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Politischer Smalltalk - Druckversion

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Politischer Smalltalk - FireBird - 07.08.2017

DeeperSight;28195 schrieb:@FireBird
Wenn du seit über 10 Jahren Gmail nutzt und plötzlich kommst du an deine Emails nicht mehr dran, die vielleicht geschäftlich relevant sind, dann hilft dir der kluge Ratschlag nicht weiter.
Wenn man keine Backups hat, dann waren die Daten wohl nicht wichtig. Wink
Bleibt nur das Problem, dass erstmal alle weiter an die bekannte Mailadresse schreiben, aber man hat zumindest Zugriff auf alle alten Mails.


Politischer Smalltalk - Baru - 07.08.2017

DeeperSight;28197 schrieb:Zusammenfassung: Ich brauche gar nicht wissen, worum es geht. Ich habe auch so recht.

Das ist keine sehr logische Lesart meiner Aussage.

Aber wenn du mir vorwerfen willst, dass ich nicht verstanden habe, worum es geht, dann zeig doch einfach die Stellen, wo ich nicht verstanden habe, worum es geht und setze sie in Kontrast zu deinen Äußerungen. Wenn meine Schlussfolgerungen nicht logisch sind, dann zeige mir die Probleme auf. Show, don't tell!


Politischer Smalltalk - DeeperSight - 07.08.2017

Junge, es ist nicht meine Aufgabe dir zu zeigen, woran ich erkannt habe, dass du nur oberflächlich über meinen Beitrag geflogen bist und keinen einzigen Link angeklickt hast. Wäre auch nur eine deiner Aussagen kontextbezogen, hätte es mir nicht auffallen dürfen. Aber davon abgesehen, lassen wir es. Merkst du nicht, dass ich so nicht diskutieren möchte? Ich vermeide deine Argumentation nämlich nicht, weil mir dazu nichts einfällt, sondern weil ich es als nicht zielführend ansehe, über andere Dinge zu diskutieren als über das, was ich hier zur Diskussion gestellt habe. Wie dem auch sei... Pommes!!


Politischer Smalltalk - Zankyō - 07.08.2017

Bei dem Aggressionslevel hier will ich irgendwie gar nichts anklicken.


Politischer Smalltalk - Baru - 07.08.2017

DeeperSight;28202 schrieb:Junge, es ist nicht meine Aufgabe dir zu zeigen, woran ich erkannt habe, dass du nur oberflächlich über meinen Beitrag geflogen bist und keinen einzigen Link angeklickt hast.

Doch,das ist deine Aufgabe, wenn du solche Vorwürfe machst.

Zitat:Ich vermeide deine Argumentation nämlich nicht, weil mir dazu nichts einfällt, sondern weil ich es als nicht zielführend ansehe, über andere Dinge zu diskutieren als über das, was ich hier zur Diskussion gestellt habe.

Zeig mir die Stelle, wo ich über andere Dinge hier diskutiert habe als die, die du zur Diskussion gestellt hast.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 07.08.2017

Zitat:Du hast subtil darauf angespielt

Naja so subtil war es nun nicht.
Wenn das so stimmt wie du sagst, dann müsste ich auch jedesmal im Dreieck springen wenn die NPD oder AfD irgendwo keinen Raum gemietet kriegen. Ich müsste mich aufregen wenn ein Konzerthallenanbieter kein Punkkonzert zulassen will, etc.
Wir leben aber in einer freien Martkwirtschaft, die kann und soll man gerne kritisieren, solange man mit dem Spiel grundsätzlich zufrieden ist, sollte man aber auch die Regeln schlucken und die Regel ist: Wenn ich dir nicht verkaufen will, dann verkaufe ich dir nicht. Ein Anbieter ist nicht verpflichtet jemandem seine Waren zur Verfügung zu stellen, genauso wenig wie du verpflichtet bist die Waren zu kaufen. Es sei den ich verstoße damit gegen geltendes Recht, ist das hier passiert?

Das Petersons Konten aufgrund irgendwelcher politischen Erwägungen gesperrt wurde ist nichts anderes als seine Vermutung.
Ein Verstoß gegen "terms of service" kann so ziemlich alles bedeuten.
Vielleicht auch einfach die Fehlentscheidung eines einzelnen Mitarbeiters, der sich bei der ersten Nachfrage keine Mühe machen wollte und sich mal einfach eben darauf verlassen hat, dass wer auch immer gesperrt hat schon alles richtig gemacht haben kann.
Google ist ein riesiges Unternehmen, Fehlentscheidungen kommen vor und müssen absolut keine politischen Gründe haben.

Wenn es so wäre, wie kann es dann sein das sich auf Youtube eine gesamte Subkultur entwickelt hat, die nichts anderes tut als den bösen Feminismus und das Gendern zu bekämpfen? Wenn Google also aus politischen Gründen sperren sollte, dann sind sie darin wirklich schlecht.
Bevor es also keine besseren Hinweise auf politische Gründe gibt bleibe ich, mit Hilfe von Ockham, bei der Annahme: Es war ein Fehler. Bedauerlich für Peterson aber eben einfach ein Fehler. Davon ausgehend das vieles was er macht häufig gemeldet wird, kann das dummerweise passieren.

Und dann ist die Frage was bleibt von der ganzen Geschichte übrig?
Ein Mitarbeiter der eine firmeninterne Arbeitsweise doof findet. So what?
Das ist die Nichtmeldung des Jahrhunderts, ich hatte hier ja sogar schon mehr drauß gemacht als es ist, weil mir klar ist, dass dir dieses Thema aus irgendeinem Grund wichtig ist.

Meine Ex-Frau hatte mal einen Job bei dem sie eine Handschriftprobe abgeben musste, die dann von einem Firmenpsychologen untersucht wurde, der auf dieser Grundlage eine psychologische Einschätzung abgegeben hat. Diese Einschätzung wurde dann genutzt um den Angestellten in firmeninternen Entscheidungen angemessen behandeln zu können. Völliger Mumpitz und nichts weiter als Kaffeesatzleserei, die Einschätzung war auch ein gutes Beispiel für den Barnum-Effekt. Aber so war halt die firmeninterne Methode für den Umgang mit Angestellten. Solange niemand auf dieser Grundlage nachweislich diskriminiert wird, muss man auch mit Dingen leben die man für Blödsinn hält. Oder eben kündigen und sich einen Arbeitgeber suchen der weniger Blödsinn macht.

Sprich: Wenn der arme Kerl den firmeninternen Umgang mit dem Thema "Gender" so zum Kotzen findet, dann sollte er sich nach einem anderen Arbeitsgeber umsehen. Oder eben klagen, wenn er davon überzeugt ist das hier gegen Recht verstoßen wird.
Oder aber die Debatte firmenintern weiterführen. Was er ja auch getan hat. Warum und wie das an die Öffentlichkeit kam ist, soweit wie ich es sehe, nicht bekannt.
Egal wie: Die Person die das nach außen gegeben hat sollte sich warm anziehen, ich als Arbeitgeber würde hier durchaus geschäftsschädigendes Verhalten sehen. Egal ob der Autor selber es war oder jemand von der anderen Seite der sich dachte er würde damit dem Autor schaden. So eine Diskussion gehört nicht nach außen, aus Firmenperspektive.
Und ich würde auch vermuten, dass darum bei Google nun erstmal die Diskussion gehen wird und nicht um das Thema "Gendern".

Wie du siehst, wenn man sich wirklich nur auf die Quellen einlässt und nicht auf das "große Ganze" das du konstruieren willst, dann bleibt von dem Thema viel weniger übrig und es wird sogar eher noch uninteressanter. Es sei den man will eben darüber debatieren ab wann eine Firma so groß ist, dass sie keine firmeneigene Philosophie mehr haben dürfen. Dann sind wir wieder bei der Frage: Wie groß darf eine Kneipe sein bis sie das Hausrecht verliert? (Völlig ohne Subtilität.)

Das bedeutet nicht dass ich hinter dem stehe was Google angeblich betreibt. Aber ich stehe hinter vielen Firmenphilosophien nicht hinter. Also was genau macht Googles Firmenphilosophie nun soviel wichtiger oder schlimmer als die von Nestlè, VW, der Deutschen Bank, etc?
Das man diese losgelöst von der allgemeinen gesellschaftlichen und moralischen Verantwortung weltumspannender Unternehmen diskutieren müsste?

Nehmen wir doch mal Nestlè:
Nestlè will Grundwasser privatisieren. Das ist ein Arschlochverhalten von Nestlè. Aber die Kritik daran muss doch über Nestlè hinaus gehen. Der Einzelfall kann ein super Aufhänger sein. Die Frage dahinter ist aber: Darf es überhaupt eine Privatisierung von Grundwasser geben?
Wenn man darauf "ja" antwortet, dann darf man sich nicht aufregen, wenn Nestlè das Spiel für seine Zwecke nutzt.

Hier nun also nochmal:
Dürfen Firmen eine firmeneigene Philosophie haben solange diese nicht gegen geltendes Recht verstößt?
Wenn deine Antwort darauf "ja" ist, dann verstehe ich nicht was du Google vorwerfen willst. Ist die Antwort "nein", dann können wir darüber gerne weiter diskutieren.


---
PS: Baru hat recht, wenn du den Vorwurf eröffnest man hätte die Quellen nicht gelesen, dann bist du derjenige der diesen Vorwurf belegen musst.
In der Beweispflicht ist derjenige der eine Behauptung aufstellt, niemals die andere Seite.
Es könnte doch vielleicht auch einfach sein, dass wir etwas an der Ausgangsquelle grundlegend missverstanden haben, dann würden wir aneinander vorbei reden und Baru und ich würden auf diesem Missverständnis sitzen bleiben, weil du uns nicht auf diesen Fehler aufmerksam machst. Und am Ende würde man sich hier trennen und keine Seite hätte irgendetwas dazu gelernt, sondern im Gegenteil alles was man erreicht hätte wären vertiefte Gräben. Das kann und sollte niemals Ziel einer Debatte sein.


Politischer Smalltalk - DeeperSight - 07.08.2017

@Skafdir

Zu Barus Verhalten: Wenn jemand in die Diskussion mit Hypothesen einsteigt, die in der Quelle geklärt werden, dann hat die Person die Quelle offensichtlich nicht angesehen. Stell dir vor, du streitest dich mit deiner Freundin im Eiscafé. Nachdem ein Fremder zwei Sätze eurer Konversation mit angehört hat, setzt er sich dazu und beginnt euch zu belehren. Auf den freundlichen Hinweis, er möge sich raushalten, wenn er die Situation nicht kennt, antwortet er damit, dass du es ihm erstmal plausibel erklären sollst, wo seine Belehrung nicht logisch war. Ist es dann an dir in Erklärungsnot zu sein? Der Unterschied hier: Alle Informationen sind zugänglich gemacht worden. Aber; ich zitiere - "Ich habe sehr gut verstanden, worum es geht. Das ist eindeutig nicht das Problem." Das ist aber das Problem. Denn die beiden Argumente waren: 1. Der Typ ist überhaupt nicht qualifiziert sich zur Genderpolitik zu äußern (was nie die Frage noch das Thema war) und 2. dass ich zwei Sachen miteinander vermische (was ich in dem Beitrag nicht getan habe, ich habe eine Beziehung zu einem größeren Thema hergestellt). Er war sich dann selbst nicht mehr sicher, ob er meinen Beitrag richtig verstanden hat und fügte ein Edit hinzu. Hätte er die Quelle gelesen, wäre das nicht passiert. Es ist ein ziemlich schnöselhaftes Verhalten, dem ich überhaupt nichts schulde. Arroganz alleine berechtigt nicht.

@Konzerne

Erinnere dich bitte an das Beispiel mit der Telekom. Ab einer bestimmten Größe trägt ein Konzern mehr Verantwortung. Genauso wie man als Weltstar Selbstmord nicht glorifizieren sollte (weil der Einfluss größer ist, als bei unbekannten Personen).

Zitat:Wenn deine Antwort darauf "ja" ist, dann verstehe ich nicht was du Google vorwerfen willst. Ist die Antwort "nein", dann können wir darüber gerne weiter diskutieren.

Wie wäre es, wenn du die Frage erst einmal selbst klärst. Es ist ja nicht so, als hätte ich mich dir anzubiedern, damit ich die Gunst erlange Gehör zu finden. Du hast was zu dem Thema zu sagen? Dann sag es. Aber stelle dich nicht in die Position eines Prüfers, der am Schluss Zensuren verteilt.

Zitat:Google ist ein riesiges Unternehmen, Fehlentscheidungen kommen vor und müssen absolut keine politischen Gründe haben.

1. Peterson fragte, welches Fehlverhalten dazu führte und bat die Accounts wieder freizuschalten
2. Google antwortete ihm, dass man den Fall geprüft hat und den Account nicht freischalten werde
3. Peterson wendete sich an die Presse, die das publizierte
4. Google öffnete wortlos die Accounts

Keine politischen Gründe... mhm... Aber selbst das ist nicht das Thema. Man stelle sich vor, DHL weigere sich dir Post auszutragen, weil du irgendwelche Briefe an Leute schreibst, die der Firma nicht gefallen.

Zu deiner konstanten Beschwerde, dass das Thema zu trivial ist: Ne ziemlich krasse Aussage, in einem Thread, der sich "Politischer Smalltalk" nennt. Gäbe es nur einen Platz, wo kleinere Kurzmeldung hinpassen würden. Wie würde man das dann nennen? Hmm.. Ich erinnere dich das nächste mal daran, wenn du hier einen Link zu [IRGENDWAS] teilst, das nicht mindestens den Start des 3. Weltkrieges behandelt.


Politischer Smalltalk - Zankyō - 07.08.2017

Stelle mir nun vor, wie Baru fremde Leute in Eiscafés stalkt.


Politischer Smalltalk - Lener0815 - 07.08.2017

menag;28182 schrieb:
ExtraKlaus;28181 schrieb:Also darf der Arbeitgeber mir eine ideologische Sichtweise aufzwingen? Interessante Auffassung..

Kleiderordnungen, Tattooverbote, Piercings verbieten. Das ist doch wirklich üblich. Aber die Andrede in geschäftlichen E-Mails, da soll der Arbeitgeber plötzlich kein Mitspracherecht haben?

@Baru: Ein richtiges Argument verliert seine Gültigkeit nicht dadurch, dass sie von einer unqualifizierten Person geäußert wird.
Dazu gibt es den Betriebsrat* - alle solche Dinge kommen nämlich genau DA auch an.... Thema Kleiderordnung liegt bei uns auch bald wieder an... Klimaanlage haben wir nämlich nicht ^^ aber Kundenbesuche.... eine grosse Firma kann sich Vieles wünschen, aber dank Gewerkschaft und Betriebsrat nicht immer alles umsetzen....
Wenn irgendwas gegen eine Gleichbehandlung verstößt, dann wird sowas normalerweise auch irgendwann vor dem BR landen.... und wenn sich jemand ungleich behandelt fühlt, kann er gerne das ansprechen und man wird den AG darauf hinweisen. Grosse Firmen haben normalerweise sowas wie eine Codex, der peinlichst darauf achtet, dass solche Dinge eingehalten werden... ich musste z.B. jährlich an einer Schulung teilnehmen.... und das durfte jeder....

*in Deutschland - was in den USA ist... aber hier kenne ich zumindest Weltfirmen, die sich auch offen zu diversen Themen bekennen,wie gleichgeschl. Liebe etc. Auch hier ist das firmenweite Politik - heisst aber nicht, dass sie ihre Angestellten nicht dennoch feuern, wie sie lustig sind. ^^


Politischer Smalltalk - menag - 07.08.2017

DeeperSight;28231 schrieb:1. Peterson fragte, welches Fehlverhalten dazu führte und bat die Accounts wieder freizuschalten
2. Google antwortete ihm, dass man den Fall geprüft hat und den Account nicht freischalten werde
3. Peterson wendete sich an die Presse, die das publizierte
4. Google öffnete wortlos die Accounts

Ich wette das war ne automatisierte Mail.


Politischer Smalltalk - ExtraKlaus - 07.08.2017

Euer Winden vor der Realität ist schon ziemlich unterhaltsam.


Politischer Smalltalk - Lener0815 - 07.08.2017

Jeder kennt halt eine andere Realität.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 07.08.2017

Die Erklärung an Baru greift nicht wirklich, weil es hier ja um das Aufklären von Missverständnissen in einer öffentlichen Diskussion geht. Nicht um eine private Unterhaltung in die sich jemand einmischt.

Zitat:Zu deiner konstanten Beschwerde, dass das Thema zu trivial ist: Ne ziemlich krasse Aussage, in einem Thread, der sich "Politischer Smalltalk" nennt.

Es geht mir vor allem darum das ich nicht erkenne welche "Größe" du hier sehen wllst. Das ist mir immer noch nicht recht klar geworden.

Zitat:Ich erinnere dich das nächste mal daran, wenn du hier einen Link zu [IRGENDWAS] teilst, das nicht mindestens den Start des 3. Weltkrieges behandelt.

Sollte ich ein Thema größer und wichtiger machen als es tatsächlich ist, dann bitte ich darum. Ist hier ja schonmal passiert zum Thema Putsch in der Türkei. Da wurde meiner Ansicht darüber wie wichtig es ist auch widersprochen. Gab auf jeden Fall eine nette Diskussion darum wie Dinge zu prorisieren sind.
Ich sage ja auch nicht, dass du das Thema hier nicht ansprechen solltest, dafür ist dieser Thread ja wirklich da. Aber das bedeutet ja nicht, dass alles unwidersprochen stehen bleiben muss.
Wenn ich also ein Thema auf eine Art anspreche die dir unangemessen erscheint, dann bitte ich darum, dass du mir das dann auch um die Ohren haust. Warum sonst sollte ich soetwas in einem öffentlichen Forum ansprechen? Wenn ich Bestätigung haben wollte, hätte ich andere Möglichkeiten daran zu kommen.

Zitat:Wie wäre es, wenn du die Frage erst einmal selbst klärst.

In diesem Fall: Ich sehe nicht wie Google auf Grundlage dieser Abrechnung des Mitarbeiters in irgendeiner Hinsicht etwas tut, was gesellschaftliche Auswirkungen hat, die über die Situation der Firma hinausgeht.
Natürlich ist es dadurch wichtig, weil Google ein weltumspannendes Unternehmen ist. Diese in ihrer Gesinnung über geltendes Recht hinaus einzuschränken halte ich, unter der Bedingung kapitalistischer Besitzverhältnisse, für falsch.
Ja, es wäre schön wenn Google sich an bestimmte gesellschaftliche Standards halten würde. Aber um das zu erreichen ist der Gesetzgeber in der Pflicht, keine Firma. Es müssten dann also "Ethikrichtlinien" per Gesetz vorgeschrieben werden, was ich grundsätzlich für problematisch halte, weil auf die Art dann auch Dinge als "ethisch richtig" vorgeschrieben werden könnten, die einer Gleichstellung aller Menschen entgegen stehen könnten.
Damit bliebe als einzige Richtlinie die man vielleicht vorschreiben könnte, ohne das eine Diktatur dieses Werkzeug am Ende ausnutzen kann, etwas wie die Erklärung der Menschenrechte.
Dagegen würde Google hier aber nicht verstoßen, damit ist es eine firmeninterne Debatte, die auch gerne firmenintern weiterhin geführt werden kann und firmenintern auch sehr wichtig ist, die uns aber eigentlich nichts angeht.

Nun zum Telekom, DHL - Vergleich:
Der funktioniert nur, weil du Peterson glaubst das er aus politischen Gründen gesperrt wurde. Das kann sein, kann ich aber nicht wissen.
Sollte das der Fall sein, dann wäre das tatsächlich ein kritischer Fall. Diese Annahme beruht aber einzig auf einem merkwürdigen Verhalten von Google und der Vermutung von Peterson selbst.
Peterson selbst ist befangen, es geht ja um ihn, als neutrale Quelle scheidet er also aus.
Bleibt als einziger Anhaltspunkt:
Google sperrt Konto; Google sagt Konto bleibt gesperrt; Fall geht an Presse; Google entsperrt.

Einfachste Erklärung:
Google macht Fehler; Mitarbeiter bestätigt Fehler, Fall geht an Presse; Andere Mitarbeiter gucken sich das an und sehen den Fehler; beheben den Fehler

Weiter Option: Die Sperre war gar kein Fehler, aber jemand anderes hatte Angst vor dem öffentlichen Druck und hat nun den Fehler begangen zu entsperren. Auch das wäre möglich. Bräuchte aber auch wieder mehr Annahmen, also wandert das für den Moment ins Reich der Legenden, genauso wie Petersons Vermutung er sei aus politischen Gründen gesperrt worden.

Was spricht noch gegen Petersons Theorie:
- Ohne gerichtliche Entscheidung gilt im Zweifel für den Angeklagten. Der erhobene Vorwurf ist: "Google sperrt aus politischen Gründen." Ohne was handfesteres ist das ein haltloser Vorwurf.
- Es gibt ja nun wirklich Youtubekanäle aller politischer Coloeur. Der derzeitige Zustand von Youtube widerspricht also der Theorie von Peterson.
- Cui Bono? Welches Interesse sollte Google daran haben sein Konto aus politischen Gründen zu sperren? Was sollten sich die Leiter der Firma davon erhoffen? Wo liegt der Vorteil für Google sollte Peterson recht haben?

Desweiteren:
Zitat:Keine politischen Gründe... mhm... Aber selbst das ist nicht das Thema. Man stelle sich vor, DHL weigere sich dir Post auszutragen, weil du irgendwelche Briefe an Leute schreibst, die der Firma nicht gefallen.

Hier tust du wieder so als wäre der Grund bekannt aus dem Petersons Konto gesperrt wurde. Der Fall wäre aber eher: DHL weigert sich meine Post auszutragen, nennt dafür keine Gründe und ein paar Tage später machen sie es wieder, nachdem ich zur Presse gegangen bin. Auch hier ohne Angabe von Gründen.
Jede Firma hat gewisse Richtlinien auf deren Grundlage sie ihre Dienste verweigern können und dürfen. Wir wissen nicht welches Fehlverhalten die Mitarbeiter von Google erkannt haben wollen. Also woher soll ich wissen ob in einem vergleichbaren Fall Telekom und DHL nicht auch berechtigt wären ihren Service einzustellen?

Der einzige Weg das festzustellen wäre nun: Ich müsste DHL anzeigen und vor Gericht den mir entstandenen Schaden einklagen. Wenn ich das nicht mache bleibt die Situation ein merkwürdiger Fall, der für sich wenig wert ist. Für mich persönlich aber extrem ärgerlich.

Wenn das nun aber nicht nur mir, sondern auch noch tausend anderen Leuten passiert sein sollte, dann würde die Sache wieder interessant werden. Nur ist es das? Ich weiß nichts davon das massenhaft Googlekonten gesperrt werden. Wäre ja auch blödsinnig. Die Daten der Konten sind Googles einzige Einnahmequelle. Die werden also mit Sicherheit nicht gesperrt weil gerade mal jemand einen schlechten Tag hat.

---
Edit: Link/Bild Fehler fixed...


Politischer Smalltalk - Baru - 07.08.2017

DeeperSight;28231 schrieb:....

Hättest du nur daran gedacht, das in deinem ersten Post zu bejammern und nicht erst nach zahlreichen Posts. Dann wäre das vielleicht etwas glaubwürdiger. Oder um in deinem Bildnis zu bleiben: Ich komme in die Eisdiele, verstehe etwas kurz falsch, man beginnt eine Diskussion ohne anzumerken, dass ich das falsch verstanden habe und dann fällt dir nach ner Stunde auf, als die Diskussion schwieriger wird, dass ich ja am Anfang kurz nicht ganz so gerafft habe, wie du es gemeint hast.

Dass ich zunächst deine dystopische Version falsch interpretiert habe, liegt daran, dass die anlassgebende Google-Quelle interne Firmenpolitik bespricht und das eine nicht so fern liegende Interpretation deiner Aussage war.

Warum die Qualifikation des Google-Mitarbeiters beim Thema Genderpolitik keine Rolle spielen soll, verstehe ich absolut nicht. Hast ihn dann wohl aus Spaß verlinkt. Und ob man das nun "vermischen" oder "eine Beziehung herstellen" nennt, ist meiner Meinung nach auch gehoppst wie gesprungen. Der Link ist bisher nicht wirklich stark.


Politischer Smalltalk - DeeperSight - 07.08.2017

@Baru

Vielleicht sollte man in eine Diskussion nicht mit der Prämisse einsteigen, erstmal allen zu erklären, was Sache ist, ohne zu wissen, was Sache ist.

Baru schrieb:Warum die Qualifikation des Google-Mitarbeiters beim Thema Genderpolitik keine Rolle spielen soll, verstehe ich absolut nicht.

Weil das deine Antwort auf etwas war, was ich nie fragte. Es ging in meinem Beitrag nicht darum, ob er mit jeder Aussage recht hat, sondern um die Rezeption auf Vice und dem Guardian, die das Paper grundlegend missverstanden haben. Auch um die Antwort von Danielle Brown, die genau das Verhalten zeigte, was in dem Paper kritisiert wurde. Presse wie Vorgesetzte haben sich also genau so verhalten, wie es in dem Paper angesprochen wurde. Das war die Aussage.

Dein "Mir ist meine Zeit zu schade, jedem Depp, der keine entsprechende Expertise hat, zuzuhören" empfand ich als derart arrogant, dass ich es ansprechen -wollte-. Deswegen auch der Hinweis Schumpeters Demokratiemodell, der genau denselben Ansatz verfolgt. Demokratie ist sehr anstrengend, denn jeder darf sich an jeder Debatte beteiligen. Dir steht es frei, jedem Menschen nach Wahl nicht zuzuhören. Dann äußere dich aber bitte nicht zu dem Thema. Zumindest nicht an der Stelle.

Skafdir schrieb:Es geht mir vor allem darum das ich nicht erkenne welche "Größe" du hier sehen wllst. Das ist mir immer noch nicht recht klar geworden.

Die Größe ist mir selbst noch nicht klar. Ich sehe darin aber ein Problem. Welches, ist im Ursprungspost erörtert worden. Zudem ist der Begriff "Abrechnung" in Bezug auf das Paper schon irreführend. Ich verstehe nicht einmal, wie man auf den Gedanken kommen kann, es sei sowas wie eine "Abrechnung". Es ist eine Auseinandersetzung und eine offene und freundliche Einladung, firmeninterne Politik zu diskutieren. Als Dank wurde er mit Gülle beworfen.

Zu deinem Vorwurf, der Veröffentlicher hätte dem ganzen einen Bärendienst erwiesen: Erst kam das Paper, dann der Vice-Artikel, dann der Shitstorm, dann die Veröffentlichung des Papers. Die Abfolge ist für die Einordnung hier durchaus relevant. Die Kritik an dem Paper war vornehmlich "Hoffentlich hat das niemand gelesen" und "Einige Mitarbeiter denken genauso, das ist ganz furchtbar!". Von dem Standpunkt aus hätte man sich ja mal offen der Diskussion stellen können.

Fefe hat das mal polemisch zusammengefasst.

Skafdir schrieb:Hier tust du wieder so als wäre der Grund bekannt aus dem Petersons Konto gesperrt wurde.

Ich glaube fest daran, dass es politisch motivierte Gründe gibt, denn es ist nicht die erste Sperrung deswegen. Sein Konto wurde schon einmal gesperrt, aufgrund seiner Videos. Peterson ist der artikulierteste Kritiker mit einer enormen Reichweite. Er ist weder dem alt-right-Spektrum zuzuordnen, noch der linksliberalen Seite. Man kann sagen, dass er ein ziemliches Hassobjekt ist, da er kaum Angriffsfläche bietet. Initiiert werden Sperrungen von Google ganz bestimmt nicht, aber man dankt jeder Welle des Flaggens. Deswegen gibt es ja die YouTube Heroes. Damit kann man das dann legitimieren, wenn man Leute mit Belohnungssysteme dazu animiert, ungewünschte Meinungen zu melden. Diese Infrastruktur gibt es nicht ohne Grund. Nicht jeder davon ist ideologisch geprägt, doch schließt es das nicht aus.

Skafdir schrieb:Jede Firma hat gewisse Richtlinien auf deren Grundlage sie ihre Dienste verweigern können und dürfen. Wir wissen nicht welches Fehlverhalten die Mitarbeiter von Google erkannt haben wollen. Also woher soll ich wissen ob in einem vergleichbaren Fall Telekom und DHL nicht auch berechtigt wären ihren Service einzustellen?

Sind sie das denn jemals? Soweit ich weiß nicht. Deswegen gab es ja auch die große Diskussion um das Three-Strike-Modell, was es bis heute nicht als Gesetz in die Verwirklichung schaffte. Ich bin mir sicher, dass das meiste durch Antidiskriminierungsgesetze sowieso nicht möglich ist.

menag schrieb:Ich wette das war ne automatisierte Mail.

Das ist gut möglich. Ich tippe eher auf Textbausteine. Aber irgendwer muss ja entschieden haben, dass das die geeignete Antwort in diesem Fall ist. Ich kann mir kaum vorstellen, dass eine Email mit "Vergiss es, du bekommst den Account nicht zurück!" pauschal versendet wird.

@Thread

Mal was völlig anderes. Die Heinrich-Böll-Stiftung hat jetzt eine offizielle Stellungnahme zu Agent*In veröffentlicht.