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Politischer Smalltalk - DeeperSight - 22.08.2016

hans_wurst schrieb:Schon jetzt sind solche Sonntagsfragen sehr fragwürdig und können Wahlen entscheiden.

Jein. Die Medien™ müssen ja irgendwie bei Wahlen das Programm füllen. Außerdem gibt es, glaube ich, schon ein allgemeines Bedürfnis danach, die aktuelle Stimmung und Tendenzen zu kennen. Ich sehe aber auch das Problem, dass sich der Mensch zu Entscheidungen lenken lässt, die viele fällen. Wenn ich also die Wahl zwischen CDU und FDP habe, mir aber nicht sicher bin, werde ich eher CDU wählen, wenn die Umfragen suggerieren, dass diese besonders trendy ist. Das trifft aber nur auf einen bestimmten Teil der Wähler zu. Auch wenn dieser nicht klein sein dürfte.

Das wird aber durch Talkshows und Werbung kontakariert. Auch aktuelle Säue, die Print und Broadcast durch die Stadt jagen, verwischen eigentlich das Potential dieser Umfragen. Umfragen sind generell eher schwierig, gerade wenn man sich für sie keine Zeit nimmt, um ordentlich zu evaluieren. Dann führe ich diese eben in einem Wohlstandsviertel durch und habe so eine starke Verteilung auf SPD und CDU sowie B'90 Die Grünen. Im Arbeitermilieu finde ich wohl eher Wähler von Die Linke. Bei Umfragen muss so viel beachtet werden, dass so eine Wöchentliche eigentlich kaum ernstgenommen werden kann.

Aber wie gesagt: Ich glaube, dass der Effekt dieser Umfragen auf die Entscheidung einzelner WÄhler eher gering ist. Da sind die Schlagzeilen wohl eher ausschlaggebend. Vor der Wahl auf Griechenland unisono auf Griechenland einhämmern und es wird bestimmt die Merkel.


Politischer Smalltalk - Studio60 - 23.08.2016

DeeperSight;7974 schrieb:Im Arbeitermilieu finde ich wohl eher Wähler von Die Linke. Bei Umfragen muss so viel beachtet werden, dass so eine Wöchentliche eigentlich kaum ernstgenommen werden kann.

Der Witz war gut. Linke und arbeiten....^^


Politischer Smalltalk - Enzio - 23.08.2016

DeeperSight;7974 schrieb:Im Arbeitermilieu finde ich wohl eher Wähler von Die Linke.

Der Anteil der Arbeiter bei der Partei Die Linke beträgt nur noch 19%. Aber immerhin noch mehr als die "Arbeiterpartei" SPD, die es noch auf ganze 16% bringt.


Politischer Smalltalk - hans_wurst - 26.08.2016

Guckt mal wie Umfragen in M-V gemacht werden...

ARD Umfrage Seite 11[Bild: umfrage-mv.jpg]

Ist das immer so`?


Politischer Smalltalk - Enzio - 26.08.2016

Im Grunde ja, denn mehr als 1000 Personen zu befragen, ändert das Endergebnis nicht mehr wesentlich. Um ein Bild der Meinung der Bevölkerung zu gewinnen, werden Umfragen durchgeführt. Ob um Parteiunterstützung ("die Sonntagsfrage") oder die Einstellung zu speziellen Themen einschätzen zu können, werden meistens 1000 Leute befragt. Mathematisch kann man zeigen, dass mit einer zufälligen Stichprobe dieser Größenordnung ein Ergebnis mit einer Genauigkeit von ungefähr ±3% erreicht werden kann. Also, z.B. 45% CSU heißt 42-48%. Um diesen Rahmen zu halbieren, müsste man bereits 4000 Leute befragen. Der Aufwand stünde hier nicht für den Erkenntnisgewinn. Wenn man nur 250 Leute befragt, wären die Grenzen mit ±6% zu breit und Statistiker würden anmerken, dass die notwendigen mathematischen Bedingungen (eine zufällige Stichprobe) schwieriger zu erreichen sind. Die Kombination aus mathematischer Theorie (man braucht viermal so viele Leute, um zweimal genauer zu sein), statistischer Praxis (wie man zufällige Stichproben erhebt) und einer "schönen" runden Zahl (1000) hat sich bei Meinungsumfragen bewährt.

Das System funktioniert aber nur dann wirklich gut, wenn alle Befragten ehrlich antworten, und das tun vor allem Anhänger rechter Parteien immer mal wieder eben nicht. Das führt dann zu Verzerrungen wie in Sachsen Anhalt für die AFD, oder bei der NPD im Jahr 2004 in Sachsen.


Politischer Smalltalk - hans_wurst - 26.08.2016

Ähm ich meinte eigentlich "Wahlberechtigte Bevölkerung in Rheinland-Pfalz"


Politischer Smalltalk - menag - 26.08.2016

Eventuell wurde das einfach übernommen und nicht geändert. Gibts da irgendwelche Reaktionen von der ARD dazu?


Politischer Smalltalk - Enzio - 26.08.2016

hans_wurst;8368 schrieb:Ähm ich meinte eigentlich "Wahlberechtigte Bevölkerung in Rheinland-Pfalz"

Mensch, ich geh stramm auf die 40 zu, da fehlt mir die Auffassungsgabe! Nächstes Mal bitte die Ungereimtheit mit nem fetten roten Pfeil markieren! Ältere Leute brauchen sowas manchmal. Smokin


Politischer Smalltalk - hans_wurst - 26.08.2016

Ja, hast Recht Enzio. Du hattest dich so schön ausschweifend zu nichts geäußert Tongue
War mein Fehler.

Ich muss gestehen, dass ich das Ding selber "gefunden" habe und nicht irgendwie bei Fefe oder so. Deswegen weiß ich nicht, ob das normal ist oder nur ein C&P Fehler oder sonstwas.
Fand ich nur lustig. Umfrage zur M-V Wahl in Rheinland Pfalz gemacht Tongue


Politischer Smalltalk - Skafdir - 26.08.2016

Zitat:Fand ich nur lustig. Umfrage zur M-V Wahl in Rheinland Pfalz gemacht

Das ist ganz klar. Die einzige Methode wie man einen AfD-Sieg verhindern kann. Tongue

Das eröffnet ganz neue Perspektiven. Man stelle sich mal vor die nächste Umfrage zur US-Wahl wird in Mexiko durchgeführt. Trump ist weg vom Fenster, keine Chance mehr.
Politik kann so einfach sein. Lol

Ich gehe allerdings auch eher von einem Copy-Paste Fehler aus, so verlockend die Idee auch ist.


Politischer Smalltalk - Enzio - 27.08.2016

Ich bin wirklich auf die Wahl gespannt, gerade in Hinsicht auf das Ergebnis der AFD. Sollte die AFD in Mecklenburg-Vorpommern, also dem heimischen Parkett von Merkel, sogar noch vor der CDU landen, könnte sich das durchaus negativ für Merkels erneute Kandidatur in 2017 auswirken. Seehofer behält sich ja jetzt schon vor, seine Unterstützung (oder eben seine Ablehnung) erst nächstes Jahr bekannt zu geben.

Was mich angeht, so will ich diese Frau nicht mehr sehen. Mir wäre dafür sogar ein SPD-Kanzler lieber, wenn das der Preis sein sollte. Die Frau widert mich einfach nur noch an. Ihr permanentes aussitzen aller Probleme, ihre Arroganz gegenüber dem Rest von Europa und ihr kaum verhohlener Herrenmenschenduktus inklusive passendem Auftreten haben Europa so stark entzweit, wie es das seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr war!


Politischer Smalltalk - Skafdir - 27.08.2016

Zitat:Mir wäre dafür sogar ein SPD-Kanzler lieber

Und das soll wer werden?
Gabriel? Dann doch lieber Merkel...

Das deprimierende ist ja, dass man aufgrund der AfD seine Stimme nicht einfach weiter an eine der "Anderen" Parteien geben kann. Was bedeutet das ich nun tatsächlich wieder eine Partei wählen muss die auch im Bundestag landet um ein parlamentarisches Gegengewicht zu zu erzeugen. Hmm

Nun also die Parteien bei denen ich zumindest theoretisch ein Kreuz machen könnte:

Linke - sehen sich so sehr in einem "Protestwahlwettbewerb" mit der AfD
SPD - Und jetzt alle: Wer hat uns verraten?
Grüne - FDP mit Umweltplakekte... hooray

o.O?
Eigentlich muss ich nur überlegen bei welcher dieser Parteien mir nicht sofort die Hand abfault sollte ich dort ein Kreuz setzen.

Und das schlimmste an der Sache: Ich kann mal wieder keine vernünftige Wahl treffen wegen dieser §$%=/*!/' Fünf-Prozent-Hürde.
Ich kann den Wunsch eine Zersplitterung des Parlaments zu verhindern ja verstehen. Aber so ziemlich jede Methode ist besser als eine starre X%-Hürde. (Mit Ausnahme von First-past-the-post)

Nun bin ich halt gezwungen eine Partei zu wählen der ich meine Stimme eigentlich nicht geben will und ich habe noch keine Ahnung welche das werden soll.

Edit: Für nächstes Jahr, nicht für M-V, ich wohne in zivilisierteren Gegenden. Tongue


Politischer Smalltalk - menag - 27.08.2016

Wenn ich wählen gehe, dann wohl wieder Die PARTEI.


Politischer Smalltalk - Enzio - 27.08.2016

Ich wäre absolut dafür, die Verweildauer von Bundeskanzlern auf zwei Legislaturperioden zu begrenzen, denn Deutschland ist so ziemlich das einzige Land, das eine unbegrenzte Wiederwahl zulässt. Aus gutem Grund haben andere Länder gegen sowas einen Riegel eingeschoben, denn so können sich keine einbetonierten Seilschaften und Vernetzungen bilden. "Ewige Kanzler" neigen hierzulande ja dazu, sich für unantastbar und unverzichtbar zu halten, und nebenbei verlieren sie immer weiter den Bezug zu "Denen da unten".

Sieht man sich die Handlungen von Merkel an, kann man sehr gut erkennen, wie selbstherrlich diese Person von Legislaturperiode zu Legislaturperiode geworden ist. Suchte sie am Anfang noch den Kompromiss, so agiert sie spätesten in den letzten drei Jahren fast absolutistisch. Da sie systematisch jeden internen Widerstand in der CDU ausgeschaltet hat, gibt es auch niemanden, der ihr noch widersprechen würde. Sie herrscht unangefochten über ihre Schaar handverlesener und willfähriger Speichellecker, die selbst genau wissen, dass ihr Schicksal mit dem ihrer Herrin gnadenlos verknüpft ist und die ihr deswegen bedingungslos folgen.

Genau wegen solcher Dinge begrenzt so ziemlich jedes andere Land die Verweildauer der Staatsoberhäupter.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 27.08.2016

Zitat:Genau wegen solcher Dinge begrenzt so ziemlich jedes andere Land die Verweildauer der Staatsoberhäupter.

Und außer in den USA scheint bisher jeder Diktator in Spe seinen eigenen Work-around dazu gefunden zu haben.

Was nichts daran ändert das es tatsächlich sinnvoll wäre. Zumal man so immer eine Phase hat (letzte Amtszeit) in der die Politiker nicht vor allem in Richtung ihrer Wiederwahl arbeiten. Den so schön eine Demokratie ist, muss man ja doch zugeben, dass unpopuläre aber notwendige Entscheidungen gerne aufgeschoben werden bis es eigentlich zu spät ist.
Wodurch diese unpopulären Entscheidungen dann gerne auch mal deutlich drastischer ausfallen müssen als eigentlich nötig gewesen wäre.

Also ja du hast recht. Aber das hält Diktatoren leider nur bedingt auf. Die sonstigen positiven Effekte sind aber ausreichend.