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Politischer Smalltalk - menag - 03.02.2017

Skafdir;17752 schrieb:
Zitat:Dass China also exportieren will und sich nun dafür Europa sucht, wird auf Deutschland eher negative Auswirkungen haben

Durchaus richtig. Aber den Untergang der deutschen Wirtschaftsmacht wie die FAZ ihn herbei schreibt sehe ich trotzdem nicht.

Ja, leider nicht Cry

Skafdir;17752 schrieb:Die USA sind durchaus der Vorreiter, vor allem auf ideologischer Ebene. Was man ja auch daran sieht, das die US-Regierung bereit ist mit der Begründung des Kapitalismus die eigene Bevölkerung leiden zu lassen. Es ist durchaus positiv zu bewerten wenn eine Regierung versucht die negativen Auswirkungen des Kapitalismus von der Bevölkerung abzuhalten. Eigentlich sollte das insgesamt das Selbstverständnis von Staaten sein. Positive Auswirkungen zulassen, negative abwehren.
Noch idealer wären natürlich Staaten die versuchen direkt kaptialismuskritisch zu sein. Gleichzeitig bin ich auch ein großer Befürworter von Einhörnern für alle.

Die USA haben es mit vier mal so vielen Einwohnern wesentlich schwerer die negativen Auswirkungen des Kapitalismus innerhalb des Landes zu verschleiern. Der deutsche Staat dagegen kann die negativen Auswirkungen ans europäische Ausland exportieren, die Peripherie.

Skafdir;17752 schrieb:Wie du darauf kommst das ich Deutschlands Rolle in der Welt insgesamt besser bewerte ist mir etwas schleierhaft. Scheinbar bin ich zu leise und vorsichtig in meiner Kritik am Neoliberalismus und an Deutschlands Rolle in der EU?
Also ernsthaft, ich habe nicht das Gefühl an Kritik zu sparen.

Mir ist tatsächlich nicht sehr viel Kritik deinerseits an der Vormachtsstellung Deutschlands innerhalb der EU bekannt. Das einzige was du hoch und runter betest ist, dass es ein vereintes sozialstaatliches Europa geben solle (was für eine traurige Linke, in der die Utopie in einem sozialstaatlichen Europa besteht).

Skafdir;17752 schrieb:Derzeit leben wir nun einmal in einem nationalstaatlichem Kapitalismus. Da kann man noch so sehr gegen sein der Fakt bleibt erstmal bestehen.

Man könnte es wenigstens kritisieren, statt ständig alle negativen Eigenschaften des Staates auf die USA zu projezieren.

@Patriotismus: Ich glaube nicht, dass es einen Patriotismus gibt, der keine fremden in irgendeiner Form ausschließt. Ich würde auch nie behaupten, der US-Patriotismus oder der französische seien durchweg positiv. Gerade der europäische Patriotismus hatte schon immer großes völkisches Potential, gerade die osteuropäischen Staaten wie Ungarn und Polen.

Skafdir;17752 schrieb:Sagen wir mal Argentinien würde EU-Mitglied werden wollen und hätte alle Bedingungen erfüllt, dann hätte ich damit überhaupt kein Problem.

Und jetzt kommen wir mal zur kapitalistischen Realität: Welche Bedingungen wären das denn, dass Argentinien aufgenommen werden würde? Diese "Utopien", die du dir hier ausmalst sind doch in einer kapitalistischen Welt so realitätsfern wie die kommunistische Revolution in Deutschland. Aber das gibst du zum Glück selbst zu:

Skafdir;17752 schrieb:Es geht mir bei der Idee der EU auch absolut darum das es als Staatengemeinschaft leichter ist im globalen kapitalistischen Wettbewerb nicht unterzugehen. Nicht weil ich das irgendwie gut fände, sondern einfach weil es derzeit eine Realität ist die nicht von heute auf morgen abzuschaffen ist.

Statt also den Kapitalismus zu kritisieren, versteckst du dich im nationalen, wie es die Sozialdemokratie mit den Kriegskrediten tat. Und da die EU wettbewerbsfähig sein soll, ist auch klar, welche Staaten hier nicht mitmachen können: Fast alle afrikanischen und asiatischen Staaten und vermutlich auch Südeuropa. Die Politik der SPD hat genau die selbe Grundlage wie deine: Wettbewerbsfähigkeit Deutschland (bei dir halt Europa).

Skafdir;17752 schrieb:Bildlich gesprochen: Anstatt gegen Windmühlen zu kämpfen bemühe ich mich eher auf den Bau von Windmühlen Einfluss zu nehmen.

Man könnte auch beides machen.

Ich verstehe nun aber deine Vorwürfe gegen Antideutsche noch weniger. Diese machen ja tatsächlich beides: Eine allgemeine Staatskritik und trotzdem sieht man, dass es derzeit de fakto Nationalstaaten gibt und es so lange auch den jüdischen benötigt. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass du dich mit der nationalen Sache gemein machst um im Kapitalismus zu bestehen, wärend es Antideutsche tun um den einzigen jüdischen Schutzraum zu erhalten. Da sehe ich letzteres tatsächlich eher als sinnvolles Motiv an.

FireBird;17758 schrieb:Egal was passiert, man lernt aus seinen Fehlern nichts.
Auch die großen Kriesen haben keine langfristigen Änderung nach sich gezogen.
Daher gehen die Chancen für eine Änderung gegen 0, auch wenn es einen kompletten Crash gibt.

Man lernt offenbar nicht aus den Fehlern: Trotz einer Dauerkrise des Kapitalismus (von einer wirklich krisenfreien Zeit kann man zu fast keinem Zeitpunkt reden) ist deine Konsequenz den Kapitalismus zu befürworten, statt ihn abzuschaffen. Dass dies nicht von alleine passiert und nicht nur auf Grund einer Krise sollte jedem halbwegs vernünftigen Menschen klar sein. Alles andere wäre ja absurd, mit Krisen umzugehen hat der Kapitalismus gelernt.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 03.02.2017

Zitat:Ja, leider nicht

Manchmal wünschte ich, ich könnte diese "nach mir die Sintflut Einstellung" auch noch haben. Dann müsste ich meine Idealismus auch nicht hinten anstellen.

Zitat:Die USA haben es mit vier mal so vielen Einwohnern wesentlich schwerer die negativen Auswirkungen des Kapitalismus innerhalb des Landes zu verschleiern.


Ein durchaus guter Punkt. Man sollte dabei aber auch bedenken, dass sich die USA nicht einmal Mühe geben.
Das es für ein so großes Land auch schwieriger ist, ist dann aber nicht von der Hand zu weisen.

Zitat:Mir ist tatsächlich nicht sehr viel Kritik deinerseits an der Vormachtsstellung Deutschlands innerhalb der EU bekannt.

Könnte sein das zumindest in diesem Forum da nicht soviel zu finden ist. Aber zu anderen Zeiten, an anderen Orten gibt es einiges zu finden. Nur immer unter der Prämisse eines geeinten Europas. (Sprich ein geeintes Europa mit Deutscher Vormachtsstellung ist mir dann doch lieber als gar keins. Idealfall: Ein geeintes Europa in dem die Interessen aller beteiligten vertreten werden und das sich vor allem darum bemüht in den derzeit wirtschaftlich weniger starken Gebieten entsprechende Investitionen zu tätigen. - z.B.: Vernünftige Infrastrukturprogramme für Griechenland statt weiterer Kredite und vor allem anstatt weiterer Privatisierungen. Tafelsilber verkaufen hat bislang noch niemandem auf Dauer geholfen.)

Zitat:Ich glaube nicht, dass es einen Patriotismus gibt, der keine fremden in irgendeiner Form ausschließt

Vermutlich nicht. Ich würde auch nicht behaupten das ein Patriotismus auf europäischer Ebene per se ungefährlich wäre.
"Besser als" heißt nicht unbedingt "gut".

Zitat:was für eine traurige Linke, in der die Utopie in einem sozialstaatlichen Europa besteht

1. Ich spreche nicht für die europäische Linke sondern lediglich für mich.
2. Meine Utopie ist eine andere, ein sozialdemokratisches Europa ist lediglich ein Ziel von dem ich glaube das es innerhalb meiner Lebenszeit erreichbar ist.

Zitat:Man könnte auch beides machen.

Könnte man?
Wie passt es zusammen?
Wenn ich Idealismus und Pragmatismus gleichermaßen betreiben will dann sehe ich eigentlich folgende Option:
Die eigentliche Handlung wird pragmatisch bestimmt, während das was man sagt von Idealismus geprägt ist.
Ergo: Ich rede darüber welche tollen Sachen alle erreichbar sein sollten, während ich mich in meinen Handlungen mit vielleicht 10% davon zufrieden gebe.
Da gebe ich doch lieber von Anfang an zu, dass viel mehr als diese 10% nicht erreichbar sind, anstatt irgendwelche Luftschlösser zu bauen. (Nachfolgende sind dadurch hoffentlich näher an meinem Luftschloss dran und erkennen irgendetwas das man als Fundament nutzen kann.)

Zitat:Da sehe ich letzteres tatsächlich eher als sinnvolles Motiv an.

Das Motiv ist tatäschlich gar nicht schlecht. Da will ich nichts gegen sagen.

Die Moral die dahinter steht stört mich. Die Idee der Antideutschen funktioniert nur indem man die nationalistische Denkweise kopiert und die Vorzeichen umdreht.
Anstatt wie alle anderen Nationalisten dem "eigenen Volk" bessere Qualitäten als dem Rest der Welt zuzusprechen, sprechen sie dem "eigenen Volk" schlechtere Qualitäten zu.

Und noch abschließend hierzu:

Zitat:Und da die EU wettbewerbsfähig sein soll, ist auch klar, welche Staaten hier nicht mitmachen können

Ist es nicht.
Hier kommt dann wieder das Idealbild: Internationale Kooperation, gerade im Sinne von Staatenbündnissen, sollten auf lange Sicht für eine gerechtere Verteilung sorgen. Davon muss niemand ausgeschlossen werden.
Innerhalb der nächsten Jahre/ Jahrzehnte wird es in der Praxis auf einen Ausschluss hinauslaufen. Dies kann dann aber Schritt für Schritt geändert werden, so dass die Menge der Ausgeschlossenen kleiner wird.

Ich sehe das in der derzeitigen Welt einfach als die realistischste Methode wirklich eine positive Veränderung der Welt zu erreichen.

Ich drehe mal die Fragerunde:
Du lehnst den Kapitalismus, die Nationalstaaten und im Endeffekt auch die EU ab, weil sie ja nur eine Erweiterung der Nationalstaaten ist.
1. Was genau ist dein Idealbild einer Welt?
2. Wie willst du es erreichen?


Politischer Smalltalk - Likedeeler - 03.02.2017

Skafdir;17752 schrieb:Eigentlich sollte das insgesamt das Selbstverständnis von Staaten sein. Positive Auswirkungen zulassen, negative abwehren.
Das ist auch bestimmt das Selbstverständnis der meisten Staaten; die Frage ist dann für wen positive Auswirkungen als wichtig erachtet werden. Ein gewisser James Madison hat das so formuliert:
Zitat:They ought to be so constituted as to protect the minority of the opulent against the majority.
Mit diesem Verständnis sind dann auch die 'kapitalistischen Krisen' keine, da die Privatisierung von Profiten für wenige bei gleichzeitiger Abwälzung von Risiken und Kosten auf die Allgemeinheit dann besonders gut funktioniert.
Spoiler!:



Politischer Smalltalk - FireBird - 04.02.2017

Trump ist so herrlich. Lol
Zitat:@realDonaldTrump
When a country is no longer able to say who can, and who cannot , come in & out, especially for reasons of safety &.security - big trouble!

Zitat: @realDonaldTrump
The opinion of this so-called judge, which essentially takes law-enforcement away from our country, is ridiculous and will be overturned!



Politischer Smalltalk - Gast - 04.02.2017

Ich denke der Führer wäre stolz auf ihn! Irgendwo in der Hölle verdrückt er wahrscheinlich gerade eine Träne der FreudeWink


Politischer Smalltalk - Skafdir - 04.02.2017

Der Führer? Hätte vermutlich einiges zum offenkundigen Bildungsgrad von Trump zu sagen.

Ich meine, meine Interpunktion ist,. ja schon schlimm, aber das was , Trump da - abliefert.? Sad!

Abgesehen davon:

Zitat:so-called judge, which

Bei einem "judge" handelt es sich gemeinhin um eine Person. Ergo: "who"
Es sei den Trump hat hier bewusst "which" gewählt um den Richter noch weiter zu beleidigen. Zuzutrauen wäre es ihm. Leider ist ihm genauso gut zuzutrauen das ihm gar nicht klar ist das er hier das falsche Relativpronomen genommen hat.

Es sind gerade 2 Wochen und die 8 Bushjahre wirken im nachhinein gerade normal. o.O

Ernsthaft ich glaube wirklich nicht das Hitler soviel offenkundige Dummheit gut heißen würde.
Die Bevölkerung darf gerne blöde sein, aber doch nicht die Regierung.


Politischer Smalltalk - Gast - 04.02.2017

Skafdir;17843 schrieb:Es sind gerade 2 Wochen und die 8 Bushjahre wirken im nachhinein gerade normal. o.O
Es sind gerade erst 2 Wochen? Dabei hat er schon Satiere Material für 10 Jahre geliefert^^

Skafdir;17843 schrieb:Ernsthaft ich glaube wirklich nicht das Hitler soviel offenkundige Dummheit gut heißen würde.
Die Bevölkerung darf gerne blöde sein, aber doch nicht die Regierung.
Wie oft haben wir über den running gag mit den Affen als Präsidenten gelacht... Jetzt ist es tatsächlich wahr gewordenWink Amerika halt.


Politischer Smalltalk - FireBird - 04.02.2017

Der betreffende Richter wurde von George W. Bush eingesetzt, was es noch kurioser macht.

Und laut dem letzten Aufwachen Podcast hat Trump in seinen Bücher geschrieben, dass man sein Gegenüber nicht wissen lassen sollte wie weit man geht. Trump tut nur das Gegenteil und hat alle Karten schon auf den den Tisch gelegt.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 04.02.2017

Ein ganz großes Problem an der Stelle ist vermutlich tatsächlich das er mit der Idee man könne einen Staat wie einen Betrieb führen an die Arbeit gegangen ist. (Zumindest wäre das eine Möglichkeit um die Sache nicht ganz so fatal zu sehen wie sie ist...)
Das erklärt zum Beispiel auch sein recht rüpelhaftes Verhalten gegenüber dem australischen Premier Turnbull.

Bei Geschäftsverhandlungen kann man es sich bis zu einem gewissen Punkt erlauben es sich mit bestimmten Geschäftspartnern zu verscherzen, wenn es immer noch genug andere mit dem gleichen Angebot gibt. Der Ruf ein "harter Hund" zu sein, kann durchaus Verhandlungsvorteile bringen.
Als Staatschef ist nur dummerweise jedes Land für sich und damit mehr oder weniger konkurrenzlos. Trump hat halt kein zweites Australien zu dem er Beziehungen aufbauen kann.

Schlimm ist nur das diese Idee das man mit einem "Businessman" einen besseren Politiker hätte mittlerweile recht verbreitet.
Oder anders ausgedrückt:


Politischer Smalltalk - FireBird - 05.02.2017

Sahra Wagenknecht (Die Linke) - Jung & Naiv: Folge 295
Frau Wagenknecht drescht bei Thilo Jung einige Phrasen, aber zu mehr reicht es leider nicht.
0) Die SPD/CDU sei an den schlecht bezahlt Jobs und dem kaputten Sozialstaat schuld.
Gesetzliche Rente soll per Umlage finanziert werden, es sollen auch Politiker und Selbstständige.
Leider liefert Frau Wagenknecht keine konkrete Antwort, wie dieses System funktionieren soll.
Durch den demograpischen Wandeln entsteht so oder so ein Problem, dass sich durch diese Änderung nicht lösen lässt.

1) Große sollen Vermögen besteuert werdem.
Was sind „große Vermögen“?
Wie will man es verhindern, dass diese Vermögen ins Ausland verlagert werden?

2) Studiengebühren: Es gibt in DE nirgendswo mehr Studiengebühren.
Es gibt nur ein Semesterbeitrag, aber den gab es auch schon Anfang der 90er.
Bafög gibt es auch.
Ich weiß nicht so ganz was Frau Wagenknecht mit einer finanziellen Anhängigkeit meint.

3) Andere Wirtschaftsordnung, die Wirtschaft dürfe nicht in der Hand weniger liegen.
„Niemand soll von der Arbeit anderer leben können.“
Bedeutet, dass alle Händler abgeschafft werden müssen, da diese durch den Verkauf von Produkten die von anderen erzeugt wurden einen Gewinn erzielen. Dabei profitieren eigentlich beide Seiten davon.
Wie weltfremd ist diese Frau?

4)Demokratie funktioniere nicht, da die Konzerne Parteien/Politiker kaufen können.
In einer Demokratie geht sowas nicht, da es da keine Politiker gibt und die Volksvertreter per Los bestimmt werden. Aber auf die Idee ihren eignen Berufsstand abzuschaffen kommt Frau Wagenknecht natürlich nicht. Lieber haut sie auf die Konzerne ein, da Politiker unfehlbar sind.
Dazu sei auch dieser Artikel zu empfehlen Zur Wahl steht: Die Demokratie

5) „Man braucht keine Monsterunternehmen, da es nur Sinn für Lohndumping und Steuerdumping macht.“ Das Unternehmen solle den Arbeitern gehören.
Frau Wagenknecht äußert sich wie die Rechten, äußert globalisierungskritisch und protektionistisch.
Will wohl ein komplett rückständiges Deutschland erschaffen.

6) Haut weiter auf Leiharbeit und befristete Verträge ein.
Also ein Versagen der Politik und auch der Gewerkschaften, aber nicht der Unternehmen.

7) „Wir sind nicht Teil des Parteienkartells, dass dieses Land seit vielen Jahren verwaltet und dass für diese unsäglichen Zustände verantwortlich ist.“
Frau Wagenknecht leugnet die Regierungsverantwortung, die die Linke viele Jahre im Senat von Berlin hatte und damit ist Die Linke sehr wohl Teil dieses „Parteienkartells“ und damit auch mit verantwortlich.
Wie weltfremd ist diese Frau?


Politischer Smalltalk - Skafdir - 05.02.2017

Zu Punkt 0: Sie hat prinzipiell recht. Klar ist das in der halben Stunde nun kaum vollkommen befriedigend ausgearbeitet, aber haben andere Parteien ausgearbeitete Ideen?
CDU sagt im Punkt Rente eigentlich nur "weiter so" und verspricht dabei das sich irgendetwas ändert... o.O?
SPD hat bisher noch kaum konkretes gebracht, was nun langsam mal passieren muss wenn sie den Schulzbonus nicht wieder verlieren wollen.
Grüne sind in der Hinsicht sowieso extrem wage. Aber die würden sich ja auch die eigene Klientel verprellen.
AfD lebt sowieso nach dem Motto: "Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht."
und dann gibt es da noch so eine merkwürdige Partei... die aus irgendwelchen Gründen echte Chancen hat in den Bundestag zu kommen. Aber mir will der Name dieser Partei gerade nicht einfallen. So eine Interessensvertretung für Hoteliers und Börsenmarkler.

Was insgesamt stimmt ist: Es ist ein Unding das man sich in diesem Land aus den Solidarsystemen rauskaufen kann sobald man genug Geld hat. (Oder rauskaufen muss wenn man z.B. verbeamtet ist - Zwang zur privaten Krankenversicherung.)
Solidarsysteme funktionieren nur dann wenn wirklich jeder einzahlt, gerade diejenigen die viel Geld haben.

Zu Punkt 1: Das ist immer das Problem. Aber die Lösung kann ja auch nicht sein von jedem der mehr als 10€ auf dem Konto hat sofort die Finger zu lassen.

Zu Punkt 2: Hier gibt es ganz andere Probleme. Die Studiengebühren sind so weit weg, ob es sie nirgends mehr gibt weiß ich nicht, aber sie sind weg. Die Finanzierungssysteme müssen trotzdem bearbeitet werden.
Die derzeitige Konzentration auf Drittmittel ist ein Unding.
Grundlagenforschung ist kaum noch möglich, weil damit keine Drittmittel geholt werden.
Medizinische Forschung geht verstärkt in den profitablen Bereich.
Geisteswissenschaft werden fast überall zu tote gespart.
Kurzum Universitäten werden zu Zuarbeitern für Konzerne. Damit habe ich nicht mal aus Prinzip ein Problem. Wenn eine Firma eine Universität für Forschung bezahlt, dann ist nicht zu verurteilen. Dann sollten aber die frei gewordenen Mittel in Projekte reingehen die eben keine Drittmittel kriegen.

Zu Punkt 3: Ich nehme mal an was damit gemeint ist, ist eher ein: "Niemand soll von der Arbeit anderer Leben können, ohne das diese Anderen nicht entsprechend entlohnt werden."
Die Aussage ist ja auch unabhängig von jedem Wirtschaftssystem Schwachsinn. Menschen sind soziale Tiere und leben als solche immer auch von der Arbeit anderer Menschen. Entweder durch gegenseitigen Schutz oder durch irgendeine andere Form von Unterstützung.
Menschen sind alleine nicht lebensfähig und so sehr ich Wagenknecht nicht mag, als Politikerin der Linken sollte ihr das durchaus klar sein. (Hoffe ich...)

(hier springe ich kurz)

Zu Punkt 6: Auch der Unternehmen. Auch Unternehmer haben eine soziale Verantwortung. Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Artikel 14 Absatz 2 GG. Damit ist nicht gemeint das der Besitz eines Vorgartens dich zum Rasen mähen verpflichtet.
Aber ja ich würde hier auch in erster Linie Politik und Gewerkschaften in die Pflicht nehmen.
Wenn ich Leuten die Möglichkeit gebe sich auf Kosten anderer zu bereichern, dann darf ich mich nicht beschweren wenn diese Möglichkeiten genutzt werden.

Zu Punkt 7: Volle Zustimmung. Die Linke regiert auf Landesebene seit Jahren mit und hat dort keine großen Hang dazu gezeigt sich ernsthaft von einem mitte-links-Flügel der SPD zu unterscheiden.

Was ich sagen will ist: Ja es gibt viel zu kritisieren bei dem was sie sagt. Aber das ist nun nicht prinzipiell besser oder schlechter als bei jedem anderen Politiker auch. Der einzige Unterschied hier ist: Sie argumentiert nicht auf der gleichen Linie wie Politiker von CDU und SPD und deshalb fällt das Rumgeseiere vielleicht etwas mehr auf, einfach weil man den Text nicht so gut mitsingen kann.


Politischer Smalltalk - Gast - 05.02.2017

Skafdir;17877 schrieb:Zu Punkt 2: Hier gibt es ganz andere Probleme. Die Studiengebühren sind so weit weg, ob es sie nirgends mehr gibt weiß ich nicht, aber sie sind weg. Die Finanzierungssysteme müssen trotzdem bearbeitet werden.
Die derzeitige Konzentration auf Drittmittel ist ein Unding.
Grundlagenforschung ist kaum noch möglich, weil damit keine Drittmittel geholt werden.
Medizinische Forschung geht verstärkt in den profitablen Bereich.
Geisteswissenschaft werden fast überall zu tote gespart.
Kurzum Universitäten werden zu Zuarbeitern für Konzerne. Damit habe ich nicht mal aus Prinzip ein Problem. Wenn eine Firma eine Universität für Forschung bezahlt, dann ist nicht zu verurteilen. Dann sollten aber die frei gewordenen Mittel in Projekte reingehen die eben keine Drittmittel kriegen.


Das ist sogar ein unterschätztes Problem! Hier kann ich ja durchaus von erfahrung sprechen, dass es trotzdem noch extrem schwer ist ein Studium zu finanzieren! Die meisten müssen nebenher noch halbtagsarbeiten, um irgendwie über die runden zu kommen. Bafög ist auch für viele schwer zu bekommen, da es sehr börokratisch ist und viele daran einfach verzweifeln. (dazu verschuldet man sich ja auch) Nebenkosten wie Laptops, Bücher, Nachteilsausgleich etc. sind in Satz nicht mit ein berechnet. Dazu kommt natürlich noch eine generelle einstellung bei den Ämtern, das Harz 4 Kinder nicht studieren sollen. (Da gibt es also auch keine aufklärung oder hilfestellung). Es passiert sehr vielen, dass sie ein Studium wegen den äußeren umständen nicht schaffen oder sich dank mangelnder aufklärung auf die komplett falsche Studien Richtung stürzen... Mit Geld kann man sich das leisten, wenn man nicht das Geld hat ist so ein Fehlschlag dann meistens schon das Studien Ende!


Politischer Smalltalk - FireBird - 05.02.2017

Für die Bürokratie gibt es entsprechen Stellen die einem dabei helfen sollen.
Und für Bücher gibt es Bibliotheken, sowohl Offline, als auch Online. Nicht alles immer ganz legal, aber wenn interessiert sowas?


Politischer Smalltalk - FireBird - 11.02.2017

Christian Lindners Auftritt beim Neo Magazin Royale war ziemlich überzeugend.
Sowas würde ich keinem der Parteivorsitzenden der anderen etablierten Parteien zutrauen.

Hier kann man sich es bei Interesse anschauen.


Politischer Smalltalk - FireBird - 12.02.2017

Newsflash: Frank-Walter Steinmeier ist mit 75% neuer Bundespräsident geworden.