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Politischer Smalltalk - FireBird - 20.11.2016

Eine Wahl ohne Wahl, ein Prozess hinter verschlossen Türen, niemand fragt das Volk, wieso dann überhaupt Wahlen und Wahlgesetze und nicht einfach "Der Bundeskanzler bestimmt in Absprache mit den Regierungsparteien einen Bundespräsidenten"?
Wäre deutlich ehrlicher, als dieser verlogene pseudodemokratische Prozess aktuell.

Steinmeier wird also Bundespräsident, geschickt gemacht von Merkel, so wurde ein erfahrener und beliebter Politiker des größten Konkurrenten weggelobt, dazu kommt wohl ein weiteres Resort für die Union.
Also kann weiter an einer Merkel-Diktatur gearbeitet werden, auch da sich immer wieder jemand dummes oder auch regierungsgeiles finden wird, dem sein persönliches (und kurzfristiges) Streben nach Macht wichtiger ist, als das langfristige Wohlergehen seines Landes.
Irgendwie läuft es hier auch nicht besser, als anderswo nur halt ohne offensichtlichen Populismus.
Alsbald wird Deutschland nur auch dieses selbstverschuldete Schicksal schrecken.

Edit: Ebenso demontiert sich die SPD selber, da neben Sympath Gabriel niemand mehr steht, der auch nur im geringsten Charisma ausstrahlt und für Kanzlerkandidatur in Frage käme.
Die SPD hat also ihr Grabmarsch deutlich beschleunigt, aber feiert sich als Sieger, dabei hat Merkel nur mal wieder geschickt gehandelt, auch wenn das ihre Parteigenossen noch nicht erkannt haben.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 20.11.2016

Statt in parteipolitischen Sieg und Niederlage Kategorien zu denken würde ich hier eher folgendes sagen: Es ist ein Armutszeugnis das in einer großen Koalition die in der Lage ist eine Verfassungsänderung herbeizuführen, für das Amt des Bundespräsidenten nur Steinmeier bleibt.
Nicht das er den Job irgendwie grob falsch machen wird. Das glaube ich nicht. Aber er ist schlicht und ergreifend die naheliegende Karrierewahl. Und da liegt eigentlich das große Problem. Wir haben eine US-Wahl in der die Bevölkerung bewiesen hat, dass ihr scheiß egal ist was passiert, hauptsache kein Karrierepolitiker und nun wird ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl ein Mann gewählt dessen Wahl so offensichtlich eine Karriereentscheidung ist. (Jeder der mir versucht zu erklären das die Grundstimmung in Bezug auf das politische System in Amerika und Europa grundsätzlich anders sei wird ausgelacht.)

Gleichzeitig kündigt Merkel an das sie zum vierten mal kandidieren wird und Gabriel wird wahrscheinlich der "aussichtsreichste" Konkurrent. Jawohl man sieht unsere Politiker haben absolut verstanden was derzeit das Problem ist.

Ich glaube nicht wirklich an einen enormen Wahlerfolg der AfD und ich habe die Hoffnung das der nächste Präsident in Frankreich nicht Le Pen heißt. Aber zu glauben das so etwas nicht möglich wäre ist auf unverantwortliche Art und Weise naiv.


Politischer Smalltalk - FireBird - 24.11.2016

http://www.tagesspiegel.de/politik/tv-spot-enthaelt-edekas-weihnachtswerbung-nazi-symbolik/14886502.html
Mimi, ich will was meckern und hab endlich was gefunden. Mad
Diese Frau wollte wohl auch mal etwas Fame haben, aber gut lasst uns einfach alle Zahlen und alle Worte verbieten, dann stören wir niemanden mehr. Smokin


Politischer Smalltalk - Skafdir - 24.11.2016

Ich nehme mir mal das Interview auf das verwiesen wird und nehme das ganze Ding unter der Prämisse von Hanlon's Razor auseinander.

(Die kürzeste Lösung wäre dabei: Gut alles Zufall, keiner hat sich was dabei gedacht. Aber zwei Zahlenkombinationen in zwei Nummernschildern, die beide doch eindeutig sind, gleichzeitig aber extrem gut versteckt. Tut mir leid, aber das ist mir zu viel Zufall. - Also gehe ich von einem Plan aus.)

Zitat:Das ist das Kennzeichen "MU SS 420" Die Buchstaben SS sind gerade wegen der Anlehnung an die NS-Zeit in Deutschland im Autokennzeichen verboten. Da das verboten ist, ist es nicht vertretbar, das in einem Werbespot zu nutzen, auch wenn es sich um ein fiktives Kennzeichen handelt. Die 420 ist eine aus dem angelsächsischen Raum stammende, in rechten Kreisen auch hierzulande gängige Abkürzung für Hitlers Geburtstag am 20. April.

Ja SS ist verboten, aber das muss man nicht zwingend auf dem Schirm haben. Zumal "müssen" ein zentrales Element des ganzen Spot ist. Das dieses "MU SS" also wirklich nur eine Wahl ist um die zentrale Botschaft im Bild zu verstecken ist absolut glaubwürdig.
420, ist wie Frau Bamberger-Stemmann im Interview sagt im angelsächsischen Raum durchaus als Code gebräuchlich. Wird hier aber eigentlich nicht verstanden.
Nicht nur weil der Code ins deutsche übersetzt richtigerweise "204" heißen müsste, sondern auch weil die zweistelligen Zahlencodes viel gängiger sind. (18, 88, 84)

Wie kam die 420 hier rein? Meine Vermutung: Jemand in der Werbeagentur hat sich an dem "SS" gestoßen, hat aber vom Chef eindeutig den Auftrag bekommen: "Mach ein Nummernschild mit "MU SS" - "Welche Zahl?" - "Ist egal."
Dann kommt die Überlegung auf: Was kann ich nun als "Easter Egg" einbauen. 18, 88 und 84 scheiden aus, weil zu bekannt. Da hätte der Chef sofort gesagt: "Sag mal gehst noch?! Überarbeiten und zwar so das du dich danach nicht nach nem neuen Job umsehen musst!"
Also 420, Chef merkt nichts, man selbst kann hinterher den Dummen spielen und behaupten man hätte das ja selber nicht gewusst und überhaupt wurde das ja abgesegnet, wie soll man da als armer Angestellter wissen das es falsch ist?
(Hinweis: Der Angestellte muss sich natürlich nicht zwingend am SS gestoßen haben, er kann das auch einfach für einen enorm guten Witz gehalten haben. Und ein wichtiger Hinweis: Die Möglichkeit das es auf die Kifferszene verweist ist wirklich nicht von der Hand zu weisen, in diesem Zusammenhang wird 420 deutlich häufiger verwendet. Erst das zweite Nummernschild gibt hier mehr Hinweise auf "rechte Symbolik")

Auf die gleiche Art erklärt sich das zweite Nummernschild. (Vermutung: Die gleiche Person kümmert sich um beide Nummernschilder)
Hier kann man den Zufall aber tatsächlich ausschließen.
Zitat:Denn das zweite Autokennzeichen, das im Spot zu sehen ist, zeigt ebenfalls Zahlenkombinationen, die in der rechtsextremistischen Szene verwendet werden. Das Nummernschild laut "SO LL 3849".

"SO LL 3849" - 4 Zahlen kommt vergleichsweise selten vor. Das heißt bei einer vierstelligen Zahl hat sich wirklich jemand etwas gedacht.
In Kombination mit der vorherigen 420 ist die 84 natürlich auffällig, wenn auch gut versteckt für alle die mit der 420 nichts anfangen können.
Die 39 ist mir selber allerdings neu und eine schnelle Googlesuche ergibt auch nicht zwingend einen übermäßigen Gebrauch dieser Kombination. (Vielleicht weiß da jemand mehr? - naheliegend ist es, weil 3 und 9 sind extrem wichtige Zahlen im Christentum, aber hier würde ich eher davon ausgehen, dass die 84 versteckt werden sollte und da ergibt es Sinn wenn man "springend zählt" 3X4X - X8X9 - 84 muss die Mitte bilden, ergo müssen 3 und 9 nach außen.)

Aber gut ich will der Frau ja ihren Spaß lassen, soll die 39 also auch bewusste Symbolik sein.

Besonders schön finde ich aber diese letzte Begründung:
Zitat:Sowieso vermittelt der Spot besonders am Anfang eine heile Welt und transportiert Werte, die auch für die Neue Rechte stehen. Die Kinder spielen zum Beispiel auch eine altmodische Version von "Mensch ärgere dich nicht".

Ein Weihnachtswerbespot vermittelt ein Heile-Welt-Bild und Traditionsbewusstsein und das ist dann nochmal eine Verstärkung der Botschaft über die Nummernschilder? o.O
Wow... also ähm... ich nehme mal den Umkehrschluss an:
Ein "linker Weihnachtswerbespot" müsste dann also die Apokalypse ankündigen, während die Kinder Mensch-ärgere-dich-nicht über eine Smartphone-App spielen?
Ich würde an dieser Stelle sagen: Die Frau hat ihren Spaß gehabt, jetzt sollte sie unbedingt wieder ihre Medikamente nehmen.

---
Warum ist meine Erklärung zumindest logischer als die von Frau Bamberger-Stemmann?
Folgende Gegenfragen an die gute Frau:

1. Wieso sollte Edeka überhaupt ein Interesse daran haben Nazisymbolik auf diese Art zu verstecken? Die rechte Szene ist relativ groß. Aber der Anteil derjenigen die den Spot ansehen, die Symbolik sehen und als solche erkennen würden und das dann als Grund nehmen bei Edeka einzukaufen dürfte so gering sein, das die zu erwartenden negativen Reaktionen den Aufwand nicht wert sind.

2. Auf welcher anderen Ebene als auf der von diesem Spot hat sich Edeka bisher in die Nähe von Rechtsextremismus begeben? Mir fällt da nichts ein, also warum sollten sie gerade mit einem Weihnachtswerbespot ihr Coming-Out feiern? Das klingt mehr als absurd.

3. Wer zur Hölle achtet bei einem Werbespot auf die Nummernschilder?

4. Wer zur Hölle hat mehr als die ersten 5 Sekunden von dem Spot gesehen?

5. Wer zur Hölle glaubt Weihnachtswerbespots sind ein wichtiges Thema?

6. Ein heile-Welt-Bild ist rechtsextrem? WTF? O.O


Politischer Smalltalk - FireBird - 24.11.2016

88 steht auch für Liebe und Küsse im CB Funk. Wink
Dazu denke ich bei SS an Sommer Semster, SuperSport, Kiss, also die Band und wie einem Wikipedia sagt noch für viel mehr, auch für die Heilige Schrift.
Also jede Uni verwendet Nazi-Symbolik!!!1!!1!1
Da haben wir also eine Erklärung für die 88 und das SS, die ebenfalls schlüssig ist.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 24.11.2016

Unbedarftheit in allen Ehren, aber einige Dinge sind so eindeutig das die meisten Leute doch ausweichen.

Zumindest die RUB kürzt Sommersemester im Normallfall mit SoSe ab. Aus eben diesem dummen "SS" Grund.

Die Band Kiss, hat das Doppel-S nicht nur zufällig im Namen sondern sich auch dazu entschieden statt eines S die Sig-Runen zu benutzen. Vermutlich nur um zu provozieren oder aus Unwissenheit, aber wenn du hier wirklich keine Nazisymbolik erkennen kannst, dann solltest du dir unbedingt einen Hund anschaffen, da du ohne mit hoher Wahrscheinlichkeit beim nächsten Versuch die Straße zu überqueren angefahren wirst. Tongue (Die Sache ist sogar der Band selbst aufgefallen.)

88 im CB-Funk... nun gut da werden sich diejenigen die das aktiv betreiben bestimmt was gedacht haben. Also alle beide. Lol

Ich will mit meinem vorherigen Post ja im Prinzip nur sagen:

Ja, natürlich kann man die Symbolik darin sehen und sie wurde vermutlich sogar bewusst eingestreut. Aber ich glaube nicht um irgendwelche geheimen Botschaften auszusenden, sondern nur weil da jemand einen Clown gefrühstückt hatte.

Die Forscherin hat ihre Chance gewittert und daraufhin getwittert und badet nun in ihren 15 Minutes of Fame.
Ich gönne ihr den Spaß, soweit sie dann wieder zu ernsthaften Themen zurückkehrt.


Politischer Smalltalk - menag - 24.11.2016

FireBird;14106 schrieb:immer wieder jemand dummes oder auch regierungsgeiles finden wird, dem sein persönliches (und kurzfristiges) Streben nach Macht wichtiger ist, als das langfristige Wohlergehen seines Landes.

Leute, denen ihr Land am Arsch vorbeigeht finde ich sympathisch.


Politischer Smalltalk - Julia - 30.11.2016

4 Seiten zum Thema Vergewaltigung nun in einen separaten Thread verschoben. Bitte da weiter über die Grenzen dessen reden.


Politischer Smalltalk - Kirin - 03.12.2016

Hat jemand das letzte TV-Duell zwischen Hofer & Van der Bellen gesehen? Natürlich nicht, ich rate es euch aber trotzdem, wenn ihr auf allertiefstem Niveau unterhalten werden wollt. Und auch genau aus diesem Grund und keinem anderen hab ich mir das Ding angeschaut, was eigentlich auch schon tragisch ist. Ich habe so etwas ganz selten erlebt, kenne diese Gesprächsatmosphäre eher von diesen Talk-Shows, die Anfang des letzten Jahrzehnts populär waren. Man hätte meinen können, beide hätten etwas aus der negativen Resonanz des vorletzten Interviews gelernt, aber nix da.
Die ersten 2 oder 3 Minuten ist alles recht zivil abgelaufen, aber dann ging's plötzlich abwärts, als Hofer mit hochformatigen, ausgedruckten Twitter-Hasskommentaren herumgefuchtelt hat und beide sich gegenseitig zwanzig Jahre alte, aus dem Kontext gerissene Zitate des anderenn um die Uhren schlugen.
Der "Standard" hat ganz recht, wenn er schreibt, dass der größte Verlierer das Bundespräsidentenamt an sich ist. Ich mochte VdB echt gerne, aufgrund seines extrem reizbaren, unsouveränen, anti-intellektuellen, naiven und ignoranten Verhaltens in den Duellen mit Hofer habe ich allerdings leider inzwischen nicht einmal mehr den geringsten Respekt vor ihm. Beide sind nicht wählbar und wenn einer von denen unser globales Image repräsentieren soll, ist es um Österreich wirklich sehr, sehr schlecht bestellt.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 03.12.2016

Arroganz aus dem Norden: das letzte mal als ein Österreicher vernünftig demokratisch gewählt werden konnte musstet ihr ihn ja auch erst hier rüber schicken.

Ernsthaft: in den Niederlanden führt Wilders. In Frankreich befürchtet man FN. Osteuropa und UK haben schon kapituliert.
Warum sollte es in Österreich oder nächstes Jahr in Deutschland besser laufen?

Tu mir nur einen Gefallen und wähl trotzdem van der Bellen. Nicht weil er gut ist, nur weil er besser ist. Und vor allem: versuch dafür zu sorgen das die New York Times unrecht hat.
Die haben Merkel als letzte Verteidigerin des freien Westen bezeichnet. Und vor einer Welt in der Merkel die letzte Bastion für Freiheit ist hätte ich Angst.


Politischer Smalltalk - Kirin - 03.12.2016

Skafdir;14916 schrieb:Arroganz aus dem Norden: das letzte mal als ein Österreicher vernünftig demokratisch gewählt werden konnte musstet ihr ihn ja auch erst hier rüber schicken.
Blödsinn
Zitat:Tu mir nur einen Gefallen und wähl trotzdem van der Bellen.

Das hatte ich vor, schon allein weil ich Leute hasse, die sich über ein Wahlergebnis beschweren, aber selber nicht gewählt haben. Irgendwie war aber schon vor der Stichwahl die Kandidatenauswahl 1 Witz:
- Die Kandidaten von Rot bzw. Schwarz waren so austauschbar, belanglos und charismatisch wie 1 Probepäckchen Haarshampoo
- Für die FPÖ tritt jemand an, der vor Chemtrails warnt, Putin, Trump & Orban massivst in den Arsch kriecht, in seiner Freizeit schon prophylaktisch mit ausgedruckten Twitterkommentaren herumläuft und die Existenz seines Vaterlandes nicht anerkennt -> Eigentlich auch für Patrioten nicht wählbar
- Richard Lugner Ugly

Die Beste war wirklich Irmgard Griss. Idealistisch, halbwegs nachvollziehbare politische Positionen, wirkte nicht, als hätte sie einen starken psychischen Schaden, wollte tatsächlich etwas bewirken und wäre Hofers NLP-Fallen auch rhetorisch zuvorgekommen.


Politischer Smalltalk - Charlemagne - 03.12.2016

Ihr Österreicher solltet einfach geschlossen Palfrader als "Robert Heinrich I." zum Kaiser wählen, Karin!


Politischer Smalltalk - menag - 03.12.2016

Kirin;14906 schrieb:Beide sind nicht wählbar und wenn einer von denen unser globales Image repräsentieren soll, ist es um Österreich wirklich sehr, sehr schlecht bestellt.

Stimmt, das globale Image ist das Problem. Ansonsten wäre Hofer echt in Ordnung.


Politischer Smalltalk - Kirin - 03.12.2016

Gut, damit habe ich jetzt zwar eher auf VdB abgezielt, aber das ist doch nun mal die Hauptaufgabe eines Bundespräsidenten - ein Land zu symbolisieren. Und wenn mehr als 50% der Bevölkerung möchte, dass ein Verschwörungstheoretiker ihr Land repräsentiert, den man politisch ganz rechts außen verorten muss, ist es um Österreich schlecht bestellt.
Verstehe das Problem an meiner Aussage nicht.
Dass er auch fraglos politisch gefährlich ist, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Dass sich die Hälfte des Landes hinter jemanden stellt, der auf seiner Facebook-Seite auch mal Links zu Holocaust-Leugner-Seiten postet, ist aber vielleicht noch gefährlicher.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 03.12.2016

Ach wenn zukünftige amerikanische Präsidenten FoxNews und Seiten von Verschwörungstheoretikern als Informationsquelle nutzen dürfen, dann ist das beim österreichischen Bundespräsidenten doch absolut harmlos. Hmm

Das was mich wirklich beunruhigt ist, dass die internationale Allianz der Nationalisten so extrem stark wird.
Nationalisten, Verschwörungstheoretiker und Europagegner von rechts nutzen die aufgebauten Strukturen des friedlichen und unkomplizierten internationalen Austausch um genau diese abzuschwächen oder gleich ganz abzuschaffen. Sad

Ich kann dich absolut verstehen das du mit VdB nicht zufrieden bist. Auch wenn ich da nun zugeben muss das ich nicht so sehr in der österreichischen Politik drin bin. Sollte ich eigentlich ändern.
Das Problem haben derzeit Demokraten in ganz Europa. Die eigenen Wahloptionen sind alles andere als schön und eine wirkliche linke Alternative zum wirtschaftsliberalen Kurs der "Alternativlosen" scheint es nicht zu geben.

Wir haben in Europa ein Problem mit einer neoliberalen Marktradikalität und nun gäbe es zwei Methoden darauf zu Antworten.

1. Mehr Europa unter den Bedingungen einer sozialen Marktwirtschaft. Also ein Europa das seine Aufgabe so versteht wie die Regierung der BRD es lange tat. Abwehr der negativen Auswirkungen des Kapitalismus und Stärkung der positiven Auswirkung.

2. Marktradikalität im eigenen Land stärken, dafür aber alle anderen von den Vorzügen des eigenen Markts ausschließen und eine Renationalisierung der Politik durchführen.

1. Würde auf kurz oder lang zu einem allgemeinen Anwuchs des Wohlstands und der sozialen Gerechtigkeit in Europa führen.

2. Würde auf kurz oder lang die Ungleichverteilung von Reichtum stärken und eine innereuropäische Konkurrenz aufbauen, die vor allem in den wirtschaftlich schwächeren Regionen zum Kollaps führen kann und damit insgesamt die gute und friedliche Zusammenarbeit der europäischen Staaten gefährdet.

Beeindruckend ist, dass es in den meisten europäischen Ländern zumindest eine große Zustimmung für Antwort 2 zu geben scheint. Hmm
Das hatten wir doch alles schon.
Immer und immer wieder wird in der politischen Diskussion das scheitern sozialistischer Staaten als Argument aufgegriffen warum es unmöglich wäre einen sozialistischen Staat zu erhalten.
Aber das brachiale Scheitern der Nationalstaaten vor allem in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts wird höchstens als nicht weiter nennenswerter Betriebsunfall betrachtet.
Anstatt das Scheitern des Nationalismus zu sehen, wird viel mehr immer und immer wieder von einer "Natürlichkeit" gesprochen, als ob kulturelle und sprachliche Grenzen irgendeine unverrückbare gottgewollte Ordnung seien.

Nicht aufregen... ich warte mal ab. Morgen wird auf jeden Fall nochmal ein wichtiger Tag. Ich hoffe auf das beste, auch wenn das Beste in diesem Fall mal wieder nicht wirklich gut ist. Hmm