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Politischer Smalltalk - hans_wurst - 03.09.2017

Nein, dreist ist es zu behaupten, dass bis zu 3,3 Mio Fachkräfte fehlen und dein erster Link sagt, dass 2040 3,3 Mio fehlen könnten. Aber du hattest sicher die Hoffnung, das ich in deine Links nicht schaue.

Neinnein. War noch nie Aufgabe der Unternehmen. Diese Millionen Azubis und dualen Studenten jedes Jahr sind eigentlich keine Arbeitskräfte. Die Milliarden die jährlich für Fort- und Weiterbildungen drauf gehen zahlen auch fast immer die Arbeitnehmer. Menschen kommen aus der Schule und aus der Uni und können sofort losarbeiten.

Da sind wir uns doch völlig einig. Qualifizierungen zu fördern ist positiv. Ich denke nur, dass du die Chancen dafür maßlos überschätzt. Wenn am Ende ein paar 10000 dadurch rauskommen ist es schön. Aber da sind wir auch beim Nachteil: Es geht am Problem vorbei. Ich glaube, dass es nicht schlimm ist, wenn Leute 2 Jahre auf der faulen Haut liegen, weil es eh nicht genug Arbeit gibt. Das neoliberale Gequatsche von Klaus ist ja schön und gut, ändert aber nichts daran, dass er nicht sagen kann, wie er den ALG-II Empfängern Arbeit bringen will. Nochmal - es gibt kein Jobwunder und es sieht nicht danach aus, dass es eins geben wird.


Politischer Smalltalk - Baru - 03.09.2017

hans_wurst;29199 schrieb:Nein, dreist ist es zu behaupten, dass bis zu 3,3 Mio Fachkräfte fehlen und dein erster Link sagt, dass 2040 3,3 Mio fehlen könnten. Aber du hattest sicher die Hoffnung, das ich in deine Links nicht schaue.

Hättest du mal die aktuelle Höhe angezweifelt und nicht die allgemeine Existenz ...

Zitat:Neinnein. War noch nie Aufgabe der Unternehmen. Diese Millionen Azubis und dualen Studenten jedes Jahr sind eigentlich keine Arbeitskräfte. Die Milliarden die jährlich für Fort- und Weiterbildungen drauf gehen zahlen auch fast immer die Arbeitnehmer. Menschen kommen aus der Schule und aus der Uni und können sofort losarbeiten.

Schüler, Azubis (zumeist) und Studenten besuchen zur Qualifizierung für den Arbeitsmarkt seit Ewigkeiten Einrichtungen, die vom Staat bezahlt werden, eben Schule und Universität. Das ist der absolute Löwenanteil der Kosten und es ist auch ziemlich egal, dass die zu dem Zeitpunkt noch keine (vollen) Arbeitnehmer sind. Arbeitgeber übernehmen meist wenn nur spezielle Weiterbildungen für Angestellte.

Zitat:Da sind wir uns doch völlig einig. Qualifizierungen zu fördern ist positiv. Ich denke nur, dass du die Chancen dafür maßlos überschätzt. Wenn am Ende ein paar 10000 dadurch rauskommen ist es schön. Aber da sind wir auch beim Nachteil: Es geht am Problem vorbei. Ich glaube, dass es nicht schlimm ist, wenn Leute 2 Jahre auf der faulen Haut liegen, weil es eh nicht genug Arbeit gibt. Das neoliberale Gequatsche von Klaus ist ja schön und gut, ändert aber nichts daran, dass er nicht sagen kann, wie er den ALG-II Empfängern Arbeit bringen will. Nochmal - es gibt kein Jobwunder und es sieht nicht danach aus, dass es eins geben wird.

Ich sehe vor allem keine Nachteile und dazu potentielle Vorteile. Also eine gute Idee, kann man testen. Ich weiß nicht so recht, was dann die ganze Diskussion soll, außer halt um ins allgemeine SPD-Bashing miteinzusteigen. (Aber gäbe es da nicht viel bessere Kritikpunkte?)


Politischer Smalltalk - menag - 03.09.2017

Universitäten werden nicht ausschließlich vom Staat finanziert.


Politischer Smalltalk - Baru - 03.09.2017

Aber zu 90 %:

https://www.hrk.de/themen/hochschulsystem/hochschulfinanzierung/


Politischer Smalltalk - hans_wurst - 03.09.2017

Ich habe die Existenz nun x Mal angezweifelt. Ich bin davon ausgegangen, dass das auch so rübergekommen ist.

Und nein, der eine Tag Schule in der Woche ist sicher nicht der Löwenanteil der Kosten für einen Auszubildenden.

Natürlich übernehmen Arbeitgeber nur spezielle Weiterbildungen. Ergibt auch wenig Sinn, wenn ein Friseur einen Kochkurs bekommen würde. Ändert nichts daran, dass viele Unternehmen weiterbilden.

Du siehst keine Nachteile? "Du, Baru, der Stein hier ist seit Jahren kochend heiß." "Ja, ich weiß, Hans. Ich habe schon nach 10 Jahren einen kalten Tropfen drauf getan. Dadurch kühlt er bestimmt ab"
Du scheinst viel eher der SPD-Fanboy zu sein bzw. dem allgemeinen Tenor zuzustimmen der von allen größeren Parteien kommt. Mir ist das ganze Parteientrara auch relativ egal. Ich bin kein Stammwähler irgend einer Partei.


Politischer Smalltalk - FireBird - 04.09.2017

hans_wurst;29188 schrieb:Ja, Firebird. Hat Deutschland richtig schlimm getroffen damals...Da wären 4 Jahre Rezession noch schlimmer gewesen. Warum sollte die Mehrheit der Deutschen interessieren, wenn es dem Rest der Welt schlechter geht? Insbesondere, wenn in den Nachrichten immer wieder gesagt wird, wie gut es ihnen wegen Merkel geht?
Weil Deutschland ein Exportland ist, wenn es anderen Ländern schlecht geht steht die deutsche Wirtschaft schlecht da.
Und liegt es wirklich an Merkel, dass ihnen so gut geht?
EDIT: Hier mal eine Meinung, dass dem nicht so sei. /Edit

Mangel: Weniger als X(X<=2) Bewerber auf eine Stelle, also selbst es wenn eine 1:1 Quote geben würde, dann gäbe es einen Mangel.


Politischer Smalltalk - hans_wurst - 04.09.2017

Darum geht es doch. Dem wählenden Großteil, also den eher Bessergestellten, geht es nicht schlechter durch Schröder oder Merkel. Also wählen die Merkel wieder. Und selbst wenn es Schulz werden würde, würde sich nichts ändern.

Vertrittst du ernsthaft die von dir verlinkte Meinung?

Bist du dir sicher, dass wir von 2 Bewerbern reden? ich dachte immer Mangel ist dann, wenn auf eine Stelle "nur" 8 Bewerber sind.


Politischer Smalltalk - menag - 04.09.2017

Merkel sieht in Atomabkommen mit dem Iran ein Vorbild

Es geht natürlich um Nordkorea. Was >unsere< Bundeskanzlerin hier vergisst: Nordkorea hatte bereits 1994 ein Atomabkommen mit den USA. Nachdem anfang der 0er Jahre sich abzeichnete, dass Nordkorea trotzdem im geheimen an einer Atombombe arbeitet, gipfelte dieses Abkommen mit den ersten Tests im Jahre 2006. Es stellt sich mir nun eher die Frage: War das nordkoreanische Abkommen eventuell vielmehr ein Vorbild für das iranische?

Karl Marx in Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte schrieb:Hegel bemerkte irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.



Politischer Smalltalk - FireBird - 04.09.2017

hans_wurst;29235 schrieb:Darum geht es doch. Dem wählenden Großteil, also den eher Bessergestellten, geht es nicht schlechter durch Schröder oder Merkel.

Was jetzt? Geht es ihnen besser oder nur nicht schlechter?

Zitat:Vertrittst du ernsthaft die von dir verlinkte Meinung?

Seine Aussagen klingen zumindest fundiert und sofern seine Zahlen stimmen (mag irgendwer gerne nachprüfen) kann man dagegen nichts sagen.
Meine Meinung spielt da keine Rolle und da er mehrere Meinungen vertritt ist eine Antwort auf deine Frage eh nicht möglich.
Zitat:
Bist du dir sicher, dass wir von 2 Bewerbern reden? ich dachte immer Mangel ist dann, wenn auf eine Stelle "nur" 8 Bewerber sind.
Ich habe x irgendwie definieren müssen und nur gesagt das x außer 0 und 1 jeder natürlichen Zahl zugeordnet werden kann.
(in der mathematischen Ausdrucksweise hab ich meine Unwissenheit/Unsicherheit verborgen)


Politischer Smalltalk - hans_wurst - 04.09.2017

Ich sage mal dem oberen Drittel besser und der oberen Hälfte nicht schlechter.

Puh, also ich habe mir bei dem neoliberalen Mist echt überlegt weiterzulesen.


Politischer Smalltalk - FireBird - 04.09.2017

hans_wurst;29240 schrieb:Ich sage mal dem oberen Drittel besser und der oberen Hälfte nicht schlechter.
Trotzdem liegt Merkel/die CDU nur bei 38%.
Zitat:Puh, also ich habe mir bei dem neoliberalen Mist echt überlegt weiterzulesen.
Irgendwelche Gründe muss es für die Ablehnung seiner Meinung geben, wenn man sie gar nicht erst liest, dann liegen diese in den eigenen Überzeugungen, dabei müssen diese so stark sein, dass man alles andere als 'Mist' abtut, damit vermeidet man eine Auseinandersetzung mit seinem eigenen Denken.
Den größten Fortschritt erzielt man, wenn man Meinungen liest die der eigenen Meinung widersprechen, da man sich so mit seiner eigenen Meinungen beschäftigt und einen Fortschritt in seiner Meinungsbildung erzielt.

Edit Und was ist 'neoliberal' überhaupt?
Ist es links oder rechts? Sofern sich diese Frage überhaupt beantworten lässt.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 04.09.2017

Mit der Definition von Mangel ist es wirklich etwas merkwürdig, die lautet übersetzt nämlich:
"Mangel herrscht dann wenn der Arbeitgeber nicht mehr in der Lage ist konkurrierende Arbeitnehmer gegeneinander auszuspielen."

Die Aussagen aus dem verlinkten Artikel scheinen soweit auch zu stimmen. So wie ich es nachvollziehen kann.
Seine Lösungsansätze sind allerdings enorm wage und seine Links verweisen auf die Gesamtheit seiner Artikel... irgendwo dadrin hat er also die Lösungen versteckt und von denen klingen einige sehr neoliberal.

Damit zur Antwort auf:
Zitat:Und was ist 'neoliberal' überhaupt?


Erstmal es ist nicht "rechts" oder "links", wenn es das wäre, dann könnten wir es "rechts" oder "links" nennen und müssten nicht "Neoliberalismus" dazu sagen.*
Der Begriff meint seit den 70er/80er Jahren im Prinzip "Marktradikalismus".
Die politische Überzeugung das es allen am besten geht, wenn man bloß darauf achtet das an keiner Stelle irgendein Wirtschaftsunternehmen verärgert wird.

Folge: Privatisierung von Gewinnen und Vergesellschaftung von Verlusten. (siehe: bankenkrise, siehe VW, nur für die Prominentesten Beispiele)
Unter dieser Prämisse wird dann z.B. der Sozialstaat als "Umverteilung" bezeichnet und damit das gesamte Konzept eines Staats der für das Wohl seiner Bevölkerung verantwortlich ist in Frage gestellt.
Diese Entwicklung haben wir seit den 80er Jahren und spätestens seit den 90ern in extremer Form.

In kurz: Der Neoliberalismus ist das was uns seitens CDU immer als "Alternativlos" verkauft wird.

Edit:
*Abgesehen davon ist die eindimensionale Einteilung von Politik in "links" und "rechts" schon immer willkürlich gewesen und ist heute so wenig zielfühend wie noch nie.
Wenigstens zweidimensional sollte es sein. Mehr Dimensionen ist immer besser, wird aber schnell zu unübersichtlich. Aber jeder ist in der Lage das politische Koordiatensystem zu verstehen.
Hier stünde der Neoliberalismus auf der Y-Achse irgendwo um 0 und auf der X-Achse im rechten Extrem.
Links = Staat muss Wirtschaft kontrollieren; Rechts = Staat muss Wirtschaft höchstens schützen bis gar nicht eingreifen
Oben = Staat muss Individuen kontrollieren; Unten = Staat muss Individuen höchstens schützen bis gar nicht eingreifen

(Meine Wenigkeit ist weit unten im grünen Quadrat anzufinden. Mit einem Hang mehr "links" als an der Y-Achse zu sein.)


Politischer Smalltalk - hans_wurst - 04.09.2017

Was das zweithöchste Ergebnis der letzten 20 Jahre wäre.

Ich sagte ja, dass ich es gelesen habe. Und wenn du die Gründe nicht bemerkt hast, obwohl hier exzessiv darüber diskutiert wurde, kann ich nicht helfen. Ich habe nichts gegen andere Meinungen. Ist auch gut, dass ein paar Links dabei sind. Aber was bringts? Wenn er selber heraus gefunden hat, dass die deutschen Haushalte zu den ärmsten gehören, aber trotzdem z.B. die Agenda dafür nicht als Gründe dafür ausmachen kann. Die verlinkten Artikel dort überzeugen mich auch nicht.


Politischer Smalltalk - AgentSands - 05.09.2017

Short Newsbreak:

Die PARTEI kapert ein ganz ordentliches Quantum an mit der AFD-Politik sympathisierenden Facebook-Gruppen

Wenn ich das richtig verstanden habe und Facebook so funktioniert: Anscheinend haben die Infiltratoren sich über Bots einladen lassen und dann über eine längere Zeit hinweg die echten Admins bei Facebook gemeldet und löschen lassen - bis ihnen irgendwann selbst die Adminrechte gutgläubig eingeräumt wurden, damit die Gruppe existent bleibt. Anschließend haben sie ewatigen anderen Moderatoren die Rechte entzogen und so die Gruppe gekapert.

Mal abgesehen davon, daß Shahak Shapiras Erklärvideo ein wenig satirische Substanz vermissen lässt und zum Schluß der Uralt-Gag mit dem Nachrichtensprecher ohne Hose wieder mal auftauchen muß, finde ich das sehr lustig. Politisch gesehen wird das der AfD zwar wieder ein wenig in die Opferrolle helfen, aber dennoch. Auch das schöne Statement zur Öffnung der vormals geschlossenen Gruppen:

Zitat:"Och, da kann jetzt jeder eintreten. Man kann sich über die Partei einladen lassen. Wir fügen da Leute hinzu, bis wir uns da wohlfühlen. Das ist die israelische Strategie: Irgendwo hingehen und sich breitmachen."



Politischer Smalltalk - hans_wurst - 10.09.2017

So, ich habe noch einmal den Wahlomaten gemacht und die Ergebnisse sind wieder etwas anders als vorher. Da sieht man mal, wie schlecht die Fragen sind. Aber ich konnte meine Wahl immerhin eingrenzen auf 4.
Danke abgeordnetenwatch (https://kandidatencheck.abgeordnetenwatch.de/bundestag) konnte ich die Wahl meiner Direktkandidaten eingrenzen. Nun muss ich nur noch herausfinden, wen ich bei der Kommunalwahl wählen muss *grml*