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Politischer Smalltalk - Skafdir - 25.01.2017

Das klingt als könnten die Vormachtsstellungen in der Welt neu verteilt werden...

Ein Grund mehr für mehr Europa. Zumindest wenn man vorhat nicht als de facto Vasall von entweder China, Russland oder USA zu enden. (Wobei die USA die Rolle des Lehnsherrn scheinbar nicht mehr ausüben will.)
Nur um die Frage was an einem pro-europäischen Kanzlerkandidaten der SPD besser wäre nochmal mit Blick auf Weltpolitik zu beantworten.

Egal wie schlimm die Auswirkungen nun tatsächlich werden, die reine Tatsache das es nicht vorhersehbar ist sollte reichen um einzusehen, dass wir als Gemeinschaft deutlich besser dran wären als wir es als Kleinstaaten sind.


Politischer Smalltalk - Gast - 26.01.2017

Skafdir du machst es der SPD zu einfach^^
Für mich wird sie erst Wählbar wenn sie wieder Sozialere Politik anstreben und sich aktiv gegen einen zusammenarbeit mit der CDU stellen. captain schweinschen will ja schließlich immer noch in die Aussenpolitik.
Noch sind die probleme also da!


Politischer Smalltalk - Skafdir - 26.01.2017

Mag sein das ich es mir zu einfach mache.
Aber dann habe ich mal eine Frage:
Welche Partei, die zumindest ein Minimum an sozialer Politik hat, soll ich sonst wählen?
Hauptkriterium: Europa

Eins Vorweg: Der Linkspartei vertraue ich nicht was Europa angeht, dafür schlingern die da zu sehr hin und her. Die wären für mich eine Option gewesen bei einer SPD mit Gabriel. Weil dann die Priorität auf "starke Opposition die gleichzeitig auch gegen die AfD steht" gelegen hätte.
In der Hinsicht "gegen die AfD stehen" vertraue ich Schulz durchaus. Ich glaube nicht das er sich da zu irgendwelchem Schwachsinn hinreißen lässt. (Im Gegensatz zu gewissen anderen Leuten, die nun glücklicherweise nicht mehr Kanzlerkandidat der SPD werden.)

Sollte Schulz seine bisherigen Andeutungen auch wirklich ins Wahlprogramm übergehen lassen, dann ist die SPD tatsächlich eine Option für mich. Ich kann es auf jeden Fall nicht so wie bei den letzten beiden Wahlen machen und meine Stimme an eine Partei unter der 5%-Hürde geben.
Damit Nebenkriterium zur Auswahl der Partei die ich wählen sollte:
Realistische Chance die 5%-Hürde zu knacken.

Also los: In Hinblick auf diese beiden Kriterien, welche Partei wähle ich?

Oder, weil ich weiß, das du nichts anderes als Werbung für die Linkspartei bringen kannst, warum sollte ich der Linkspartei in Bezug auf Europa vertrauen?
Zum Wahlprogramm, mit dem du bestimmt kommen willst:
Die dort angebrachten Punkte zu Europa klingen nicht schlecht. Die Frage ist aber nicht ob das was sie sagen gut ist oder nicht. Die Frage ist warum sollte ich ihnen glauben?
Bei Schulz weiß ich das er für die EU steht und wenn er die entsprechenden Leute um sich versammelt, dann nehme ich ihm auch mit einigen Bedenken den Sozialstaat wieder ab. Ich will die SPD nicht wirklich wählen und würde es wenn dann nur mit Bauchschmerzen machen. Aber es könnten mit Schulz erträgliche Bauchschmerzen werden.

Und dann noch ein weiterer Grund warum es bei dieser Wahl nicht unbedingt eine gute Idee ist die Linke zu wählen. (Aus meiner Perspektive)
Stimmen die an die Linke gehen werden nicht zwingend als "Pro-Europa-Stimmen" interpretiert.
Jeder Zuwachs den Schulz nun für die SPD bekommt, wird aber so betrachtet werden.
Damit würde meine Stimme für die SPD bei dieser Wahl also mehr Europa in den Wahlprogrammen anderer Parteien zukünftiger Wahlen bedeuten.
Diesen Effekt hätte eine Stimme an die Linke vermutlich nicht.
Leider wohne ich in einem Gebiet das relativ sicher das Direktmandat an die CDU vergibt. Eine Aufteilung in Erststimme SPD und Zweitstimme Linke, was für mich prinzipiell eine gute Option wäre, birgt also die Gefahr, dass meine Stimme an die SPD keine Auswirkung auf das Wahlergebnis hat. Wobei ich natürlich hoffen kann, dass die AfD der CDU hier genug Stimmen abnimmt, das diese hinter die SPD zurückfällt. Klingt ziemlich unsicher... Hmm


Politischer Smalltalk - Gast - 26.01.2017

Warum sollte Schulz das ändern? Simple frage!
Die Leute von Schweinchen sind doch immer noch da! Selbst wenn man glaubt das Schulz gute ziele verfolgt...
Solange nicht die gesammte führungsetage ausgewechselt wird, ist es einfach naive zu glauben, das die SPD sich geändert hätte.
Ja Pro Europa sollte sie sein... Doch ist die Frage "Pro Europa wie sie jetzt ist... Oder für ein Europa 2 . 0, indem man die Probleme in den griff bekommt?" Bei Schulz sehe ich eigentlich nur jemanden der den Status que aufrecht erhalten wird...

Ich betone nochmal die Aussage:" SPD will den Kanzler stellen, egal mit WEM." Das könnte immernoch CDU oder AFD heißen und dann würden wir keine Soziale Politik sehen! Wäre es die CDU sehen wir nächste Wahl sicher AFD in der Regierung... beides keine guten Aussichten!

Für mich wird die SPD erst wählbar wenn sie klar sagt: Wir bilden keine Regierung mehr mit der CDU! Denn sonst können wir der AFD gleich die Macht in 8 Jahren geben....

PS: Eigentlich ist der Konses in der Linke schon ziehmlich deutlich pro Europa^^ Eine Kollition aus SPD ohne Schweinchen und team, fände ich auch optimal!


Politischer Smalltalk - Caeshijque - 26.01.2017

Genau das ist eben das Problem. Was auf der einen Seite viele Wähler noch unentschlossen lässt und auf der anderen Seite die Idee verfestigt, dass im Grunde doch eh alles dasselbe sei. Mit Ausnahme der AfD, natürlich. Aber jene Fachkreise loben ja auch jeden Furz, den Trump aktuell so ablässt.

Ich meine, wovon ist die Rede? Schwarz-Gelb, Schwarz-Grün, Schwarz-Rot, Rot-Rot-Grün ... Wenn jeder irgendwie mit jedem kann, dann scheint es ja tatsächlich nicht mehr großartig viel zu geben, was eine Partei tatsächlich einzigartig macht.

Stella Sar;17572 schrieb:PS: Eigentlich ist der Konses in der Linke schon ziehmlich deutlich pro Europa^^
Pro Europa sind Le Pen, Wilders & Co. auch. Es geht um die EU. Es wird ganz gerne mal vergessen, dass Europa mehr ist als nur die EU. Wäre ja auch merkwürdig, wenn jemand gegen den Kontinent wäre, auf dem wir leben.

Stella Sar;17572 schrieb:Solange nicht die gesammte führungsetage ausgewechselt wird, ist es einfach naive zu glauben, das die SPD sich geändert hätte.
Was hat die SPD denn aktuell für eine echte Option? Die gesamte Führungsetage austauschen, in einem Wahljahr wie 2017 sicherlich undenkbar. Da verschreckt man eher Wähler, als dass man tatsächlich welche zurückholt. Wenn die SPD wieder auf sozialdemokratischen Kurs möchte, dann muss das eben langsam geschehen, um so glaubhaft bleiben zu können.


Politischer Smalltalk - FireBird - 26.01.2017

Die SPD und die Grünen sind seit dem Umgang mit Andrej Holm endgültig unten durch bei mir.
Damit reduziert sich das Feld noch nicht endgültiger unwählbarer Parteien auf FDP und AfD, sofern man sich auf Parteien beschränkt die über 5% kommen können.
Wobei die AfD noch nirgends Regierungsverantwortung hatte und damit eigentlich nicht beurteilt werden kann.


Politischer Smalltalk - menag - 26.01.2017

FireBird;17576 schrieb:Wobei die AfD noch nirgends Regierungsverantwortung hatte und damit eigentlich nicht beurteilt werden kann.

Meinst du das ernst?


Politischer Smalltalk - Skafdir - 26.01.2017

@FireBird: Wenn man bewusst eingesetzten Rassismus zum Stimmenfang als eine Variante von "nicht endgültig unwählbar" ansieht, dann hast du bestimmt recht.

Abgesehen davon das sie es nicht schaffen sich von Höcke zu trennen. Also klar wenn das immer noch wählbar ist, dann nur zu.

Nur eins musst du mir erklären:

Offensichtlich wäre die SPD vor Holm eine Option gewesen.
Wie kann SPD und FDP gleichzeitig Wahloption sein? Oder meinst du mit SPD nur die Schröder-SPD?

Aber wenn du das meinst, dann müsste die CDU für dich genauso als Möglichkeit drin sein. Neoliberalismus kriegst du mit allem was du in diesem Land wählst. Sogar mit den Linken bleibt es bei einer marktkonformen Demokratie. (Wobei man zu ihrer Verteidigung sagen muss: Ein einzelnes Bundesland kann schlecht aus der Marktkonformität ausscheren. Von daher haben die Landesregierungen auch mit der Linkspartei kaum eine andere Option als den Status Quo.)

Edit: Wenn ich so drüber nachdenke... Grüne und AfD scheint ein ähnlich großer Widerspruch zu sein. Wirklich gut zusammen passt in der Liste von Parteien nur die Kombination FDP und AfD. Die beiden sind wirklich Brüder im Geiste.


Politischer Smalltalk - Likedeeler - 26.01.2017

Skafdir;17581 schrieb:Wirklich gut zusammen passt in der Liste von Parteien nur die Kombination FDP und AfD. Die beiden sind wirklich Brüder im Geiste.
Naja. Vielleicht sind beide gleich unsozial, aber der Rassismus steht bei der AfD ganz vorne, während ich das zumindest nicht von der FDP sagen würde.


Politischer Smalltalk - Gast - 26.01.2017

Wie wäre den ein doppelter rot Grüner Regen? Wenn sich da die richtigen durchsetzen, würde ich Hoffnung in dieses Konstrukt setzen!

Ps: heute eine lustige Holländische Parodie zu Trump gesehenWink
Amerika First, Holland Second! " they have a perfekt Wall the Atlantik Ozean we had to build a Ozean Beetween america and Mexico"


Politischer Smalltalk - Skafdir - 26.01.2017

Ich würde den Rassismus eher als Vehikel zur Durchsetzung einer national-liberalen Politik sehen. Da könnte man vielleicht dann den Unterschied sehen. Die FDP hat sich relativ weit von ihren national-liberalen Wurzeln verabschiedet und agiert heute eher im Sinne des globalisierten Neoliberalismus.

Nur ganz ehrlich ob ich auf nationaler oder globaler Ebene marktradikal denke ist eigentlich egal. Die Frage ist ja nur ob die winzige Elite die von meiner Politik profitiert nur aus Deutschen bestehen darf oder ob diese Elite sich über die ganze Welt verteilen darf.

@Stella Sar: Video; nur damit die anderen wissen was gemeint ist. Wink


Politischer Smalltalk - FireBird - 26.01.2017

Skafdir;17581 schrieb:Abgesehen davon das sie es nicht schaffen sich von Höcke zu trennen. Also klar wenn das immer noch wählbar ist, dann nur zu.
Zitat:Der Bundesvorstand hält daher die Einleitung von parteilichen Ordnungsmaßnahmen für erforderlich.
So ganz sicher ist es nicht.


Zitat:Nur eins musst du mir erklären: Offensichtlich wäre die SPD vor Holm eine Option gewesen.
Wie kann SPD und FDP gleichzeitig Wahloption sein? Oder meinst du mit SPD nur die Schröder-SPD?
Du gehst davon aus, dass ich eine Position vertrete, die sich auf einem klassischen Links-Rechts Spektrum einordnen lässt, nur ist dies nicht der Fall, daher sind FDP und SPD kein Widerspruch. Dazu hat sich die SPD jetzt endgültig als Unsozial geoutet, da ihnen Wirtschaftsinteresse wichtiger sind als die ihre eigentlich Wählerschaft, damit setzen sie eigentlich FDP Politik 1:1 zu um. Dazu ist die SPD für weitere Repression gegenüber dem Volk, obwohl Deutschland genug Geld hat, aber ihnen die Rettung der Banken ("Rettung Griechenlands") wichtiger ist, als die deutsche Bildung oder Infrastruktur.
Daran mag auch Schäubles "schwarze Null" Schuld sein, aber auch diese sinnlose Politik trägt die SPD mit.
Zitat:Aber wenn du das meinst, dann müsste die CDU für dich genauso als Möglichkeit drin sein.

Nicht mit Merkel, genauso wie die Gabriel-SPD.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 26.01.2017

Das klingt nun erstmal nach: Libertär unabhängig von der Position zur Wirtschaft. Aber dann ergibt die AfD auch wieder keinen Sinn, weil die eine extrem autoritäre Position haben.

"Repressionen gegenüber dem Volk" hat die AfD auch drin.
Die Positionen zur Bildungspolitik sind auch alles andere als positiv. Im Prinzip wollen sie die Einführung einer vollständig staatlich gelenkten/ interessensgeleiteten Bildungspolitik. (z.B. Geschichtsunterricht soll darauf ausgerichtet sein, dass man ein positives Bild von Deutschland kriegt. Stärkung von Patriotismus.)


Also meine Frage, falls du sie beantworten willst:
Was sind den die positiven Eigenschaften die eine Partei mitbringen sollte, damit du sie wählen würdest?


Politischer Smalltalk - Likedeeler - 26.01.2017

Skafdir;17571 schrieb:Sollte Schulz seine bisherigen Andeutungen auch wirklich ins Wahlprogramm übergehen lassen, dann ist die SPD tatsächlich eine Option für mich.
Grad gelesen, dass Chulz Seeheimer ist...

Was hat er denn für Andeutungen gemacht?

---

Edit: Nachdem ich einen Monat keine Lust hatte den Artikel zu lesen hab ich's jetzt halt doch gemacht: Asklepios, HSH, Elphi Ole von Beust ist der teuerste Bürgermeister aller Zeiten


Politischer Smalltalk - Skafdir - 26.01.2017

Vor allem hat er relativ angedeutet in Richtung von einer echten Sozialdemokratie.

Zitat:man müsse die Demokratie gegen die ökonomischen Wettbewerber verteidigen, er fordert mehr „Verteilungsgerechtigkeit“

Das Problem ist hier natürlich. Er alleine kann kaum glaubhaft als echter Sozialdemokrat durchgehen. Deshalb schrieb ich ja:
Zitat:Wenn die Partei nun einen echten Neustart hinlegt dann ist es eine Überlegung wert.
Es muss halt nur irgendjemand Schulz davon überzeugen das er sich in erster Linie für die Sozialdemokratie einsetzen soll.
Er für sich steht erstmal für Europa, das ist gut und unbedingt notwendig. Für die Sozialdemokratie muss er aber andere Leute holen damit man das glaubt.