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Nierenlebendspende - Druckversion

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Nierenlebendspende - Jera - 07.05.2018

Vorhin darauf gestossen, und darf man anscheinend in den USA, aber nicht in Deutschland:

Eine anonyme Lebendspende einer Niere an einen voellig Fremden.

Wuerdet ihr das machen? Ja, nein, nur an bestimmte Personen(gruppen), und wieso?

Ich seh irgendwie nichts, was koerperlich oder moralisch dagegen sprechen wuerde, und es ist so eine wahnsinnig konkrete Art der Hilfe.


RE: Nierenlebendspende - Likedeeler - 08.05.2018

Aus Gründen will niemand meinen Kram haben, vielleicht habe ich sogar ein erhöhtes Risiko mal ein Ersatzteil zu benötigen, vielleicht sogar eine Niere.

Insofern fühle ich mich ein bisschen befangen, wenn ich sage: Ich nicht, aber spendet mal alle ruhig! Wink


RE: Nierenlebendspende - Jera - 09.05.2018

Ich dachte mir erst auch: Was, wenn mal eine meiner Nieren ausfaellt und ich keine zweite mehr haette? Oder ich spaeter Kinder habe, die eine brauchen?
Aber genauso koennte es spaeter mal sein, dass beide meiner Nieren ausfallen und ich ein Spenderorgan brauche. Oder dass ich ein Kind adoptiere und als Spender nicht kompatibel waere.

Zu spenden erscheint mir gesamtgesellschaftlich das sinnvollste zu sein.

So oder so, Deutschland sollte das erlauben.


RE: Nierenlebendspende - Julia - 19.05.2018

(07.05.2018, 07:12:58)Jera schrieb: Eine anonyme Lebendspende einer Niere an einen voellig Fremden.

Hast du auch vllt einen Link zur gesamten Story? Grundsätzlich verstehe ich garnicht wo das Problem ist. Aber ich weiß auch nicht, wo in deinem Fall die Anonymität anfängt und aufhört. Ist es für die Ärzte nachvollziehbar, zB. Falls man später evtl Gewebeproben oder Blut noch vom Spender braucht... (Ich bin nicht vom Fach, keine Ahnung, wie medizinisch notwendig, das Wissen um die Herkunft der Organe ist)

Wurde der Spender spontan angesprochen, ob er dazu bereit wäre, oder hatte der einfach grundsätzlich Bock eine zu spenden? Also von wem kam die Initiative?


RE: Nierenlebendspende - Jera - 19.05.2018

Naja, Story.. mir ist das beim Lesen zufaellig begegnet, im Vorwort von "Just Babies: The Origins of Good and Evil":

"In 2005, a writer living in Dallas heard that an acquaintance of hers was suffering from kidney disease. Without a transplant, Sally Satel would soon be on dialysis, tethered to a machine to filter her blood for three days a week. After doing some research and talking with her husband, Virginia Postrel flew to Washington, D.C., and had her right kidney transplanted into Sally's body. Kidney transplants typically occur between family members, but Virginia and Sally were not even close friends. Still, Virginia said that she felt empathy for Sally's situation and liked the idea of being able to help in a straightforward way. Others go even further: they log on to sites such as matchingdonors.com and arrange to donate their kidneys and other organs to complete strangers. Some people see this sort of altruism as evidence of a moral code implanted by God. Among them are prominent scientists like Francis Collins, the head of the National Institutes of Health, who argues that such acts of selflessness prove that our moral judgements and moral actions cannot be fully explained by the forces of biological evolution. (...)"

Auf so einer Seite wuerde ich mich nun nicht anmelden, aber das Johns Hopkins Hospital fuehrt bspw solche Transplantationen durch https://www.hopkinsmedicine.org/transplant/living_donors/index.html

Anonym bedeutet fuer mich, dass man nicht wuesste, an wen das Organ geht (die Aerzte aber natuerlich schon).
Blut oder Gewebe wuerden die dann aber bestimmt nicht im nachhinein noch anfordern, und angesprochen, ob man nicht ein Organ hergeben moechte, wird man natuerlich auch nicht.


RE: Nierenlebendspende - Julia - 20.05.2018

Ja, verstehe nicht warum das dann in Deutschland verboten ist. Konnte man nicht auch lange Zeit anonym Samenspenden?


RE: Nierenlebendspende - Jera - 20.05.2018

Da behaelt derjenige das entsprechende Organ aber.


RE: Nierenlebendspende - Julia - 20.05.2018

Warum ist das jetzt überhaupt wichtig, zu wissen, von wem die Spende kam?

Samenspende habe ich angeführt, weil man den Spender damit "schützt"


RE: Nierenlebendspende - Baru - 20.05.2018

Die aus der Niere gezeugten Kindern könnten natürlich Anspruch erheben!


RE: Nierenlebendspende - Jera - 21.05.2018

(20.05.2018, 22:57:51)Julia schrieb: Warum ist das jetzt überhaupt wichtig, zu wissen, von wem die Spende kam?


Naja, ich denke, dass man das gesetzlich so geregelt hat, um Organhandel unter Nicht-Nahestehenden auszuschliessen, und man vllt gar nicht in Betracht gezogen hat, dass manche anonym spenden wollen wuerden.

Ansonsten kann's aber schon wichtig sein, von dem die Organe kamen. Bspw hier: Leute, die die Todesstrafe erwarten


RE: Nierenlebendspende - creeper - 21.05.2018

Ich würde das nur tun, wenn ich jemanden besonders gern hätte, oder wenn er mit mir verwandt wäre.


RE: Nierenlebendspende - Julia - 21.05.2018

Bin mir nicht sicher, ob dich recht verstehe.... Du glaubst, es gibt Menschen, die Organe von "Tätern" nicht nehmen würden? Oder man würde nicht an Leute spenden, die die Todesstrafe erwartet, da der eh bald weg vom Fenster ist? hmm.. garkein doofer Gedanke... Aber wenn einem das wichtig ist, muss man ja nicht anonym spenden..


RE: Nierenlebendspende - creeper - 21.05.2018

Ja, ich spende lieber einem Menschen, von dem ich weiß, dass er die Menschheit nach vorne bringt, als irgendeinem Arschloch.