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Politischer Smalltalk - Skafdir - 12.07.2017

Ich werde mir schwere Schäden am Zwerchfell zuziehen, wenn ich weiterhin amerikanische Nachrichten konsumiere.
Also nur um mein Leid zu teilen:
Donald Trump Jr. Verteidigungsstrategie für Verbrechensvorwürfe?
- Ja, natürlich wollte ich die Bank ausrauben euer Ehren und ja ich stand mit geladener Waffe in dem Laden, aber die Mitarbeiter hatten ja gar keinen Zugriff auf den Safe. Da kann nun doch niemand behaupten ich wäre ein Bankräuber!

Hier der Artikel der NYT.
Hier was von der Zeit, wer es nicht auf Englisch haben will.

Die schönste Reaktion zu dieser Geschichte bringt aber Jared Yates Sexton

Mein Liebling: "I...worked on this story for a year...and...he just...he tweeted it out."
Der Kerl tut mir etwas leid. Da hängt er an dem Thema dran, versucht von Beginn an irgendwelche Belege für den Verdacht einer Russland-Trump-Verbindung zu finden. Und dann wird ihm sein ganzer preisverdächtiger Artikel einfach unter den Füßen weggerissen.
Und warum?
Weil der Bankräuber ein Video von sich mit gezogener Waffe in der Bank postet und dazu schreibt das er unschuldig sei.

Die einzigen Person die ihre Berufsentscheidung noch mehr bereuen dürften als dieser Journalist sind die Anwälte der Trumpfamilie. Mal ehrlich: Wie verteidigt man solche Mandanten?

Ich kann nicht mehr, ich drohe zu ersticken. Lol


Edit:
@FireBird: In Teilen - aber ich befürchte die "Nachbesserungen" werden das ganze am Ende nicht wirklich besser machen. Hmm
Das ist jetzt die dritte Regierung die es auf deutschem Territorium gab, die Gesetze zu einer Vereinheitlichung der Gewerkschaften geschaffen hat.
Die eine davon kam in den letzten Jahren der Weimarer Republik an die Macht und die andere regierte in den Nachkriegsjahren über einen Teilbereich der heutigen Bundesrepublik.

Edit - Disclaimer: Ich rechne das deutsche Kaiserreich nicht dazu, weil zu diesen Zeiten die Gewerkschaften allgemein noch keinen gesetzlichen Schutz hatten und Arbeitskampf sehr, sehr oft zwangsweise die Betonung viel stärker auf "Kampf", als auf "Arbeit" legen musste.
Wenn es keinen rechtlichen Schutz für Arbeitnehmerinteressen gibt, dann kann man auch kaum über "Vereinheitlichungen von Gewerkschaften" reden.


Politischer Smalltalk - Gast - 12.07.2017

Ich finde es nur niedlich, das Trump seine Kinder die Politik machen lässt^^
Irgendwie tut mir sein vize etwas leid, er darf noch nicht ein mal Präsident spielen, wenn Trump außer Haus ist.
Man hat echt das Gefühl, das es für Trump alles nur ein Spiel ist in den er sich austoben kann, er nicht an konzequenzen oder ähnliches denkt!


Politischer Smalltalk - AgentSands - 13.07.2017

Verbindungen nach Russland? Ist doch scheißegal, denn...

[Bild: 066ca5-1499970430.jpg]

Alle beschweren sich über Whataboutism - Donald Junior Trump erklärt ihn zur Chefsache.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 13.07.2017

Die Geschichte wird immer besser.
Meine Lieblingsverteidigungsstrategie bisher:

"This is pre- like Russia-fever. This is pre-russia-mania. You know. This is thirteen months ago, before I think the rest of the world was uhm talking about this."

Also die Verteidigung ist: Ich habe das getan bevor jemand gesagt hat, dass ich es getan habe, also bin ich unschuldig.
o.O? In was für eine Realität lebt der Typ?

Damit bleibt als beste Verteidigungsstrategie: "Donald Trump jr. is an idiot"
Gut der Artikel will nicht wirklich Junior beschützen, sondern Daddy. Aber wenn einer Zeitung die sich nun nicht durch "kritischen Abstand" hervorgetan hat, kein anderer Ausweg einfällt als dem Sohnemann ihres Helden vorzuwerfen ein Idiot zu sein, dann lässt das tief blicken.

Wer Lust hat: Hier gibt es Stephen Colberts Sicht der Dinge. Einfach herrlich. Lol
Ich muss ehrlich zugeben, unter Obama war US-Politik nie so unterhaltsam.
Bzw. wenn sie es war, dann nur weil Obama es so wollte.


Politischer Smalltalk - menag - 15.07.2017

4 Stunden pro Exekution. Warum brauchen die so lange dafür?


Politischer Smalltalk - Gast - 15.07.2017

menag;26157 schrieb:4 Stunden pro Exekution. Warum brauchen die so lange dafür?

In Japan ist es noch schlimmer! Da wird den Leuten noch nicht einmal mitgeteilt wann sie sterben. Es kann Wochen oder Jahre dauern und wenn es dann soweit ist wird ihnen gut eine Stunde vorher bescheid gesagt...
Und Japan gehört ja zu den Ländern mit der kleinsten Kriminalitätsrate der Welt... Die müsste doch genug Ressorschen haben um Vebrecher weg zu sperren ohne Todestrafe!


Politischer Smalltalk - Baru - 15.07.2017

Japan richtet pro Jahr nur relativ wenige Menschen hin. Wenn der aktuelle Regierungschef (oder war es der Justizminister?) eher buddhistisch geprägt ist, gibt es sogar über Jahre manchmal keine Hinrichtungen. In den Statistiken ist deswegen Japan nicht sehr auffällig. Die Haftbedingungen in Japan sind im Todestrakt katastrophal. Die Menschen erfahren nur wenige Stunden vorher überhaupt, wenn deren Hinrichtung geplant ist. Meist wartet man über Jahrzehnte auf die Hinrichtung, aber man weiß ja nie. Jeder Tag kann der letzte Tag sein, jedes Nähern der Wachen kann bedeuten, dass es soweit ist. Iwao Hakadama war z. B. 48 Jahre lang im Todestrakt, bis man dann doch feststellte, dass er wahrscheinlich unschuldig war und Beweise gefälscht worden waren.

Die Todestrakthäftlinge befinden sich in strenger Einzelhaft, über Jahre und Jahrzehnte. Die Zelle ist 6qm groß und dauerhaft überwacht. Der Tagesablauf ist streng geplant, freie Bewegung auch in der Zelle ist nicht erlaubt. Körperliche Aktivitäten sind auch nur mehrfach die Woche für 30 Minuten erlaubt. (Laufen auf der Stelle oder Seilchen springen.) Ansonsten muss während des Tages gesessen werden. Das Unterhalten mit Gefangenen in Nachbarzellen ist verboten. Angehörige oder Anwälte darf man wenn überhaupt nur für wenige Minuten sehen. Was das mit der Psyche von Menschen anstellt, kann sich jeder wahrscheinlich vorstellen.

Dazu ist auch das Ermittlungswesen in Japan doch sehr zweifelhaft. Für eine Verurteilung ist ein Geständnis nötig, aber die Verdächtigen sind direkt bei der Polizei selber untergebracht, die einen hohen Ermittlungsdruck hat. Folter ist deswegen wohl keine Seltenheit und es gibt auch keine Scheu, psychisch kranke und geistig behinderte Menschen zu Geständnissen zu zwingen.

Insgesamt ist das schon ziemlich schrecklich und erbärmlich für eine Demokratie und meiner Meinung nach trotz der geringen Anzahl von Hinrichtungen deutlich schlimmer als das amerikanische Hinrichtungswesen.


Politischer Smalltalk - FireBird - 20.07.2017

Bayern steht jetzt auf einer Stufe mit Russland und andere solchen Staaten, da man Gefährder jetzt ohne Zeitbegrenzung einsperren kann. Muss man nur alle 3 Monate von einem Richter abnicken lassen.

Und dann regt man sich über Yücel und die Türkei auf.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 20.07.2017

Das kann nur kassiert werden. Gibt es irgendeinen Grundsatz eines Rechtsstaat gegen den das nicht verstößt?

Die Frage ist kann man die CSU damit als eine verfassungsfeindliche Vereinigung definieren?

Enzige sinnvolle Erklärung:
Das ist reiner Wahlkampf.
Schritt 1: Wir überlegen uns ein Gesetz das in Rekordzeit vom Verfassungsgericht kassiert wird.
Schritt 2: Der braune Sumpf der Gesellschaft regt sich auf.
Schritt 3: Wir zeigen mit dem Finger auf diese linksgrünen Gutmenschen Verfassungsrichter die uns unsere Sicherheit klauen wollen und eigentlich alle die Scharia einführen wollen.
Schritt 5: Die potenziellen bayrischen Wähler von AfD, NPD, Reps, etc. sehen in König Horst den Rächer des Vaterlands und wählen ihn.
Schritt 6: Man redet nie wieder über solche Ideen nachdem man die Wahl gewonnen hat.

Aber selbst so wäre das Gesetz immer noch in seiner Grundidee ein solcher Verstoß gegen alle Prinzipien einer freiheitlichen, rechsstaatlichen Demokratie, dass man zumindest Horst I. verhaften können sollte.
Das Gesetze auch mal vom Verfassungsgericht kassiert werden können ist ja ok. Das kann vorkommen, man kann als Gesetzgeber nicht immer alles erkennen was da an Gesetzen ineinander greift.
Aber hier ist es ja nicht so das dieses Gesetz erst über Umwege verfassungsfeindlich ist.


Politischer Smalltalk - FireBird - 21.07.2017

Spicer trifft zurück, da es einen neuen Kommunikationdirektor gibt.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 21.07.2017

Was sehr schade ist.

Aber die Huckabey-Sanders scheint ähnlich unterhaltsam werden zu können. Sie ist in ihrer Art aber deutlicher aggressiver was es wohl zu mehr Aufregung und weniger belustigter Irritation führen wird.
Die Schreiberteams verschiedener Comedyshows werden gerade allerdings einen Krisenstab einrichten. So ohne jede Ankündigung... die waren doch davon ausgegangen die nächsten 4 Jahre mit halber Besetzung bei Teilzeit arbeiten zu können.


Politischer Smalltalk - FireBird - 26.07.2017

"LÜGENPRESSE", tja diesen Vorwurf bestätigt der Spiegel gerade, zumindest in dieser Bevölkerungsgruppe.
Anderswo wird das Verhalten das Sachbuch "Finis Germania" von der Bestsellerliste zu nehmen, aber auch kritisch gesehen. Wenn man den aktuellen Slogan "Keine Angst vor der Wahrheit.“ dazu nimmt, dann wird es wirklich absurd.
Alles interessante außer die mit sehr viel Olympia weichgespülte Stellungnahme des Spiegels steht leider hinter einer Pay-Wall.


Politischer Smalltalk - AgentSands - 26.07.2017

Vor allem erneuert man damit ja eigentlich den Streisand-Effekt. Das war doch schon längst wieder in Vergessenheit geraten - und in der nächsten "Hitliste" wäre das Buch mangels verkaufter Exemplare, ohnehin nicht mehr dringestanden (sagte "Buchreport" gegenüber "Übermedien").


Politischer Smalltalk - AgentSands - 26.07.2017

Also das find' ich ja irgendwo Hammer: Der Spiegel hat ja tatsächlich neben dieser lahmen Presseerklärung sogar noch eine Stellungnahme in eigener Sache abgegeben: "Die Empfehlung einer Essaysammlung mit rechtsradikalen Inhalten durch einen SPIEGEL-Redakteur bedarf einer Erklärung." (unter https://magazin.spiegel.de/SP/2017/25/151666500/) - und versteckt diese dann hinter einer Paywall! Mit ein klein wenig Feingefühl wäre man wohl drauf gekommen, daß - wenn es einen guten Moment gibt, eine Paywall wegzulassen - dieser genau DA gegeben ist.

Und nicht nur das: Man kann den Artikel nichtmal einzeln kaufen, nein, man muß gleich ein komplettes digitales Abo abschließen. Mad


Politischer Smalltalk - Baru - 26.07.2017

Das ist halt ein Artikel aus dem normalen Heft und darauf hat man nur Zugriff, wenn man das Magazin digital gekauft hat.

Die Online-Stellungnahme hat Firebird doch schon verlinkt. Ich sehe also nicht wirklich das Problem, außer dass die nicht deswegen ein komplett neues System aufgebaut haben.