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Politischer Smalltalk - Likedeeler - 26.01.2017

Zitat:Schulz redet in dieser Sendung so wie ein Sozialdemokrat reden muss, er sagt, man müsse die Demokratie gegen die ökonomischen Wettbewerber verteidigen, er fordert mehr „Verteilungsgerechtigkeit“.
Ich weiß nicht wie das mit den 'ökonomischen Wettbewerbern der Demokratie' zu verstehen ist, aber 'Verteilungsgerechtigkeit' halte ich, gerade von einem Seeheimer, nur für Sozi-Blabla. Nicht auszuschließen, dass er tatsächlich umdenkt, aber wenn er nicht konkreter wird gebe ich da überhaupt nichts drauf.


Politischer Smalltalk - FireBird - 26.01.2017

Skafdir;17592 schrieb:Das klingt nun erstmal nach: Libertär unabhängig von der Position zur Wirtschaft.
Libertär geht eigentlich etwas zu weit, der Staat sollte zumindest die komplette Kontrolle über die Grundversorgung haben.
Also Wasser-, Strom-, Gasnetze, sowie Gesundheitsvorsorge und natürlich ebenso die Bildung.
Zitat: Aber dann ergibt die AfD auch wieder keinen Sinn, weil die eine extrem autoritäre Position haben.
Ich bewerte Partei nicht nach ihrem Wahlprogramm, sondern nach ihrem Handeln, da das Wahlprogramm nach der Wahl kaum eine Relevanz zu haben scheint.

Zitat:Die Positionen zur Bildungspolitik sind auch alles andere als positiv. Im Prinzip wollen sie die Einführung einer vollständig staatlich gelenkten/ interessensgeleiteten Bildungspolitik. (z.B. Geschichtsunterricht soll darauf ausgerichtet sein, dass man ein positives Bild von Deutschland kriegt. Stärkung von Patriotismus.)
Grundsätzliche sehe ich kein Problem mit Patriotismus, außerhalb von Deutschland wird dieses Thema auch deutlich weniger kritisch gesehen. (Jeweils auf das eigene Land bezogen).
Dazu haben wir momentan ein, zumindest in Teilen von der Wirtschaft gelenktes Bildungssystem, was ebenso kritisch zu sehen ist.
Zitat:Also meine Frage, falls du sie beantworten willst:
Was sind den die positiven Eigenschaften die eine Partei mitbringen sollte, damit du sie wählen würdest?
Puh, die Frage ist schwer zu beantworten, ich kann man mal einfach ein paar Punkte auflisten die für mich eine Relevanz haben, das stellt keine vollständige Übersicht da, sondern nur einen Ausschnitt.
-Freiheit für den Bürger zB:
-"Zweckentfremdungsverbot": Dieses Gesetz verbietet einem seine Wohnung während seiner Abwesenheit über einschlägige Portale weiterzuvermieten, obwohl dabei niemanden ein Schaden entsteht. Es wird kein Wohnraum entzogen, sondern nur das Hotelgewerbe protegiert und eine teilweise Refinanzierung des Urlaubs verhindert.

- Reformation des Gesundheitssystems: Niemand braucht einen Zwang zur Krankenversicherung, nur die Kassen brauchen den Zwang jeden aufzunehmen, man sollte also das aktuelle Prinzip umkehren.
Dazu braucht niemand 118 verschiedene gesetzliche Kassen, sorgt nur für unnötige Werbe- und Verwaltungskosten.
Sollte man deutlich reduzieren und dafür Sorgen, dass die Rabattverträge nicht andauernd wechseln.

- Einführung eines BGEs, da das aktuelle System absolut untragbar ist und es so oder so notwendig wird.

- Endlich mal die Infrastruktur auf einen akzeptablen Stand bringen, gilt besonders für die Bahn, die nichts anderes tut als die Preise zu erhöhen.

Die Antworten gehen durchaus etwas an der Frage vorbei, aber ich weiß nicht wie ich sonst Antworten soll.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 26.01.2017

Dieses Wochenende soll irgendwann eine größere Ankündigung kommen. (Quelle: Ich glaube es war die Zeit oder die FAZ... eines von beidem. Kann man ja auch total leicht verwechseln. o.O)

Vorher ist deine Vorsicht mehr als berechtigt.
Bei mir bleibt halt das Problem stehen das ich keine vertrauenswürdige pro-europäische Stimme sehe außer Schulz. Hmm

Edit: So ich gebe mal meine Kommentare ab zu dem was du geschrieben hast. Erstmal nur meine persönliche Sicht der Dinge, zum Teil Bestätigung, zum Teil Widerspruch.

Zitat:Also Wasser-, Strom-, Gasnetze, sowie Gesundheitsvorsorge und natürlich ebenso die Bildung.

Ich würde einen Schritt weiter gehen und sagen: Kontrolle über alle Infrastruktur + Bildung
Infrastruktur wirkt wirtschaftslenkend. Eine privatisierte Infrastruktur wird nur dort aufgebaut wo es sich wirtschaftlich lohnt und das führt dazu, dass schon wohlhabende Gebiete wohlhabender werden und arme Gebiete nicht aufgebaut werden. Kann man derzeit gut am Internetausbau beobachten. Das findet nur dort statt wo entweder die Bürger bereit sind selber die Kosten zu tragen oder aber in Ballungszentren wo es sich also wirtschaftlich lohnt.
Hier sollte der Staat die Zügel in die Hand nehmen und für eine zeitgemäße Internetverbindung in allen Gebieten der BRD sorgen.

Zitat:Ich bewerte Partei nicht nach ihrem Wahlprogramm, sondern nach ihrem Handeln, da das Wahlprogramm nach der Wahl kaum eine Relevanz zu haben scheint.

Ziemlich riskant. Das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass du auch eine Partei wählen würdest die das komplette Gegenteil von deinen Forderungen will, einfach weil man ja Glück haben könnte und sie es dann doch nicht machen.
Ich kann das zu einem Teil nachvollziehen, aber ich kann auch verstehen warum manche russisch Roulette spannend finden.

Zitat:Grundsätzliche sehe ich kein Problem mit Patriotismus, außerhalb von Deutschland wird dieses Thema auch deutlich weniger kritisch gesehen.

*schielt auf seinen Avatar* Grundsätzlich bin ich auch nicht gegen Patriotismus, offensichtlich. Mal eben meine Ideen zu Patriotismus:

Deutschland zu mögen, weil man zufällig dort geboren ist, ist billig.
Deutschland mögen wegen irgendwelcher großen nationalen Vorbilder. Warum? Wieso sollte ich von einem Goethe oder Schiller mehr halten als von Shakespeare oder Tschaikowski? Weltweit erbringen Menschen großartige kulturelle und technische Leistungen. Warum sollten diejenigen die zufälligerweise auf dem Gebiet geboren sind auf dem sich heute die BRD befindet für mich mehr Bedeutung haben?
Deutschland zu mögen wegen historischer Erfolge? Erstmal hat man dazu ja nichts beigetragen. Aber hier gilt dann: Wenn man ein Land für die Erfolge feiert, die Misserfolge dabei aber ignoriert, dann hat man ein unvollständiges Bild. Bei einem vollständigen Bild von Deutschland bleibt die Feierlaune einfach aus.

Ein Problem habe ich halt mit Patriotismus nach amerikanischem oder französischem Vorbild, bei dem es einzig um ein Stück Land. Patriotismus sollte einer politischen Idee unterstehen und nicht dem Zufall der Geburt. Deutschland zu mögen weil man die Werte für die es steht verteidigen will, das ist wie ich finde in Ordnung.

Also ich sehe auch nicht grundsätzlich was schlechtes im Patriotismus, solange er überlegt ist.

Zitat:Dazu haben wir momentan ein, zumindest in Teilen von der Wirtschaft gelenktes Bildungssystem, was ebenso kritisch zu sehen ist.

Völlig richtig. Aber man kann doch nicht sagen man ersetzt Kacke durch Scheiße und hätte dann irgendeine Verbesserung bewirkt.

Zitat:Freiheit für den Bürger zB:
"Zweckentfremdungsverbot

Ok das ist natürlich ein enormes Spezialthema mit dem Beispiel.
Aber ich denke dahinter steckt folgende Argumentationslogik: Bei Dienstleistungen von "Privat" sollten weniger Hürden in den Weg gestellt werden.
Finde ich einerseits richtig, andererseits bin ich aber auch durchaus ein Freund davon, das man sich in diesem Land relativ gut auf die Qualität einer Dienstleistung verlassen kann.

Das Problem das ich eher sehe wenn das Zweckentfremdungsverbot weg fällt ist, dass sich dann in Städten die schon Wohnungsmangel haben irgendwelche großen Firmen einnisten indem sie Wohnungen aufkaufen und diese dann als "Hotels" zu überteuerten Preisen vermieten. In dem Moment entsteht eben schon ein Schaden und ist nicht einmal abwegig.
Ein allgemeines Verbot ist dabei allerdings nur Faulheit der verantwortlichen Politiker und sehr wahrscheinlich wirklich eher Lobbyarbeit für Hotels, als Mieterschutz.

Zitat:Niemand braucht einen Zwang zur Krankenversicherung, nur die Kassen brauchen den Zwang jeden aufzunehmen, man sollte also das aktuelle Prinzip umkehren.


Das Stimmt so nicht. Die Krankenversicherung ist ein Solidarsystem, das funktioniert nur wenn alle einzahlen.
Dein Vorschlag hätte folgende Wirkung:
Junge und gesunde Menschen sind nicht versichert und zahlen deshalb auch keinen Cent in die Kasse ein.
Die Kassen finanzieren sich dann ausschließlich über Kranke und Alte, diese können ihre eigenen Kosten aber nicht tragen, wodurch die Krankenkassen nicht mehr im heutigen Sinne funktionieren und entweder pleite gehen und so ersatzlos gestrichen werden müssen oder aber vom Staat aufgefangen werden müssen.
Und schwupps haben wir eine steuerfinanzierte Krankenversicherung, von der aber diejenigen die den Hauptteil der Kosten tragen ausgeschlossen sind, weil sie ja Geld sparen indem sie nicht versichert sind.
(Das ist grob ausgedrückt das wodran der ACA gescheitert ist.)

Die beste Methode (meiner Meinung nach) die Krankenkasse zu reformieren wäre in Schritt 1: Private Krankenversicherungen abschaffen und wirklich jeden in die gesetzliche einzahlen lassen. Das senkt dann auch für den Durchschnitt die Kosten.

Zitat:Dazu braucht niemand 118 verschiedene gesetzliche Kassen, sorgt nur für unnötige Werbe- und Verwaltungskosten.

Stimmt, soweit eine staatliche Stelle diesen Platz einnimmt die bereit ist der Pharmaindustrie auch die Zähne zu zeigen.
(Das wäre dann Schritt 2)
Zwischenedit: Eine steuerfinanzierte Versicherung wäre allerdings auch denkbar, soweit dann auch alle die Leistungen kriegen.

Zitat:Einführung eines BGEs, da das aktuelle System absolut untragbar ist und es so oder so notwendig wird.

Einführung eines BGEs, da das aktuelle System absolut untragbar ist und es so oder so notwendig wird.
So sieht das schon viel besser aus. Tongue

Warum will ich das "B" streichen?
Hier schließe ich nun von mir auf andere:
Was würde ich tun wenn ein "bedingungsloses" Grundeinkommen eingeführt würde.
Schritt 1: Ich suche mir eine Frau mit Kinderwunsch
Schritt 2: Wir kriegen Kinder und zwar nicht nur 1 oder 2 Kinder.
Schritt 3: Keiner muss arbeiten weil wir mit 5 bis 6 mal Grundeinkommen ausgestattet sind und damit soviel Geld zur Verfügung haben das wir nichts nötig haben.
Schritt 4: Inflation steigt? "Schatz? Wie wäre es mit einem weiteren Kind?"

Ich habe meine Großfamilie in der ich mich sowieso am wohlsten fühle und muss nicht arbeiten. Klingt gut, aber staatlich nicht tragbar. Deshalb muss das Einkommen an Bedingungen geknüpft sein.

z.B. Ein "Haushaltsgrundeinkommen":
In einem Haushalt bekommt Person A 100% GE; Person B 60%; Person C 40% und jede weitere Person noch 25%. (Als ein Beispiel.)
Es lohnt sich immer noch eher große Haushalte zu gründen, da mehr Personen die Lebenshaltungskosten nicht linear steigen lassen. (z.B. Ob ich für 1 oder 2 Personen koche macht einen großen Unterschied. Ob ich für 4 oder 6 Personen koche fällt kaum auf.)

Wäre nur mal ein alternativer Vorschlag.

Zitat:Endlich mal die Infrastruktur auf einen akzeptablen Stand bringen

Jap. Infrastruktur ausbauen ist fast immer eine gute Idee für einen Staat. Es kostet halt nur Geld und das ruiniert uns die schöne schwarze Null.

Zitat:Die Antworten gehen durchaus etwas an der Frage vorbei, aber ich weiß nicht wie ich sonst Antworten soll.

Überhaupt nicht, sie sind halt sehr konkret. Aber über konkrete Ideen kann man immerhin auch gut reden. ^^

Ich sehe nun auch dein Problem mit Parteien, weil das tatsächlich eine politisch recht bunte Mischung ist.
Ich würde dir trotzdem eher eine Orientierung in Richtung linker Parteien empfehlen. Da das was du willst sich im Prinzip auf folgendes runter brechen lässt (soweit man das aus den Aussagen herauslesen kann):
Ein Staat der für seine Bürger da ist, diese aber nicht bevormundet. (Beim Teil der geringen Bevormundung versagen einige Teile des linken Spektrums. Es müsste also etwas links-libertäres sein.)
So wie ich das sehe wärst du quasi im "rechten Spektrum" "linker Politik". Im Prinzip das was die Grünen lange Zeit waren, wenn man ihr Spezialthema Umweltschutz mal ausblendet und sich nur den Rest der Forderungen ansieht.

Nun kommt das Problem das auch ich habe: Es gibt keine echte links-libertäre Partei in diesem Land. Ich hatte große Hoffnung auf die Piraten gesetzt, das sie diese Lücke ausfüllen könnten. Aber der Zug ist wohl abgefahren.

Die AfD steht allerdings sowohl nach ihrem Parteiprogramm als auch nach ihrem Personal in der gegenüberliegenden Ecke im "autoritärem-rechten" Bereich. Ich bin mir deshalb wirklich nicht sicher ob du mit denen glücklich werden würdest.


Politischer Smalltalk - Gast - 27.01.2017

Nun wenn es dir um Pro Europa stimmen geht, kannst du genau sogut merkel wählen^^ (Die hat an einen jetzigen Europa auch nicht auszusetzen)
Die Frage ist nur... Wollen wir wirklich die Eu in ihrer jetigen Form behalten?
In der eigentlich nur Deutschland, Frankreich profitieren... Oder wollen wir nicht lieber eine Eu, in der das Zentral gericht sich für Soziale Dinge einsetz. Indenen Länder Politik machen können. Und in denen wirklich gemeinsam gearbeitet wird und nicht gegeneinader?
Pro Europa kann ich dir ganz viele Leute nennen... Die frage ist halt immer: "Pro Europa für die Bürger oder für die Wirtschaft?" Das macht einen großen unterschied...


Politischer Smalltalk - Skafdir - 27.01.2017

Nein.
Für Merkel und die CDU ist Europa ein Selbstbedienungsladen für nationale Partikularinteressen. Denen geht es nicht um Europa sondern um die Frage wie die BRD am besten von der EU profitieren kann.

Und an der Stelle kann man Schulz schon wieder positiv hervorheben.
Griechenland als ein Beispiel. Zwar stimmt er auch Privatisierungen zu, wie bei seiner grundpolitischen Einstellung nicht anders zu erwarten... leider. Aber immerhin stellt er sich klar und deutlich gegen die allgemeine antigriechische Stimmung.

Schäuble hingegen streicht fröhlich Zinsen aus Griechenland ein und tut so als würden wir irgendwelche Heldentaten vollbringen.

Also ein entschiedenes: Nein!
Merkel und die CDU stehen nicht für die EU, sie stehen für eine starke BRD und sehen dabei die Notwendigkeit der EU, aber bitte so wenig wie eben möglich und auf gar keinen Fall darf es auch nur einen Cent kosten.

Nur weil Politiker intelligent genug sind einzusehen, dass Politik auf nationaler Ebene nicht zukunftsfähig ist, heißt das noch lange nicht das sie für die EU sind. Es bedeutet nur das sie die nationalen Interessen auf internationaler Ebene durchsetzen wollen und zwar gerne auf Kosten derjenigen die man als "Partner" bezeichnet.


Politischer Smalltalk - DeeperSight - 27.01.2017

Untermauert wird das Ganze noch durch den Jahre anhaltenden Exportüberschuss, auf den die Franzosen stinkig waren, was unter Merkel niemanden hier interessierte. Eine richtige und loyale Zusammenarbeit kann selbst mit unserem wichtigsten Verbündeten in Sachen "Vereintes Europa" nicht gefunden werden. Europa war von Anfang an ein notwendiger Wirtschaftskomplex, der immer auf nationaler Vorteilsebene argumentierte. Das Gesülze von Frieden war nur für die Bevölkerung.

Zum weinen, das alles.


Politischer Smalltalk - FireBird - 27.01.2017

Ich fasse mich mal kürzer.
Skafdir;17603 schrieb:
Zitat:Also Wasser-, Strom-, Gasnetze, sowie Gesundheitsvorsorge und natürlich ebenso die Bildung.
Ich würde einen Schritt weiter gehen und sagen: Kontrolle über alle Infrastruktur + Bildung
Infrastruktur wirkt wirtschaftslenkend.
Da hast du recht, war mir unsicher ob ich es auflisten soll.

Zitat:
Zitat:Ich bewerte Partei nicht nach ihrem Wahlprogramm, sondern nach ihrem Handeln, da das Wahlprogramm nach der Wahl kaum eine Relevanz zu haben scheint.
Ziemlich riskant. Das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass du auch eine Partei wählen würdest die das komplette Gegenteil von deinen Forderungen will, einfach weil man ja Glück haben könnte und sie es dann doch nicht machen.
Ich kann das zu einem Teil nachvollziehen, aber ich kann auch verstehen warum manche russisch Roulette spannend finden.
Meine Aussage war nur auf das "endgültig unwählbar" bezogen, dafür ist die Regierungsbeteiligung unbedingt notwendig.
Diese Position ist unabhängig von unwählbar auf Grund des Wahlprogramms.

Zitat: Bei einem vollständigen Bild von Deutschland bleibt die Feierlaune einfach aus.

Für welches Land gilt diese Aussage denn nicht?
Egal welches Land ich mir anschaue, bei keinem ergibt sich Feierlaune.

Zitat:Völlig richtig. Aber man kann doch nicht sagen man ersetzt Kacke durch Scheiße und hätte dann irgendeine Verbesserung bewirkt.

Man hat immerhin etwas verändert und damit eine Chance sich zu verbessern, auch wenn es kein wirklichen Fortschritt bedeutet.

Zitat:Ok das ist natürlich ein enormes Spezialthema mit dem Beispiel.
Aber ich denke dahinter steckt folgende Argumentationslogik: Bei Dienstleistungen von "Privat" sollten weniger Hürden in den Weg gestellt werden.
Stimmt im Groben.

Zitat:Das Problem das ich eher sehe wenn das Zweckentfremdungsverbot weg fällt ist, dass sich dann in Städten die schon Wohnungsmangel haben irgendwelche großen Firmen einnisten indem sie Wohnungen aufkaufen und diese dann als "Hotels" zu überteuerten Preisen vermieten.
Klar, dass ist ein Problem und muss vermieden werden.


Zitat:Und schwupps haben wir eine steuerfinanzierte Krankenversicherung, von der aber diejenigen die den Hauptteil der Kosten tragen ausgeschlossen sind, weil sie ja Geld sparen indem sie nicht versichert sind.
(Das ist grob ausgedrückt das wodran der ACA gescheitert ist.)
Du hast Recht mit deiner vorgehenden Aussage, dass ein Solidarsystem dann nicht mehr funktionieren würde.
Aber den zitierten Teil verstehe ich nicht, wie sparen die Geld, wenn es über Steuern finanziert wird?
Zitat:z.B. Ein "Haushaltsgrundeinkommen":
In einem Haushalt bekommt Person A 100% GE; Person B 60%; Person C 40% und jede weitere Person noch 25%. (Als ein Beispiel.)
Es lohnt sich immer noch eher große Haushalte zu gründen, da mehr Personen die Lebenshaltungskosten nicht linear steigen lassen. (z.B. Ob ich für 1 oder 2 Personen koche macht einen großen Unterschied. Ob ich für 4 oder 6 Personen koche fällt kaum auf.)
Wäre nur mal ein alternativer Vorschlag.
Die genaue Konzeption müsste man überdenken, aber das ändert nichts an dem grundlegenden Prinzip.
Und darauf kam es mir an.


Zitat:Jap. Infrastruktur ausbauen ist fast immer eine gute Idee für einen Staat. Es kostet halt nur Geld und das ruiniert uns die schöne schwarze Null.
Ist ja nicht so als würde man gerade 10% Zinsen bezahlen, dann würde ich so eine Politik verstehen, aber bei fast keinen Zinsen ist es mir absolut unverständlich.

Zitat:Ich sehe nun auch dein Problem mit Parteien, weil das tatsächlich eine politisch recht bunte Mischung ist.
Ich würde dir trotzdem eher eine Orientierung in Richtung linker Parteien empfehlen.
Wir haben nur 2 relevante linke Parteien: Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen.
Beide mag ich nicht wirklich.

Zitat:Da das was du willst sich im Prinzip auf folgendes runter brechen lässt (soweit man das aus den Aussagen herauslesen kann):Ein Staat der für seine Bürger da ist, diese aber nicht bevormundet. (Beim Teil der geringen Bevormundung versagen einige Teile des linken Spektrums. Es müsste also etwas links-libertäres sein.)
So wie ich das sehe wärst du quasi im "rechten Spektrum" "linker Politik". Im Prinzip das was die Grünen lange Zeit waren, wenn man ihr Spezialthema Umweltschutz mal ausblendet und sich nur den Rest der Forderungen ansieht.
Trifft es ziemlich gut, aber ich finde mich halt nirgends wirklich ausreichend wieder.

Zitat:Nun kommt das Problem das auch ich habe: Es gibt keine echte links-libertäre Partei in diesem Land. Ich hatte große Hoffnung auf die Piraten gesetzt, das sie diese Lücke ausfüllen könnten. Aber der Zug ist wohl abgefahren.
Leider, ich hatte auch Hoffnung in sie gesetzt, aber die wurden in fast keinem Punkt erfüllt.

Zitat:Die AfD steht allerdings sowohl nach ihrem Parteiprogramm als auch nach ihrem Personal in der gegenüberliegenden Ecke im "autoritärem-rechten" Bereich. Ich bin mir deshalb wirklich nicht sicher ob du mit denen glücklich werden würdest.
Stimmt schon, sie sind auch nicht wirklich wählbar, da ihr Parteiprogramm recht viel Blödsinn enthält.


Politischer Smalltalk - Likedeeler - 27.01.2017

DeeperSight;17606 schrieb:Untermauert wird das Ganze noch durch den Jahre anhaltenden Exportüberschuss, auf den die Franzosen stinkig waren, was unter Merkel niemanden hier interessierte.
'waren' und 'interessierte'? Hat sich da was geändert?


DeeperSight;17606 schrieb:Europa war von Anfang an ein notwendiger Wirtschaftskomplex, der immer auf nationaler Vorteilsebene argumentierte. Das Gesülze von Frieden war nur für die Bevölkerung.
Ich halte Frieden auch für national vorteilhaft. Lol

Anyway: Soweit ich weiß war 'Europa' in den Römischen Verträgen noch sozialer angelegt, was dann aber nach und nach geschliffen wurde...


Politischer Smalltalk - Skafdir - 27.01.2017

Zitat:Aber den zitierten Teil verstehe ich nicht, wie sparen die Geld, wenn es über Steuern finanziert wird?

Das war als ironischer Seitenhieb auf diejenigen die sparen wollen gemeint. ^^ (Das Problem mangelnder Betonung in der Schrift...)
Im Sinne von: Die Jungen und Gesunden wollen Geld sparen, weshalb sie keine Versicherung abschließen, betrügen sich damit aber im Endeffekt selbst, weil sie die Krankenkassen immer noch querfinanzieren werden nur ohne das sie dafür eine Leistung erhalten.

Zitat:Für welches Land gilt diese Aussage denn nicht?
Egal welches Land ich mir anschaue, bei keinem ergibt sich Feierlaune.

Öhm... hmm... vielleicht Neuseeland. (Nicht das die viel Zeit hatten Scheiße zu bauen.)
Für eine ehemalige Kolonie sind sie sogar mit dem Ureinwohner gut umgegangen.
Spoiler!:



Warum habe ich eigentlich angefangen zu schreiben?
Genau, ja.

Zitat:Trifft es ziemlich gut, aber ich finde mich halt nirgends wirklich ausreichend wieder.

Kenne ich nur zu gut das Gefühl. Sad
Deshalb bin ich halt mittlerweile dazu übergangen Parteien weniger als Gesamtpaket zu sehen, sondern mir einzelne wichtige Themen rauszusuchen und mir dann zu überlegen ob ich bereit bin den ganzen anderen Mist zu schlucken.

@DeeperSight:

Zitat:Europa war von Anfang an ein notwendiger Wirtschaftskomplex, der immer auf nationaler Vorteilsebene argumentierte.

Und das schönste dadran ist, dass sich die Politiker jetzt wundern woher die negative Grundstimmung zu Europa kommt.
Cameron vor Brexitwahl: "Alles schlechte hat die EU verursacht, alles gute kommt aus England! Könnt ihr euch das merken? EU = Schlecht; UK = Gut."
Cameron bei der Brexitwahl: "Keine Panik Europa, einfach nicht einmischen, die Briten sind schon nicht so blöd und stimmen für den Austritt."
Cameron nach der Brexitwahl: "Ich verstehe gar nicht woher diese schlechte Laune kam."*
*Zitate sind frei erfunden um Cameron noch blöder da stehen zu lassen als er tatsächlich ist, was eine viel schwierigere Aufgabe ist als ich dachte.

@Likedeeler: An dieser Stelle sei der EuGh als Hauptschuldiger für die Abschaffung aller sozialer Grundsätze in Europa identifiziert. Keine Zeit es selber zu schreiben, also überlasse ich die Sache Claus von Wagner und Max Uthoff. Ist viel besser als wissenschaftlich und journalistisch ausgearbeitete Erklärungen. Da kommt mehr Stimmung auf.


Neues Edit:
Gabriel ist nun also Außenminister, wie es ja quasi angekündigt wurde. Sehr schön.
Ein Amt für das man Ruhe und Besonnenheit an den Tag legen muss, während man es schafft mit diplomatisch wohl gewählten Worten klare Ansichten zu zeigen, die dabei aber den Gesprächspartner nicht verärgern.
Wer könnte besser für dieses Amt geeignet sein als Sigmar Gabriel?

Neues Edit zum "neuen Edit": Das ist gar kein "neues" Edit, ich habe diesen Post gar nicht zweimal editiert. Außer natürlich jetzt, wodurch das "neue Edit" natürlich zum "alten Edit" wird.


Politischer Smalltalk - Likedeeler - 27.01.2017

Skafdir;17610 schrieb:@Likedeeler: An dieser Stelle sei der EuGh als Hauptschuldiger für die Abschaffung aller sozialer Grundsätze in Europa identifiziert. Keine Zeit es selber zu schreiben, also überlasse ich die Sache Claus von Wagner und Max Uthoff. Ist viel besser als wissenschaftlich und journalistisch ausgearbeitete Erklärungen. Da kommt mehr Stimmung auf.
Ich hatte noch im Kopf, dass das hauptsächlich durch Gerichts-Urteile geschah, hatte es aber nicht so präsent. Stimmung kam bei mir bei dem Video aber trotzdem nicht auf. Neutral


Politischer Smalltalk - Gast - 27.01.2017

Nun, einen Vorteil hat gabriel als Aussenminister.
Putin und Trump haben etwas zu lachen.
Ich würde auch gerne schon eine tubnail erstellen.
"Wir bauen eine Mauer im Antlantik und Deutschland muss zahlen."
"Okay."


Politischer Smalltalk - menag - 27.01.2017

Ich verstehe den Witz nicht.


Politischer Smalltalk - Gast - 27.01.2017

menag;17615 schrieb:Ich verstehe den Witz nicht.

Nun gebriel lässt doch alles mit sich machen. Der würde doch ejdne Unsinn zustimmen, solange er siene Macht behältWink


Politischer Smalltalk - Skafdir - 27.01.2017

Zitat:Stimmung kam bei mir bei dem Video aber trotzdem nicht auf.

Muss ja auch keine positive Stimmung sein die aufkommt.


Politischer Smalltalk - Likedeeler - 27.01.2017

Das ehemalige Nachrichten-Magazin:
Zitat:Entlassen, ernannt, vereidigt: Bundespräsident Joachim Gauck hat die Posten im Kabinett neu verteilt.
Ich hätt ja gedacht sowas macht hierzulande Regierungs-Chef/in, und der Präsi bestätigt sowas nur formell...