regenbögen und jeden Tag gutes Wetter und Freibier von dem man keinen Kater kriegt, dafür aber Kater zum kuscheln für jeden, während man auf dem Einhorn reitet!
Trotzdem ist es konsequent, er spricht sich gegen Abtreibung aus und ist bereit die dadurch entstehenden Nachteile durch die Gesellschaft aufzufangen.

Nochmal @Kirin:
Zitat:Auch wenn man seine Meinung darlegt, sollte man korrekt mit Fakten arbeiten, wenn man in der Lage ist, mit seiner Meinung sehr viele Menschen zu beeinflussen.

Absolut richtig. In dem Sinne muss man das Video von Mirko tatsächlich als schlecht bezeichnen.
Das verwendete Video (Link zum Wikipediaartikel) scheint darüber hinaus auch noch bearbeitet zu sein und nicht einfach nur "emotional interpretiert".

Zitat:John Hobbins von der Yale School of Medicine bezeichnete den Einsatz von Spezialeffekten als irreführend und eine Form von technischem Schwindel. Er führte aus, die Ultraschallaufnahmen würden zu Beginn langsam vorgeführt und später beim Einführen der Instrumente beschleunigt, um den Eindruck zu vermitteln, der Fötus würde ängstlich um sich schlagen.

Jetzt ist das eine Fachdiskussion bei der ich keine Ahnung habe. Ich kann nicht bewerten ob das Video wirklich bearbeitet wurde. Allerdings scheint es auch keine Argumente gegen diesen Vorwurf zu geben.
Wie auch immer, so sehr ich verstehen kann das man emotional wird bei dem Thema, mit dem Video wurde die Messlatte für Meinungsdarstellungen auf keinen Fall nach oben verschoben. Was halt schade ist, bedenkt man die sonstige Qualität seiner Videos. Aber diese Qualität wird durch dieses Video ja nicht geschmälert. Es überrascht halt nur.
Das Fehlverhalten anderer berechtigt nicht zu eigenem Fehlverhalten.
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#6

Von Anfang an/ab der befruchteten Eizelle wäre ja sogar pre-embryonal, also für dich ist eine Zygote schon ein Mensch? Eine Blastocyste?

Nur weil sich ein Mensch daraus entwickeln kann, ist es ja noch keiner.
Aus mir konnte ab einem bestimmten Zeitpunkt auch nichts anderes als ein Mädchen mehr werden (auch kein Dackel), trotzdem war ich davor noch keins, und ganz initial war ich, ja, ein Zellhaufen. Wie würdest du denn den Embryoblast, aus dem sich der spätere Embyro entwickelt, biologisch bezeichnen?

Spoiler!:


Anhäufung von pluripotenten Stammzellen. Zellhaufen.
Für mich ist das einfach rein rational so. Das ist kein Mensch, das sind erstmal nur Zellen, und ich töte auch niemanden, wenn ich diese Zellmasse entfernen lasse. Und das sag ich nicht, weil ich mich irgendwelchen Gewissenskonflikten entziehen will, denn ich bin weder in der Situation, noch war ich es je, noch weiß ich, ob ich es mal sein werde, denn vllt wären im Fall der Fälle (einer ungewünschten Schwangerschaft) meine Emotionen tatsächlich stärker als meine Ratio, aber das wäre doch dann auch nicht irgendwie objektiver.

Für mich war dein Vergleich gestern auch unpassend, weil "ein Ungläubiger" und "eine Krankheit am Volkskörper" wohl unzweifelhaft Menschen sind, aber ob eine Blastocyste nun schon ein Mensch ist oder nicht, das halte ich doch für diskutabel. Warum sollte das denn höher einzustufen sein als ein Tier? Ohne Form, ohne Empfindungsfähigkeiten? Was unterscheidet uns denn vom Tier? Ist nicht unser Bewusstsein erst das, was uns zu Menschen macht, und ab wann ist das gegeben?

Ich find's dann auch seltsam, dass du, obwohl für dich alles schon ein Mensch ist, und die Menschenrechte universal für jeden Menschen gelten, sie dann erst so spät zugestehst. Für mich ist die Frage, ab wann es ein Mensch ist, und ab wann Menschenrechte gelten so ziemlich die gleiche. Ich versteh auch nicht, warum du da Überlebensfähigkeit anführst, denn wenn man den von dir erwähnten medizinischen Fortschritt (wie in etlichen Ländern) nicht hat, und bspw die von dir erwähnte Dauerbeatmung nicht mal theoretisch möglich wäre, dann wäre das eh ein selbst-regulierender Prozess. Was hat denn das mit Menschenrechten zu tun/dem Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit?
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#7

Skafdir;20412 schrieb:Sagen wir mal: "Die Wahrheit über Red Bull" < Eins von seinen Videos, ich habe es nicht gesehen
Hol das mal nach, das fand ich nämlich auch ziemlich schlecht (vielleicht hat er gerade keinen Bock, allzu gute Videos rauszuhauen?). Big_smile
Die "Wahrheit" über Red Bull war hier im Grunde, dass Red Bull durch Sponsoring-Kampagnen Extremsportler zu Höchstleistungen antreibt, die auch mit dem Tod enden können. Hm.
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#8

Skafdir;20412 schrieb:Von Anfang an. Der Punkt ist nämlich: Es kann nichts anderes aus der befruchteten Eizelle werden als ein Mensch. Solange die Eizelle wächst entwickelt sich ein Mensch. Bislang hat noch keine Frau spotan einen Dackel geboren.

Schließt das Spermien und unbefruchtete Eizellen mit ein? Aus denen kann auch nichts werden außer ein Mensch, oder sie sterben halt ab.

Skafdir;20412 schrieb:Menschenrechte sollten erst gelten wenn der Embryo außerhalb des Mutterleib überlebensfähig ist. Dabei würde ich auch den medizinischen Fortschritt mit einberechnen, unter der Bedingung das die Versorgung nicht dauerhaft stattfinden muss. Wenn das Kind lebenslänglich künstlich beatmet werden müsste, dann wäre es nicht überlebensfähig. Müsste das aber "nur" für ein paar Monate geschehen, dann wäre die Überlebensfähigkeit gegeben.

Also ein geborenes Baby, welches mit technischer Hilfe ein Leben führen könnte, sollte man dann sterben lassen? Das ganze Leben lang Medikamente nehmen ist aber hoffentlich noch in Ordnung, bevor hier die Hoffnungen auf Krankenkassenbeitragssenkungen aufkommen.
Antigermanismus ist nicht Deutschenhass! Außerdem sollte eine Lehre aus der deutschen Geschichte sein, so etwas wie deutsche Geschichte nie wieder zuzulassen. Leider gibt es immer wieder interessierte Kreise, die die Deutschenhasskeule herausholen, wann immer legitime Kritik an Deutschland vorgebracht werden soll. Die wahren Deutschenhasser sind heute diejenigen, die nicht direkt auf seine Auslöschung hinarbeiten.
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#9

menag;20436 schrieb:Schließt das Spermien und unbefruchtete Eizellen mit ein? Aus denen kann auch nichts werden außer ein Mensch, oder sie sterben halt ab.

Naja, einzeln kann sich da jeweils kein Mensch daraus entwickeln.
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#10

Aus der befruchteten Eizelle auch nicht, wenn ich ihr notwendige Dinge verwehre.
Antigermanismus ist nicht Deutschenhass! Außerdem sollte eine Lehre aus der deutschen Geschichte sein, so etwas wie deutsche Geschichte nie wieder zuzulassen. Leider gibt es immer wieder interessierte Kreise, die die Deutschenhasskeule herausholen, wann immer legitime Kritik an Deutschland vorgebracht werden soll. Die wahren Deutschenhasser sind heute diejenigen, die nicht direkt auf seine Auslöschung hinarbeiten.
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#11

Aus einem Fetus auch nicht, wenn die Mutter gerade verhungert.
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#12

@menag: Ich bezog mich tatsächlich ausschließlich auf die Schwangerschaft. Keinen Moment davor und keinen danach.
Es geht um Schwangerschaftsabruch, es erschien mir logisch das es dafür eine "Schwangerschaft" braucht.

@Yankzou: Gut auf die Gleichsetzung "Mensch sein" = "Menschenrechte haben" kann ich mich auch einlassen.
In dem Fall würde ich mich halt auf die Position des "eigenständig Überlebensfähig außerhalb des Mutterleibs" und auch hier: Das gilt nur für die Zeit der Schwangerschaft. Sobald man einmal lebend auf der Welt ist, hat man auch das Recht im Zweifel am Leben gehalten zu werden. Wobei wir da jetzt in den Bereich der Sterbehilfe kommen, mit der ich auch kein Problem hätte. Ich hätte eher ein Problem damit, wenn man mich mal irgendwann in irgendeinem Krankenhausbett verrotten lässt, weil es "unmoralisch" wäre mich zu töten.

Vielleicht sollte ich aber nochmal etwas ganz wichtiges betonen:
Meine Ablehnung zum Thema Abtreibung beginnt und endet bei meinen Kindern. Daraus resultiert ein Unverständnis für Eltern die sich für Abtreibung entscheiden, aber ich würde nicht auf die Idee kommen ihnen das zu verbieten. Es gibt viele Dinge die andere Leute tun, die ich nicht verstehen kann, trotzdem verbiete ich es niemandem.

Für mich ist das höchste der Gefühle die Pille danach, wenn bei der Verhütung etwas schief gegangen ist. Und auch hier bestehe ich dann nicht darauf, sondern sage nur nicht Nein, wenn die Partnerin es will.

Es ist nicht so als würde ich meine Einstellung irgendwie verallgemeiner wollen. Zumal ich da auch medizinisch einfach nicht gebildet genug bin um ernsthaft etwas bewerten zu können. Ich weiß nur, dass ich einen Schwangerschaftsabruch zu eigentlich egal welchem Zeitpunkt als Verlust eines Kindes betrachten würde. Und genau daher kommt auch die Einstellung mit "von Anfang an". Es geht nur um mein persönliches Empfinden.

Edit: Das ging aus meinem vorherigen Post wirklich nicht ausreichend hervor. Tut mir leid.
Das Fehlverhalten anderer berechtigt nicht zu eigenem Fehlverhalten.
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#13

Skafdir schrieb:Daraus resultiert ein Unverständnis für Eltern die sich für Abtreibung entscheiden, aber ich würde nicht auf die Idee kommen ihnen das zu verbieten. Es gibt viele Dinge die andere Leute tun, die ich nicht verstehen kann, trotzdem verbiete ich es niemandem.

Das ist ganz wichtig bei dem Thema. Abtreibung zu verbieten sorgt sowieso nur für weitere Probleme, die man sich eben in den Ländern anschauen kann, wo es unter Strafe steht. Aber grundsätzlich bin ich gegen Abtreibung. Es gibt ja eben nicht nur diesen kleinen Zellhaufen, sondern auch die Vorstellung dahinter. Ich glaube durchaus, dass eine Abtreibung selbst in einem sehr frühen Stadium im Nachhinein so empfunden werden kann, als hätte man sein Kind verloren oder gar getötet. Das ist doppelt schlimm. Viele Menschen entscheiden sich für eine Abtreibung aus den Gründen, die du aus einem Kommentar zitiert hast. Wenn dann dazu eben diese Gewissensbisse und/oder ein starkes Verlustgefühl dazu kommt, dann ist der Mensch doppelt gearscht. Somit halte ich psychische Probleme, die aufgrund dieses Vorgangs entstehen durchaus für möglich. Wie wahrscheinlich sie sind entscheidet sich dann am Individuum. Solch ein Schritt sollte sehr gut überlegt werden. Man darf nicht vergessen, dass hinter solchen Entscheidungen nicht nur die betroffene Person selbst steht. Fehlende Unterstützung und ein Bedrängen seitens Freunde und Familie sind auch oft Faktoren, die einen zu Pro Familia peitschen. Wenn dann alles vorbei ist hat man die Entscheidung vielleicht nur zur Hälfte selbst getroffen, weil man während der Entscheidungsphase einfach zu desorientiert und ängstlich war und andere für einen entschieden haben.

Abtreibungen können schlimm sein. Ich weiß, dass die Pro Familia-Beratung lachhaft ist. Dort wird man kaum oder nicht adäquat beraten. Eigentlich holt man da nur seinen Schein ab, nachdem man 15 Minuten mit irgendeinem gelangweilten Berater gequatscht hat, der Einfühlsamkeit simuliert. Jedenfalls kenne ich das so von einem Einzelfall (!) innerhalb meines Bekanntenkreises. Nach der Prozedur ging die Beziehung in die Brüche. Mann wie Frau haben beide sehr darunter gelitten, was spätere Beziehungen und den schwindenden Kinderwunsch enorm beeinflussten. Dazu die Vorwürfe von Menschen aus dem eigenen Freundeskreis, man habe falsch gehandelt und Unverzeihliches getan. Der Mann ist nachhaltig dadurch belastet. Das wird sich auch nicht ändern lassen. Zu der Frau habe ich keinen Kontakt mehr und kann da nichts zu sagen.
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#14

Du weißt, dass die Pro Familia-Beratung lachhaft ist wegen eines Einzelfalls, les ich das richtig?
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#15

Ja, das Ausrufezeichen hinter "Einzelfall" sagt dir wohl nicht viel, oder?!
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