hirnschwund.net Forum
Politischer Smalltalk - Druckversion

+- hirnschwund.net Forum (https://hirnschwund.net/forum)
+-- Forum: Allgemein (https://hirnschwund.net/forum/forum-3.html)
+--- Forum: Gesellschaftstalk (https://hirnschwund.net/forum/forum-16.html)
+--- Thema: Politischer Smalltalk (/thread-29.html)



Politischer Smalltalk - FireBird - 25.09.2017

Anders als bei Twesten ist es reine Spekulation und daher nicht vergleichbar.


Politischer Smalltalk - Charlemagne - 25.09.2017

Ist Petry für die übliche anhängerschaft der Blauhemden nu auch ne Volksverräterin? Ich mein die hat doch das Volk was sie als AfD mitglied gewählt hat verraten. Big_smile


Politischer Smalltalk - Skafdir - 25.09.2017

Gut kann man natürlich so sehen.
Dazu gehört dann das man Petry unterstellt sie hätte sich bei einem Listenplatz anders verhalten.

Es geht ja aber um einige weitere Dinge durch die die Aktion so richtig mies wird:

Vor allem hat sie es ja ganz gezielt als Eklat bei der Pressekonferenz auffliegen lassen. Davon auszugehen, dass es um was anderes als Selbstdarstellung ging ist merkwürdig. Ich habe heute schon in einem Kommentar auf Zeit-Online (glaube ich) gelesen, dass sie sich damit bestimmt bei der CDU bewerben wolle. Soweit würde ich nicht gehen.

Ich glaube das ist ihr Versuch sich dafür zu rächen, dass sie von rechts vom Thron gestoßen wurde. Wenn jemand Parteivorsitzende von rechts vom Thron stoßen darf, dann sie. Das hat auch wenig mit tiefer Überzeugung zu tun denke ich. Auch die Kritk an zu rechten Stimmen sehe ich eher als ihren Versuch Wählerpotenzial nicht zu vergraueln. Sie weiß, dass es für platte Naziparolen keine Mehrheiten geben kann.
Aber für "national-konservatives denken", dass nur den ansonsten politisch heimatlosen auch eine Anlaufstelle bietet, dafür schon.

Lucke hat versucht Faschos als Marionetten zu nutzen und ist gescheitert und nun hat sich Petry eben bei dem gleichen Trick selbst in den Fäden verheddert und hat sich nun da raus geschnitten. Darüber zu vergessen, dass sie die Puppenspielerin sein wollte ist gefährlich.


Politischer Smalltalk - FireBird - 25.09.2017

Ich glaube diese Aktion von ihr war schon länger geplant und keine spontane Aktion. Was auch immer dahinter stehen mag.

Und hat die SPD keine jungen Mitleid?
Warum sollen ausgerechnet die alte Garde, wie Nahles übernehmen? So erreichen Sie keinen Kurswechsel.

@Julia
Das Tempelhof und Tegel geschlossen werden sollen steht seit der Planung des BER vor knapp 20 Jahren fest.
Und ob Tegel weiter betrieben werden kann müssen Berlin, Brandenburg und der Bund zusammen entscheiden.
(Bei den juristischen Frage sagt jeder was anderes, also geh ich darauf nicht ein.)
Ohne die Probleme beim BER wäre es nicht zu dieser Abstimmung gekommen.
Heißt nicht, dass nur ein Flughafen sinnvoll ist, aber da hätte sich das Volk mal früher rühren können.

Edit
Schade das die CSU mitregieren wird und die Medien (Abgesehen von vice) ihrer AfD Ähnlichkeiten ignorieren.


Politischer Smalltalk - Julia - 25.09.2017

FireBird;30230 schrieb:da hätte sich das Volk mal früher rühren können.
Bitte??? oO

Verstehe dennoch nicht, warum ein verspäteter Versuch, was gut zu machen, gleich schadhafter sein soll, als erkannte Fehler durchzuziehen.


Politischer Smalltalk - FireBird - 25.09.2017

Ich denke halt, dass ohne die Probleme beim Bau, diese Volksabstimmung nicht passiert wäre. Sie beruht also nicht auf den Problemen, wie das Flughafen zu klein sein soll etc., sondern nur auf der Unfähigkeit der Verantwortlichen beim Bau des BER.
Es ging dabei eher um die Profilierung der FDP und darum den regierenden Parteien einen Denkzettel zu verpassen.


Politischer Smalltalk - Julia - 25.09.2017

ist mir doch egal, aus welcher Motivation ein Bürgerentscheid entsteht. Wenn er da ist, nutze ich ihn. Die FDP kann durchaus auch mal ne gute Idee haben. Deshalb wähle ich sie ja nicht gleich. Das grenze ich voneinander ab.

Und klar ist mir bewusst, dass "das Volk" hier nicht das letzte Wort hat. Aber alleine das Gespräch darum nochmal in Diskussion zu bringen, halte ich für wichtig.


Politischer Smalltalk - DeeperSight - 26.09.2017

@Skafdir

Versteh mich nicht falsch. Die Frau hat mit offenen Rechtsextremen zusammen Wahlkampf betrieben und auch davor gemeinsame Sache gemacht. Das wird auf der Weste bleiben und lässt sich nicht rauswaschen. Petry aber als Rechtsextrem zu bezeichnen (was du hier nicht getan hast) ist aber nicht korrekt. Sie ist tendenziell rassistisch, aber mehr auch nicht (was schlimm genug ist). Wenn sie jetzt die Partei verlässt, weil sie nicht mit Nazis zusammen Opposition machen möchte, dann ist das gut für uns alle. Ja, es ist vielleicht Rache - vielleicht ein echter Dick Move. Aber jetzt ist die letzte durchaus intelligente Person aus dem Vorstand abgetreten und nur noch die ganz krassen Widerlinge sind an der Macht. Was passiert mit so Leuten, wenn sie ihr Ziel erreichen? Sie streiten sich um die letzten Krümel des Kuchens. AfD-Wähler haben jetzt die erhöhte Chance, ihrer Alternative dabei zuzusehen, wie sie sich im eigenen Nest beschmutzen. Für Petry heißt das, dass sie schon voll Schmutz war und der Zeitpunkt, an dem sie einen Cut machte hätte besser nicht sein können. Ja, ich kann das feiste Grinsen auf meinem Gesicht natürlich nicht verbergen. Möchte ich auch gar nicht. Ja, ich kann die eigene Doppelmoral sehen.

Ihr wisst, wie ich zur Antifa stehe. Jedenfalls zu dem Antifa-Flügel, der G20 als Party begriff. Ich habe selten ein gutes Wort für diese Leute gehabt. Aber als nach Bekanntgabe des Wahlergebnis' hunderte haargefärbter Parolenschwinger vor der AfD aufmarschiert sind, habe ich mir gedacht - das hätten wir '33 auch gebraucht. Nun ist das hier kein '33, aber es tut dennoch gut zu sehen, dass man Neonazis nicht unwidersprochen entgegentritt. Selbst dann nicht, wenn sie demokratisch gewählt wurden. Rassismus und Faschismus sind nämlich keine Teile der Demokratie und daher in meinen Augen auch keine legitime Haltung. Die AfD ist ein Fehler und Petry hat den ersten Spatenstich gesetzt. Ich hoffe, dass darauf viele ausrutschen werden.

Über das Verhalten anderer Parteien kann man auch noch einige Worte verlieren, aber der Beitrag hier ist eh schon zu lange.


Politischer Smalltalk - Baru - 26.09.2017

DeeperSight;30238 schrieb:Aber als nach Bekanntgabe des Wahlergebnis' hunderte haargefärbter Parolenschwinger vor der AfD aufmarschiert sind, habe ich mir gedacht - das hätten wir '33 auch gebraucht. Nun ist das hier kein '33, aber es tut dennoch gut zu sehen, dass man Neonazis nicht unwidersprochen entgegentritt. Selbst dann nicht, wenn sie demokratisch gewählt wurden. Rassismus und Faschismus sind nämlich keine Teile der Demokratie und daher in meinen Augen auch keine legitime Haltung. Die AfD ist ein Fehler und Petry hat den ersten Spatenstich gesetzt. Ich hoffe, dass darauf viele ausrutschen werden.

Vermutlich nicht gemeint, erinnert aber an die paramilitärischen Kampfverbände, die es in der Weimarer Republik von allen politischen Richtungen aus, inklusive der Mitte, gab und die mit zur Destabilisierung beigetragen haben. SA der NSDAP, der rechtsnationale Stahlhelm, Reichsbanner der politischen Mitte (Sozialdemokraten, aber auch Zentrum) oder der Rote Frontkämpferbund der KPD.
Mit der Machtergreifung von Hitler wurde die Situation natürlich anders, aber man kann nicht direkt sagen, dass es an Leuten in der Weimarer Republik mangelte, die bereit waren, aktiv gegen Nationalsozialisten vorzugehen.

Aber die Ausgangslage ist auch zum Glück völlig anders. Wir haben nicht vor gerade mal 15 Jahren einen Weltkrieg verloren und wir haben auch keine lange Phase der Instabilität gehabt, ganz im Gegenteil.


Politischer Smalltalk - DeeperSight - 26.09.2017

@Baru

Mir ist klar, dass ich diesen Teil stark verkürzt habe. Die Straßenschlachten hat es gegeben und das war dramatischer als heute. Ich sehe das im Kontext der aktuellen Gesellschaft. Wir haben Demokraten an der Regierung. Vielleicht keine besonders guten, aber auch eine Merkel ist im konservativen Sinne (internationaler Vergleich) relativ links. Relativ.

Wie dem auch sei. Wir haben eine demokratische Gesellschaft mit demokratischen Politikern. Das hatte es damals so nicht gegeben. Deswegen ist der Protest, den ich ansprach, wesentlich effektiver. Ich persönlich weiß noch überhaupt nicht, wie ich zu der Situation stehe, auch wenn ich Monate Zeit hatte, mir darüber Gedanken zu machen. Ich muss für mich noch rausfinden, was meiner Meinung nach der beste Umgang mit der AfD ist. Ignorieren? Boykottieren? Beteiligen und sachlich zerlegen? So klar wie der Fall hier zu sein scheint, kann trotzdem das eine oder andere in der ein oder anderen Situation grundfalsch sein.


Politischer Smalltalk - FireBird - 26.09.2017

Und wie willst du mit der CSU umgehen?
Die fordert oft ähnliches wie die AfD.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 26.09.2017

Der Umgang ist tatsächlich schwierig.
Man hätte sie vor Jahren klein schweigen können, die Zeiten sind vorbei kaum jemand geschwiegen, nun normalisiert man sie durch schweigen.

Aber mal meine Meinung dazu, auch in Beobachtung mit den USA. (Ist natürlich nur bedingt vergleichbar, die AfD hat keine Regierungsverantwortung. Aber besser früh als zu spät den Mund aufmachen.)

1. Kritisieren was zu kritisieren ist, aber auch nur das. (Es sei den jemand kritikwürdiges springt total auf einen Witz oder Fehler an. z.B. "kleine Hände" oder "Bernd Höcke"; Wer aus einer Mücke einen Elefanten macht darf dafür auch fertig gemacht werden.)

2. Lächerliche und absurde Dinge klar und deutlich als lächerlich und absurd benennen. Keine Normalisierung des Unnormalen. (Hier versagen z.B. die normalen Medien in den USA, weil sie sich eben bemühen alles "neutral" darzustellen. Wenn aber, wie dieses Wochenende der amerikanische Präsident einen Profisportler als "son of a bitch" bezeichnet, dann ist daran nichts normal. Genauso wie Gaulands "wir werden sie jagen" nicht normal ist und nicht Teil des politischen Diskurs sein darf.) Gleiches gilt für die Opferrolle die sie gerne annehmen. Das ist lächerlich und muss auch so benannt werden.

3. NS-Parallelen meiden. Es ist einfach so das der öffentliche Diskurs NS-Vergleiche fast immer als logischen Fehlschluß betrachtet. Auch wenn sie manchmal angebracht sein können.

4. Verzeihen können. Im amerikanischen Diskurs tun sich viele ziemlich schwer damit einem reuigen Trumpwähler zu verzeihen. Stattdessen kommen Angriffe auf diesen und das treibt eine Spaltung weiter voran. Jemand der AfD gewählt hat und in ein paar Monaten vielleicht vortritt und sagt: "Das war ein Fehler." Dem sollte man diesen zugestehen. Motto: Hate the sin, not the sinner. Das gilt nicht im gleichen Sinne für aktive Politiker der AfD, die müssen schon deutlich mehr tun als einfach nur: "Naja, war blöd." sagen. (Das geht einher mit: Kein "wir gegen die" aufbauen. Das beginnt nun schon ziemlich stark. Indem immer wieder auf Sachsen gezeigt wird. Ja es ist wichtig zu sehen wo die AfD die höchsten Stimmanteile hat. Aber bitte ohne ganze Bundesländer zum Hort des Bösen zu erklären.

Kurzum:
Hart mit der Partei und den Politikern ins Gericht gehen.
Nachsichtig und verzeihend bei den Wählern sein.
Das ist denke ich die beste Methode.

Könnte ich vollkommen falsch liegen? Auf jeden Fall.


Ansonsten was könnten die Parteien tun?

SPD und Linke: Klare Kante zeigen und sich darauf besinnen, dass sie es sind die für die ärmeren in diesem Land der Anwalt sein sollten. Das heißt die Linke muss das Image der Protestpartei loswerden und sinnvolle Reformvorschläge bringen. "Scheiß Kapital!" reicht nicht.
Die SPD müsste einen wirklichen Neuanfang machen und zeigen, dass sie wieder weg wollen von der neoliberalen Weltordnung.
Schritt 1: Nahles wird Fraktionsvorsitzende. WTF?!? Gehts noch? Die Frau die ein Gesetz durchgebracht hat, dass nur großen Gewerkschaften Macht läßt? Die quasi dafür gesorgt haben das die Schalter im Arbeitskampf in eine einheitliche Richtung geschaltet wurden? (Merkt ihr wie ich mich schonmal bemühe für Nahles meinen Punkt 3 zu beachten und gewisse Begriffe vermeide die stärker nach Gleichschaltung klingen? Ich will gelobt werden. Hiermit will ich nun natürlich nicht gesagt haben, dass das was Nahles durchgesetzt hat an das dritte Reich erinnert. Lediglich, dass das letzte Gesetz das Gewerkschaften derart entmachtet hat etwa 16 Jahre vor Gründung der Bundesrepublik in Kraft trat... gut ich nehme alles zurück. Die SPD kann nicht wirklich etwas machen. Außer den Laden endlich schließen, in Sacke und Asche bei der Linkspartei eintreten und dort eine Wende zu mehr Sozialdemokratie und weniger Ostalgie herbeiführen.

Grüne:
Schwierig. Hier liegen Welten zwischen beiden Parteien. An den eigenen Idealen festhalten und diese weiter nach außen tragen. Vielleicht etwas mehr Kritik an der Wirtschaft. Aber eine liberale nicht Linke Partei, die dabei ein wenig Moral hat ist schon ein wichtiger Teil. Vielleicht tatsächlich die wirtschaftsliberale Grundhaltung mehr betonen? Ich weiß es nicht.

FDP:
Auch wenn es den meisten schwer fallen wird. Aber: Gewissen finden und nach diesem handeln. Wer dafür nicht soviel ausgeben will, man muss ja sparen. Bei der SPD gibt es gerade einige gebrauchte zu kaufen, viele davon noch so gut wie ungenutzt.

CDU/CSU:
Hier sehe ich die besten Möglichkeiten.
Die CDU muss wieder eine klare politische Linie finden, auch wenn ich die nicht mögen werde, aber politische Verlässlichkeit ist vielen sehr wichtig. Streiten können wir uns dann immer noch.
In Europa für ein sinnvolles Einwanderungsgesetz werben, anstatt das Mittelmeer als Auffangbecken zu nutzen.
Aufhören der AfD nach dem Mund zu reden. (Vor allem Formulierungen wie "Flüchtlingskrise" o.ä. vermeiden.)
CSU - von der CDU trennen und einen bundesweiten Laden aufmachen. Das wird zumindest den "gemäßigten nicht ganz so rechten Flügel" der AfD abholen können. Ist zwar fast das gleiche wie Seehofers Idee, dass man Rechtsextreme am besten bekämpft indem man ihre Positionen schnell selber übernimmt, aber auf bundesebene kann das klappen. (In Bayern hat das ganz großartig geklappt, CSU bei unter 40% und die AfD so stark wie in keinem anderen westdeutschen Bundesland. Dafür ein begeisterter Slow clap. Ziel erreicht? wie fühlen sie sich Herr Seehofer? Das dachte ich mir. [Achtung: Seehofer-Clip aus dem Zusammenhang gerissen. Keine echte Reaktion.])
Warum bin ich trotzdem für die Idee auf bundesebene?
Das Kind ist in den Brunnen gefallen, die Faschos sind da und dann sind mir die Knallköpfe von der CSU am Ende doch lieber. Die vertreten die Positionen wenigstens in light. Hier sind Schwarze immerhin wunderbare Neger und keine Gefahr für die Nachbarschaft. Babyschritte zur Weltoffenheit.

Edit: wording, Formatierung und stuff, bin zu doof um auf Anhieb Dinge so zu haben wie ich es wollte


Politischer Smalltalk - DeeperSight - 26.09.2017

@Fire

Die CSU ist in der Tat ein Stachel in der CDU. Die Partei wird ja seit eh und je dafür kritisiert, als einzige Partei im deutschen Bundestag Provinzpolitik zu betreiben. Wie ein kleiner Egoist, der nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Ich habe letztens gelesen, dass eine Jamaika-Koalition auch ohne die CSU möglich wäre, rein rechnerisch. Vielleicht wäre das eine Möglichkeit. Außerdem wurde die CSU vom Wähler abgestraft. Trotz aller Bemühungen eine AfD zu sein, wurde in Bayern doch eher das Original gewählt.

@Skafdir

Ja, das kann man alles machen. Ich weiß nur nicht, ob das alleine der richtige Weg ist. Deine Vorschläge appellieren an die Vernunft und den AfD-Wählern geht es genau um diese eben nicht. Die meisten sollen die Partei nicht aus Überzeugung gewählt haben, sondern aus Protest und Enttäuschung. Darüber kann man jetzt viel Häme gießen, aber ich bin bei dir, wenn du sagst, dass man die Wähler nicht denunzieren sollte und Dummheiten auch mal verzeihen kann. Diese Menschen haben die AfD gewählt, weil sie sich ausgegrenzt gefühlt haben. Weitere Ausgrenzung wird das Problem also offensichtlich nicht beheben.

Nichtsdestotrotz ist die AfD eine Partei, die rein auf Gefühle setzt. Wer diese Partei wählt, wurde durch Ängste dazu gebracht. Die Partei wäre eigentlich die perfekte Protestpartei gewesen, aber sie setzte auf Zynismus und Humor, was nur 1% der Bevölkerung ansprach. Wenn du jetzt auf intellektueller Ebene argumentierst, erreichst du AfD-Wähler nicht.

Ich weiß nicht, was richtig ist. Ich sage ja nicht einmal, dass man deine Vorschläge nicht umsetzen sollte. Es ist aber nur ein Teil davon. Der kleinste, meiner Meinung nach. Aber immerhin ein Teil. Was ich viel wichtiger finde - und das hast du angesprochen - ist, dass die Medien jetzt nicht über jedes Stöckchen springen, das Gauland&Co. der Presse hinhält. Wenn die Berichterstattung so bleibt, wie sie momentan ist, dann gibt man denen, die die AfD aus Vergeltung an der Politik wählten nur das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. Eine Partei, die 12,6% der Stimmen bekam erhält mehr Aufmerksamkeit als die zukünftigen Koalitionspartner, welche unsere Regierung stellen werden. Momentan macht die Presse unglaublich viele Fehler und das sollte ihnen zumindest bewusst sein. Die permanente Dauerbeschallung in Himmelblau gibt selbst mir das Gefühl, Gauland wäre neuer Bundeskanzler. Dass die Bevölkerung jetzt natürlich debattiert ist normal. Ich werfe also dem Bürger nicht vor, momentan kein anderes Thema zu kennen. Aber unseren Journalisten werfe ich vor, dass sie sich nicht benehmen, als hätten sie einen verantwortungsvollen Beruf.


Politischer Smalltalk - menag - 26.09.2017

What would Woody Allen do?


Politischer Smalltalk - Baru - 26.09.2017

DeeperSight;30246 schrieb:@Fire

Die CSU ist in der Tat ein Stachel in der CDU. Die Partei wird ja seit eh und je dafür kritisiert, als einzige Partei im deutschen Bundestag Provinzpolitik zu betreiben. Wie ein kleiner Egoist, der nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Ich habe letztens gelesen, dass eine Jamaika-Koalition auch ohne die CSU möglich wäre, rein rechnerisch. Vielleicht wäre das eine Möglichkeit. Außerdem wurde die CSU vom Wähler abgestraft. Trotz aller Bemühungen eine AfD zu sein, wurde in Bayern doch eher das Original gewählt.

Sobald die CSU in Opposition gehen würde, wäre ja vermutlich die Aufteilung der Bundesländer auch Geschichte. Eine CSU hat auf Bundesebene eher wenig Chancen, ist dafür zu sehr ein rein bayerischer Lobbyverein. Die CDU könnte aber sicherlich der CSU in Bayern in der Landespolitik viele Stimmen klauen, vor allem aus der Mitte.