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Politischer Smalltalk - Druckversion

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RE: Politischer Smalltalk - Likedeeler - 31.05.2019

Die Europa-Wahl war so wichtig, und ich bin so froh dass es bei uns so top-demokratisch zugeht!

https://www.heise.de/tp/features/Vestager-hui-Weber-pfui-4435654.html

Solange das Parlament nicht endlich richtige Macht erhält halte ich alles auf europäischer Ebene für bestenfalls demokratisch fragwürdig. Mal kucken wie das Gezerre weiter geht und was dabei raus kommt...


RE: Politischer Smalltalk - StBasilisk - 31.05.2019

Oh man. Das ist wieder Wasser auf die Mühlen aller Spackos im Netz. Warum zum Geier macht man so etwas?

https://www.spiegel.de/netzwelt/web/marie-sophie-hingst-bloggerin-taeuscht-leser-medien-und-yad-vashem-archiv-a-1270189.html


RE: Politischer Smalltalk - Westfalia - 31.05.2019

Naja, die meisten Deutschen glauben ja, das ihre vorfahren zum Widerstand gegen Hitler gehört haben. Wenn das so gewesen wäre, dann hätte es eigentlich keine Nazis geben dürfen. Manche Menschen kommen mit ihrer Familienhistorie nicht klar und erfinden dann was. Es gab so viele Opfer des Holocausts, da wird es schwierig, vor allem für den Normalbürger zu überprüfen ob der Herr XY wirklich umgebracht wurde oder ob der vielleicht niemals existierte.

Ich sage dagegen alles was ich über meine Familie in der Nazizeit weiß. Mein Opa war junger Soldat beim Heer und hat da auch gekämpft. Inwiefern er die Ideologie angenommen hat weiß ich nicht, aber ich glaube die meisten Soldaten waren einfach verblendet und haben an alles geglaubt was ihnen vor gemacht wurde.


RE: Politischer Smalltalk - Scumdog - 31.05.2019

(31.05.2019, 22:11:17)Westfalia schrieb: die meisten Soldaten waren einfach verblendet und haben an alles geglaubt was ihnen vor gemacht wurde.
Und selbst, falls nicht:
Die hatten die Wahl zwischen lebendiger "Held des Vaterlandes" und toter "Vaterlandsverräter".
Von den Soldaten sagte bestimmt keiner "Das mach ich jetzt nicht, das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren!".

"Einfach verblendet" klingt so schön simpel. Das war allgemeiner, gesellschaftlicher Konsens
und wer dagegen aufbegehrte, wurde weggesperrt, erschossen oder war permanent auf der Flucht.
Wer Familie hatte, war völlig am Arsch.
Das waren die berühmten Sachzwänge damals.


RE: Politischer Smalltalk - Zankyō - 01.06.2019

(31.05.2019, 22:11:17)Westfalia schrieb: Manche Menschen kommen mit ihrer Familienhistorie nicht klar und erfinden dann was.

Wenn ich mit etwas nicht klarkomme und dann was erfinde, dann weiß ich aber, dass das erfunden ist.

Viel wahrscheinlicher ist es doch, dass es um die Außenwirkung geht, Aufmerksamkeit etc. Wird eher ne Persönlichkeitsstörung sein, HPS z.B.:

Die histrionische Persönlichkeitsstörung (HPS) zeichnet sich durch egozentrisches, dramatisch-theatralisches, manipulatives und extravertiertes Verhalten aus. Typisch sind extremes Streben nach Beachtung, übertriebene Emotionalität und eine Inszenierung sozialer Beziehungen. Die HPS wird daher zu den „dramatisch-emotionalen Persönlichkeitsstörungen“ in Cluster B gezählt.


RE: Politischer Smalltalk - Likedeeler - 01.06.2019

(31.05.2019, 22:01:02)StBasilisk schrieb: Das ist wieder Wasser auf die Mühlen aller Spackos im Netz.
Wenn sie vorsätzlich betrogen hätte um benefits abzugreifen könnt' ich mich ja vielleicht mild empören; aber eine erfundene jüdische Familen-Geschichte ändert doch nix an historischen Fakten. Wenn das irgendwie Wasser auf irgendwelche Mühlen sein sollte dann stimmt doch bei den 'Spackos' vorher schon was nicht.


RE: Politischer Smalltalk - Beyermacher - 01.06.2019

(31.05.2019, 22:11:17)Westfalia schrieb: Naja, die meisten Deutschen glauben ja, das ihre vorfahren zum Widerstand gegen Hitler gehört haben.
Ist das so? Welcher empirischen Studie hast du das denn entnommen? Wieviel genau sind denn "die meisten"? 50 Millionen? 60? Oder gar noch mehr?


RE: Politischer Smalltalk - FireBird - 01.06.2019

Der Blog von der Dame ist jedenfalls Offline, es war also kein historisches Experiment einer Historikerin.


RE: Politischer Smalltalk - hans_wurst - 01.06.2019

Moin,

mal ein anderes Thema. Das Ergebnis der EU-Wahl war für mich recht positiv. Einer meiner Favoriten hat das stärkste Wahlergebnis eingefahren. Auch die Grünen haben ein sehr gutes Ergebnis eingefahren. Allerdings sind die für mich eher pessimistisch zu sehen. Ein großer Teil der grünen Wähler sind bürgerliche Menschen insbesondere aus dem Süden Deutschlands. Diese gelten in der Regel nicht als progressive, linke Wähler und wurden (jedenfalls früher) von Özdemir und co vertreten. Nun sind die Grünen gerade in Ba-Wü in Regierungsverantwortung. Und ich habe mich gefragt, was sie überhaupt "Grünes" oder typisch Grünes geleistet haben. Ich jedenfalls erinnere mich eigentlich nur an negative Dinge: S21, Haltung Kretschmanns zu Flüchtlingen, Stuttgart weiterhin dreckisgte Luft Deutschlands, Boris Palmer allgemein usw...
Sehe ich das einfach zu negativ und die Grünen haben die großen Würfe längst beschlossen und ich habe sie nicht mitbekommen oder sind sie dort nur eine CDU, die gern grün redet um das Gewissen zu erleichtern?


RE: Politischer Smalltalk - Westfalia - 01.06.2019

(31.05.2019, 22:22:23)Scumdog schrieb: "Einfach verblendet" klingt so schön simpel. Das war allgemeiner, gesellschaftlicher Konsens
und wer dagegen aufbegehrte, wurde weggesperrt, erschossen oder war permanent auf der Flucht.
Wer Familie hatte, war völlig am Arsch.
Das waren die berühmten Sachzwänge damals.

Und genau das glaube ich nicht. Ich glaube nicht, dass diejenigen die Jünger als 30 waren alles kleine Hans und Sophie Scholls oder Stauffenbergs waren, die sich aus Angst vor dem Regime aber nicht getraut haben dagegen aufzubegehren. Ich glaube eher, dass die meisten das für absolut richtig und logisch hielten was die Nazis Propagierten. Nicht unbedingt glühende Anhänger, aber so was wie: "Ja die haben schon recht, das sind gute Anständige Leute die was machen damit in Deutschland wieder Recht und Ordnung herrscht". Auch heute gibt es solche Leute und man muss nicht mal lange suchen um sie zu finden. Und diese heutigen Schnullernazis haben ja immerhin die Möglichkeit sich auch andere Quellen zu beschaffen. Die Jungen Leute von damals hatten diese Möglichkeit nicht.

Ich glaube, das selbst die Leute die sich hier als sehr weit Links stehend sehen würden, diese Gedanken gehabt hätten, wenn sie damals aufgewachsen wären. Wir sind ja alle nicht besser, wir wissen nur, was danach passierte und können deshalb aus dieser Perspektive zurückblicken und uns Denken: Wie konntet ihr nur so eine Katastrophe zulassen? Das ist aber etwas was mit dem Wissen über die Nazizeit zu tun hat. Es gibt zwar Leute die sagen: "Man hätte das voraussehen können", aber ich denke der normale Bürger konnte das nicht.

(01.06.2019, 01:52:18)Zankyō schrieb: Wenn ich mit etwas nicht klarkomme und dann was erfinde, dann weiß ich aber, dass das erfunden ist.

Vielleicht weiß sie ja, dass es erfunden ist.

(01.06.2019, 03:34:09)Beyermacher schrieb: Ist das so? Welcher empirischen Studie hast du das denn entnommen? Wieviel genau sind denn "die meisten"? 50 Millionen? 60? Oder gar noch mehr?

Ich hab das durcheinander gebracht. Die meisten Deutschen (52% in einer Repräsentativen Studie) glauben das ihre Vorfahren zu den Opfern des zweiten Weltkriegs gezählt haben. Aber die gleiche Studie sagt auch das 18% glauben ihre Vorfahren hätten Juden im Nationalsozialismus geholfen.

https://www.welt.de/geschichte/article173890821/Geschichtsbewusstsein-Wie-sich-heutige-Deutsche-die-NS-Zeit-schoenluegen.html


RE: Politischer Smalltalk - Likedeeler - 01.06.2019

(01.06.2019, 10:03:38)hans_wurst schrieb: die Grünen
Für mich sind die Grünen in erster Linie zu asozial; dazu gehört der ganze Scheiss den sie während rot/grün mitgemacht haben, aber was Abstimmungen über Steuern etc. angeht bleiben sie sich da ja treu. Ausserdem habe ich leider den Eindruck, dass sie für eine Regierungsbeteiligung auch jeden ökologischen Schweinkram in Kauf nehmen; hier in HH zB Kohlekraftwerk und Elbvertiefung, in BaWü stellen sie ja sogar den MP, und mein Eindruck ist dass Kretschmann mehr mit den Autokonzernen kuschelt als sie hart anzugehen. Rechtsstaatlich halte ich sie auch eher für einen Total-Ausfall, hier in HH zB rund um G20, und in BaWü wird ja auch alle paar Monate das Polizei-Gesetz verschärft. 'Nett zu Schwulen' zu sein (um es flapsig auszudrücken) finde ich zwar schön, reicht aber für mich lange nicht aus.



Was anderes: Gut dass uns die ÖR-Qualitätsmedien immer so gut informieren!
http://norberthaering.de/de/27-german/news/1146-tagesthemen-akk


RE: Politischer Smalltalk - Zankyō - 01.06.2019

Zitat:Vielleicht weiß sie ja, dass es erfunden ist.

Und welche Funktion sollte das dann erfüllen?

Wenn ich nicht klarkomme damit, dass meine Ahnen Nazis waren, dann leugne ich viel eher den Holocaust. Ganz simple Verdrängung. Siehe die Haverbeck.

Davon abgesehen weiß ich bei sowas immer nicht, ob an dem "warum macht man sowas" überhaupt Interesse bestand oder ob das nur Empörung ausdrücken sollte.


RE: Politischer Smalltalk - Scumdog - 01.06.2019

(01.06.2019, 10:18:50)Westfalia schrieb: Und genau das glaube ich nicht. Ich glaube nicht, dass diejenigen die Jünger als 30 waren alles kleine Hans und Sophie Scholls oder Stauffenbergs waren, die sich aus Angst vor dem Regime aber nicht getraut haben dagegen aufzubegehren.
Das glaube ich auch nicht.
Ich meinte nur, falls doch der Gedanke an Ungehorsam aufkommen sollte.

Zitat:Ich glaube eher, dass die meisten das für absolut richtig und logisch hielten was die Nazis Propagierten.
Das meinte ich oben mit "gesellschaftlicher Konsens".
Wir meinen exakt das gleiche.Wink


RE: Politischer Smalltalk - Westfalia - 01.06.2019

Ich bin was das geht etwas empfindlich, weil viele Leute so eine: "Mir könnte das ja nie passieren" Attitüde an den Tag legen, und dann die Gefahr größer ist, dass sie in eine Diktatur rennen ohne zu merken was passiert.


RE: Politischer Smalltalk - Westfalia - 02.06.2019

Die CDU macht lieber das mit den Fähnchen. ähm Flugtaxis

https://www.youtube.com/watch?v=fTXaNU4WY3Q