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Politischer Smalltalk - DeeperSight - 20.06.2017

Pubertäres, klischeehaftes Abspulen von "intellektüller" Kritik am "Betroffenheitsethos". Macht das unter euch aus. Ich werde mich nicht dafür rechtfertigen, dass ich Mitgefühl empfinde, selbst wenn es sich um ein Einzelschicksal handelt. Zu dem Thema - over and out.


Politischer Smalltalk - hans_wurst - 20.06.2017

Nein und ja. Mir ist Warmbier genauso egal und wichtig wie die anderen Opfer.

Edith sagt: Wäre auch das erste Mal, dass du dich für etwas rechtfertigst, was keiner gefordert hat...


Politischer Smalltalk - Gast - 20.06.2017

Nun ich finde es ehrlicher zu sagen, dass man für eine bestimmte Person mitgefühl empfindet. Als die Leute die immer nur für die Mitgefühl empfinden, die gerade in den Nachrichten sind.
Wobei ich zugegebn muss, dass ich selber etwas abgehärtet wurde... Und das obwohl ich eigentlich nah an Wasser gebaut wurde,)


Politischer Smalltalk - Skafdir - 20.06.2017

Aber der Unterschied zwischen "ist mir egal" und andere für Mitleid kritisieren ist dir schon klar?

Ich kann und will dich nicht dazu zwingen Mitleid mit Warmbier zu empfinden, zumal man ganz ehrlich ein gewisses selbst schuld anbringen kann, immerhin war es Urlaub in Nordkorea. Klar rechnet man nicht sowas. Aber wenn jemand gerade nach Syrien fahren würde, weil es billig ist, dann würde ich dem auch sagen er ist im Zweifel selbst schuld.

Aber das tut alles nichts zur Sache. Du hast nämlich nicht deine Sicht der Dinge zum Ausdruck gebracht, sondern anderen das Recht abgesprochen betroffen zu sein und das ist mit Verlaub gesagt ein absolutes scheiß Verhalten.


Politischer Smalltalk - DeeperSight - 20.06.2017

@Skafdir

Wobei man mit dem "selbst schuld" aufpassen muss, dass man die Untaten damit nicht legitimiert. Mir ist klar, dass du das nicht willst, aber bei manchen hier muss man da aufpassen.


Politischer Smalltalk - Zankyō - 20.06.2017

Selbst schuld woran?
Eine Verurteilung wegen sowas kann ja vllt noch absehbar sein, aber doch auf keinen Fall die Umstände der Haft.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 20.06.2017

Guter Hinweis, das meine ich natürlich nicht.

Es gibt aber einige Probleme mit Urlaub in Nordkorea.
Das wichtigste davon heißt: Devisen

Hinzu kommt das man natürlich eine riesige geplante Propagandashow mitmacht, dann der dragonische Unrechtsstaat, die Tatsache das der geringe Wohlstand des Landes zu einem guten Teil genutzt wird um die Touristenshow abzuziehen, etc.

Ich mag Leute nicht die bei der Wahl ihres Urlaubslandes keinen Gedanken an Politik verschwenden.
Aber das Verbrechen begeht das Land in dem man Urlaub macht und nicht derjenige der unbedacht Urlaub macht. Gedankenlosigkeit, Dummheit, Uninformiertheit sind alles keine Verbrechen und mit Sicherheit keine für die man mit dem Foltertod bestraft werden sollte.

Angst habe ich tatsächlich ein bisschen vor dem was menag angemerkt hat. Geschichtsbücher die Warmbier als Auslöser eines großen Kriegs nennen. Wenn kein Weltkrieg, dann ein neuer Koreakrieg, nur diesmal mit Atomwaffen auf beiden Seiten und Staatsoberhäuptern die bekloppt genug sind davon gebrauch zu machen... auf beiden Seiten... Hmm

@Yankzou: "Selbst schuld" an der Festnahme. Wer in einen Polizeistaat reist, sollte damit rechnen das dieser zuschlagen kann.
Auf der gleichen Ebene wie jemand der unbedacht auf eine Straße läuft Gefahr läuft überfahren zu werden. Wenn nun jemand mit überhöhter Geschwindigkeit daher kommt und deshalb nicht mehr rechtzeitig bremsen kann, dann ist natürlich der mit überhöhter Geschwindigkeit schuld. Dummheit muss man dem der einfach auf die Straße gelaufen ist trotzdem noch zusprechen.
Edit 2: Das es so hefitg wird konnte er natürlich nicht ahnen. Und da gibt es auch keine Entschuldigung für die von Nordkorea angebracht werden kann. Die Strafe ist nach egal welchem Maßstab überzogen.


Politischer Smalltalk - Zankyō - 21.06.2017

Hm, Otto Warmbiers Eltern haben ne Autopsie abgelehnt. Diverse Amis spekulieren nun in den Kommentaren, dass er sich aufgehängt hat (daher der Sauerstoffmangel) und die Eltern nicht wollen, dass das rauskommt.


Politischer Smalltalk - Kirin - 21.06.2017

Gibt auch die Befürchtung, dass er mit Bio-Kampfstoffen infiziert wurde.
Ich glaube eher, dass der schon im Sterben lag und Nordkorea ihn jetzt schnell in die USA zurückbringen wollte, bevor sie ihn nur mehr in einem Leichensack übergeben können.


Politischer Smalltalk - menag - 21.06.2017

Man muss halt schon erwähnen, dass er in einem US-Krankenhaus gestorben ist. Das Nordkoreanische Gesundheitssystem scheint besser zu sein.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 21.06.2017

@Kirin: 15 Jahre Arbeitslager. Wäre es nicht geschickter von Nordkorea gewesen einfach nichts zu tun und so zu tun als würde er die 15 Jahre absitzen? Und dann nach 15 Jahren einfach nichts machen oder während der Zeit die Strafe wegen angeblichen Fehlverhalten im Gefängnis auf lebenslänglich zu ändern?

Will sagen: Ich verstehe die Überlegungen nicht.


Politischer Smalltalk - Kirin - 21.06.2017

Wenn ich einen politisch relevanten Gefangenen aus einem verfeindetem Land hätte, würde ich mir den schon so in der Hinterhand behalten, dass ich beweisen kann, dass er noch am Leben ist.
Ich glaube nicht, dass sein Tod geplant war und dass hier ordentlich was schief gelaufen ist. Aber natürlich kann man jetzt erstmal nur spekulieren und da die Leiche nicht obduziert werden soll, wird man vielleicht nie erfahren, was genau vorgefallen ist.


Politischer Smalltalk - DeeperSight - 21.06.2017

Ich finde es gesund, dass diese Fragen gestellt werden, stelle sie mir persönlich aber nicht. Schlussendlich ist er tot. Selbst wenn die Verletzungen durch einen Erhängungsversuch verursacht wurden, weiß man ja noch nichts darüber, was passierte. Ein Selbstmordversuch hat einen Grund und je nachdem, was er dort erlebte, könnte das eine logische Konsequenz gewesen sein. Sozusagen der "Weg nach draußen", um nicht noch weitere bestimmte Zustände aushalten zu müssen. Dass eine genaue Untersuchung abgelehnt wird halte ich angesichts der Brisanz des Falles für fast schon fahrlässig, aber ich habe auch nicht mit den Eltern gesprochen um zu wissen, warum sie es ablehnen. Ein öffentliches Statement ist meistens nur eine Headline und erklärt nicht viel oder nicht alles.


Politischer Smalltalk - Gast - 21.06.2017

Das Problem ist halt einfach, das man ein Trampel an der Spitze der USA sitzen hat. Wenn er daran glauben würde, würde er er auch Bomber auf die Klima erwärmung werfen^^


Politischer Smalltalk - menag - 21.06.2017

Wo ist da gerade der Zusammenhang?