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Politischer Smalltalk - Gast - 15.05.2017

Eine Sache die mir aber besonders sorgen macht, ist die Bildung der NRW Bevölkerung.
Sie merken das Grün Rot nichts zustande bekommt und wählen dann die Cdu als Strafe. (Die Mutter aller anti Konformen)^^
Ich frage mich auch wo sich die ganzen CDU Wähler verstecken...
Also so schlecht gelaunt wie die Lehrer meiner Schwester und meine Professoren waren...
Dazu wählt so ziehmlich jeder meiner Mitstudenten edweder komplett Links oder Spd^^
In welchen dunklen Kellern, hängen diese Wähler abWink


Politischer Smalltalk - hans_wurst - 15.05.2017

Immer der Voraussetzung nach, dass man Leistung bei Einstellungen wirklich messen kann. Hast du ne 1 an einer Uni, die Geld machen willst und eine 2 bei einer Uni mit hohen Standards bei einem Bewerbungsgespräch, wen würdest du nehmen, wenn dir noch nicht klar ist, dass die "Ramscheruni" das schnelle Geld machen will? Bis den Unternehmen klar wird, dass die Absolventen einer Uni nicht die Note Wert sind, die sie mitbringen vergehen Jahre. Und bis dahin haben die anderen wahrscheinlich schon mitgezogen.


Politischer Smalltalk - Baru - 15.05.2017

So wie du das skizzierst, dürfte es keine Privatuniversitäten geben, in denen die Abschlüsse schwer sind.


Politischer Smalltalk - Julia - 15.05.2017

Ich kann mir schon gut vorstellen, dass die Abschlüsse bei Privatunis besser ausfallen, als sonstwo. Jedoch glaube ich auch, dass Privatunis bestrebter sind, sich nachhaltig um seine Absolventen zu kümmern und ihnen somit auch was für ihr Geld bieten wollen.

edit: Am allerbesten finde ich ja, wenn die Universitäten und Ausbildungsstätten von jenen gefördert werden, die die Leute, die da rauskommen, auch haben wollen bzw. brauchen bzw. einstellen werden.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 16.05.2017

@Baru:
Zitat:Nachgelagerte Studiengebühren würden diejenigen raussondern, die keine wirkliche akademische Motivation für ein Studium haben. Das würde zu deinem Ziel eigentlich passen.

Man könnte auch argumentieren das schwer zu Geld zu machende Studiengänge dadurch unbeliebter würden.
Mit nachgelagerten Studiengebühren wird man vermutlich noch dreimal mehr nachdenken bevor man eine der typischen Geisteswissenschaften studiert. (Wobei ich mir da nun nicht sicher bin ob das nicht eher positiv ist.)


@Stella:
Zitat:Dazu wählt so ziehmlich jeder meiner Mitstudenten edweder komplett Links oder Spd^^
In welchen dunklen Kellern, hängen diese Wähler abWink

Ich rate mal: Im Nachbarkeller in dem du nie warst und stellen sich dort die Frage warum die CDU nicht selber die absolute Mehrheit stellt. Tongue

Das Problem der "Filterblasen" ist nicht neu und wenn man nicht über seine Filterblase hinausgeht dann verzerrt sich das Weltbild.
Während ich mein Abi gemacht habe, hatte ich einen guten Kumpel mit dem ich gerne mal bei einigen Bier im heimischen Keller die Welt gerettet habe. Die Revolution war nur noch folgerichtig und hätte eigentlich spätestens am nächsten Tag automatisch beginnen müssen. Aber aus wirklich unverständlichen Gründen waren die ganzen Drückeberger und Kleingeister am nächsten Tag trotzdem noch normal zur Arbeit oder zur Schule gegangen und hatten nicht einmal Mitleid uns gegenüber. Wo wir uns doch im heldenhaft Kampf für die Unterdrückten dieser Welt einen Kater angetrunken hatten der nur dadurch zu lösen war, dass wir kurz vor Mittag Mathe schwänzen mussten und ein weiteres, natürlich hoch philosophisches, Bier trinken mussten.

Ich frage mich was aus ihm geworden ist... o.O
Ich habe meine Tochter bekommen, was meinen revolutionären Drang wirklich gebremst hat. Bei ihm würde es mich echt nicht wundern wenn er mittlerweile von einer beglischen Reiterstaffel niedergetrampelt worden ist.

Ähm was ich sagen will ist: Schon wenn man einen Satz mit "Alle meine Mitwasauchimmer...." beginnt, kann man sich sicher sein, dass das Problem an der mangelnden repräsentativen Menge liegt.


Politischer Smalltalk - Zankyō - 16.05.2017

Zitat:Ich kann mir schon gut vorstellen, dass die Abschlüsse bei Privatunis besser ausfallen, als sonstwo.
Privatunis haben in Deutschland doch eh keine Tradition. Mir fällt da nicht mal eine ein oO Und in den USA fallen die Abschlüsse höchstens deshalb gut aus, weil die privaten "Elite"-Unis halt sehr selektiv sind (das wird dann fälschlicherweise oft als "reinkommen/bezahlen ist schwer, Studium ist einfach" interpretiert).


Politischer Smalltalk - menag - 21.05.2017

Iran wählt die Vernunft

Vernunft ist in diesem Fall Hassan Rohani. Der als moderat geltende iranische Präsident wurde bei den Präsidentschaftswahlen wieder gewählt. Schon bei seiner ersten Wahl wurde er immer wieder als der Moderate bezeichnet, der die Menschenrechtslage im Iran verbessern würde. Das ist natürlich nicht der Fall gewesen. Die Hinrichtungszahlen hatten einen Höchststand der letztmalig 1989 erreicht wurde, Frauen wurde das Fahrradfahren per Fatwa verboten, "satanische" und "homosexuelle" Frisuren wurden verboten (Pferdeschwänze wurden bereits 2010 verboten). Homosexuelle werden weiterhin an Baukränen aufgehängt und Minderjährige sitzen im Knast.

Edit: Das beste ist übrigens
Zitat:Damit entscheidet sich das Land gegen den Populismus - und für einen prowestlichen Kurs.
Der Iran als Bollwerk gegen den Populismus.


Politischer Smalltalk - hans_wurst - 21.05.2017

Danke. Ich hatte bisher immer nur Positives von dem gehört (Annäherung an Israel und co). Hast du dafür Quellen?
Es ist schon erstaunlich. Da lese ich diese Überschrift bei spon und das erste was ich denke ist "Wenn die das schreiben, kann das eigentlich nicht so sein"


Politischer Smalltalk - hans_wurst - 24.05.2017

Ich habe es gestern endlich ins Kino geschafft und National Bird angesehen. Ich finde die Doku sehr interessant, wenn es auch keine neuen Fakten gibt. Trotzdem möchte ich jedem politisch Interessierten diesen Film ans Herz legen. Ich denke, jede gekaufte Kinokarte setzt ein Statement und zeigt den Betroffenen, dass sie nicht allein mit ihren Sorgen sind
http://kinofinder.kino-zeit.de/programmsuche/national-bird


Politischer Smalltalk - menag - 28.05.2017

Seit mehreren Tagen gibt es nun schon Kämpfe auf den Philippinen mit dem IS. Es sind wohl bisher mindestens 46 Menschen gestorben, davon 11 Zivilisten.


Politischer Smalltalk - Kirin - 29.05.2017

@menag
Danke, ich habe das gar nicht wirklich mitbekommen. Wurde wohl von dem Manchester-Anschlag in den deutschen Medien etwas überschattet Neutral
Inzwischen sind es wohl schon 19 tote Zivilisten.

---

Hier ein sehr lesenswerter Artikel aus telepolis über islamisch-fundamentalistische Strukturen in England.
Im Artikel wird sich mehrfach auf ein ebenfalls lesenswertes Interview mit der Politologin Elham Manea bezogen, hier verlinkt.

In GB sind Scharia-Gerichte seit Mitte der 90er legal, was anscheinend stark zur Bildung von Parallelgesellschaften beigetragen hat.

Zitat:Elham Manea, die sich in ihrem Buch "Woman and Sharia Law" (Frauen und das Scharia-Recht) mit der Thematik intensiv befasst, beschreibt eine erschreckende Ideenwelt hinter der biederen Fassade des ISC. So traf sie bei ihren Recherchen auf Geistliche, die sich dafür aussprachen, Dieben die Hand abzuhacken. Andere befanden Mädchen ab der Geschlechtsreife, also ab 12 oder 13, für heiratsfähig.

Manea erwähnt einen Fall, in dem ein Gericht über den Scheidungsantrag einer jungen Frau, die in Pakistan mit ihrem Cousin verheiratet worden war, zu befinden hatte. Bereits in der Hochzeitsnacht hatte er sie vergewaltigt. Das sah das fragliche Gericht anders: Seitdem sie verheiratet seien, könne es sich nicht um eine Vergewaltigung handeln.

Wieder andere fanden es fair, dass in Erbschaftsangelegenheiten Frauen die Hälfte dessen bekommen, was Männer erhalten.

Auch Suhaib Hasan vom ISC offenbart ein fragwürdiges Rechtsverständnis: "''Er hat ihr vergeben, doch sie will nicht mehr', erklärt in einer Sitzungspause Dr. Hasan. 'Ein gewöhnliches Gericht würde diese Ehe sofort lösen. Dagegen versuchen wir, die beiden zu versöhnen'", so rp-online. "Er hat ihr vergeben"? Er, das ist ein prügelnder und vergewaltigender Ehemann, von dem eine junge Britin, die als 15-Jährige mit ihm zwangsverheiratet wurde, sich scheiden lassen wollte. Ihr Vergehen, dass er ihr so großzügig "vergeben" hat: Die junge Frau hat Alkohol getrunken.

Zitat:Innerhalb von Jahrzehnten konnte sich dort ein stark abgeschottetes muslimisches System, ein Staat im Staat, entwickeln, in dem nicht nur das auch hier übliche Angebot an Dienstleistungen in Herkunftssprache, Ärzte, Apotheker, Anwälte, Bankberater, etc. vorhanden ist, und die auch hier bekannten Probleme, immer mehr und immer jüngere verschleierte Mädchen, Zwangsheiraten, Kinder-Ehen, Schulprobleme wie Nicht-Teilnahme am Sport- und Schwimm-Unterricht, etc. auftreten, sondern in dem sogar ein eigenes Rechtssystem etabliert werden konnte.

Die Folge ist ein extrem frauenfeindliches Klima. No-go-Areas für Mädchen und Frauen, die komplett aus der Öffentlichkeit verbannt werden. Ein frauenfeindliches Klima, in dem nicht nur Mädchen heranwachsen, sondern auch Jungen. Von denen offenbar viele den offen ausgelebten eliminatorischen Frauenhass des IS als Krönung der gesellschaftlichen Ordnung betrachten.



Politischer Smalltalk - menag - 29.05.2017

Ich habe davon schon letzte Woche Dienstag das erste mal erfahren, jedoch nur über Facebook und zunächst keine andere Quelle im Internet gefunden (damit meine ich: seriöse Zeitung).

@Scharia-Gerichte: Ich habe vor einiger Zeit mal einen Artikel dazu gelesen, der das alles eher beschwichtigend geschildert hat. Die Scharia-Gerichte würden vor allem einfach Ehen auflösen, offenbar war das aber primär eine Verharmlosung oder hat zumindest eben diese Fälle unterschlagen.


Politischer Smalltalk - Kirin - 29.05.2017

menag;22315 schrieb:Die Scharia-Gerichte würden vor allem einfach Ehen auflösen, offenbar war das aber primär eine Verharmlosung oder hat zumindest eben diese Fälle unterschlagen.
Tun sie auch primär, allerdings nach für uns schwer nachvollziehbaren islamischen Grundsätzen, der nun eher nicht auf Seite der Frauen steht, wird ja auch im Artikel beschrieben:

telepolis schrieb:Mit dem Schwerpunkt "Familienrecht" ist das Problem im Prinzip schon umrissen: Zur selbst gewählten Zuständigkeit gehören in erster Linie Scheidungen und Erbschaftsangelegenheiten. "Laut islamischem Recht müssen Männer nur drei Mal 'Ich lasse mich scheiden' sagen, um sich von ihren Frauen zu trennen. Frauen hingegen brauchen den Segen der Geistlichen", zitiert die Bild-Zeitung die Wissenschaftlerin Machteld Zee.
Anscheinend gibt es hier dann teilweise Schutzgelderpressungen, durch die allein Frauen diesen 'Segen' erhalten können.
Zitat:Natürlich bleibt es den muslimischen Frauen auch in Großbritannien unbenommen, ein weltliches Gericht mit der Scheidung zu betrauen. In vielen Fällen müssen sie das sogar. Das Problem ist nur, dass in den muslimischen Communities diese Scheidungen nicht anerkannt werden, was unter Umständen harte Konsequenzen für die betroffenen Frauen haben kann: Binden sie sich neu, gelten sie als Ehebrecherinnen.

[...]

Die Frauen haben keine Möglichkeit, sich einen Rechtsbeistand zu suchen, sondern sind allein mit dem Richter konfrontiert, und können auch keine Gutachten beibringen. Machteld Zee spricht in ihrer Doktorarbeit von Frauen, die von den "Qadis", den Richtern ausgelacht statt geschieden wurden.

Auch ISC-Generalsekretär Suhaib Hasan scheint, vorsichtig formuliert, eher bestrebt, Ehefrauen davon zu überzeugen, bei ihren prügelnden Ehemännern zu bleiben, statt ihrem Martyrium schnell ein Ende zu bereiten.



Politischer Smalltalk - Baru - 29.05.2017

Gab es auch Vorschläge, wie man das Problem lindern kann?


Politischer Smalltalk - Kirin - 29.05.2017

Ja. Lest halt mal das Interview / den Artikel. Roll