hirnschwund.net Forum
Politischer Smalltalk - Druckversion

+- hirnschwund.net Forum (https://hirnschwund.net/forum)
+-- Forum: Allgemein (https://hirnschwund.net/forum/forum-3.html)
+--- Forum: Gesellschaftstalk (https://hirnschwund.net/forum/forum-16.html)
+--- Thema: Politischer Smalltalk (/thread-29.html)



Politischer Smalltalk - Skafdir - 17.10.2016

Ja stimmt, das steht in einem Hadith, aber einem der gut belegten und allgemein anerkannten. Er ist unter anderem vom "Ständigen Komitee für Rechtsfragen" in Saudi-Arabien anerkannt, das zum allergrößten Teil dem Salafismus anhängt, also der islamischen Strömung von der ein Großteil des Terrors ausgeht.

Also ja du hast recht, das ich hier fälschlicherweise vom Koran geschrieben habe, obwohl es sich um einen Hadith handelt. Aber gerade für diejenigen Muslime die sich mit Begeisterung in die Luft jagen ist dieser Hadith im Prinzip rechtsverbindlich.

Die Wortwahl ändert also nichts an der Tatsache die dahinter steht.
(Edit: Trotzdem stimmt es natürlich das ich da einen Fehler gemacht habe.)


Politischer Smalltalk - StBasilisk - 17.10.2016

Enzio;12311 schrieb:Noch dazu kommt, dass sich ein Muslim außerhalb des Kampfes und ohne Not niemals selbst töten würde, schon gar kein Strengreligiöser. Der Selbstmord eines Gläubigen ist im Islam schwerwiegender als der Mord an einem anderen Menschen und zählt zu den schwerwiegenderen Gewalttätigkeiten.

Das ist auf so vielen Ebenen Blödsinn, da frage ich mich echt ob du deine Posts liest bevor du sie abschickst (sorry).
- Mord ist in allen Religionen streng verboten. Daher würde niemals ein Christ einen Mord begehen. Oder ein Jude. Und auch ein Moslem würde niemals einen Mord begehen. Logisch, oder? Ist ja schließlich klar verboten! (aber gut wie genau du über "die Moslems", also alle, bescheid weißt).

- Wir wissen überhaupt nicht ob er streng Religiös war! Wenn er von Islamisten beeinflusst wurde, werden die ihm sicher nicht jeden Tag gesagt haben "aber bring dich nicht selbst um!"

- Ich persönlich - aber das ist jetzt wirklich nur meine Ansicht - halte eh das Selbsttötungsmotiv für ein sehr wichtiges bei Selbstmordattentätern. Ich glaube die wollen ihrem Leben ein Ende setzen, und glauben durch den Terror ihren Leben noch einen kruden "Sinn" zu geben, bzw. dafür posthumen Jubel bei anderen Menschen auszulösen.

- Wenn er ein streng-gläubiger Muslim war: "außerhalb des Kampfes und ohne Not" - nun ja, er war ja quasi im "Krieg". Er hat einen Anschlag geplant und zum Teil durchgeführt, und wurde dabei gestoppt und gefangen genommen. Braucht für mich ehrlich gesagt nicht viel kreative Denkleistung, um mir vorzustellen dass er sich in Kampf und Not gesehen hat.


Politischer Smalltalk - Kirin - 18.10.2016

Zitat:Ein Gericht in Schweden hat entschieden, dass die schwarze Flagge des Islamischen Staates (IS) gezeigt werden darf. Ein Flüchtling benutzte nach Informationen von „The Local“ im Juni ein Foto der Fahne als Profilbild auf Facebook. Rechtlich belangt wird der 23-Jährige dafür aber nicht. [...]
Die Staatsanwältin, Gisela Sjövall, verkündete im Oktober, dass das Symbol nicht den Tatbestand der Hassrede erfülle. Die IS-Fahne stehe für einen universellen Hass. Im Fernsehen sagte Sjövall weiter dazu: „Man könnte sagen, der Mann hat Verachtung für alle anderen Menschen und nicht gegen eine spezifische ethnische Gruppe ausgedrückt.“ Als Gegenbeispiel nannte sie das Hakenkreuz der Nazis. Dieser hätte mit seiner judenfeindlichen Symbolik den Tatbestand erfüllt.
Quelle
Ultralol Ultralol Ultralol
Diese Argumentation!

Spoiler!:



Politischer Smalltalk - Skafdir - 19.10.2016

Also ich habe ja insgesamt ein Problem damit Symbole zu verbieten.
(Bsp: Hakenkreuz; lasst die Idioten das Ding doch tragen, dann weiß man wenigstens das es die richtigen trifft und die dämlichen Ausreden hören endlich auf, warum welches Alternativsymbol eigentlich gar nicht als Alternativsymbol gedacht ist.)

Allerdings: Wenn man schon so ein Gesetz hat, dann sollte man es auch ernst nehmen. Da muss doch mehr dahinterstecken...
Schon weil es doch sehr einfach gewesen wäre sich der Argumentation des Anwalts anzuschließen.

Zitat:Er behauptete, „dass dies keine IS-Flagge sei, sondern ein islamisches Symbol, das seit vielen Jahrhunderten verwendet wurde, bevor es der IS missbrauchte“, sagte der Anwalt des Verdächtigen
(Link von mir)

nicht das die sonstige Bedeutung soviel besser gewesen wäre, aber wenn man einfach nur gesagt hätte: "Er wartet halt auf den Mahdi."
Dann wäre alles gut weniger absurd gewesen. (Wobei die Geschichte mit dem Mahdi vor allem eine Schiitische Sache ist... und damit hat der IS sehr wenig zu tun. o.O Naja gut niemand hat behauptet das die Sache mit dem Terrorismus in sich logisch sein muss.)

Also bitte: Irgendjemand schickt mir eine Quelle die das ganze in ein etwas freundlicheres Licht für die Staatsanwältin rückt. Spontan finde ich nichts... Hmm


Politischer Smalltalk - Kirin - 21.10.2016

Vergewaltigung ist in Deutschland ein Kavaliersdelikt, Episode Nr. 1111115


Zitat:Sie wurde vergewaltigt, als sie betrunken war und keinen Widerstand mehr leisten konnte. Sie wurde von ihren Peinigern nicht wie ein Mensch behandelt, sondern „zu einem Objekt herabgewürdigt“, so der Richter in der Urteilsbegründung gegen die fünf Täter.
Nach der Vergewaltigung war das Opfer, ein erst 14 Jahre altes Mädchen, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auf einem Laken aus der warmen Wohnung in den Hinterhof eines Harburger Wohnviertels gezogen worden. Sie war mit nur einem BH und einem verrutschten Slip bekleidet. Zum Glück wurden ihre Hilferufe gehört. Das Mädchen hätte leicht erfrieren können. [...] „Die Bewährungsstrafen für die jugendlichen Angeklagten mögen milde erscheinen. Das Gericht hatte bei der Urteilsfindung aber auch erzieherische Aspekte zu berücksichtigen“, erklärte der Vorsitzende Richter. Den vier Verurteilten, die sich therapeutisch behandeln lassen müssen, werden Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Die Richter: „Die Geständnisse der jugendlichen Angeklagten waren von Reue und Einsicht getragen. Sie konnten im Nachhinein selbst nicht fassen, wie es zu der Tat kommen konnte.“ [...] Die Verkündung der Bewährungsstrafen wurde von den Familienmitgliedern der Angeklagten mit Beifallsrufen kommentiert. Buhrufe gab es bei der Verkündung der vierjährigen Haftstrafe für den Serben.
Da muss man doch auch mal 1 bisschen Verständnis haben, wenn Alex und seine Droogs 1 malenki Horrorschau machen. Jetzt tut es ihnen ja auch leid, so im Nachhinein.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 21.10.2016

nun sollte man aber schon noch dazu sagen, dass die Täter alle 17 oder jünger waren.
Wenn die Chance besteht das so eine Tat nicht wiederholt wird, dann sollte man schon dafür sorgen, dass deren Leben nicht völlig ruiniert wird.
Überleg dir doch mal was es bedeutet im Alter von 16 oder 17 vier Jahre lang in Haft zu sein. Das ist die Zeit in der man sich im Prinzip seine Zukunft aufbaut. Welche weitere Entwicklung soll diese Person den nehmen wenn sie dann mit 22, 23 wieder entlassen wird und erstmal vor dem nichts steht? (Wobei ja in Deutschland eine Ausbildung im Gefängnis immerhin möglich ist. Aber lebenslaufmäßig macht sich sowas wohl auch eher schlecht.)

Als Richter muss man halt auch sehen, dass man dem Straftäter eine Perspektive offen hält, sonst verurteilt man die Person nur zu einer Karriere als lebenslangen sozialen Härtefall. Das ist unfair gegenüber den Straftäter und dazu ein rein wirtschaftliches Fiasko für den Staat.

Ein Umstand der für härtere Strafen gesprochen hätte war vermutlich das Verhalten der Anwesenden im Gerichtssaal.
Zitat:Die Verkündung der Bewährungsstrafen wurde von den Familienmitgliedern der Angeklagten mit Beifallsrufen kommentiert. Buhrufe gab es bei der Verkündung der vierjährigen Haftstrafe für den Serben. Um das Urteil ungestört vortragen zu können, musste der Richter die Zuschauer mehrfach zur Ruhe ermahnen. Er drohte den Störern schließlich sogar mit Festnahmen und kurzfristigen Haftstrafen.

Offenkundig ist den Familien der Angeklagten Recht und Gesetz ziemlich egal, sondern die haben das als "Wettbewerb" betrachtet. "Wir gegen das Gericht"
Ob eine Resozialisierung in solchen Familien wirklich möglich ist, ist streitbar.

Ansonsten zur Betrachtung der Urteile:

Haupttäter hat vor Gericht keine Reue gezeigt und hat trotz anderer Faktenlage von einvernehmlichen Sex geredet. => Ergo längere Haftstrafe und keine Bewährung.
Nebentäter zeigen Reue und sind geständig. => Ergo kürzere Strafen und Bewährung.
Das Mädchen das "nur" ein Jahr auf Bewährung erhielt scheint lediglich dafür da gewesen zu sein das Opfer in die Falle zu locken und hat das vielleicht sogar getan ohne es zu wissen. Dann könnte man "nur" noch unterlassene Hilfeleistung vorwerfen.

Hinzu kommt vermutlich der Alkohol als mildernder Umstand. (Das habe ich allerdings noch nie verstanden. Wieso ist es ein mildernder Umstand wenn ich mich vorher betrinke? - Ich nenne es das Homer-Argument: "I'm in no condition to drive. Wait! I shouldn't listen to myself! I'm drunk!")


Die Frage ist halt: Sollen Gerichte für eine funktionierende Gesellschaft sorgen oder sollen sie Instrumente der Rache sein?

Das relativ milde Strafen für die Opfer eines Verbrechens schwer zu verstehen sind kann ich natürlich nachvollziehen. Aber gesamtgesellschaftlich halte ich das nicht für falsch.
Meiner Meinung nach sollte folgendes gelten:
Ersttäter kriegen eine Strafe die sich möglichst weit unten am Strafmaß orientiert.
Wiederholungstäter kriegen eine Strafe die sich am oberen Ende des Strafmaß orientiert.
(Wobei natürlich Art und Ausführung des Verbrechens mit berücksichtigt werden muss.)

In der Annahme es handelt sich bei allen um jugendliche Ersttäter halte ich die Entscheidung nicht zwingend für falsch. Gesetz dem Fall die Therapie wird ernsthaft durchgezogen.


Politischer Smalltalk - Kirin - 21.10.2016

Skafdir;12797 schrieb:nun sollte man aber schon noch dazu sagen, dass die Täter alle 17 oder jünger waren.
1. stimmt das nicht, 2. geht mir das am Arsch vorbei, genauso wie es mich nicht interessiert, ob die aus "schwierigen Verhältnissen" stammen, ob ihr Daddy sie geschlagen hat oder sonstwas, weil all dies eine solche Tat nicht rechtfertigt. Jeder Täter hat irgendeine Ausrede, der eine wurde von seiner Familie so sehr verhätschelt, dass er angeblich nicht mehr zwischen Recht und Unrecht unterscheiden kann, der nächste ist sozial verwahrlost und deshalb nichts urteilsfähig (war jetzt ein konkretes Beispiel, das waren tatsächlich die beiden Verteidigungen der Burschen, die vor einiger Zeit eine Schwangere lebendig verbrannt haben. Die wurden aber wenigstens (fast) mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft - deiner Meinung nach eine falsche Entscheidung? Waren schließlich auch noch jung! Sad ).
Zitat:Wenn die Chance besteht das so eine Tat nicht wiederholt wird, dann sollte man schon dafür sorgen, dass deren Leben nicht völlig ruiniert wird.
Vielleicht sollte man aber auch ein minimales Abschreckungsszenario schaffen. Die gehen als Sieger aus dem Gerichtssaal und lachen Leute wie dich oder den (meiner Meinung nach nicht mehr zurechnungsfähigen) Richter aus. Das ist dir grundsätzlich schon bewusst, oder?
Zitat:Überleg dir doch mal was es bedeutet im Alter von 16 oder 17 vier Jahre lang in Haft zu sein.

Vier Jahre wären ja auch zu wenig - sind sie auch beim volljährigen Hauptverdächtigen.
Zitat:Das ist die Zeit in der man sich im Prinzip seine Zukunft aufbaut.
Das hätten sie sich überlegen sollen, bevor sie nach einer Gruppenvergewaltigung ein Mädchen zum Sterben in der Kälte liegengelassen haben.
Zitat:Welche weitere Entwicklung soll diese Person den nehmen wenn sie dann mit 22, 23 wieder entlassen wird und erstmal vor dem nichts steht?
Wie gesagt, das ist mir komplett egal. Die hatten alle eine Chance und haben sie für mich unwiderruflich verspielt. Das sind keine Menschen mehr, und ich möchte gar nicht, dass die irgendwie wieder in die Gesellschaft resozialisiert werden (ist sowieso nicht möglich). Das ist jetzt aber natürlich nur mein subjektives und nicht objektivierbare Gefühl (genauso wie ich subjektiv hoffe, dass irgendjemand in der Nachbarschaft der Täter die Sache "anders regelt", aber wahrscheinlich werden sie eher bejubelt und beglückwünscht, dass sie wieder aus dem Knast sind).
Objektiv gesehen stimmt es natürlich, dass auch der mieseste, erbärmlichste "menschliche" Vergewaltiger-Abschaum, den man damals abtreiben lassen oder nach der Geburt auf den Boden schmeißen hätte sollen, ganz sachlich betrachtet irgendwie resozialisiert werden sollte. Aber eine Bewährungsstrafe kann einfach niemals, jemals, unter keinen Umständen im Falle einer Vergewaltigung ausgesprochen werden, weil der Zement, das unsere kaputte Gesellschaft einigermaßen zusammenhält, das Wissen ist, dass wir wenigstens dann bestraft werden, wenn wir besonders grausame Dinge tun.
Zitat:Das Mädchen das "nur" ein Jahr auf Bewährung erhielt scheint lediglich dafür da gewesen zu sein das Opfer in die Falle zu locken und hat das vielleicht sogar getan ohne es zu wissen. Dann könnte man "nur" noch unterlassene Hilfeleistung vorwerfen.

Meh, sie hat das ganze auch gefilmt und es wohl ziemlich witzig gefunden. Ein Paradebeispiel für die geistig und moralisch vollkommen degenerierte Millennium-Generation.
Zitat:Die Frage ist halt: Sollen Gerichte für eine funktionierende Gesellschaft sorgen oder sollen sie Instrumente der Rache sein?

Es gibt einen Unterschied zwischen Rache und Gerechtigkeit; deine Frage an sich würde ich mit "Beides in einer gewissen Balance" beantworten. Wenn die Gerichte den Menschen das Gefühl geben, Vergewaltigung wird weniger stark belangt als Steuerhinterziehung, Diebstahl oder sonstige finanzielle Delikte und dass die Täter den Gerichten auf der Nase rumtanzen, sorgt das auch nicht unbedingt für gesellschaftliche Stabilität. Ich persönlich halte zumindest die deutsche / österreichische Justiz großteils für einen mehr als schlechten Witz und fühle mich als Bürger nicht beschützt. (Aber wenn ich einen Bundesadler mit Bananen in den Krallen male und Österreich eine Bananenrepublik nenne, holt mich ja bekanntlich die Polizei ab, also bin ich lieber vorsichtig, was ich sage.) Es geht um einen Spagat zwischen einem humanen Strafmaß und Abschreckung.
Zitat:Ersttäter kriegen eine Strafe die sich möglichst weit unten am Strafmaß orientiert.
Wiederholungstäter kriegen eine Strafe die sich am oberen Ende des Strafmaß orientiert.
(Wobei natürlich Art und Ausführung des Verbrechens mit berücksichtigt werden muss.)
Da würde ich dir so zustimmen, aber die letzte Bemerkung würde ich nicht in Klammern setzen. Bei Vergewaltigung und sonstigen körperlichen Delikten sollte man IMHO immer vom oberen Strafmaß ausgehen.

Skafdir, du weißt so gut wie ich, dass wahrscheinlich 95% der Vergewaltigungsfälle niemals aufgeklärt werden. Ich verstehe nicht, warum man bei den paar Fällen, wo man tatsächlich eindeutige Täter gefasst und überführt hat, dann so reagiert anstatt exemplarisch mal eine harte Strafe durchzuziehen. Ja, möglicherweise züchtet man sich damit einen sozialen Härtefall heran, aber bei zu geringen Strafen tut man das ebenso, weil man damit sowieso schon empathielose Gestalten auf die Welt loslässt, die nun auch noch das Gefühl haben, vom Staat nicht belangt werden zu können.
Und bei jedem ähnlichen neuen Fall, der durch die Medien geht, weiß ich eh wieder, wie es ausgehen wird, nämlich mit Bewährungsstrafen. Die ganze Täterschaft besteht immer nur aus Ausnahmen, die ja dann auch noch so jung und bemitleidenswert sind, dass man lieber mal beide Augen zudrückt, und überhaupt würde man ihnen ja dann auch noch die Karriere verhunzen mit einer Haftstrafe.
Neulich z.B. einen Artikel über eine Frau gelesen, die ihre sechsjährige Tochter von ihrem Lebensgefährten hat vergewaltigen lassen und das gefilmt hat. Kam auf Bewährung frei, als strafmildernd wurde gewertet, dass sie ihr Kind vorher betäubt hat. Entschuldigung, aber ich glaube nicht, dass das die Art sein sollte, wie wir mit Sexualdelikten umgehen. Auch bei den paar wenigen Köln-Grabschern, die man überführt hat, wurden ja auch extrem milde Strafen ausgesprochen, anstatt mal hart durchzugreifen und ein Exempel zu statuieren, wie es ja noch letzten Winter groß angekündigt wurde.

Aber wehe, jemand vergisst mal ein Binnen-Innen. Dann spielt es aber Rambazamba. Weil, Sexismus können wir nicht tolerieren in unserer Gesellschaft!!!!


Politischer Smalltalk - Skafdir - 21.10.2016

Zitat:1. stimmt das nicht

Korrekt, mein Fehler. Haupttäter war 21. Der ist dann aber mit den vier Jahren auch noch relativ glimpflich davon gekommen oder? (Wo liegt das Strafmaß?)

Zitat:Die wurden aber wenigstens (fast) mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft - deiner Meinung nach eine falsche Entscheidung?

Deshalb schrieb ich von den Tatumständen.
Um einen Menschen bei lebendigen Leib zu verbrennen braucht es eine Portion Sadismus und Bösartigkeit, da darf man gerne davon ausgehen das diese Personen für die Gesellschaft schlichtweg verloren sind. Ich sage nicht das man alles irgendwie verzeihen sollte.

Zitat:Vielleicht sollte man aber auch ein minimales Abschreckungsszenario schaffen.

Glaubst du wirklich die haben sich vorher Gedanken darum gemacht für wieviel Jahre die das durchziehen und wann nicht mehr?
Man geht doch nicht die Konsequenzen durch bevor man so etwas macht.
Oder um Volker Pispers zu zitieren: "Triebtäter kann man nicht abschrecken, es sind nicht die Eier."

Zitat: [...] lachen Leute wie dich oder den ([sinnlose Beleidigung entfernt]) Richter aus. Das ist dir grundsätzlich schon bewusst, oder?

Absolut. Aber das darf einen nicht aufhalten, wenn man nach einem grundsätzlich richtigem Prinzip handelt. Mir ist bewusst das ich mit meiner Prinzipientreue relativ alleine in der Welt stehe und ich bin deshalb auch schon mehr als einmal heftig auf die Nase geflogen. Nur was hilft einem eine Überzeugung, wenn man die bei jedem kleinsten Widerstand sofort über Bord wirft?
Ich drücke es mal anders aus: Ob man tatsächlich mit dem Rechtsstaat einverstanden ist, zeigt sich erst dann wenn man mit diesem irgendwie in Konflikt steht. Natürlich darf man mit einem Urteil unzufrieden sein und man darf sich auch dagegen zu Wort melden.
Wenn man im gleichen Atemzug aber die Entmenschlichung des Täters fordert, dann zeigt man das man nicht wirklich Teil einer freiheitlichen Gesellschaft sein will. Das was du forderst ist: "Freiheit aber nur solange alles so läuft wie ich es gerne hätte."
Im Zuge der grundsätzlichen Menschenrechte gibt es aber keinen Verhandlungsspielraum. Was du ja auch selber einräumst, beginnend mit diesen Worten: "Objektiv gesehen stimmt es natürlich"

Und da kommen wir auch schon zum großen Problem deiner Bewertung. Du lässt dich von, absolut nachvollziehbaren, Emotionen leiten. Kann ich verstehen, aber für die Bewertung des Falls und das Strafmaß hat das nichts zu bedeuten. Solange man nicht weitestgehend emotionsfrei argumentieren kann, sollte man sich mit starken Bewertungen zurück halten.

Ich kann dich vollkommen verstehen, aber findest du es nicht gefährlich wie du reagierst?
Du forderst hier offen zur Selbstjustiz auf. Das hat nichts mehr mit einem "Mittelweg" zwischen "Rache und Resozialisierung" zu tun. Selbstjustiz ist die ultimative Form der Rache.

Diese ganzen Gefühle sind dein gutes Recht. Aber du solltest sie nicht zu einer Grundlage für Justiz erklären.

Schlussplädoyer für eine freie Gesellschaft:
Es hat niemals jemand behauptet, dass es leicht wäre in einer freien Gesellschaft zu leben. Die Freiheit des Individuums ist gesellschaftlich gleichzeitig unsere größte Stärke und die größte Schwäche. Die Idee das jeder Mensch, egal was er tut, mit bestimmten unveräußerlichen Rechten ausgestattet ist, ist nicht nur ein blöder Spruch den sich mal irgendwann jemand ausgedacht hat, weil er nett klingt.
Es ist ein Versprechen an unsere Gesellschaft und eine ständige Herausforderung an uns alle.

Die Prinzipien einer freiheitlichen Gesellschaft gerade auch dann zu verteidigen, wenn sie von anderen mit Füßen getreten werden oder wenn die eigene Gesellschaft bedroht wird, das ist es was uns von einer Diktatur unterscheidet.
Wenn wir im ersten Moment in dem es schwierig wird unsere Demokratie, unsere Rechtsstaatlichkeit und unsere Weltoffenheit abschaffen wollen, dann gibt es nichts mehr was uns von Ländern wie Saudi-Arabien oder Nordkorea unterscheidet. Außer das wir freundlicher aussehen.

Aber das wirklich beruhigende an der Sache ist, du weißt es selber. Du unterteilst ja schon deine Argumentation in "subjektiv" und "objektiv" und auf der "objektiven" Seite verteidigst du den Rechtsstaat, während du ihn auf der subjektiven Seite verdammst.
Eine viel schönere Demonstration davon wie schwierig es manchmal ist gute und richtige Prinzipien gegen eine schlechte Welt zu verteidigen kann es eigentlich nicht geben. Ich würde nur darum bitten auch unter schwierigen Bedingungen auf der Seite der objektiven Gründe zu bleiben.
Wir haben zur Zeit auf der ganzen Welt genug Idioten die glauben, dass Politik vor allem eine Frage von Gefühlen ist und nicht von Fakten. Das sind nämlich genau die, die unsere Errungenschaften gerne abschaffen wollen und gegen Unfreiheit und Gleichschaltung ersetzen und auch die bringen immer wieder unsere "Sicherheit vor Straftätern" als Argument an.
Angst oder Wut darf nicht Ratgeber sein, wenn wir die Freiheiten behalten wollen, für die wir als Gesellschaft seit über 200 Jahren gekämpft hat.


Politischer Smalltalk - Kirin - 21.10.2016

Zitat:Diese ganzen Gefühle sind dein gutes Recht. Aber du solltest sie nicht zu einer Grundlage für Justiz erklären.
Mooooooooooment, du missverstehst mich sehr stark. Ich habe doch klar geschrieben, dass ich jetzt nicht behaupte, dass meine persönlichen Rachegefühle verallgemeinert werden sollten. Dass ich mich freuen würde, wenn die Täter mal ordentlich zusammengeschlagen werden würden, bedeutet jetzt nicht, dass ich möchte, dass derjenige dann straffrei davonkommen sollte. Nur weil ich mich in dem Fall persönlich über ein wenig Selbstjustiz freuen würde, heißt das nicht, dass ich das grundsätzlich oder auch nur in diesem Fall moralisch gutheißen würde.
Natürlich muss ein Rechtsstaat über persönlichen Rachegefühlen stehen, aber ich empfinde die ständigen Bewährungsstrafen bei sehr harten Vergewaltigungsfällen eben auch als objektiv nicht angemessen, vor allem wenn sie gewissermaßen im Spotlight stehen. Ich sage jetzt nicht, dass man denen den Schwanz abschneiden oder sie lebenslänglich wegsperren sollte, aber es sollte eben in solchen Fällen auch keine Bewährungsstrafe dabei rauskommen.
An diesem Fall gab es ein mittelgroßes Medieninteresse - welches Zeichen ist es denn für eine freiheitliche Gesellschaft, wenn in so einem Fall der Großteil der Täter auf Bewährung freigesprochen wird?
Was möchte der Rechtsstaat den Bürgern mitteilen - dass sie in so einem Fall halt Pech gehabt haben, weil die Zukunft der Täter vorgeht und nach einer Vergewaltigung erst mal untertauchen sollten (wie es das Opfer hier tun musste), weil die Täter unter Jubelrufen aus der Manege schreiten?
Ich kann deine Meinung zur Legitimation der Rechtsstaatlichkeit vollkommen nachvollziehen, und ich teile sie ja auch, aber wenn du eine Bewährungsstrafe in so einem Fall wirklich für klüger hältst, werden wir da nicht mehr auf einen grünen Zweig kommen, denn dann herrscht IMHO genauso wenig eine nachvollziehbare Justiz wie in Terrorregimes, wo das gegenteilige Extrem der Fall ist.
Zitat:Deshalb schrieb ich von den Tatumständen.
Um einen Menschen bei lebendigen Leib zu verbrennen braucht es eine Portion Sadismus und Bösartigkeit, da darf man gerne davon ausgehen das diese Personen für die Gesellschaft schlichtweg verloren sind. Ich sage nicht das man alles irgendwie verzeihen sollte.
Diesen Sadismus und diese Bösartigkeit siehst du nicht gegeben, wenn ein junges Mädchen gruppenvergewaltigt und dann im Winter auf die Straße gelegt wird, weil es den Tätern einfach zu hundert Prozent am Arsch vorbei geht, ob ihr Opfer lebt oder stirbt?
Zitat:
Zitat:lachen Leute wie dich oder den ([sinnlose Beleidigung entfernt]) Richter aus.
Entschuldigung, das war keine sinnlose Beleidigung. Ich meine das wirklich so, der gute Mann ist meiner Meinung nach in seinem Urteilsvermögen sehr wirr und ich frage mich, warum er in der Position ist, solche Entscheidungen zu treffen. Seine im Artikel verlinkten Aussagen finde ich schon extrem täterfreundlich. Ständig wird von einem Patriarchat geredet; sieht man es hier nicht im Einsatz?
Zitat:Glaubst du wirklich die haben sich vorher Gedanken darum gemacht für wieviel Jahre die das durchziehen und wann nicht mehr?
Man geht doch nicht die Konsequenzen durch bevor man so etwas macht.

Ich glaub schon, dass die Hemmschwelle bei einem wie auch immer gearteten Verbrechen niedriger ist, wenn man Angst hat, dafür bestraft zu werden, ja. Das ist ja irgendwie auch ein Sinn von Gesetzen und Strafen oder wenigstens einer der Sinne.


Politischer Smalltalk - Zankyō - 21.10.2016

Kirin schrieb:Entschuldigung, das war keine sinnlose Beleidigung. Ich meine das wirklich so [...]

Wenn der also selbst ne Straftat begeht, würdest du auf Unzurechnungsfähigkeit (und damit Schuldunfähigkeit, aus der Unbestrafbarkeit folgt) plädieren? :>


Politischer Smalltalk - Kirin - 21.10.2016

Nein. Aber in der Position muss man fähiger zu kompetenten Urteilen sein als ein Durchschnittsmensch, und anhand dieses Falls meine ich, dass er das nicht ist.


Politischer Smalltalk - Zankyō - 21.10.2016

Zitat:Diesen Sadismus und diese Bösartigkeit siehst du nicht gegeben, wenn ein junges Mädchen gruppenvergewaltigt und dann im Winter auf die Straße gelegt wird, weil es den Tätern einfach zu hundert Prozent am Arsch vorbei geht, ob ihr Opfer lebt oder stirbt?

Wenn einem egal ist, was aus seinem Opfer wird, dann ist man wohl empathielos und dissozial, aber kein Sadist, weil die sich ja aktiv am Leid anderer ergötzen. Jemanden anzünden, und jemanden zum erfrieren zurücklassen sind m.E. schon zwei paar Stiefel.


Politischer Smalltalk - Kirin - 21.10.2016

Hast du den Artikel eigentlich gelesen oder suchst du wieder random Stuff für deine psychotherapeutischen Fachkommentare? Die haben das Opfer nicht nur vergewaltigt, sondern auch so zum Spaß gequält.


Politischer Smalltalk - Kirin - 22.10.2016

In den USA gibt es ja schon seit Jahren den Trend, dass irgendwelche als Clowns verkleideten Typen Leute mit Waffen erschrecken oder angreifen. Ist jetzt anscheinend auch nach Deutschland übergeschwappt:
Zitat:- In Rostock attackierte ein Grusel-Clown einen 19-Jährigen mit einem Baseballschläger und verletzte ihn.

- Am selben Tag erlitt ein 33-Jähriger in Gelsenkirchen nach einem Grusel-Clown-Angriff mit einem Messer eine Schnittwunde. Angaben der Polizei zufolge war das Opfer gehörlos.

[...]

- Wiederum einen Tag zuvor lauerte ein Clown in Bochum mit einem Messer Kindern im Alter von sieben bis 13 Jahren auf.

- Besonders makaber war ein Fall aus Sachsen-Anhalt. „Ihr werdet alle sterben“ stand auf einem Plakat, das ein Grusel-Clown an einer Grundschule in Stendal in der Hand hielt.

- Im nordrhein-westfälischen Wesel erschreckte ein Maskierter eine Frau mit einer Kettensäge. Ein Glück, dass bei ihm die Säge klemmte.
Quelle

Achja, das Zeitalter von Memes und viralen Trends, wo jede unglaublich dämliche Schnapsidee von tausenden Idioten nachgemacht wird. o.O


Politischer Smalltalk - Skafdir - 22.10.2016

Das ist einer der Fälle in dem übrigens wirklich durch ein paar gut gesetzte Urteile eine Abschreckung kommen könnte. ^^
Liegt hier aber einfach daran, dass die meisten Täter vermutlich einfach gelangweilte Clowns sind. (Muharhar...)

Die könnten sich echt sagen, dass ihnen der "Spaß" die Sache nicht wert ist.
Meine größte Hoffnung: Sie geraten an ein paar Leute die wissen wie man sich verteidigt und es kommen ein paar Berichte über schwer verletzte Clowns, sowas könnte Nachahmungstäter vielleicht auch abhalten.

Ansonsten hofft man auf die Kurzlebigkeit von Memes. Innerhalb von Jahresfrist wird der Trend dahinter abgeflacht sein. Auf einer absurden Ebene ist das nichts anderes als "Planking" o.ä. Auf einer sehr, sehr, sehr absurden Ebene.... sehr absurd.