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Politischer Smalltalk - AgentSands - 16.09.2017

Skafdir;29910 schrieb:Was das angeht scheine ich ja auch falsch gelegen zu haben. Wie der seine Majestät der Gründungsvater des Reichs anmerkte.

Überlesen, sorry.

Charlemagne;29911 schrieb:Seite 14/20 des Comics. Hab das comic selber auch nur gelesen wegen dem "shitstorm" von rechts. Mag Superman ned besonders, und das Rebirth zeugs erst recht ned. Big_smile

Danke!


Politischer Smalltalk - FireBird - 19.09.2017

Ich habe mich übrigens mittlerweile dafür entschieden eine der Parteien zu wählen, die keine realistische Chance haben über die 5% Hürde zu kommen.
Auch weil es komplett egal ist, wer nun da oben sitzt, es gibt Merkel die stur dem Volk hinterher rennt.
Ebenso habe ich nicht mehr das Gefühl irgendwie an der Demokratie mitwirken zu können, also ist es auch völlig egal wer nun dort Opfer spielt für die Union und wer dagegen ist.
Demnach spielt es keine Rolle ob die Partei meiner Wahl irgendeine Relevanz hat.

Edit Außerdem hab ich das Interesse an politischen Themen ziemlich verloren. Und ich bezweifle, dass sich das wieder ändern wird, zumindest sofern kein Sanders oder Corbyn auftaucht.
Ich habe da nur keine Hoffnung, dass irgend etwas in dieser Richtung passieren wird.

Edit2 Sollte das über den NSU-Prozess stimmen, dann ist das Vertrauen in den Rechtsstaat und die aktuelle Regierung komplett weg.


Politischer Smalltalk - Likedeeler - 19.09.2017

FireBird;30003 schrieb:Edit2 Sollte das über den NSU-Prozess stimmen, dann ist das Vertrauen in den Rechtsstaat und die aktuelle Regierung komplett weg.
Willkommen in Club. Hmm

Ich finde vieles im Zusammenhang mit dem NSU wahrlich erschrecklich, auch in grundsätzlicher Hinsicht auf unseren 'Rechtsstaat', aber auch wie wenig allgemeines Interesse dem entgegen gebracht wird.


FireBird;30003 schrieb:Ich habe mich übrigens mittlerweile dafür entschieden eine der Parteien zu wählen, die keine realistische Chance haben über die 5% Hürde zu kommen.
Ein wichtiger Grund für mich Die LINKE zu wählen ist, dass ich es ausserordentlich erfrischend und wichtig fand, diese andere Meinung im Parlament vertreten zu haben; zumal eine Fraktion halt auch eine andere Aufmerksamkeit und andere Möglichkeiten hat.

Mir ist es zB auch wichtiger, dass Die LINKE eine ordentliche Oppositions-Arbeit in meinem Sinn leistet, als dass sie sich in irgendeine Regierungs-Koalition rein presst. Hier wäre mal eine Liste mit parlamentarischen Initiativen von Die Linke; solltest du finden, dass da Fragen bei sind, die im Parlament gefragt werden sollten, könntest du ja deine Entscheidung nochmal überdenken... *pfeif*

Spoiler!:



Politischer Smalltalk - FireBird - 20.09.2017

Und Vertrauen in die EU auch weg, wobei man von einer ehemaligen Wirtschaftgemeinschaft nix anderes als die Unterstützung der großen Unternehmen erwartet kann.
http://tagesspiegel.de/weltspiegel/magazin/arbeitsmarkt-europas-neue-reservearmee/20301470.html

Echt ein Super-Tag, jegliche Hoffnung das irgendwelche Reformen helfen können sind weg, anders als durch Revolution wird sich wohl nichts ändern.
Soll die EU doch den Bach runter gehen, so gesehen schade das Le Pen nicht gewonnen hat. Aber die AfD kann immer noch 2te Kraft werden.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 20.09.2017

Die Auszeichnung Mitarbeiter der Woche der AfD geht diesmal an Peter Altmaier. Der Wettbewerb für die Woche ist soweit auch schon gelaufen, man darf sich noch weiterhin bewerben, aber soweit sie nicht direkt am Wahlkampfstand für die AfD arbeiten sind sie chancenlos. Echt jetzt? Was wird das reality TV-Politik? Weil das in den USA so gut läuft? Frauentausch für FAZ-Leser?

Nun gut, zurück zu Peter Altmaier.
Es ist kurz vor der Wahl und da denkt sich ein Peter Altmaier er müsste der Bild noch ein Interview geben. An sich keine schlechte Idee, man will ja schließlich seine Position medienwirksam vertreten und bei aller Kritik muss man halt zugestehen, noch ist die Bild durchaus medienwirksam. Sie hat einen großen Teil ihres Einfluss verloren und so wie noch vor 12 Jahren, kann die CDU heute nicht mehr einfach Politik nach Bildschlagzeilen machen, aber es ist nicht so als wäre dieses Medium tot.
Im folgenden nehme ich den Zeitartikel. einfach um nicht auf Bild zu verlinken oder selber dorthin klicken zu müssen.

Zitat:Kanzleramtschef Peter Altmaier hat unzufriedenen Bürgern geraten, bei dieser Bundestagswahl lieber keinen Stimmzettel abzugeben, als AfD zu wählen. Auf die Frage in einem Interview mit der Bild-Zeitung, ob ein Nichtwähler besser sei als ein AfD-Wähler, antwortete er: "Aber selbstverständlich."

Vielen Dank für die nächste Empörungswelle von Gauland und Co. Da kommt gerade dessen wir wollen unsere Verbrechen genauso unreflektiert feiern dürfen wie alle anderen Rede und dann kommt man daher und erklärt sowas?

Nicht falsch verstehen, die Aussage dahinter finde ich schon richtig. Es ist nur ziemlich wichtig wer das sagt und wann. In der gestrigen Anstalt gab es eine ähnliche Aussage.
Jess Jochimsen spielte hier den Nichtwähler und wurde dafür von Claus von Wagner kritisiert, der innerhalb der Kritik dann anmerkte das Nichtwähler tendenziell eher rechten Parteien zugeneigt sind. Wodraufhin Jochimsen fragte: "Ja, aber ist es dann nicht besser wenn ich nicht wähle?"

Ok gut, damit kann man leben. Wenn aber der Kanzleramtschef daherkommt und erklärt, dass nicht wählen in einer Demokratie "selbstverständlich" besser ist als zu wählen und das, im Gegensatz zur Kabarettsendung, nicht einmal mit einem Fragezeichen formuliert, dann zeigt sich ein prinzipielles Problem im Demokratieverständnis.
Danach kommt der folgende Satz:
Zitat:"Die AfD spaltet unser Land. Sie nutzt die Sorgen und die Ängste der Menschen aus. Und deshalb glaube ich, dass eine Stimme für die AfD – jedenfalls für mich – nicht zu rechtfertigen ist."

Und man fragt sich: Ja, warum nicht gleich so? Warum ein "selbstverständlich" zur Einleitung?

Der eigentliche Twist kommt aber danach

Zitat:Er plädiere zwar nicht für das Nichtwählen, sagte Altmaier. Er sei aber dafür, dass die Parteien gewählt würden, die "staatstragend" seien.

Ah ok, also im Klartext: "Bitte geht wählen, aber nicht so das hier am Ende noch etwas anders werden würde."
Und die richtige Definition von "staatstragend" gibt es dann auch noch gleich hinterher.
Zitat:Im Übrigen glaube er, dass auch die Linke keine Partei sei, "die die Stabilität unseres politischen Systems befördert".

Oder anders: "Liebe Bürger, es findet Wahl statt. Diejenigen die es im aktuellen Zustand gerade kuschelig warm haben, werden natürlich uns wählen, daher wird es für die realtive Mehrheit reichen. In diesem Sinne fordern wir die Unzufriedenen nun auf aus der zur Verfügung stehenden Liste einen Koalitionspartner für uns zu wählen."

Glücklicherweise schafft es Gauland in seiner Reaktion darauf mal wieder zu beweisen das er keine Ahnung von Politik hat, indem er etwas von einer "Neutralitätspflicht des Kanzleramtschef" fabuliert. Herr Gauland, nur für den Fall das es ihnen noch nicht aufgefallen ist, aber soetwas gibt es nicht. Der Kanzleramtschef ist Parteimitglied und darf als solches... nun ja parteiisch sein. Vor allem im Wahlkampf.*
Das Problem ist nicht, dass Altmeier hier parteiisch ist, das Problem ist das er entweder keine Ahnung hat wie die "Unzufriedenen" denken oder das er schlicht ein Idiot ist. Eins von beidem muss zutreffen.

Ich danke in jedem Fall für die Hilfe bei der Wahlentscheidung. Die Chancen das ich mein Kreuz am Ende doch bei der Linken mache steigt ungemein. Auf die Gefahr hin das mir die Hand abfault, aber was solls. Solange Altmeier sich über ein gutes Ergebnis der Linken aufregt war es das wert. Wenn die angeblich "demokratischen" Parteien schon die Neutralisierung der Bürgerbeteiligung haben wollen, dann doch bitte mit einem Knall. Kombinierte 25% für AfD und Linke hätte doch mal was. Das bedeutet natürlich wir brauchen viele Stimmen für die Linke, damit es ein Gegengewicht zur AfD gibt. Was dann für die AfD-Wähler das Gegenteil an Überlegung bedeutet. Herr Altmeier ich erkläre sie zum Brandstifter, aber wenn es schon brennen sollen, dann hören wir doch nicht bei ein paar Kerzen auf.

@tagesspiegel-Artikel:
Die Beobachtung stimmt absolut. Aber das bedeutet in der Konsequenz nicht, dass wir die EU abschaffen können. Den internationale Zusammenarbeit ist für die Zukunft enorm wichtig.
Was getan werden muss ist: Wir müssen Linke pro-europäische Parteien wählen.
Das Problem ist, die SPD hat den Anspruch "links" zu sein verloren, die Grünen sind es sowieso nicht, auch wenn sie gerne so dargestellt werden und der Linken nehme ich das pro-europäische nicht wirklich ab.
Bei Europawahlen hat man aber den Vorteil das knappe 2% für einen Sitz reichen und das bedeutet man kann hier auch aus dem reichhaltigen Anteil kleiner Parteien schöpfen, mal sehen was es da bei der nächsten Wahl zum EU-Parlament gibt.

In der Zwischenzeit heißt es: Wenn man die "alternativlose Neoliberalisierung" stoppen will, dann muss man das linke Spektrum der Politik auf nationaler Ebene stärken. Was derzeit leider die Linke bedeutet. So sehr mir das widerstrebt, da ich mich politisch eigentlich der Sozialdemokratie verpflichtet sehe, sehe ich keine andere Chance um gegen diese Missstände vorzugehen.
Den bei aller Liebe zur EU und zur Sozialdemokratie, wir haben in diesem Land nun einmal keine sozialdemokratische Partei mehr.

Also bleibt mir wohl für die nächsten Jahre nur übrig auf nationaler Ebene die aussichtsreichste linke Partei zu wählen, die Auswahl liegt nun einmal bei 1 und auf europäischer Ebene so radikal pro-europäisch zu wählen wie es eben geht.

Edit:
*Was stimmt ist, dass es Urteile gibt die dazu auffordern politische Postionen nicht zur Stimmungsmache gegen politische Gegner verwenden zu dürfen. Einen direkten Boykottaufruf sehe ich hier allerdings nicht. Nur völlig idiotisches Verhalten.


Politischer Smalltalk - FireBird - 23.09.2017

Ich habe nochmal über die Linke nachgedacht und bin zum gleichen Entschluss gekommen wie zuvor.
Da sie, wie alle großen Parteien für die alten Leuten, auf Grund ihrer Rentenpolitik und ihrer Unumsetzbarkeit nicht die Bedürfnisse der Jungen (Leute) erfüllt.
Renteneintrittsalter senken ist der falsche Weg.


Politischer Smalltalk - hans_wurst - 23.09.2017

Gut, ich sehe das in dem Punkt zwar genau anders herum, aber OK.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 23.09.2017

Man sollte als junger Mensch vielleicht darüber nachdenken das man selber alt wird und vor allem eine Erhöhung des Renteneintrittsalter die jetzt jungen betrifft, für die alten Leute wird das nicht geändert.

Man kann natürlich durchaus davon überzeugt sein das man für das große Ganze länger arbeiten muss. (Was ich nicht glaube; wenn das nötig wäre hätten wir weniger Teilzeit und Arbeitslosigkeit)
Aber es gibt auch eine Reihe Millionäre die für eine Vermögenssteuer sind, also warum nicht auch junge Leute für spätere Rente.


Politischer Smalltalk - hans_wurst - 23.09.2017

Ach Skaf, du und deine träumerischen Unumsetzbarkeiten...
Deutschland wird immer älter und die Menschen leben immer länger. Da MUSS man das Renteneintrittsalter erhöhen. Sieh es doch ein. Firebird möchte gerne, dass alle Menschen in 30 Jahren bis 75 arbeiten müssen, bzw im Umkehrschluss mit 65 nur noch Sozialgeld bekommen.

Was ist da eigentlich in München los gewesen? Haben die Hobbyadolfs die Wahlkampfveranstaltung der CDU besetzt?


Politischer Smalltalk - Lener0815 - 23.09.2017

Dann hoffe ich für den Vogel, dass er bis 80 arbeiten darf! Und ab 65 so Pakete und Zeuch austragen darf. Und mit 80 umkippt und tot is. Hätte was.


Politischer Smalltalk - Skafdir - 23.09.2017

Zitat:Was ist da eigentlich in München los gewesen? Haben die Hobbyadolfs die Wahlkampfveranstaltung der CDU besetzt?

Große AfD-Aktion um die eigene Macht zu beweisen würde ich sagen.
Aber das wird ganz gut in einem Artikel der Süddeutschen zusammengefasst.

Zitat:[Eine Besucherin] beschwert sich bei der Polizei: "Können Sie gegen den nichts machen? So kann man nicht mit unserer Bundeskanzlerin umgehen." Der Polizist schüttelt den Kopf: "Das ist das Recht auf freie politische Meinungsäußerung."

Ein Staat in dem Meinungsfreiheit nie weh tut hat keine. Vor allem war es in dem Fall ein reines Unmut ausdrücken. Was soll man da nun groß gegen tun?

Die Gründe für den Unmut sind kurzsichtig und idiotisch, aber man kann ja niemandem verbieten kurzsichtig und idiotisch zu sein.


Politischer Smalltalk - FireBird - 23.09.2017

Das ganze Thema 'Rente' hängt an deutlich mehr als dem Eintrittsalter, da das ganze System in seinem jetzigen Zustand nicht dauerhaft tragfähig ist. Aber da die Rentner und ältere Leute die Mehrheit der Bevölkerung stellen ignorieren die die Wünsche der jüngeren und betreiben eine kurzfristige populistische Politik und ignorieren dabei die Zukunftsfähigkeit von Deutschland.
Und daran wird sich, dank der viel gelobten Demokratie nichts ändern bzw. sehr viel zu spät und mindestens eine Generation hat nur ihre Zahlseite des Generationenvertrages erfüllt.

[Politiker in Demokratien sind in meinen Augen grundsätzlich Populisten, da sie nur so ihre Wiederwahl sicher stellen können.
Zumindest sofern sie unbegrenzt oft gewählt werden können.]


Politischer Smalltalk - Skafdir - 23.09.2017

Zitat:Und daran wird sich, dank der viel gelobten Demokratie nichts ändern bzw. sehr viel zu spät und mindestens eine Generation hat nur ihre Zahlseite des Generationenvertrages erfüllt.

Jetzt bin ich gespannt.
Hast du eine bessere Idee als die "viel gelobte Demokratie"?

Ansonsten:
Was genau wird den für Rentner an populistischer Politik gemacht?
Seit ein paar Jahren sind zumindest die dauerhaften Nullrunden vorbei was Rentenerhöhung angeht und es gibt zumindest Inflationsausgleiche für die Rentner.
Mir fällt spontan nichts ein wo man von einer völligen Bevorzugung der Rentner reden könnte.


Politischer Smalltalk - Baru - 23.09.2017

FireBird;30118 schrieb:[Politiker in Demokratien sind in meinen Augen grundsätzlich Populisten, da sie nur so ihre Wiederwahl sicher stellen können.
Zumindest sofern sie unbegrenzt oft gewählt werden können.]

Das ist Unsinn.

1. Politiker werden in vielen Demokratien indirekt in ihr Amt gewählt, z. B. eben über Zweitstimmen und Listen.
2. Beliebt sein ist nicht gleich bedeutend mit Populist sein.


Politischer Smalltalk - FireBird - 23.09.2017

Ein Ausgleich der Demographie, sofern jede Altersgruppe ca. gleich stark vertreten ist, hat eine Bevorzugung einer speziellen Altersgruppe über alle Parteien hinweg keinen Vorteil.
Nur haben wir in Deutschland ein größeren Anteil älterer und dazu keine Jugend die sich in einen starken Protest wandeln würde, also kann man einfach die Alten bevorteilen, zumal 'die Jungen, ja eh nicht politisch interessiert sind.'

Es wird (abgesehen von Jugend-Organisation) propagiert, dass die Renten gleich hoch, gleich früh (oder früher) beginnen und unter gleicher Belastung der Einzahler bleibe können.
Das ist mathematisch nur nicht möglich, ich kann nicht von einer kleineren Gruppe gleichviel nehmen und unter mehr Leuten die gleichen Summen verteilen.

EditTongueopulist hab ich mir über vox populi (Stimme des Volkes) und die daraus entstehende (und wechselhafte) Haltung der betroffenen Person abgeleitet.
Ein solcher vertritt nicht seine eigenen Meinung, sondern immer die des Volkes und sichert damit seine Macht.
Ist da irgendwie ein Denkfehler drin?