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Politischer Smalltalk - hans_wurst - 15.10.2017

Den Würfelvergleich verstehe ich nicht. Mich würde mal interessieren wieviele Parteien nach so einer Prognose noch 0,2% gewonnen oder verloren haben. AFAIK war die FDP 2013 bei 5,1?!

Erstaunlich finde ich, dass die Wahlen doch deutlich anders ausgegangen sind als die Umfragen und die Bundestagswahl. Scheint wohl doch eine Ländersache zu sein mit dem Weil. Falls die Grünen und die CDU wegen Twesten abgestraft worden wäre, würde es mich sehr freuen.


Politischer Smalltalk - Kirin - 15.10.2017

Also ich habe heute den Pilz gewählt. Frank Pilz!
Spoiler!:

@Praktikant bei welt.de
Schnell die Grafiken aktualisieren, noch hat es keiner gemerkt Big_smile


Politischer Smalltalk - Skafdir - 16.10.2017

Zitat:Den Würfelvergleich verstehe ich nicht.


Wenn man davon redet das etwas "wahrscheinlich" oder "unwahrscheinlich" ist, steckt da kein Versprechen drin das es auch passiert. Wahrscheinlichkeiten liefern keine Aussage über den vorliegenden Fall.
Würfelvergleich: Natürlich ist es weniger wahrscheinlich 5 oder 6 zu würfeln im Vergleich zu 1 - 4. Das heißt aber nicht, dass man es im vorliegenden Fall nicht doch tut.

Die Aussage, "Das die Linkspartei die 5%-Hürde schafft ist unwahrscheinlich.", sagt also nicht aus, dass sie es nicht schaffen wird. Vorläufiges amtliches Endergebnis 4,6% ist aber sehr deutlich.

Es reicht nicht für Rot-Grün, FDP hat eine Ampel ausgeschlossen.
Also anscheinend GroKo mit CDU als Juniorpartner. Ich bin wirklich kein Freund einer großen Koalition... aber nun gut, was anderes lässt sich daraus kaum machen.

@CDU-Ergebnis: Schlechtestes Ergebnis seit 1963. Hui, also tatsächlich ziemlich mies.


Politischer Smalltalk - hans_wurst - 16.10.2017

Also ich bin mit Statistik immer etwas überfordert, ich komme ja nicht einmal mit dem Ziegenproblem klar, aber wir reden hier von einer Umfrage am Wahltag. Bei der Hochrechnung der ARD von 4,8 kann man dann durchaus von wahrscheinlich sprechen.
Mir ist klar, dass das kein Versprechen ist, das Vertrauen in die Prognosezahlen finde ich da aber etwas übertrieben. Wenn man bedenkt, das im nächsten Satz bei der AfD gleich wieder andersherum argumentiert wurde, halte ich solche Aussagen für falsch oder wenigstens fahrlässig.

Meinst du, Jamaika wird nichts?


Politischer Smalltalk - Skafdir - 16.10.2017

Jamaika wäre ungewöhnlich und da die FDP aufgrund der Grünen eine Ampelkoalition ausschließt auch unehrlich. Wobei man natürlich argumentieren kann das CDU + Grüne für die FDP weniger schlimm ist als SPD + Grüne.

Ungewöhnlich weil: CDU ist klarer Verlierer und SPD klarer Gewinner. Normalerweise überlässt man die Regierung dem Gewinner. Muss aber nicht denkbar ist Jamaika ich würde nur nicht darauf wetten.

Zur Statistik: die angegebene Zahl ist die wahrscheinlichste. Das ein abweichendes Ergebnis kommt ist wahrscheinlich, aber in beide Richtungen gleich. Nun muss man bei der Linken aber auch sehen woher sie kam. 2% plus ist schon selten in den Größenordnungen, dann am oberen Rand der Fehlertoleranz zu gucken kann man schon als vermessen betrachten.


Politischer Smalltalk - menag - 16.10.2017

Tendiere ja grad hart zur Zwei-Staaten-Lösung. Israel und Kurdistan.


Politischer Smalltalk - menag - 23.10.2017

Schon ein ziemlich alter Artikel, bin aber erst gerade drauf gestoßen und halte ihn für teilenswert:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/menschen-wirtschaft/arbeitende-kinder-deutschlands-fleissige-kids-11820484.html


Politischer Smalltalk - Skafdir - 26.10.2017

Spanien geht vor die Hunde? - 24h left

Rajoy hatte sich im Prinzip schon 2006, spätestens 2010 in die unmögliche Situation gebracht in der nun sitzt. Es ist und war also nicht wirklich groß was anderes von ihm zu erwarten.
Ist der Schritt Zwangsverwaltung einzuleiten der richtige?
Wohl kaum, wenn einem daran gelegen ist Frieden zu wahren, allerdings folgerichtig, wenn man davon überzeugt ist, dass der Vertrag der Ende der 70er zum Anschluss Kataloniens an Spanien geführt hat sowieso so nie hätte existieren dürfen. (Frage an Rajoy: Was hätte dann nach Franco passieren sollen? Ich sehe entweder ein unabhängiges Katalonien oder eine militärische Besatzung durch Spanien. Eins von beidem wird man nun wohl nachholen müssen mit der derzeitigen Politik...)

Aber das habe ich hier schon zur genüge dargelegt und bei allem was Rajoy so falsch macht, es ist folgerichtig. In dem Sinne kommt hier nichts überraschendes und eigentlich war alles klar was kommt.

Puigdemont (Challenge: Namen ohne Google richtig schreiben) hingegen hat es nun wohl geschafft einen Bürgerkrieg oder zumindest bürgerkriegsähnliche Zustände zur Tatsache werden zu lassen.

Kategorische Ablehnung von Neuwahlen? Warum?
Vorschlag: "Ja, Neuwahlen, aber nur wenn auch ich mich aufstellen darf."
Wenn Rajoy sich dagegen ausgesprochen hätte, dann hätte er wieder die undemokratische Position gehabt.

Morgen wird spannend.
Das spanische Parlament kann eigentlich nicht anders als Artikel 155 in Kraft setzen und Katalonien kann nicht anders als das dann nicht zu akzeptieren...

Interessante Beobachtung:

1618 - Beginn 30 jähriger Krieg; vorher 50 Jahre Krieg zwischen Spanien und spanischen Niederlanden
1914 - Beginn erster Weltkrieg; spanische Grippe
1939 - Beginn zweiter Weltkrieg; vorher spanischer Bürgerkrieg

Gerade sieht es wieder nach einem Krieg aus der locker die ganze Welt umspannen kann... (Stichwort Nordkorea)
bereiten die Spanier wieder eine Begründung vor warum es für sie gerade sehr schlecht ist?
Seit die Armada versenkt wurde scheinen die Spanier keine richtige Lust mehr auf weltbewegende Kriege zu haben

Historische Lehre: Wenn die Spanier damit anfangen sich selbst aus dem Rennen zu nehmen, dann sieht es so aus als könnte ein Wettbewerb anfangen an dem sie nicht teilnehmen wollen. Eigentlich keine schlechte Taktik muss ich sagen...

Oder anders gesagt:
80 Jahre kein Bürgerkrieg mehr, wirds langsam langweilig?
Vorschlag: Neuwahlen und zwar sowohl in Spanien als auch in Katalonien. Zwei Kriegstreiber und Sturrköpfe die ohne Not die Eskalation immer weiter vorantreiben... danke aber auch...


Politischer Smalltalk - menag - 05.11.2017

Stefan Gärtner in seinem Sonntagsfrühstück über PC.


Politischer Smalltalk - menag - 11.11.2017

Ahmad Mansour stellt im Prinzip die richtige Frage: Wo fängt >psychische Stabilität< an und wo hört sie auf? Ist überhaupt ein islamistischer Terrorist >psychisch stabil<? Und was ist mit Rechtsterroristen oder auch Linksterroristen wie der NSU oder die RAF? Waren diese psychisch stabil genug um auch als Terroristen angeklagt zu werden?

Ich halte es für gefährlich, das Problem des Islamismus ständig zu pathologisieren und so der Auseinandersetzng mit diesem Problem auszuweichen.


Politischer Smalltalk - Kirin - 11.11.2017

Das sehe ich auch so. Zumindest ist man jetzt im linken Diskurs meiner Auffassung nach etwas weggekommen von "Das waren keine richtigen Muslime, das waren einfach nur Arschlöcher" (Gedächtnisprotokoll Rayk Anders, der ist allerdings immer noch auf dieser Schiene hängengeblieben).
Aber so wie ich es verstanden habe, wurde der Täter von Hamburg nicht deshalb nicht wegen Terrorismus angeklagt, weil er psychisch labil ist, sondern weil er offenbar kein Mitglied des IS oder einer anderen Terrororganisation war. Was irgendwie genauso absurd klingt.


Politischer Smalltalk - hans_wurst - 11.11.2017

Warum klingt das absurd? Wo fängt für dich Terrorismus an? Was muss ein Attentäter machen, damit er Terrorist ist, wenn er Einzeltäter ist?
Ein linker Diskurs wäre mMn der, dass es kein richtiger Moslem ist. Warum sollten Linke auch eine Verallgemeinerung bei so etwas zu lassen?


Politischer Smalltalk - DeeperSight - 11.11.2017

menag schrieb:Ich halte es für gefährlich, das Problem des Islamismus ständig zu pathologisieren und so der Auseinandersetzng mit diesem Problem auszuweichen.

Nicht jeder labile Mensch ist Terrorist -> alle Terroristen sind labil. Für mich ist damit die Frage beantwortet. Bei einem Psychopathen, der 2 Menschen in der Tiefkühltruhe liegen hat, sagen wir ja auch nicht, dass er kein Mörder sei, weil da biologisch was mit dem Hirn nicht in Ordnung ist.

Zur Mitgliedschaft beim IS: Gibt es da jetzt Mickey Mouse Club Karten? So richtig mit Sticker und "Hallo Tim! Du bist jetzt offizielles Mitglied im Mickey Mouse Club!" und wer das nicht hat, ist kein echter Fan?

Ich frage mich eigentlich, was so Leute wie Rayk glauben, wem sie da helfen? Sich schützend vor eine aktuell politisierte Religion zu stellen hilft weder den Leuten, die sie unpolitisch leben, noch jenen, die unter der radikalisierten Variante leben müssen. Islamkritik wurde aber komplett dem rechten Rand überlassen, was niemals hätte geschehen dürfen. Daran trage ich übrigens eine Mitschuld. Der Reflex, den Nazis jetzt bloß keine Argumente zubilligen zu wollen, triggerte mich die letzten Jahre auch sehr hart.

Das war mein unstrukturierter "Guten Morgen"-Post. Viel Spaß beim Zusammensetzen der Sinnzusammenhänge. Wer einen findet, darf sich ein Sticker ins Mickey Mouse Club Sticker-Album kleben.


Politischer Smalltalk - Kirin - 11.11.2017

hans_wurst;31003 schrieb:Warum klingt das absurd? Wo fängt für dich Terrorismus an? Was muss ein Attentäter machen, damit er Terrorist ist, wenn er Einzeltäter ist?
Ich glaub, du hast meinen Beitrag genau anders verstanden, als er gemeint war. Wenn jemand im G-Hot steckt wie Fler und versucht, aus religiös-politischen Gründen möglichst viele Menschen zu schlachten, dann ist er für mich natürlich ein Terrorist, unabhängig davon, ob er jetzt mit anderen Terroristen in Kontakt stand oder nicht.


Politischer Smalltalk - hans_wurst - 11.11.2017

Zitat:Nicht jeder labile Mensch ist Terrorist -> alle Terroristen sind labil
Was soll das sein? Wo ist da die Logik? Verstehe ich dein Zeichen falsch?

Er stellt sich nicht vor die Religion sondern vor die Leute, die sie friedlich Leben. Und das hilft sehr wohl den Leuten. Die haben mit dem Mist nichts zu tun und wollen sich den Schuh nicht anziehen, den sie Tag für Tag von den rechten Idioten angezogen bekommen.
Und das hat nichts mit reflexhaftigen Antworten auf Nazigelaber zu tun. Kritik am Islam ist wichtig. Aber "Muslime begehen Teroranschläge, deswegen ist Islam Scheiße" ist nun einmal keine Kritik.

Edith sagt Kirin: OK. Also sind die Schulamokläufer für dich auch Terroristen?