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menags Reisetagebuch
#1

Wie einige es bereits wissen befinde ich mich seit gestern in Valencia im Urlaub und ich werde nun, falls ich Lust und Zeit finde hier ab und zu meine Erlebnisse niederschreiben. Für Anmerkungen und Kritik in Form von Mord- oder Vernichtungsphantasien bitte eine PN.

Dienstag:
Mittags geht es los. Das Boarding beginnt verspätet, die Abflugzeit wird jedoch eingehalten und im Gegensatz zu meinem Sitznachbar habe ich einen angenehmen Sitznachbar. Der Flug ist somit entspannt, actionreichere Flüge bekommt man offenbar nur bei Germanwings. Neben dem zweistündigen Werbemarathon, der bei Ryanair standard ist, lese ich ein wenig in der letzten Titanic herum und warte auf die Ankunft. Das Wetter ist wunderschön, was sich jedoch schlagartig mit der Landung ändert. In Valencia angekommen sind es milde ~18° mit bewölktem Himmel. Ich mache noch eine kleine Fahrradtour durch die Stadt. Mit selbstgemachten Käsespätzle gibt es typisch deutsches Essen, welches sogar den übrigen Mitbewohnern zu schmecken scheint.

Mittwoch:
In Valencia bin ich um einen Freund zu besuchen. Dieser macht ein Auslandssemester in Valencia und im Gegensatz zu Deutschland sind hier derzeit keine Semesterferien. Somit habe ich einen Tag um mich mit mir selbst zu beschäftigen und die Stadt in ruhe zu besichtigen.
Auf Grund der wesentlichen Verbesserung des Wetters mache ich mich zunächst auf zum Strand. Es ist wenig los, man merkt, dass die Tourismussaison noch nicht angefangen hat. Trotzdem bleibe ich keine 15 Minuten verschont ohne auf einen anderen Deutschsprachigen zu treffen (großes dislike an Arthur Harris).
Mitten durch Valencia geht der Turia. Dies ist ein mittlerweile umgeleiteter Fluss (er fließt nun an der Stadt vorbei) und das ausgetrocknete Flussbett wurde zu einem sieben Kilometer langen Park durch die Stadt umfunktioniert. Hier kann man Fahrrad fahren, spazieren gehen oder einfach nur rumliegen, in seinem aktuellen Buch lesen und sich einen Sonnenbrand holen. An dem einen Ende des Park befindet sich das Opernhaus. Ähnlich wie die Elbphilharmonie (nur einige Jahre früher) erlebte dieser Bau eine Kostenexplosion und ist dementsprechend umstritten. Nett anzusehen ist es trotzdem.
Um circa 14 Uhr beginnt die Siesta, welche bis circa 18 Uhr dauert. Das heißt die meisten Geschäfte schließen. In der Innenstadt findet man meist trotzdem noch etwas zu essen. Das traditionelle Essen hier ist die Paella Valenciana, welche ich mir natürlich mit einem Glas Sangria direkt schmecken lasse.
Nach dem Mittagessen mache ich mich weiter um die Stadt zu erkunden. Ich laufe durch eine Gasse, in der ausschließlich körperlich behinderte und verwarlost aussehende Menschen selbstgebastelte Gegenstände verkaufen. Es sind schon absurde Gegensätze, welche sich hier auftun. Am Vorabend fuhr man durch die Altstadt, aus deren alten Häuser das weiße Licht eines Applestores hinausschien und nun, nur wenige Straßen entfernt, "betteln" körperlich behinderte Menschen um über die Runden zu kommen. Die Schulen sind umgeben von drei Meter hohe Mauern und einem Stahltor als Eingang. Manche Schulen haben zusätzlich noch einen Zaun auf der Mauer. Es sieht aus wie ein Gefängnis, man hört jedoch freudiges Kindergeschrei.
Antigermanismus ist nicht Deutschenhass! Außerdem sollte eine Lehre aus der deutschen Geschichte sein, so etwas wie deutsche Geschichte nie wieder zuzulassen. Leider gibt es immer wieder interessierte Kreise, die die Deutschenhasskeule herausholen, wann immer legitime Kritik an Deutschland vorgebracht werden soll. Die wahren Deutschenhasser sind heute diejenigen, die nicht direkt auf seine Auslöschung hinarbeiten.
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