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Politischer Smalltalk - DeeperSight - 05.01.2017

Gut, ich habe die Debatte an sich jetzt in den Medien nicht mitverfolgt. Wenn dem so ist, ist das ziemlich dumm. Diese Debatte ist eine der wichtigsten, die wir zur Zeit führen müssen.


Politischer Smalltalk - Charlemagne - 05.01.2017

Kirin;16801 schrieb:
Zitat:Nach und nach wird das Schema deutlich: Wer nicht im engeren Sinne weiß ist und nicht in Begleitung einer Frau, muss fast immer die rechte Tür nehmen, die anderen die linke Tür. Zwei junge Männer mit schwarzen Haaren und aufwändiger Bartfrisur werden zuerst links, dann rechts abgewiesen.

[Bild: iReQhKD.png]


Politischer Smalltalk - DeeperSight - 05.01.2017

@Kirin

Das ist ein grundsätzliches Problem. Das Beispiel mit den Briten passt sehr gut. Nur, wäre man da auch so vorgegangen? Und wenn es dann Schlägereien vorm Stadion gegeben hätte, wäre das dann auch so hochgekocht worden?

Auf der anderen Seite stand die Polizei unter massivem Druck. Die Vorwürfe, sie hatte vorletztes Jahr versagt, hallen ja jetzt noch durch die Medien und Politik. Man wollte sich den Vorwurf vermutlich kein zweites Mal gönnen.

Ich für meinen Teil mache ihnen nicht den Vorwurf, mit der Situation maßlos überfordert zu sein. Es dient aber jetzt als Möglichkeit, sich mal realistische Gedanken zu machen. Zwischen "Flüchtlinge sind alles Ärzte und Ingenieure" und "Flüchtlinge sind alles Vergewaltiger" gab es kaum etwas zu hören. Beide Verallgemeinerungen sind schädlich und auch ich habe da meinen Teil dazu beigetragen. Wenn wir jetzt nicht offen und ehrlich über etwaige Gefährder unter den Flüchtlingen reden, dann stärken wir nur die AfD und ihre Reflexbrüller. Man kann sehr schön sehen, wie abgehoben wir in unserer Gesellschaft sind, jetzt, wo wir mit Realitäten konfrontiert werden. Die eine Seite (Politik, Medien, Linke) haben ein völlig irrationales Weltbild am Start gehabt, genauso wie Konservative und Leute, die rechtsaußen stehen. Es hat halt keiner Erfahrung damit, auf dem Boden der Tatsachen zu laufen. Damit bin ich übrigens selbst überfordert.


Politischer Smalltalk - menag - 06.01.2017

Zitat:Seither versuchen auch Journalisten und Politiker zu verstehen, wer die Männergruppen waren, von denen in der Nacht Gefahr ausgegangen sein soll. Doch die Zahlen, die bisher öffentlich sind, machen das nicht gerade leichter. Die Kölner Polizei prüfte in der Nacht bei 650 Personen die Identität. Sechs Personen wurden festgenommen, 29 in Gewahrsam genommen. Doch um welchen Personenkreis es sich dabei genau handelte, kann Mathies bisher nicht sagen.

Die Bundespolizei wiederum teilte mit, dass sie 170 Personen wegen festgestellter oder schon registrierte Straftaten oder gefahrenabwehrender Maßnahmen erfasst habe. Diese Menschen hatten jedoch 23 verschiedene Staatsangehörigkeiten, unter ihnen waren 56 Deutsche, 23 Syrer, 22 Algerier und 17 Marokkaner.

Von hier.


Politischer Smalltalk - menag - 07.01.2017

http://www.tagesschau.de/ausland/voelkermord-herero-nama-101.html schrieb:Beide Länder führen bereits seit 2014 Gespräche über eine Aufarbeitung der gemeinsamen Kolonialvergangenheit. Sie könnten in eine Entschuldigung von deutscher Seite münden.

Zwei Jahre für eine Entschuldigung eines offensichtlichen Verbrechens. Muss man da nicht lachen, wenn man als Journalist soetwas aufschreibt?


Politischer Smalltalk - Skafdir - 07.01.2017

Das hier ist der Grund warum es so lange gedauert hat.
Ich muss auch sagen es hat mich gewundert. Eigentlich hätte man noch wenigstens 30 Jahre ins Land ziehen lassen sollen. Obwohl vielleicht ist auch das Problem das die Herero wieder mehr werden. Wenn die plötzlich echten Bevölkerungszuwachs haben dann bringt warten auch nichts.

Ein anderes Beispiel ist das die Inhaftierung Homosexueller die erst Ende letzten Jahres ihre Entschädigung erhalten haben.
2002 hat man zum ersten mal bemerkt das Deutschland in der NS-Zeit nicht sehr freundlich zu Homosexuellen war und hat gesagt die Urteile seien nicht rechtmäßig.
Die Verurteilungen von 1945 bis 1994 waren davon aber nicht betroffen. Aber es wurde da schon bemerkt, dass man auch an diesen Urteilen vielleicht etwas rütteln sollte.
Da viele der Verurteilten und ihre Lebenspartner natürlich schon sehr alt waren, war man sich bewusst mit welcher Geschwindigkeit man arbeiten muss und hat daher im Eilverfahren von lediglich 14 Jahren ein Entschädigungsprogramm entworfen. Hussah! Zum Glück sind wir ein Staat in dem jeder zu seinem Recht kommt.

In diesem Sinne sind 108 Jahre für ein winziges Völkermördchen nun wirklich nicht lang. Man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen und die Nigger in der Wüste. Wir können ja schließlich nicht allen helfen und irgendwann muss auch mal gut sein.


Politischer Smalltalk - schmatzler - 07.01.2017

Also ich finde diesen Umgang mit den Hasskommentaren ja großartig. Sollte man öfter machen.
https://www.youtube.com/watch?v=Q20dStgo0GI

Edit: Und hier der Artikel dazu.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 07.01.2017

Und einfach weil es einen so herrlich aufregen kann.

Eine gewisse Frau Sarah W. die einen wie auch immer gearteten Posten in einer sogenannten Linkspartei innehat, scheint ihre schon aus der Vergangenheit bekannten Versuche mit Nazis zu kuscheln nun auszuweiten.

Den eine Sache ist ja ganz klar: Bevor wir uns von irgendwelchen Faschos unsere freie und offene Gesellschaft kaputt machen lassen, zerstören wir sie selbst! Da weiß man wenigstens wodran man ist.
Mal ehrlich Diktatur und Unterdrückung kann jeder, da es ist besser wenn man es selbst macht.

"Es sind Merkels Tote." --- Nun nein es sind Europas Tote. Also nicht die in Berlin, die sind die Opfer eines Terroristen. Aber Europas Tote sind die 3600, die allein bis Juli letzten Jahres* im Mittelmeer ertrunken sind. Europas Tote sind die Flüchtlinge die in der letzten Nacht an der bulgarisch-türkischen Grenze erfroren sind.

Eine der reichsten Regionen der Welt und wir lassen es zu das Obdachlose erfrieren? Das Menschen im Mittelmeer ertrinken und andere in Zeltstädten an unseren Außengrenzen sterben?
Wie kann es sein das eine Politikerin der Linkspartei nicht diese Fragen stellt, sondern stattdessen nach der Pfeife von Petry, Gauland und Pretzell tanzt?

Vor allem ist aber das folgende aus dem Artikel wirklich etwas zum nachdenken:

Zitat:Quent kritisierte allerdings "die fast schon routinierte mediale Empörung" über die Äußerungen als übertrieben. Genau dieser Effekt sei von Wagenknecht "kalkuliert und beabsichtigt", sie spiele mit der "Aufmerksamkeitsökonomie der Öffentlichkeit".
In der Tat ist kaum eine Politikerin medial so präsent wie Wagenknecht. Im vergangenen Jahr war sie so oft in den politischen Talkshows zu Gast wie niemand anderes: Neun Auftritte hatte sie bei den vier großen Formaten von ARD und ZDF. Sie ist das wohl bekannteste Gesicht der Partei.


Oder übersetzt: Ruhige Stimmen die unsere gesellschaftlichen Errungenschaften verteidigen wollen sind langweilig.
Klar kann man für eine freie und offene Gesellschaft eintreten, für einen Sozialstaat, für ein gemeinsames Miteinander. Das kann man alles machen, aber das will doch niemand hören. Immer diese dämlichen Gutmenschen die glauben eine Welt in der wir für Dinge sind wäre erstrebenswert.
Gegen etwas zu sein ist viel cooler. Dinge abzulehnen ist einfacher, geht schneller, braucht weniger Argumente und ist nicht so anstrengend. Vor allem verlangt es weniger von einem selbst.

Oder um es mit Shakespeare zu sagen:
Oder besser mit dem ersten Diener im Stück Coriolanus
Zitat:Ich bin für den Krieg, sage ich, er übertrifft den Frieden wie der Tag die Nacht; er ist lustig, wachsam, gesprächig, immer was Neues; Friede ist Stumpfheit, Schlafsucht, dick, faul, taub, unempfindlich und bringt mehr Bastarde hervor, als der Krieg Menschen erwürgt.

edit:
*gemeint ist natürlich nur die Zahl von 2016; Die aus den Vorjahren sind da nicht mit drin. Da gehen die Schätzungen in die 10.000+


Politischer Smalltalk - Gast - 07.01.2017

Könnte jetzt hier wieder eine lange Erklärung folgen lassen....
Aber naja... Es hilft nicht wirklichWink
Ich finde es immer wieder lustig wie schnell man Wagenknecht versucht etwas anzuhängen!

Mal ist sie Links Extrem, dann ist sie Stasi befürworter, dann ist sie Nazi^^
Immer schön alles glauben, was über sie erzählt wird, ergibt sehr viel sinn!
Oder man schaut sich ihre Reden und Talkshows in zusammenhang an und kommt plötzlich auf andere ergebnisse...
Naja aber das wäre ja arbeit und würde nicht ins "Bild" passen^^


Politischer Smalltalk - Skafdir - 07.01.2017

Ich wäre schon gespannt auf den Zusammenhang. Wirklich.

Also in welchem Zusammenhang kann man Wagenknechts Sprüche bringen ohne das es fischen am rechten Rand ist?


Politischer Smalltalk - Gast - 07.01.2017

Skafdir;16962 schrieb:Ich wäre schon gespannt auf den Zusammenhang. Wirklich.

Also in welchem Zusammenhang kann man Wagenknechts Sprüche bringen ohne das es fischen am rechten Rand ist?

Eventuell in den man mal etwas nachdenkt! Viele deiner "Sprüche" kann man auch anders auslegen! Wagenknecht kritisiert Merkels Politik und gehört zu den "kritikern"! Aber nicht um geflüchtete Menschen weg zu schicken, sondern um eine sinnvollere lösung zu finden! Hatte ein sehr interessandes gespräch mit ihr. Sie versucht gezielt zu provozieren (das stimmt wirklich) Aber wenn man über vieles nachdenkt, kann man die hintergründe erkennen!
Was sagt sie z.b. in ihrer letzten Aussage? Wo sagt sie das es die geflüchteten Menschen in schuld sind? Es ist Merkels schuld, da sie sich nicht wirklich um die integration kümmert!

Das ist nehmlich der Fehler, denn dumme Menschen die einfach nur "gut" sein wollen machen! (Ähnlich wie der 72 Gender Plan) Man muss helfen, aber es ist keine hilfe Leute irgendwo in Deutschland zu lagern ohne für zukünftige lösung zu planen! Schau dir die Situation an! Du kannst doch nicht ernsthaft behaupten, das Merkels lösung ( weniger mindeslohn etc. ) Die sinnvollste ist...

Und wenn dann mal jemand wie Facebook versucht arbeit zu schaffen, (Um die Menschen zu beschäftigen) sind sie gleich Nazis, da es zu minderwertige arbeit ist.... Also hier läuft etwas verkehrt!


Politischer Smalltalk - Skafdir - 07.01.2017

Ok. Nehmen wir das doch mal auseinander - foreshadowing - möglicherweise schreibe ich mich etwas in Rage über den Zustand der "linken Parteien" in diesem Land:
Zitat:Viele deiner "Sprüche" kann man auch anders auslegen!


Ja aber es ist ein Unterschied ob ich Dinge sage um eine bestimmte Gruppe mit der ich mich nicht gemein machen will doch wieder zu mir ziehen oder ob ich in zynischen Kommentaren die Worte der Gegenseite aufgreife und sie damit ad absurdum führe.

Frau Wagenknecht hat offensichtlich nicht mit dem Stilmittel der Übertreibung oder des Zynismus gearbeitet. Dann bleiben zwei Möglichkeiten:
1. Sie hat es so gemeint.
2. Sie hat es nicht so gemeint.

Wenn es 1. ist dann steht sie im Punkt der Flüchtlingsfrage vollständig auf dem gleichen Standpunkt wie die AfD. Sehr eindeutige innerparteiliche Kritik und Lob von Seiten der AfD sind ein recht deutlicher Hinweis das dies der Fall ist.

Wenn es 2. ist dann hat sie aus dem Grund gelogen um Wähler zu gewinnen und zwar als bewusste Täuschung. Das nennt sich Propaganda. Das ist nicht besser nur weil es jemand macht der auf der "eigenen" Seite steht. Fehlverhalten wird nicht dadurch legitimiert das es die Gegner trifft.

Zitat:Was sagt sie z.b. in ihrer letzten Aussage? Wo sagt sie das es die geflüchteten Menschen in schuld sind?

Nein das sagt sie nicht. Sie sagt lediglich, dass es mit geschlossenen Grenzen nicht passiert wäre. Was natürlich etwas vollkommen anderes ist. Das sehe ich absolut ein.

Zitat:Man muss helfen, aber es ist keine hilfe Leute irgendwo in Deutschland zu lagern ohne für zukünftige lösung zu planen!

Absolut richtig.
Aber hat dir deine gute Freundin auch den Unterschied zwischen kurzfristigen und langfristigen Lösungen erklärt?

Langfristig ist es absolut richtig das wir die Fluchtursachen bekämpfen müssen.
Aber kurzfristig haben wir einen Haufen Leute die im Mittelmeer ertrinken und an der europäischen Grenze erfrieren, weil wir nicht bereit sind unsere Pflicht zu erfüllen.
Diese Pflicht begründet sich wahlweise aus: christlicher Nächstenliebe, den idealen der Aufklärung, gesundem Menschenverstand oder der einfachen Tatsache das man verdammt nochmal niemanden vor seiner eigenen Haustür sterben lässt.

Die Menschen in Deutschland zu "lagern" hilft sehr wohl, durch die einfache Tatsache das hier "gelagerte" Menschen nicht sterben. Im Gegensatz zu anderen Menschen die man im Sinne einer Lagerungsendlösung absaufen lässt.
Aber hey, wenn wir nur lange genug Leute versenken, dann entsteht ja vielleicht bald eine Landbrücke aus Wasserleichen.

Zitat:Schau dir die Situation an! Du kannst doch nicht ernsthaft behaupten, das Merkels lösung ( weniger mindeslohn etc. )

An welcher Stelle habe ich das getan?
Ich habe gesagt das die Kommentare zur Flüchtlingspolitik von Frau Wagenknecht denen der AfD entsprechen.
Was hat das mit der Frage nach Mindestlohn zu tun? Und an welcher Stelle behaupte ich deshalb das ich Merkel unterstütze?
Du vermischt Themen die nicht zusammen gehören.

Sarah Wagenknecht will politisch betrachtet einen starken Sozialstaat, da bin ich nicht gegen. Wenn man diesen Sozialstaat aber so wie sie es gerade öffentlich macht in Verbindung mit einer Stärkung der Nationalstaaten verkaufen will, dann werde ich mich dagegen stellen.
Nationalismus hat Europa mehr als einmal an den Rand der Vernichtung getrieben und ich werde es bestimmt nicht hinnehmen wenn irgendeine Möchtegernlinke mit diesen Ideen liebäugelt. Die Idee das wir die derzeitigen Probleme in der Welt lösen könnten indem wir uns abschotten ist nicht nur brandgefährlich, sie ist auch asozial.

Aber genau hier entsteht vielleicht das Problem zwischen mir und Frau Wagenknecht.
Ich sehe Probleme der Welt und will Politiker unterstützen die diese Probleme angehen wollen.
Frau Wagenknecht sieht Probleme Deutschlands und der Rest der Welt ist ihr herzlich egal.

Und dann zu deinen "Insider-Informationen".
Es ist schön für dich das du zu ihr Kontakt hast und mit ihr reden kannst.
Die meisten Menschen können das nicht und müssen sie durch ihre (ver)öffentlich(t)e Meinung bewerten. Diese ist schlicht und ergreifend beschissen. Ich werde niemanden wählen weil mir irgendjemand in einem Internetforum versichert das die eigentlich total ok ist und nur ein wenig "bewusst provozieren" will.

Wenn man damit anfängt, dann sind plötzlich auch Trump und Petry Wahloptionen, da gibt es auch genug die meinen die schlimmen Sprüche seien ja nur gezielte Provokationen.

Ich halte mich da an eine einfache Regel:
Wenn es sich anhört wie Rassismus und aussieht wie Rassismus, dann ist es Rassismus.

Wagenknecht kann gerne diese Art des Wahlkampfs führen. Wenn sie meint durch die Manipulation der ungebildeten und verzweifelten genug Stimmen zu kriegen für ihre Zwecke, dann bitte. Aber wenn sie glaubt mit solchen Sprüchen die Stimme von einem Europäer zu kriegen, der eine ernsthafte Wende zu einer sozialen Politik will, inklusive eine Abkehr vom Neoliberalismus der letzten 20 Jahre, dann irrt sie sich.

So wie die Linke sich derzeit darstellt entfernt sie sich freiwillig den überzeugten Teil der Linken Wähler. Ich hatte die ernsthafte Hoffnung, dass nun wo die AfD die "bessere" Protestpartei geworden ist, dass die Linkspartei wieder zur Vernunft kommen könnte und eine Politik bewerben die sich auf den Erhalt der gesellschaftlichen Errungenschaften bezieht mit dem Ziel vor Augen diese Errungenschaften an eine möglichst große Menge an Menschen weiter zu geben.

Stattdessen ist der Versuch öffentlich zu beweisen das man doch noch Protestpartei sein könnte.
Die einzige Partei die derzeit noch besser darin ist sich selbst zu zerfleischen ist die SPD.

Und damit vielen Dank an die einzigen beiden linken Parteien in diesem: Ich bin politisch "heimatlos". Aber bevor ich aus reiner Verzweiflung eine Partei wähle deren Vorsitzende einen "Sozialstaat nur für Deutsche" bewirbt oder eine sogenannte sozialdemokratische Partei die kleinen Gewerkschaften das Recht abspricht Tarifverträge auszuhandeln, werde ich meine Stimme weiterhin irgendwo in den Äther der Parteien unter 5% geben.
Wenn das am Ende des Tages bedeutet, dass die Stimmanteile der AfD deshalb höher gehen, dann ist es halt so.

Wenn keine linke Partei derzeit den Mut hat sich für eine Reform Europas auszusprechen, sondern kleingeistig und im Sinne des Nationalismus des 19. Jahrhunderts eine Rückkehr in die Nationalstaaten fordert oder wie im Fall der SPD mit allen anderem um das goldene Kalb der Märkte herumtanzt, dann werde ich das nicht dadurch gut heißen, diese Leute auch noch zu wählen.
Sowohl die SPD als auch die Linke haben den Absturz in die politische Bedeutungslosigkeit verdient und beide haben mit Elan darauf hingearbeitet. Sollen sie ihr politisches Schicksal gebührend feiern. Mein Mitleid gibt es nicht. Mutlosigkeit und mangelnde Zuversicht in Europa werden nicht belohnt.

Es geht auch nicht um irgendwelche dämlichen Genderpläne oder von was auch immer deine merkwürdigen Assoziationssprünge gerade so fantasieren. Es geht schlichtweg um eine ernsthafte linke Politik im Sinne aller Menschen. Im absoluten Minimum im Sinne aller Europäer.

Glücklicherweise gibt es ein paar Leute in der Linkspartei die das verstanden haben. Wenn die es hinkriegen sich gegen Wagenknecht durchzusetzen, dann gebe ich dieser Partei vielleicht eine Chance.
Hier das letzte Fünkchen Hoffnung:
Zitat:Köditz kommentierte, diese Äußerungen passten nicht zur Linkspartei. "Wenn ich wohlwollend bin, bezeichne ich sie als undurchdacht. Ich befürchte aber, dass sie das nicht sind. Dann sind sie fatal und unzutreffend zugleich." Sie hätte sich an Wagenknechts Stelle gehütet, "die rechten Rufe nach einem starken Staat und einem weiteren Ausbau des Sicherheitsapparates zu bedienen. Die Freiheit ist noch nie durch Einschränkung der Freiheit bewahrt worden."

---
Und dann nochmal zum letzten Thema:

Zitat:Und wenn dann mal jemand wie Facebook versucht arbeit zu schaffen, (Um die Menschen zu beschäftigen) sind sie gleich Nazis, da es zu minderwertige arbeit ist.

Hä?
Auf was willst du hinaus?


Politischer Smalltalk - Gast - 08.01.2017

Ich sage nicht das ich mit allen zufrieden bin, was Wagenknecht von sich gibt. Aber ich kenne sie halt persöhnlich und denke kann schon gut einschätzen, dass sie nicht dafür ist geflüchtete Menschen ertrinken zulassen. Hier wird in letzter Zeit wirklich sehr viel intepretiert! Offen Grenzen werden schlißlich von allen Linken Seiten befürwortet . Die Art und weiße wie Merkel damit umgeht: Türkei, keine hilfe für Kommunen, Aufteilung, keine gemeinsame lösung mit der Eu, einstufung als sichere herkunftländer. Da ist eigentlich die Hauptkritik! Wagenknecht versucht hier tatsächlich in rechten Sektor zu fischen! Allerdings nicht Nazis, sondern diejenigen die aus verschweiflung und Dummheit sich verleiten lassen!
Wie sie sehr passend gesagt hat: "Wir dürfen die Afd nicht als den Feind von allen Partein wegdrücken, sondern wir müssen zeigen, dass die AFD einfach eine viel schlimmere version von merkels Politik darstellt!"

In meinen Worten will sie glaub ich durchaus AFD wähler weglocken... Nähmlich diejenigen die auf das "alternative" herein fallen!
Die Anstalt hat das auch gut erklärt! Die Afd lebt davon, dass sie sich als der große Feind der anderne Partein hinstellen kann....


Politischer Smalltalk - Skafdir - 08.01.2017

Ich glaube nicht das wir beide wirklich über die Politik von Merkel groß diskutieren müssen. Das der Umgang der CDU-SPD Regierung mit der Flüchtlings"krise" ein Haufen Scheiße ist, da sind wir uns wohl einig. ^^ (Der Türkeideal ist einfach ein gutes Beispiel bei dem wirklich jedem klar sein müsste das es so ist.)
Das Problem ist doch, mit dem fischen am rechten Rand zeigt sie eigentlich nur, dass die Ideen der AfD in Ordnung seien.
Wenn die Ideen aber in Ordnung sind, warum soll ich dann nicht das Original wählen?

Das ist z.B. auch einer der Fallstricke über die Seehofer nicht nachdenkt. Warum sollen die Leute die CSU wählen, wenn die am Ende kaum anderes von sich gibt als die AfD?

Im Prinzip hat Wagenknecht schon recht, wenn sie sagt man darf nicht einfach so tun als wäre es "AfD gegen alle anderen". Aber das kriegt man nur damit hin das man gerade für seine Position eindeutig Stellung bezieht.

Für meinen Fall heißt das:
Für Europa und für die Sozialdemokratie.

Nun ist es so das ich mit Wagenknecht nur 50% Übereinstimmung habe, weil sie nun mal gegen Europa steht. Bzw. gegen da jetzige Europa, nur das sie nicht für ein anderes Europa kämpft, sondern nur gegen das was jetzt ist.
An irgendeiner Stelle muss man wenn es um politische Grenzen geht die Linie zwischen wählbar und nicht wählbar ziehen. Wo meine liegt muss ich glaube ich nicht extra betonen. (Hier sollte man betonen das sich ihre Position erst in den letzten Jahren zum EU-Gegner gedreht hat. Soweit ich mich erinnere war sie vor einigen Jahren noch sehr für eine stärkere EU.)

Wie muss ich nun also mit der AfD umgehen?
Im Prinzip wie mit einer CDU in richtig schlimm.
Die CDU steht zwar "für" Europa (sort of...) aber nicht für die Sozialdemokratie.
Die AfD steht weder für das eine noch für das andere.

Es muss also darum gehen ein Europa für die Europäer zu schaffen.
Oder um etwas ältere Sätze zu nutzen: "Of the people, by the people, for the people!"

Jeder Versuch die Bevölkerung der EU zu spalten und gegeneinander aufzuhetzen ist ein Angriff auf unsere Gesellschaft insgesamt. Die AfD will genau das.
Wobei die CDU deutlich besser im gegeneinander aufhetzen ist. Wenn ich in Bezug auf Griechenland noch einmal das Wort "Hausaufgaben" höre, dann besteht das Risiko das ich irgendjemanden umbringen muss.

Und ja, ich weiß das die Linkspartei da in ihrem Parteiprogramm eigentlich ziemlich nah bei mir ist. Nur wenn sich dann jemand wie Wagenknecht öffentlich hinstellt und Wahlkampfhilfe für die AfD betreibt dann kann ich dieser Partei nicht glauben was sie mir in ihren Texten verspricht.

Also ja: Mann muss mehr machen als einfach dieses Gefühl "wir" gegen "die AfD" aufzubauen. Aber doch nicht indem man sagt, naja die AfD hat ja durchaus in einigen Punkten recht, sondern im Gegenteil indem man mit guten Argumenten zeigt, dass diese Ideen eben unabhängig vom Parteibuch einfach falsch sind.
Die Ideen der AfD haben in einer freiheitlichen Gesellschaft keinen Platz, sie sind einfach nicht diskutabel. Aber anstatt die Eier in der Hose zu haben das zu sagen, stellt man sich hin und versucht durch Mimikri der AfD Erfolg zu klauen.


Politischer Smalltalk - Terminator - 08.01.2017

Zitat:sondern im Gegenteil indem man mit guten Argumenten zeigt, dass diese Ideen eben unabhängig vom Parteibuch einfach falsch sind.

Zu schwammig und nützt nichts, man kann sich alles zurechtargumentieren. Postfaktisches Zeitalter und so.