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Politischer Smalltalk - Druckversion

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RE: Politischer Smalltalk - FireBird - 02.05.2019

(02.05.2019, 22:23:54)Deltamaus schrieb: Mein Ergebnis für die Bremer Wahl tut nichts zur Sache. Stattdessen: In Bremen gibt es Schulnoten erst ab der 8. Klasse? Die Fischköpfe sind echt nicht ganz dicht.
Noten sind ein abstraktes Konstrukt.
Besser wäre es anhand der Rahmenrichtlinien, die dort geforderten Kompetenzen mit den gelernten Kompetenzen des Schülers abzugleichen. Darum geht es in unserem heutigen Schulsystem, Kompetenzen zu vermitteln.
In wie weit diese Kompetenzen erlernt wurden bleibt bei reinen Noten völlig unklar.


RE: Politischer Smalltalk - Deltamaus - 02.05.2019

FireBird schrieb:Darum geht es in unserem heutigen Schulsystem, Kompetenzen zu vermitteln.
Das ist normalerweise die Aufgabe der Eltern. In der Schule geht es a) um Wissen und b) um die Fähigkeit, Wissen anzuwenden. Nach strengen Regeln vergebene Noten sind da allemal aussagekräftiger als die Meinung des Lehrers zu den (noch viel abstrakteren) "Kompetenzen" des Schülers, die jener dann wahrscheinlich von dessen Weltanschauung abhängig macht.


RE: Politischer Smalltalk - Scumdog - 02.05.2019

Hm, ich finde das okay. Früher, ganz, ganz früher gab's zumindest hier keine Schulnoten bis zur vierten Klasse, glaube ich.
Bis zur achten Klasse könnte man verständlicherweise als einen zu langen Zeitraum betrachten, aber grundsätzlich finde ich das sinnvoll.


RE: Politischer Smalltalk - FireBird - 02.05.2019

(02.05.2019, 22:35:06)Deltamaus schrieb:
FireBird schrieb:Darum geht es in unserem heutigen Schulsystem, Kompetenzen zu vermitteln.
Das ist normalerweise die Aufgabe der Eltern. In der Schule geht es a) um Wissen und b) um die Fähigkeit, Wissen anzuwenden.
Lies mal einen Rahmenplan bzw eine Rahmenrichtlinie fürs Gymnasium.

Zitat:Kompetenzen
Kompetenzen umfassen Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten, aber auch Bereitschaften, Hal- tungen und Einstellungen, über die Schülerinnen und Schüler verfügen müssen, um Anforderungs- situationen gewachsen zu sein. Kompetenzerwerb zeigt sich darin, dass zunehmend komplexere Auf- gabenstellungen gelöst werden können. Deren Bewältigung setzt gesichertes Wissen und die Kennt- nis und Anwendung fachbezogener Verfahren voraus.
Schülerinnen und Schüler sind kompetent, wenn sie zur Bewältigung von Anforderungssituationen
? auf vorhandenes Wissen zurückgreifen,
? die Fähigkeit besitzen, sich erforderliches Wissen zu beschaffen,
? zentrale Zusammenhänge des jeweiligen Sach- bzw. Handlungsbereichs erkennen,
? angemessene Handlungsschritte durchdenken und planen,
? Lösungsmöglichkeiten kreativ erproben,
? angemessene Handlungsentscheidungen treffen,
? beim Handeln verfügbare Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten einsetzen,
? das Ergebnis des eigenen Handelns an angemessenen Kriterien überprüfen.
http://db2.nibis.de/1db/cuvo/datei/kc_gym_deutsch_nib.pdf


RE: Politischer Smalltalk - ExtraKlaus - 03.05.2019

Kevin Kühnert spricht jetzt ja davon, dass "Gemeinnutz vor Eigennutz" stehen sollte und rechtfertigt damit seine kommunistischen Fantasien von Unternehmensenteignungen und dem Oxymoron "demokratischer Sozialismus".

Gute Idee. Aber Kevin konnte natürlich leider keine Suchmaschine bedienen, weil:

[Bild: gemeinnutz-550x491.jpg]

#hoppla


RE: Politischer Smalltalk - Libertas - 03.05.2019

Die CDU kann schon mal die Ehrenmitgliedschaft für Kühnert vorbereiten, besseren Wahlkampf für die CDU kann man kaum machen

https://www.welt.de/politik/deutschland/article192867541/Kevin-Kuehnert-Juso-Chef-verteidigt-seine-Sozialismus-Thesen.html


RE: Politischer Smalltalk - Enzio - 03.05.2019

Wenn der Bundeskongress der Jusos in Düsseldorf eine Solidaritätserklärung für die linksextremistische und verbotswürdige "Rote Hilfe" abgibt, wenn der Juso-Bundesvorsitzende im "Neuen Deutschland" sich mit dieser Gruppe solidarisch erklärt, dann kann man aus fachlicher Sicht nicht mehr davon sprechen, dass diese SPD-Organisation gemäßigt ist.

- Hans-Georg Maaßen im Interview mit der Fuldaer Zeitung, März 2019 -


RE: Politischer Smalltalk - FireBird - 03.05.2019

Was erwartet von jemanden der den (jungen) Sozialisten vorsitzt?

Und Schröder hatte wohl ähnliche Ansätze gezeigt als er bei den JuSos war.


RE: Politischer Smalltalk - ExtraKlaus - 03.05.2019

Der Mann hat Berliner Abitur. Das ist quasi das härteste Intelligenz-Handicap, was man haben kann. DDR-Geschichte steht da scheinbar nicht auf dem Lehrplan.

Sonst wäre er nicht so geschichtsvergessen und wüsste, dass es den VEB BMW gab, der im Grunde ne Nazikarre war mit dem die SED-Bonzen rumgecruised sind, BMW mal in Thüringen saß und wegen seinem tollen Sozialismus da weg ist. Aber als Studienabbrecher weiß er ja alle bösen Seiten des Kapitalismus. Weil er drei Jahre mal in nem Callcenter gearbeitet hat. Und Menschen wie Kevin verdienen natürlich mehr. Und wenn sie nicht mehr bekommen, ist die Gesellschaft oder das System schuld. Sie selbst natürlich nie.


RE: Politischer Smalltalk - Deltamaus - 03.05.2019

Wahlomat ist online!

Bei mir hat ein deutlicher Linksruck stattgefunden. Das irritiert mich.

[attachment=34]


RE: Politischer Smalltalk - Deltamaus - 03.05.2019

FireBird schrieb:Was erwartet von jemanden der den (jungen) Sozialisten vorsitzt?

Genau so etwas - eigentlich.

Leider hat die demokratische Kultur (oder die Spuren davon, zu denen sich die Deutschen zwingen ließen) doch deutlich gelitten, weshalb sozialistische Positionen bei Juso-Leuten genauso skandalträchtig sind wie rechte bei der JU.

Die ehemalige und die angehende ehemalige Volkspartei belauern einander und drehen am Rad, sobald die jeweils andere auch nur verbal vom gemeinsamen Kurs abweicht.


RE: Politischer Smalltalk - Westfalia - 04.05.2019

Die SPD hat sich im Godesberger Programm bereits 1959 zur Marktwirtschaft bekannt. Dadurch wurde die SPD überhaupt erst eine Volkspartei. Es ist nicht im Grundsatz nicht die Aufgabe der SPD den "Kapitalismus zu überwinden" wie es KEVIN gesagt hat. Es ist die selbstauferlegte Aufgabe der SPD eine soziale MARKTWIRTSCHAFT in Deutschland zu etablieren, sie zu stärken und zu schützen.


RE: Politischer Smalltalk - Deltamaus - 04.05.2019

Die Jusos waren schon immer links. Wüsste nicht, warum das jetzt plötzlich ein Problem sein sollte.

Wobei: Ich weiß es schon. Die politische Elite ist schwach und feige geworden und traut sich nicht mehr zu, mit solchen Herausforderungen zurechtzukommen. Kühnert steht aus demselben Grund unter Feuer, aus dem die AfD ausgegrenzt wird. Eine bedenkliche Entwicklung.


RE: Politischer Smalltalk - FireBird - 04.05.2019

Artikel 14 GG
(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.
(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
(3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

Artikel 15 GG

Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden. Für die Entschädigung gilt Artikel 14 Abs. 3 Satz 3 und 4 entsprechend.

In vielen Landesverfassung findet man ähnliche Forderung , wie man an diesem Quiz sehen kann
https://ze.tt/bayern-ist-zutiefst-sozialistisch-gepraegt-und-hat-es-leider-vergessen/

Und die IG Metal will es auch
Zitat:Überführung von Schlüsselindustrien und anderen markt‐ und wirtschaftsbeherrschenden Unternehmungen in Gemein‐ eigentum;
http://www.vkl.de/download/pdf/satzung.pdf

Damit ist alles was Kühnert gesagt hat durch das GG gedeckt und auch im Interesse der Angestellten/Arbeiter zumindest sofern sie in der IG Metal sind.
Kühnert vertritt hier also nur die Interesse eines Arbeiters der Mitglied der IG Metal ist, also eigentlich den "klassischen" SPD Wähler.


RE: Politischer Smalltalk - FireBird - 04.05.2019

(04.05.2019, 00:03:24)Westfalia schrieb: Die SPD hat sich im Godesberger Programm bereits 1959 zur Marktwirtschaft bekannt. Dadurch wurde die SPD überhaupt erst eine Volkspartei. Es ist nicht im Grundsatz nicht die Aufgabe der SPD den "Kapitalismus zu überwinden" wie es KEVIN gesagt hat. Es ist die selbstauferlegte Aufgabe der SPD eine soziale MARKTWIRTSCHAFT in Deutschland zu etablieren, sie zu stärken und zu schützen.
ich hab das Interview nicht gelesen, aber es geht nach der Überschrift darum was er unter Sozialismus versteht.
Und die Aussagen die man auch ohne Abo findet, sind alle vom GG gedeckt.
Dazu hat die CDU auch Politiker gehabt die etwas ähnliches gefordert haben, wie ich gerade feststellen durfte.
"Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund auf erfolgen."
CDU, 1947 https://www.zeit.de/1979/47/dornen-auf-dem-dritten-weg/seite-3

Und auch von den idealen eines Ludwig Erhards und seiner sozialen Marktwirtschaft sind wir weit weg.

Edit auch Ökonomen geben Kühnert Recht, zumindest mehr als die Politiker, was die Probleme angeht:
https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-05/soziale-marktwirtschaft-enteignung-kevin-kuehnert-wohnungsmarkt-ungleichheit

Ich hoffe das er Lösung vorschlägt.