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Thees Uhlmann - Sophia, der Tod und ich

Eine aberwitzige, groteske und schöne Geschichte. Der Tod will einen holen, kommt dann aber selbst mit auf eine Reise.

Bis jetzt (zweidrittel gelesen) 9/10
Trainspotting von Irvine Welsh, übersetzt von Peter Torberg
Dieses Buch handelt von eine Gruppe Jugendlicher/junger Erwachsener, deren einziger Lebensinhalt der Konsum von Heroin und bei einigen "nur" von Alkohol zu sein. Welsh beschreibt dieses Umfeld wertfrei und eröffnet damit einen interessanten Einblick in die scheinheilige Welt dieser Gruppe aus dem kaputten Stadtteil Leith von Edinburgh.
Durch die deutsche Übersetzung verschwindet die im Original vorhandenen unterschiedlich Dialekte, was die Verständlichkeit des Erzählten vereinfacht, aber die Zuordnung zu den Charakteren erschwert, da alles Gleichförmig geschrieben ist.
Als Grundsätzliches Problem bleibt das Einführen von Charakteren ohne Hintergrundgeschichte, dazu kommt es mir teilweise so vor als ob einige Personen nur einmal vorkommen und dann nie wieder auftauchen.
Daher nur 3/5, aber gut genug um die anderen Teile zu lesen.
Yankzou;12805 schrieb:
Yankzou;12754 schrieb:A Monster Calls von Patrick Ness

Oh, das hat mich wirklich berührt, und eins meiner seltenen 5/5 Ratings gekriegt.
5/5 würde ich ned geben, aber danke für den Tipp. Das Buch hat mich auch stark berührt und mir vor allem geholfen, weil ich selbst oft ähnliche Gewissenskonflikte habe wie Conor, was meine Oma betrifft. Ernsthaft, danke.

Das Mädchen, die goldene Uhr und der ganze Rest von John MacDonald
Ihr kennt doch sicher Don Rosas "Spaß mit Physik"-Geschichten (zumindest wenn ihr eine gute Kindheit hattet).
In einer Geschichte verfügen die Panzerknacker über eine Maschine, mit der sie die Zeit um sich herum anhalten können. Selbstverständlich wird der alte Bertel damit erstmal um seine Moneten erleichtert. Ein Zeitstopp führt aber zu vielen interessanten Effekten auf die Umwelt - rasierklingernscharfe Blechdosendeckel schweben plötzlich in der Luft, Gras biegt sich nicht mehr unter den Füßen und wird damit zu einem unüberwindbaren Hindernis aus tausenden unzerstörbaren Nadeln etc.
Die clever geschriebene Geschichte basiert auf einem Sci-Fi-Roman aus den 60ern, der in den USA (auch durch den gleichnamigen Fernsehfilm) extrem bekannt ist, bei uns allerdings überhaupt nicht.

Kirby Winter wurde von seinem unendlich reichen Zauberkünstler-Onkel nur mit einer Taschenuhr beerbt und kommt sich etwas verarscht vor - genauso wie jeder andere um ihn herum, denn niemand will ihm glauben, dass er keinen Cent geerbt und keine Ahnung von dem Trick hat, durch den sein Onkel zum Millionär wurde - bis er schließlich bemerkt, dass die geerbte Taschenuhr ihm erlaubt, die Zeit um ihn herum anzuhalten. Allerhand Shenanigans beginnen.
Die Zeitstopp-Passagen im Buch sind genauso witzig und einfallsreich wie im inoffiziellen Comic-Remake, aber leider zieht sich die erste Hälfte extrem und ist furchtbar langweilig. Das Buch ist jetzt nicht schlecht geschrieben, aber bei einem Roman mit einem so geilen Thema wünsche ich mir schon, dass das Thema etwas mehr Platz einnimmt. Tatsächlich finden die gesamte erste Hälfte nur irgendwelche für den Leser nicht gerade spannend inszenierten Intrigen und Softporno-artige Erotikszenen statt, die so lame waren, dass ich das Ding irgendwann weglegen wollte.
Danach wirds aber besser. Bedingte Empfehlung.

Raum in einem Raum von Eric Keil
Eric Keil aka Justus ist mein mit Abstand liebster deutscher Untergrund-Rapper und einer der wenigen (neben Hiob & Dilemma sowie dem Retrogott), die nicht nur hervorragend flowen, sondern auch durch gute Texte überzeugen können. Der Mann hat ein dermaßen feines Sprachgespür, dass er sowohl hervorragende Lyrik als auch asoziale Battletexte schreiben kann, ohne sich auf die Schnauze zu legen - und mit "Raum in einem Raum" liefert er seine erste Novelle, die bei den paar wenigen Rezensenten sehr gut angekommen ist, aber allgemein leider viel zu wenig Beachtung erhält (Auflage meines Exemplars: 750 Stück o.O )

Bernard und Sylvia treffen auf einer Party den künstlerisch-nihilistisch angehauchten Gary und seine Freundin Aggy.
Es ergibt sich ein Gespräch, das Bernard in seiner Midlife-Crisis bestätigt und ihn nach mehr suchen lässt - bzw. weniger, der "vollkommenen Aushöhlung" seines Inneren.
Als er Aggy später erneut trifft, fragt sie ihn, ob er im Rahmen eines "Spiels" mit ihr und Sylvia mit Gary schlafen möchten - die einzige Regel: Er darf Sylvia gegenüber seine Affäre nicht erwähnen und umgekehrt, sie findet quasi im Geheimen statt, obwohl beide davon wissen. Bernard stimmt zu und sieht den Sex mit Aggie als Möglichkeit, seine latente Dominanz auszuleben, schnell wird der Sex mit immer härteren Gewalttätigkeiten und Perversionen gekoppelt, die Aggy aber nicht zu verstören scheinen, während Bernard immer weiter die Kontrolle über seine Triebe und sein ganzes Leben verliert. Und dann gibt es da noch Garys Kunstwerk "Raum in einem Raum" - Ein Betonwürfel mit einer Tür darin, in dem sich ein weiterer Betonwürfel mit einer Tür befindet, hinter der sich laut Aggy etwas so Schlimmes befindet, dass man es sich nicht einmal vorstellen kann...

Das Büchlein ist sehr, sehr gut geschrieben - mancher mag sich zwar an den oft etwas zu langen und verschachtelten Sätzen stören, diese sind hier aber Stilmittel, um Bernards sich in teilweise widersprüchlichen Gedanken verlierendes Denken zu transportieren. Manchmal findet man sich nach einigen Sätzen an einem ganz anderen Ort und weiß genau wie der Protagonist nicht mehr, wie man hierher gekommen ist, alles ist irgendwie fetzen- und albtraumhaft und zeitlos und geht ineinander über. Die sexuellen Exzesse sind extrem explizit beschrieben und spitzen sich immer noch weiter zu, ohne dabei irgendetwas Erotisches zu versprühen. Alles ist nur abstoßend, kalt und unmenschlich und das Ende ein Schlag in die Magengrube.
Man hat die Geschichte in etwa einer Stunde durch, aber kann dann lange nicht mehr aufhören, über das Gelesene nachzugrübeln. Unbedingte Empfehlung, solange ihr was aushalten könnt.
Ich habe mir diesen Ausschnitt angehört und weiß nicht was ich von dem Buch halten soll.
Linkbeschreibung hier...

Der goldene Handschuh, geschrieben und gelesen von Heinz Strunk

(Info: Ich "spoilere" im folgenden Teile einige Teile der Handlung, aber da diese auf der realen Person Honkas beruhren sind das eigentlich keine Neuigkeiten.)

Dieser Roman handelt von dem Hamburger Serienmörder Fritz Honka, der in den 70er mehrere Frauen ermordet und verstümmelt hat. Strunk nimmt uns mit nach ganz unten, so spielt sich der Großteil der Handlung in der Kneipe "Zum goldene Handschuh" ab, dort sitzen diejenigen die ganz unten angekommen sind und deren Lebensinhalt nur noch aus Alkohol besteht.
Diese Umstände werden auch an der Sprache deutlich, so ist die Rede von Frauen, die nur noch "indischen Sand" (also nichts mehr haben), ebenso verwendet er mehrere Begriffe für das saufen, wie "Schmiersuff" oder Sturzsuff" und die unterschiedlichen Auswirkungen. Der Teil der das meistens freudlose Leben des Honkas beschreibt ist vollständig gelungen.
Doch leider hat Strunk sich entschlossen einen zweiten fiktiven Erzählstrang einzuarbeiten, dieser zeigt das nur äußerliche intakte Leben einer reichen Hamburger Familie. Innerlich sind diese Charaktere jedoch auch mehr oder weniger kaputt, jedoch nicht auf die gleiche Art und Weise wie Fritz Honka.
Strunk hat diese Episoden wohl eingefügt um uns aus dem tiefen Moloch Honkas rauszureißen, doch auf mich wirken diese Teil wie ein Fremdkörper in dieser Erzählung und lassen mich ratlos zurück.
Daher nur 2/5.
Das Hörbuch wird von Strunk sehr gut vorgelesen, daher würde ich ihm den Vorzug gegenüber dem Buch geben.
(Das passiert bei mir er selten, da die meisten Büchern eben zum lesen geschrieben wurden)
FireBird;13285 schrieb:Ich habe mir diesen Ausschnitt angehört und weiß nicht was ich von dem Buch halten soll.
Linkbeschreibung hier...
Am besten sind die Kommentare ^^

Zitat:ist dass hier eine Universitet oder WAS!!!!!!?????????? akademian Hurensöhne hahahahaahaha
Die Lesung ist aber wirklich sehr gewöhnungsbedürftig, vor allem mit dem Beat im Hintergrund und den Pausen. Das Buch an sich liest sich sehr flüssig.
Muss ich mal schauen, da 10€ für 60 Seiten nicht wenig sind.

Der Komet von Hannes Stein
Das ist das schlechtes Buch das ich seit einer Ewigkeit (oder sogar je (also inklusive aller Schullektüren)) gelesen habe, wenn ich mich täusche war seit Niceville kein Buch so enttäuschend oder zumindest keins das ich beendet habe. Steve Kings Die Arena begann ich mehrmals, aber mich fesselte es nie lang genug. Aber es sagt viel über "Der Komet" aus, dass mich dessen Glossar mehr interessiert hat als das Buch selber , da ich dort auf die Autobiografien von Trotzki (Mein Leben und Alexander Herzen (My Past and Thoughts, da gibt es keine aktuelle deutsche Fassung) aufmerksam gemacht wurde, beide sollen herausragend gute Werke sein.
Ganz als "Der Komet", dieses Machwerk, das in einer Welt spielt, in der keine der beiden Weltkriege stattfand, Franz Ferdinand überlebt und in der die Donaumonarchie die reale USA ersetzt. Ebenso existiert der Kolonialismus noch.
Nur spielt das für die Geschichte keine große Rolle, es spielt er eine Rolle das die Deutschen den Mond besiedelt haben.
Dort trägt sich ein Teil der Geschichte zu, in der es um einen Komet geht, der die Erde bedroht, dieses Handlungsstrang verknüpft der Autor mit einer Liebesaffäre und einigen weiteren Randcharakteren.
Allem im allem will zu keinem Punkt Spannung aufkommen und auch das Ende enttäuscht, anders gesagt dieses Buch plätschert nur vor sich und es wäre kein Verlust wenn es bei 451° Fahrenheit verbrannt wäre.
Alternativ taugt es, dank Hardcover, auch als Wurfgeschoss.
Leider kann man nicht 0/5 vergeben, daher bleibt es bei 1/5.
Ich wollte nichts spoilern. Wink (Genauer gesagt. Nicht mehr als hinten auf dem Buch steht.)
Ebenso hat es für meine Meinung zu dem Buch keine Relevanz, da diese Alternative Geschichte mehr oder minder völlig irrelevant ist, da es keinen großen Unterschied machen würde, wenn man das Geschehen des Romans in einen anderen Ort versetzt, da alles leer und austauschbar bleibt.
Aber nein, diese Buch schwirrte auf meiner Wunschliste rum, darum hab ich es gelesen.
Im Westen nichts neues von Erich Maria Remarque
Ein Buch über die Frontkämpfean der Grenze zu Frankreich im ersten Weltkrieg. Das Buch ist einem sachlichen und (meistens) wertneutralen Still verfasst, dadurch wirkt es etwas trocken, aber ich nicht langweilig.
Allerdings wurde es mit einem völligen absurden und unglaubwürdigen Sexabenteuer gespickt, dazu kommen sich widersprechende Aussagen über den Handlungsorte und ein unglaubwürdiges Ende, dadurch wirkt die Handlung arg schlampig konstruiert und der Roman unglaubwürdig.
Erklärung zum Ende:
Spoiler!:

Ich bin mir unsicher ob man diese Roman, trotz seiner schwankenden Qualität gelesen haben sollte.
Aber mehr als 2/5 bekommt er von mir nicht.
Ich habe das Buch als Lektüre in der 10. Klasse gelesen und es behalten, weil ich es wirklich gut fand. Aber das mit dem Ende fand ich auch komisch.

ZT: ein Buch namens "Gespräche mit Gott"... finde ich bis jetzt eher komisch, auch wenn mich das Thema wirklich interessiert
Kitschi;13609 schrieb:"Gespräche mit Gott"
Das von Neale Donald Walsh? Ich hatte damals das Hörbuch zum Buch angehört. Fand die Perspektiven sehr interessant und hat meine Einstellung zu "Gott" mitgeprägt. Es ist aber schwer über die Inhalte zu diskutieren, wenn man nicht das gesamte Bild kennt, welches da erklärt wird. Man muss sich auf diese anderen Gedanken erstmal einlassen, um zu verstehen, was man uns sagen will... Bin gespannt, wie du es finden wirst Smile

Btw: der gleichnamige Film ist grottig. Kitschig schlecht gemachte Biografie des Autors Sick
Ich bin überrascht, dass du es kennst. Aber ja, genau das. Ich finde es auf jeden Fall interessant und wir können ja weiter darüber reden, wenn ichs ausgelesen habe.

Okay, danke für die Vorwarnung...
Wie kann man das gut oder gar anregend finden? Ich fand das Buch absolut schrecklich. New-Age-Philosophien ohne wirklichen Inhalt. Wer sich irgendwie spirituell orientieren möchte, sollte davon eher Abstand nehmen.
Zitat:We are all one.
There's enough.
There's nothing we have to do.
Ours is not a better way, ours is merely another way.
Wow, total klare, innovative und hilfreiche Aussagen für Menschen, die irgendetwas suchen.
Walsh ist ja auch dafür bekannt, Blogartikel etwas umzuschreiben und als seine eigenen zu veröffentlichen, und genauso ist sein Werk auch nur ein Flickenteppich von allgemein akzeptablen liberalen Meinungen und halbverstandenen theologischen und philosophischen Konzepten, dabei aber noch ein paar Bush-Apologien und Hitler winkt sowie vom Himmel herunter. Bloß niemanden wehtun und keine klaren Aussagen treffen. Alles ist schon irgendwie ok und jeder Mensch ganz supi. Es soll bloß jeder Leser in der Meinung bestätigt werden, die er schon vorher hatte.
Dazu gibt's auch noch so einen psychologisch ganz gefährlichen Unterton Richtung "The Secret". Das perfekte Buch für Leute, die sagen, "ich glaube schon irgendwie an Gott, aber nicht mit Kirche und Himmel und Hölle und so" bevor sie noch mal nen Zug aus der Bong nehmen.
Lest doch mal "Hallo Mister Gott, hier spricht Anna". Das geht in die selbe Richtung und man kann es scheiße oder sehr gut finden, aber es ist nicht so ein nährstoffarmer Wischi-Waschi-Kram und es eröffnet einem wahrscheinlcih aus als Atheisten Perspektiven und Gedankengänge, die man vielleicht vorher nicht nachvollziehen konnte.
Zitat:So far as Anna was concerned, one thing was absolutely certain. Mister God had made everything, there was nothing that God hadn’t made. When you began to see what it was all about, how things worked, how things were put together, then you were beginning to understand what Mr. God was.
Kitschi;13611 schrieb:wir können ja weiter darüber reden, wenn ichs ausgelesen habe.
sehr gerne Smile Sollten auch andere es durchgelesen oder gehört haben, könnte man ja im VC eine Diskussion drum starten. Ich rede nur nicht gerne mit Leuten drüber, die sich lediglich Zitate daraus (aus dem Kontext gerissen) picken oder die Zusammenfassung bei Wikipedia lesen Wink
Hey, ich hab das schon gelesen, mindestens Dreiviertel zumindest Ugly
na dann fühl dich herzlichst eingeladen Smile
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