hirnschwund.net Forum
Politischer Smalltalk - Druckversion

+- hirnschwund.net Forum (https://hirnschwund.net/forum)
+-- Forum: Allgemein (https://hirnschwund.net/forum/forum-3.html)
+--- Forum: Gesellschaftstalk (https://hirnschwund.net/forum/forum-16.html)
+--- Thema: Politischer Smalltalk (/thread-29.html)



RE: Politischer Smalltalk - Zankyō - 10.05.2019

Immerhin schafft es ExtraKlaus mehr als zwei Zeilen zu fabrizieren.


RE: Politischer Smalltalk - Deltamaus - 10.05.2019

(09.05.2019, 22:42:25)Scumdog schrieb: Warum reden wir nicht mal über Antisemitismus von rechts oder aus der bürgerlichen Mitte?

Red halt drüber. Niemand hält dich auf. Ich sehe wenig Sinn darin, weil es hier keine Rechten gibt, die mit antisemitischen Äußerungen auffallen oder antisemitische Äußerungen decken - das setzt du wahrscheinlich voraus, weil du nur in Klischees und Kollektiven denken kannst -, wohl aber (vorgebliche) Linke, die sich selbst für unfehlbar halten (ein Pleonasmus, ich weiß) und den durch und durch antisemitischen politischen Islam so sehr lieben, dass sie ihn ernsthaft mit dem "Nicht alle..."-Argument in Schutz nehmen, das sie normalerweise niemals gelten lassen.

Wenn Kritik dazu führt, dass sich ein Forum plötzlich verhält wie ein angestochener Wespenschwarm, dann war sie bitter nötig. Bei mir rennst du offene Türen ein, wann immer du Antisemitismus kritisierst - es sei denn natürlich, du betreibst Whataboutism und verweist z.B. auf vage Bedrohungspotenziale, die irgendein "Friedensforscher" festgestellt haben will, um davon abzulenken, dass ein ganzer Trupp Araber auf offener Straße einen Juden lynchen wollte, weil dieser im falschen Moment "Israel!" gerufen hat.


RE: Politischer Smalltalk - Scumdog - 10.05.2019

(10.05.2019, 01:17:57)Deltamaus schrieb: Red halt drüber. Niemand hält dich auf. Ich sehe wenig Sinn darin, weil es hier keine Rechten gibt, die mit antisemitischen Äußerungen auffallen oder antisemitische Äußerungen decken -
Nein, nur rechte, die sich Seitenlang anlasslos über "linken Antisemitismus" auslassen.

(10.05.2019, 01:17:57)Deltamaus schrieb: das setzt du wahrscheinlich voraus, weil du nur in Klischees und Kollektiven denken kannst -,
Nein, obiges setzt Klischee- und Kollektivdenken voraus.

(10.05.2019, 01:17:57)Deltamaus schrieb: wohl aber (vorgebliche) Linke, die sich selbst für unfehlbar halten (ein Pleonasmus, ich weiß) und den durch und durch antisemitischen politischen Islam so sehr lieben, dass sie ihn ernsthaft mit dem "Nicht alle..."-Argument in Schutz nehmen, das sie normalerweise niemals gelten lassen.
Bullshit - und das gleich auf mehreren Ebenen!

(10.05.2019, 01:17:57)Deltamaus schrieb: Wenn Kritik dazu führt, dass sich ein Forum plötzlich verhält wie ein angestochener Wespenschwarm, dann war sie bitter nötig.
Das war keine Kritik, sondern rechtes Rumgekeife,
Davon ab bin ich ebenfalls ein Import von drüben, schon vergessen?

Zitat:Bei mir rennst du offene Türen ein, wann immer du Antisemitismus kritisierst
Glaub ich. Ist ja schon mal was. Mit allgemeinem Rassismus und Antiislamismus sieht's aber schon wieder anders aus, gelle?

Zitat: - es sei denn natürlich, du betreibst Whataboutism und verweist z.B. auf vage Bedrohungspotenziale, die irgendein "Friedensforscher" festgestellt haben will
Sind empirische Studien. Klar, daß das aber wieder nur eine total unseriöse, linksversiffte Marionette des linken Establishments sein kann!

Zitat:um davon abzulenken, dass ein ganzer Trupp Araber auf offener Straße einen Juden lynchen wollte, weil dieser im falschen Moment "Israel!" gerufen hat.
Wo kommt denn das Szenario in diesem Zusammenhang her?


RE: Politischer Smalltalk - schmatzler - 10.05.2019

(10.05.2019, 01:41:07)Scumdog schrieb: Wo kommt denn das Szenario in diesem Zusammenhang her?
Es passte halt so gut rein grad, weil alle Araber ja grundsätzlich brutale, raubmordbrandschatzende Gewalttäter sind. Das war jetzt natürlich nur Kritik, also reg' dich bitte nicht so auf.


RE: Politischer Smalltalk - Deltamaus - 10.05.2019

(10.05.2019, 01:41:07)Scumdog schrieb: Nein, nur rechte, die sich Seitenlang anlasslos über "linken Antisemitismus" auslassen.
Wenn du das so siehst, dann kritisiere rechten Antisemitismus. Du wirst schon sehen, wer sich anschließt und wer nicht.

Zitat:Bullshit - und das gleich auf mehreren Ebenen!
Wäre schön. Dummerweise ist das erst gestern passiert.

Zitat:Davon ab bin ich ebenfalls ein Import von drüben, schon vergessen?
Nein, nicht vergessen. Leider. Drüben sind wir nämlich zuletzt ganz gut miteinander zurechtgekommen und es ärgert mich schon ein bisschen, dass du jetzt plötzlich auf braver Hund machst und in den idiotischen "Das sind alles Nazis!"-Chor einstimmst, den die Alteingesessenen angeschlagen haben, weil sie sich überfremdet fühlen. Eigentlich solltest du das besser wissen.

Zitat:Glaub ich. Ist ja schon mal was. Mit allgemeinem Rassismus und Antiislamismus sieht's aber schon wieder anders aus, gelle?

Selbst bin ich Individualist.

Der Rassismusvorwurf rührt daher, dass ich auch im zeitgenössischen Antirassismus eine Erscheinungsform des Rassismus sehe, und zwar eine masochistische, da er Weißen eine Erbschuld unterstellt (und damit aus der Klassenfrage eine Rassenfrage macht, sich aber trotzdem als links verstanden wissen will).

Islamismus ist Faschismus, also ist Antiislamismus völlig okay. Du meinst Islamophobie und die ist bei mir durchaus insofern vorhanden, als ich für gefährlich halte, dass Moslems entweder überdurchschnittlich häufig Ansichten vertreten, die als rechtsradikal eingestuft werden können, oder solche Ansichten, wenn sie sie hegen, überdurchschnittlich aggressiv vertreten. Beispiel Homophobie:

https://www.welt.de/vermischtes/article163228126/Muslimische-Eltern-protestieren-scharf-gegen-schwulen-Erzieher.html

Zitat:Sind empirische Studien.
Von mir aus. Das ändert aber nichts daran, dass es momentan keine bürgerlichen Deutschen sind, die auf offener Straße Juden angreifen. Ein großer Teil der Gewalt geht von jungen Moslems aus, und den Vorwand dafür - "Israelkritik" - teilen diese mit neonazistischen Gruppen.

[attachment=43]

Ehe jetzt jemand meint, darauf hinzuweisen, dass laut Polizeistatistik die meisten antisemitischen Straftaten von rechts ausgingen, möge er das hier lesen:

https://tapferimnirgendwo.com/2017/11/14/fakten-zu-den-statistiken-antisemitischer-straftaten/amp/

Es ist nicht ausgeschlossen, dass Islamisten und reaktionäre Rechte irgendwann begreifen, wie eng verwandt sie politisch eigentlich sind. Sollte das passieren, haben wir ein echtes Problem. Zur Zeit allerdings bestehen extrem merkwürdige Allianzen, die dazu führen, dass die Rechte insgesamt antifaschistischer ist als die Linke, einfach weil sie die Barbarei, die sich ausbreitet, als fremdartig ablehnt und bekämpft und dabei Werte hochhält, die sie eigentlich gar nicht achtet.

Die Linke wiederum ist dermaßen auf die Rechte fixiert, dass sie sonst keine Probleme erkennt. Wir kennen dieses Muster aus der Weimarer Republik, wo die KPD bis zum bitteren Ende ihren Hauptfeind in der SPD sah.

Zitat:Wo kommt denn das Szenario in diesem Zusammenhang her?
Ganz einfach: Erst habe ich den entsprechenden Artikel verlinkt und dann hast du, ohne darauf einzugehen, vorgeschlagen, lieber über rechten Antisemitismus zu reden. Wie soll ich das sonst deuten?


RE: Politischer Smalltalk - Scumdog - 10.05.2019

(10.05.2019, 03:32:47)Deltamaus schrieb: Wäre schön. Dummerweise ist das erst gestern passiert.
Die SPD ist links wie Bohneneintopf.

Zitat:Nein, nicht vergessen. Leider. Drüben sind wir nämlich zuletzt ganz gut miteinander zurechtgekommen und es ärgert mich schon ein bisschen, dass du jetzt plötzlich auf braver Hund machst und in den idiotischen "Das sind alles Nazis!"-Chor einstimmst, den die Alteingesessenen angeschlagen haben, weil sie sich überfremdet fühlen. Eigentlich solltest du das besser wissen.
Nein, mitnichten Nazis!
Aber eine Beachtliche Ladung Rechts insgesamt Wink

Zitat:Islamismus ist Faschismus, also ist Antiislamismus völlig okay. Du meinst Islamophobie
Auch gut.
Jedenfalls würde ich von euch gerne auch mal ähnliches Engagement sehen, wenn Flüchtlingsheime brennen oder die Leute im Mittelmeer ersaufen.
Was, wenn das Juden wären?

Zitat:Ein großer Teil der Gewalt geht von jungen Moslems aus, und den Vorwand dafür - "Israelkritik" - teilen diese mit neonazistischen Gruppen.
Letztere teilen sich den Vorwand "Islamkritik" wiederum mit anderen Gruppen.
Antisemitismus kennt keine politische Gesinnung, so paradox das auch klingen mag.

Zitat:Ganz einfach: Erst habe ich den entsprechenden Artikel verlinkt und dann hast du, ohne darauf einzugehen, vorgeschlagen, lieber über rechten Antisemitismus zu reden. Wie soll ich das sonst deuten?
Wie soll "irgendein Friedensforscher" mit einer Studie 2012 von deinem Szenario ablenken wollen?

Zitat: irgendein "Friedensforscher" festgestellt haben will, um davon abzulenken, dass ein ganzer Trupp Araber auf offener Straße einen Juden lynchen wollte

edit:
Ah, ach so!
Nein, das war nicht speziell auf deinen Beitrag gemünzt.


RE: Politischer Smalltalk - Libertas - 10.05.2019

Ja, ich persönlich finde antisemitismus schlimmer als Islamophobie. Einfach aus dem Grund, dass ich von jüdischer Seite überhaupt nicht mal im Ansatz Gefährdung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit fürchte (Das gilt nicht für die Haredim in Israel, hier jedoch gibt es solche Strömung quasi nicht). Ich kann bei den häufigen Meldung über gewaltbereite, antidemokratische Islamisten verstehen, dass sich in der Bevölkerung gewisse Vorbehalte mehren.

Ich habe jedoch soweit ich weiß niemals alle Muslime als schlecht bezeichnet oder herabgewürdigt. Im privaten Umfeld verteidige ich die Grenzöffnung 2015 eigentlich immer vehement. Ich finde auch nicht, dass Deutschland in den letzten Jahren diesbezüglich grundsätzlich falsch gehandelt hätte. Ich bin grundsätzlich und bleibe Pro-Asyl.

Was ich jedoch auch finde ist, dass wir beim Thema Gefährder und Abschiebung bei fehlendem Bleibegrund konsequenter sein sollten und uns lieber intensiver um die kümmern sollten, die unsere Hilfe benötigen, egal ob Muslim oder nicht. Wer jedoch mehrere Jahre hier lebt und sich gut integriert hat, dem sollte auch keinesfalls eine offizielle Einbürgerung grundsätzlich verschlossen bleiben.

Ich habe tatsächlich keinerlei Probleme mit gemäßigten Muslimen, genauso wie ich keine Probleme mit gemäßigten Vertretern anderer Religionen habe. Aber egal ob es um die Piusbrüder, die Haredim oder die Muslim-Bruderschaft geht: die können sich meinetwegen alle gehackt legen! Da wo Religion als Vorwand genutzt wird auch nur einen winzigen Teil unserer freiheitlichen Demokratie aufzugeben, ist Schluss! Und ich habe, und ich glaube da geht es auch Deltamaus ähnlich, das Gefühl, dass solche Ausfälle von islamistischer (!) Seite oft runtergeredet werden.

Abgesehen davon, das ist aber eine vollkommen subjektive Ansicht, halte ich das Judentum für grundsätzlich sympathischer (auch im Vergleich zum Christentum) und bin außerdem ein großer Freund des Landes Israels. Ein herrliches Urlaubsland. Darüberhinaus ist für mich aus geschichtlicher Sicht der Schutz und der Erhalt dieses Landes für uns eine Verantwortung!


RE: Politischer Smalltalk - ExtraKlaus - 10.05.2019

Wir haben einfach eine historische Verantwortung darum, uns vehement gegen jede(!) Form von Antisemitismus zu stellen. Solange es "gegen Rechts" geht, funktioniert das in diesem Land und in der Öffentlichkeit ganz gut, da würde auch keiner gegen angehen. Der Knackpunkt ist linker und islamischer Antisemitismus, der in der gesellschaftlichen Diskussion so gut wie nicht stattfindet. Linke würden am liebsten nur über Rechtsextremismus sprechen (obwohl sie dann im selben Moment die Extremismustheorie, sobald man das mal genereller formuliert, mit fadenscheinigen Gründen ablehnen), islamischer Extremismus wird klein geredet und größtenteils ignoriert, obwohl von diesem das nachweislich größte Bedrohungspotential ausgeht in Europa (Kann man ja x-beliebige Verfassungsschutzberichte zu lesen). Wenn es allerdings um linken Antisemitismus geht, wenn die SZ antisemititische Karikaturen verbreitet oder irgendwelche BDS-Hansel ihre "Israelkritik" verbreiten, dann ist das schon sehr störend, wenn dort teilweise in das selbe Horn geblasen wird wie bei den bösen Nazis, aber da es ja um die armen, armen Palästinenser geht, man sich also vorgeblich für eine unterdrückte "Minderheit" einsetzen kann, ist das plötzlich was ganz anderes. Dann gehen die antisemitischen Brunnenvergiftungslügen und so weiter plötzlich wieder und das ist etwas, was den meisten wahren Israel-Freunde in diesem Land mächtig gegen den Strich geht. Das fängt bei kleinen Provokationen an, wie z.b. bei uns an der Universität wo die islamischen Hochschulgruppen eine Holzkarte von Israel und Umgebung aufgestellt haben, auf denen nur arabische Ortnamen vermerkt waren und endet bei handgreiflichen und gewalttätigen Übergriffen, die ich Gott seis gedankt bis heute noch nicht selbst miterleben durfte. Ich habe im Rahmen meiner politischen Arbeit aber auch politisch aktive Jüdinnen und Juden kennengelernt über den JSUD und kenne die ehemalige Bundesvorsitzende dieses Verbandes. Wenn Juden erzählen, dass sie ihre religiösen Symbole nicht mehr in Deutschland offen tragen wollen, weil sie niemanden provozieren und keinen Gewalttaten ausgesetzt sein wollen, neben Erzählungen aus dem Unialltag, wo Beschimpfungen oder das Hinterlassen von antisemitischen Nachrichten inkl. Sachbeschädigung am Bibliotheksplatz dann rüttelt sowas wach. Mich zumindestens. Wenn in der Gesellschaft dann der Kampf "gegen Rechts", so undefiniert das auch sein mag und wie oft auch Linke dort bereits meine politischen Positionen mit in einem Topf werfen, etabliert ist, aber linker Antisemitismus nicht mal als solcher bezeichnet werden darf, dann ist meine selbstgesetzte Aufgabe darin, diese Form des Extremismus zu konkretisieren, die gerne unter den Tisch geworfen wird.

Wenn dann Angriffe auf Juden stattfinden oder man Juden fragt wer sie angegriffen, angefeindet oder verbal attackiert hat, dann ist dort klar eine Tendenz zu erkennen. Eine Tendenz, die in meinen Augen ganz klar ausgeblendet wird von linken Zeitgenossen, weil man ja nicht Gefahr laufen will, in dieselbe Kritik verfallen zu müssen wie die bösen "Nazis", weil man ja vorher so schön das Narrativ aufgebaut hat, dass jeder der sich gegen Islamismus/"die Muslime" (#notall) äußert im Grunde nach nur ein Fremdenfeind sein kann. So verheddert sich der linke Anti-Antisemit ganz schnell in seinem eigenen unfreien Paradigmen und dem guilt-by-association Fehlschlüssen, die man so gerne in die andere Richtung wirft. Ich muss halt sagen, dass ich hier in meiner Heimatstadt für Antisemitismus keine große gesellschaftliche Akzeptanz erlebe, aber das liegt unter anderem auch daran, dass es sich bei der lokalen Antifa hier vor Ort um eine konzentrierte Anzahl von Antideutschen handelt, die dann im eigenen Lager ordentlich Kritik äußern. Leider sind Antideutsche den antisemitischen Antiimps zahlenmäßig erheblich unterlegen und diese Selbstreinigungsprozesse von antisemitischen Gedankengut innerhalb der Szene ist dann hier doch sehr lokal begrenzt. Hinter verschlossenen Türen stimmen dann selbst Jusos und solid-Linkssozialisten in die Kritik ein, dass die Antisemitische Gefahrenlage und Bedrohungslage für Juden durch den islamistischen Import aus Nahost zunimmt - aber das darf natürlich keiner von denen jemals öffentlich sagen, da muss man diejenigen, die das offensichtliche aussprechen (nämlich das Islamismus/religiöser Extremismus ein weit größeres Problempotential für Europa ist als der politische Extremismus zusammengenommen) und den Verfasssungsschutz und/oder Polizeibericht lesen können, natürlich instant diffamieren.

Allgemein sollte ein einfacher Grundsatz herrschen, wenn wir über Asyl und dann danach über Aufenthaltsrecht in Deutschland sprechen. Fordern und Fördern. Es gibt eine handvoll Regeln, an die man sich gefälligst halten sollte, und eine unter vielen anderen Selbstverständlichkeiten davon ist zu akzeptieren, dass man in einem freien Land lebt, wo jeder seine Religion ausüben kann und in einem Land Schutz findet, dass eine besondere Verantwortung gegenüber dem Judentum wahrnimmt. Das heißt man greift Juden nicht auf offener Straße an, aber wenn man dann noch in diese elendigen Relativierungszirkel hineinschaut, kann man ja auch nicht von einer klaren Ächtung antisemitischen Gewalttaten sprechen; vor allem wenn dann so eine Presswurst wie Mazyek wieder ins Horn des armen kleinen muslimischen Mannes bläst und das bereitwillig hingenommen wird, das in diesem Land wieder vermehrt antisemitische Angriffe stattfinden, weil alle Beteiligten sofort in erbärmlichsten Whataboutism verfallen. Wer das nicht lernen kann, das auch Juden Menschen sind, der hat hier schon allein aus Gründen des gesellschaftlichen Friedens nichts verloren. Wenn solche Ressentiments aus den Heimatländern mit herüber genommen wird, ist das ja bekämpfbar, aber dafür muss man eine gesamtgesellschaftliche Ächtung jeder Form von Antisemitismus herbeiführen und nicht mit der weitestgehenden Ignoranz gegen gewisse Formen dieses Extremismus noch ein Klima der Akzeptanz schaffen. Und selbstredend trifft das nicht auf alle Muslime oder alle Flüchtlinge zu. Aber man macht es auch nicht besser, wenn man denen, auf die es zutrifft, noch das Gefühl vermittelt das solange man nur genug "gegen Rechts" ist und das Augenmerk darauf konzentriert ist, sich schon keiner um die anderen Antisemitismusformen schert.


RE: Politischer Smalltalk - menag - 10.05.2019

Der Antisemitismus wird von den Meisten erstens nicht begriffen sondern einfach als eine andere Art des Rassismus wahrgenommen oder ausschließlich als Argumentationsgrundlage für die eigene politische Agenda benutzt, zum Beispiel um zu zeigen, dass man sich der historischen Verantwortung bewusst ist und deshalb wieder stolz von Deutschland reden darf. Deshalb findet man Kritik an linkem Antisemitismus (mittlerweile) in allen politischen Strömungen, Kritik am Antisemitismus in der Mitte oder von rechts fast nur in irgendwelchen linken Grüppchen.


RE: Politischer Smalltalk - Enzio - 10.05.2019

Barley-Power!


[Bild: bdf202-1557502097.png]


RE: Politischer Smalltalk - Deltamaus - 10.05.2019

(10.05.2019, 17:32:53)Enzio schrieb: Barley-Power!

Kein Wunder, dass sie Schwierigkeiten damit hat, den Rest der Welt zur Kenntnis zu nehmen. In Barleys Klasse reist man zwar permanent, aber nur von Blase zu Blase. Daher übersetzt sie "Vielfalt" auch mit: "unterschiedlich aussehende Akademiker treffen sich im nobelsten Viertel mal der einen, mal der anderen Weltstadt".

Das greift weiter: Diejenigen, die am lautesten nach Vielfalt und Grenzenlosigkeit schreien, sind auch diejenigen, die sich am ehesten bedroht fühlen und abschotten. Eine Klasse privilegierter oder nach Privilegierung strebender Menschen unterschiedlichster Herkunft, die peinlichst genau darauf achten, in grundlegenden Fragen allesamt dieselben Ansichten zu vertreten. Vielfalt ist für sie eine Frage der Rasse, des Geschlechts und der sexuellen Orientierung; nicht aber des Charakters, der Mentalität oder der Überzeugungen, denn von allem, was nicht äußerlich ist, darf es nur eine richtige Variante geben: ihre eigene. Die Realität hat sich zu fügen, und wo sie das nicht tut, hat man es mit Propagandalügen, Sabotage oder Ausnahmefällen zu tun. Wäre halt praktisch, wenn dieser uralte elitäre Käse nicht als Antirassismus durchginge, aber was soll man machen?


RE: Politischer Smalltalk - Scumdog - 10.05.2019

(10.05.2019, 05:40:48)Libertas schrieb: Ja, ich persönlich finde antisemitismus schlimmer als Islamophobie. Einfach aus dem Grund, dass ich von jüdischer Seite überhaupt nicht mal im Ansatz Gefährdung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit fürchte (Das gilt nicht für die Haredim in Israel, hier jedoch gibt es solche Strömung quasi nicht). Ich kann bei den häufigen Meldung über gewaltbereite, antidemokratische Islamisten verstehen, dass sich in der Bevölkerung gewisse Vorbehalte mehren.
Glückwunsch, das ist die Definition von Rassismus aufgrund von Vorurteilen, auch wenn du sie so elegant "Vorbehalte" nennst.

(10.05.2019, 05:40:48)Libertas schrieb: Ich habe jedoch soweit ich weiß niemals alle Muslime als schlecht bezeichnet oder herabgewürdigt.
Ja doch, gerade eben.

(10.05.2019, 05:40:48)Libertas schrieb: Was ich jedoch auch finde ist, dass wir beim Thema Gefährder und Abschiebung bei fehlendem Bleibegrund konsequenter sein sollten
Im Grunde richtig, nur die (offiziellen) Definitionen von "fehlendem Bleibegrund"/"Sicheres Herkunftsland" und auch "Gefährder" sind halt größtenteils für'n Arsch.

(10.05.2019, 05:40:48)Libertas schrieb: ich glaube da geht es auch Deltamaus ähnlich, das Gefühl, dass solche Ausfälle von islamistischer (!) Seite oft runtergeredet werden.
Mit diffusen Bauchgefühlen Rassismus begründen: Check!
Das ist selektive Wahrnehmung - und wenn du versuchst, dieses angebliche "Herunterreden" zu kompensieren, indem du öfter Islamfeindliche Reden schwingst, brauchst du dich nicht zu wundern, wenn beim Gegenüber ein gewisser Eindruck entsteht.

(10.05.2019, 05:40:48)Libertas schrieb: Abgesehen davon, das ist aber eine vollkommen subjektive Ansicht, halte ich das Judentum für grundsätzlich sympathischer (auch im Vergleich zum Christentum)
Alle Religionen sind mindestens überflüssig.

(10.05.2019, 08:01:27)ExtraKlaus schrieb: Wir haben einfach eine historische Verantwortung darum, uns vehement gegen jede(!) Form von Rassismus zu stellen
fixed.

(10.05.2019, 08:01:27)ExtraKlaus schrieb: Solange es "gegen Rechts" geht, funktioniert das in diesem Land und in der Öffentlichkeit ganz gut, da würde auch keiner gegen angehen.
Ausser dir und deinesgleichen.

(10.05.2019, 08:01:27)ExtraKlaus schrieb: Der Knackpunkt ist linker und islamischer Antisemitismus, der in der gesellschaftlichen Diskussion so gut wie nicht stattfindet.
Gleich mehrmals selektive Wahrnehmung.
Der Knackpunkt ist nicht der Antisemitismus von links oder rechts, der ist in allen politischen Spektren vorhanden.

(10.05.2019, 08:01:27)ExtraKlaus schrieb: Linke würden am liebsten nur über Rechtsextremismus sprechen
Und Rechte über Linksextremismus - so weit, so duh?! Ugly

(10.05.2019, 08:01:27)ExtraKlaus schrieb: islamischer Extremismus wird klein geredet und größtenteils ignoriert
Selektive Wahrnehmung, plus der wird von anderer Seite dramatisiert.

(10.05.2019, 08:01:27)ExtraKlaus schrieb: wenn die SZ antisemititische Karikaturen verbreitet
Du meinst wie der Flyer neulich, an dem ja überhaupt nichts rassistisches zu erkennen war?

Den Rest der Textwand gebe ich mir jetzt nicht, beim Überfliegen ergibt sich mir eh der Eindruck, daß es sich dabei nur um Wiederholungen, weitere Vorurteile und Rechtfertigungsversuche handelt.
Sollte ich was spannendes übersehen haben, bitte Bescheid sagen.

(10.05.2019, 18:24:18)Deltamaus schrieb: Das greift weiter: Diejenigen, die am lautesten nach Vielfalt und Grenzenlosigkeit schreien, sind auch diejenigen, die sich am ehesten bedroht fühlen und abschotten.
Ja, na sicher. Das sind nicht etwa die, die nach schärferen Asylgesetzen kreischen und am liebsten wieder eine Mauer aufbauen würden, damit die Leute draussen verrecken und nicht den schönen Hausflur vollbluten.


RE: Politischer Smalltalk - Deltamaus - 10.05.2019

(10.05.2019, 22:10:32)Scumdog schrieb: Ja, na sicher. Das sind nicht etwa die, die nach schärferen Asylgesetzen kreischen und am liebsten wieder eine Mauer aufbauen würden, damit die Leute draussen verrecken und nicht den schönen Hausflur vollbluten.

Die, von denen ich rede, ziehen die Grenzen wesentlich enger, nämlich um sich selbst und diejenigen, die genauso denken wie sie. Da darf überhaupt niemand rein - ganz zu schweigen davon, dass eine Gruppe kranker Obdachloser, die an die alarmgesicherte Tür der Villa eines Refugees-Welcome-Promis klopfte, im besten Falle ohne Anzeige verjagt würde.

Die, von denen du redest, sind in der Regel die, die unmittelbar von der Zuwanderung betroffen sind und nun als langjährige Steuerzahler plötzlich unzählige steuerfinanzierte Männer willkommen heißen sollen, die mit ihnen im Idealfall um Arbeitsplätze und Wohnraum konkurrieren werden, während der Sozialstaat immer weiter abgebaut wird, da die neoliberalen Parteien zwar jederzeit für Gesellschaftsexperimente zu haben sind, niemals aber für mehr Fürsorge (und das vergessen z.B. die Kipping-Jünger gerne). Auch die zusätzliche Kriminalität kann man nur dann als irrelevant abtun, wenn man grundsätzlich per Limousine reist, in reichen Vierteln lebt und die eigenen Kinder auf Privatschulen schickt.

Die meisten Leute, die schärfere Asylgesetze fordern, sind gegenüber Staatsbürgern gleich welcher Herkunft oder Religion toleranter als der durchschnittliche links(neo)liberale Schnösel, der nur sich selbst respektiert und in den unteren Klassen sowohl des eigenen Landes als auch des Auslandes eine Verfügungsmasse sieht, die gefälligst zu spuren habe.


RE: Politischer Smalltalk - menag - 10.05.2019

(10.05.2019, 22:32:30)Deltamaus schrieb: Die, von denen ich rede, ziehen die Grenzen wesentlich enger, nämlich um sich selbst und diejenigen, die genauso denken wie sie. Da darf überhaupt niemand rein - ganz zu schweigen davon, dass eine Gruppe kranker Obdachloser, die an die alarmgesicherte Tür der Villa eines Refugees-Welcome-Promis klopfte, im besten Falle ohne Anzeige verjagt würde.

Wie viele gibts denn von diesen Strohmännern?


RE: Politischer Smalltalk - Libertas - 10.05.2019

@Scumdog: Dein Rassismusvorwurf mir gegenüber begründet sich darin dass du den unterschied zwischen Muslimen und Islamisten immer noch nicht verstanden hast.

Kann das auch noch mal ganz klar formulieren: jeder einzelne Islamist ist ein dummes Arschloch. Entweder raffst du den Unterschied nicht, oder du findest Islamisten scheinbar nicht grundsätzlich scheiße.