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Normale Version: Politischer Smalltalk
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Deutschland ist doch eh gerade im Ausverkauf.
Diese Aussage ist so inhaltsleer das Anhänger der Linken, der AfD, Reichsbürger, Islamisten, Antinationalisten, Mitarbeiter des Verfassungsschutzes, die EDEKA-Werbeagentur, Mario Barth und der Kanarienvogel von Dieter Nuhr sie gleichzeitig und aus jeweils unterschiedlichen Motiven geliked haben.

Oder anders gefragt: Hä?
Es gibt kein großes Unternehmen das nur noch oder größtenteils in deutschen Händen befindet, mal abgesehen von den Autoherstellern. Wobei eh keine Zukunft haben, wenn sie weiter so einen Mist bauen.
Alles andere gehört zu Firmen aus China oder den USA oder wird zumindest übernommen.
Was kein Wunder ist so wie die Regierung der USA hinterherlaufen, daher sieht es perspektivisch eher schlecht aus für DE.
Wenn sich nicht endlich was ändert.
Und damit ist man wieder bei den beiden Antwortmöglichkeiten.

Es sei den du siehst einen dritten Weg.

So wie ich es sehe müssen wir uns entscheiden.
Entweder wir nehmen gemeinsam den Kampf gegen die negativen Auswirkungen des Kapitalismus auf und versuchen als europäische Gemeinschaft eine Politik für alle Europäer zu führen oder wir verkriechen uns in unsere eigenen Ecken und bemühen uns den größtmöglichen Vorteil aus dem Kapitalismus zu ziehen während uns dessen Opfer absolut gleichgültig sind.

(Achtung: Es ist möglich das diese Auswahl suggestiv formuliert ist.)
Skafdir;14975 schrieb:Und damit ist man wieder bei den beiden Antwortmöglichkeiten.
Es sei den du siehst einen dritten Weg.
Ja, den gibt es in der Tat, wobei eigentlich sogar noch einen 4ten. Tongue
3ter Weg: Wir werden ein Bundesstaat der USA, dann brauchen wir auch keine Angst vor der NSA zu haben.
4ter Weg: Wir lassen Deutschland einfach kaputt gehen und suchen uns ein anderes Land. (meine präferierte Methode)

Zitat:So wie ich es sehe müssen wir uns entscheiden.
Entweder wir nehmen gemeinsam den Kampf gegen die negativen Auswirkungen des Kapitalismus auf
Ich sehe den Kapitalismus nicht als Problem oder zumindest als deutlich angenehmer als eine (regressive) Linke (oder welche Richtung auch immer, aber nur die Linken werden gegen den Kapitalismus sein).
Und sofern keiner eine Alternative parat hat sollten wir das System nicht ändern.

Zitat: und versuchen als europäische Gemeinschaft eine Politik für alle Europäer zu führen
Es ist für diese EU unmöglich das umzusetzen, sie hat sich selbst zerstört, größtenteils durch ihre große und undemokratische Entscheidungsstruktur, die sich nicht ändern wird. Die Schuld für die Rückbesinnung auf die Nationalstaaten liegt also praktisch alleine bei dieser EU.
Die einzige Chance ist ein komplettes Zerstören innerhalb der nächsten Jahre, also zB ein Austritt von DE und Frankreich, wenn das nicht passiert, dann wird Europa wohl ein extrem harter Zeit durchmachen und da will ich nicht hier sein.
Wobei die harten Zeiten schon da sind, wenn man sich die Lohnsteigerung anschaut und sieht wie rabiat einige gegen Gewerkschaften, die ihre Forderung vehement vertreten (GDL und Vereinigung Cockpit) vorgehen wollen. nur weil die sich trauen für mehr Geld auf die Straße zugehen, was bei den Gewinnen und Managergehältern absolut in Ordnung geht, aber für den normalen hörigen feigen Deutschen ein Problem darstellt.
Um auszuführen was ich meine bin ich mal so dreist und zitiere mich aus anderem Zusammenhang.
Keine Lust das alles nochmal zu schreiben. (Der grobe Zusammenhang war die These das es einen Linksruck gegeben hätte.)

[(...) Hier steht im Original das ich keinen echten Linksruck erkennen kann.]
Was hingegen durch die Reihe des politischen Spektrums stattgefunden hat ist eine Liberalisierung im Sinne einer wirtschaftsnahen Politik.
SPD: Nahles setzt ein Gesetz durch das kleinen Gewerkschaften das Recht abspricht Tarifverträge auszuhandeln. Ein solches Gesetz von einer SPD-Ministerin müsste eigentlich ein unfassbarer Skandal sein. Das ist ein Eisen das der FDP zu heiß gewesen wäre. Aber bei Nahles wird es geschluckt und es gibt nicht einmal einen riesigen gesellschaftlichen Aufschrei. Ein gutes Beispiel wie schnell Menschen das große ganze aus den Augen verlieren.
Ja, die Bahnstreiks haben irgendwie genervt. Aber deshalb dem Streikrecht einen Dämpfer zu verpassen wie es ihn in der gesamten Geschichte der BRD nicht gegeben hat? Das war schon keine Kanone mehr die man da auf den armen Zaunkönig gerichtet hat.
Gabriel versucht auf Teufel kaum raus ein mehr als streitbares Freihandelsabkommen durchzusetzen. Das gerade für einen linken Politiker ohne jede Frage undiskutabel sein sollte. Da es vor allem auf das Wohlergehen internationaler Großkonzerne ausgerichtet ist.
Schlussendlich: Hartz-Gesetze. Ohne nun darüber streiten zu wollen ob diese wirklich notwendig waren oder von Anfang an vollkommen überzogen. (Ich sehe gute Argumente für beide Seiten.) Diese Gesetze hätten nie ein Projekt der SPD sein dürfen. Das war Politik der CDU oder der FDP.

Die Grünen waren von Anfang an nur eine FDP mit Katalysator. (Oder wie es in den Kommentaren schon jemand anderes sagte - sorry zu faul den Namen wieder rauszusuchen - Eine CDU mit Insektenschutzprogramm)
Die Grünen sind eine Partei für Besserverdienende mit schlechtem Gewissen und sie machen auch exakt diese Politik.

Die Linke redet zwar immer sehr schön daher, von einer genuin linken Politik kann in den Ländern in denen sie an der Regierung sind nicht die Rede sein. Wenn überhaupt betreibt die Linke eine Politik wie die SPD sie betreiben sollte.

Kurzum: Das Problem ist nicht "links" oder "rechts" in der Parteienlandschaft. Das Problem ist das alles unter dem Primat eines extremen Wirtschaftsliberalismus steht. Die soziale Marktwirtschaft, die eigentlich sowohl von CDU als auch von SPD immer als der Grundpfeiler der deutschen Demokratie betrachtet wurde wird schleichend abgeschafft.
Der deutsche Staat hatte seine Aufgabe eigentlich immer darin gesehen eine Marktwirtschaft zu gewährleisten, dabei aber die Bevölkerung vor den schlimmsten Auswirkung davon zu beschützen.
Wie alle Dinge in der Welt hat auch eine Marktwirtschaft nicht nur positive Auswirkungen. Das gute zulassen und das schlechte so weit wie möglich abwehren war immer Aufgabe der Regierungen der BRD. Seit den 90er Jahren werden sie dieser Aufgabe aber immer schlechter gerecht.

Warum wirkt das ganze nun wie ein "Linksruck"? Hier meine Vermutung dazu:
Weil die Entwicklung gleichzeitig mit der Entwicklung hin zu einer toleranten und weltoffenen Zivilgesellschaft stattgefunden hat. Diese wurde aber weniger von den politischen Parteien getragen, als viel mehr von der Zivilgesellschaft an sich.
Diese Gleichzeitigkeit der Entstehung einer "links-libertären" Gesellschaft und der Hinwendung zu einer "wirtschaftsliberalen" Politik scheint nun von vielen Leuten als eine gegenseitige Bedingung gesehen zu werden.
Das heißt also die Enttäuschung über eine zu starke Wirtschaftsliberale Politik wird auf die offene und tendenziell linke Zivilgesellschaft übertragen. Das ist zwar nur zufälligerweise gleichzeitig passiert, die beiden Phänomene voneinander zu trennen ist aber unglaublich schwierig, vor allem wenn es um Gruppendynamiken geht.
Aus genau dem Grund verläuft die Gegenreaktion die sich derzeit bildet auch gegen beides. Weil nicht zwischen einer zivilgesellschaftlichen Toleranz gegenüber den persönlichen Entscheidungen eines Individuums und der politischen Öffnung zum globalisierten Kapitalismus unterschieden wird.

Bevor man mich nun falsch versteht: Ich fordere keine vollständige Rückkehr von der Globalisierung. Das ist erstens unrealistisch und zweitens eher negativ. Was passieren müsste wäre, dass sich die Regierungen der Welt oder zumindest der EU zusammenraufen und sich wieder klar machen, das ihre Aufgabe darin liegt die Bevölkerung vor Dumpinglöhnen, Steuerflucht, etc. zu beschützen.
Gerade für die EU sehe ich da aber schwarz, weil gerade hier die Hinwendung zur absolut freien Marktwirtschaft besondern stark zuschlägt.
Meine etwas negative Zukunftsprognose: Wenn die Politik nicht schnell reagiert, d.h. vor der nächsten Bundestagswahl, wird es hier in etwas abgeschwächter Form zu einer ähnlichen Entwicklung wie in den USA kommen. Einfache Lösungen und Populismus werden mehr Zulauf kriegen als sowieso schon und im Ergebnis werden wir unsere Weltoffenheit gegen einen neuen Merkantilismus und Nationalismus eintauschen. Dann stehen wir vor dem Scherbenhaufen unserer freiheitlichen Demokratie und fragen uns wie es dazu kommen konnte.
Es ist beeindruckend, dass Leute, die sich garnicht für so dumm halten, ernsthaft der Meinung sind, Deutschland sei derzeit ein Verlierer oder entwickle sich zu einem Verlierer. Deutschland war - seit dem ersten Weltkrieg - kein richtiger Verlierer mehr. Man verlor zwar den zweiten Weltkrieg, das Resultat war aber primär ein zerstörtes Europa mit einer relativ intakten deutschen Industrie. Seitdem geht es für Deutschland fast durchgehend bergauf, wärend die negativen Auswirkungen des Kapitalismus meist an die anderen EU-Länder (oder direkt ganz aus Europa heraus) exportiert wurden. Dann redet ein Firebird lieber von Deutschland als US-Bundesstaat, welchen es zwar noch nicht gäbe, aber wenn es so wäre würde sich quasi nichts ändern. Weniger regressiv als die deutsche Linke ist er damit natürlich nicht - mit Wagenknecht kann er jetzt schonmal mithalten.

FireBird;14974 schrieb:Es gibt kein großes Unternehmen das nur noch oder größtenteils in deutschen Händen befindet

Das ist so absurd. Wäre es besser, wenn die Unternehmen deutsch sind? Natürlich nicht, aber hauptsache Schland.
https://www.dasmagazin.ch/2016/12/03/ich...ombe-gibt/
So hat Trump die Wahl gewonnen, mit Big Data und personalisierter Werbung.

menag;15008 schrieb:Es ist beeindruckend, dass Leute, die sich garnicht für so dumm halten, ernsthaft der Meinung sind, Deutschland sei derzeit ein Verlierer oder entwickle sich zu einem Verlierer. Seitdem geht es für Deutschland fast durchgehend bergauf
Wie man an den nicht steigenden Löhnen sehen kann, sind die einzigen die von diesem "Aufschwung" profitieren sind die Manager, sonst fast niemand.
Und welche relevante Industrie, außer der Autoindustrie, die momentan nicht besonders gut dastehen, haben wir?
Dazu kommen die hohen Arbeitslosenzahlen, die miserable Infrastruktur und die Unfähigkeit Großbaustellen im Plan fertigzustellen, siehe Stuttgart 21 oder BER.

Zitat:Das ist so absurd. Wäre es besser, wenn die Unternehmen deutsch sind? Natürlich nicht, aber hauptsache Schland.
So fließen die Gewinne in andere Länder ab, was den Staat Geld kostet.
Du hast recht, von dem wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland profitieren die meisten Leute nicht wirklich. Wenn es mehr deutsche Unternehmen gäbe, würden die meisten Leute davon aber auch nicht profitieren. Trotzdem findest du es doof, dass es so wenige große deutsche Unternehmen gebe. Dir ist Deutschland also wichtig - unabhängig davon wie es den Menschen geht - und trotzdem findest du, dass Deutschland gerade ein Verlierer sei.

FireBird;15079 schrieb:Dazu kommen die hohen Arbeitslosenzahlen

Das ist Satire, oder? Deutschland ist im EU-Vergleich einer der Spitzenreiter und auch die USA, dessen Quasibundesstaat Deutschland sei, steht hier nicht besser da.

Edit: #postfaktisch
War doch dein Lieblingswort?
Du bist mir zu wirr und damit Hasta la vista, Baby!
Und zu doof trollen, von nicht trollen zu unterscheiden. Wink

Zitat:Das ist Satire, oder? Deutschland ist im EU-Vergleich einer der Spitzenreiter.
Du glaubst wohl alles was Arbeitslosenzahlenschvertuscher Nahles dir unter die Nase reibt. Cry
Zitat:Verfassungsschutz ermittelt wegen Pro-Hofer-Massen-SMS
Es soll ein Massen-SMS kursieren, in dem darauf hingewiesen wird, dass die Wahllokale aufgrund des großen Andrangs so überfüllt seien, dass heute nur Hofer-Wähler hingehen sollen - und Van-der-Bellen-Anhänger erst morgen. Nach STANDARD-Informationen gibt es deshalb bereits eine Anzeige, der Verfassungsschutz hat Ermittlungen eingeleitet.
Sehr raffiniert. Den hab ich so auch noch nicht gehört. War sicher ne Idee vom Kickl Lol
Zitat:Du glaubst wohl alles was Arbeitslosenzahlenschvertuscher Nahles dir unter die Nase reibt.


Im Vergleich läuft es hier schon sehr gut. Gerade die Jugendarbeitslosigkeit ist sehr niedrig.

Was aber nichts an der Vertuschung ändert das stimmt.
Vor allem: Jeder subventionierte Arbeitsplatz sollte statistisch genannt werden.

Dazu gehören:
1. Aufstocker (sobald der Staat einen Teil des Gehalts zahlt sollte das nicht als volle Arbeitsstelle gezählt werden.)
2. Arbeitsplätze für Firmen die Steuervorteile bekommen haben um die Firma im Land zu halten.
3. Leute in Fortbildungsmaßnahmen. (Nur weil ich einen Arbeitslosen für drei Wochen in einen Seminarraum setze ist er nicht weniger arbeitslos)

Bestimmt gibt es noch mehr sinnige Kategorien. Wenn man die alle zusammen zählt wird vielleicht auch mal klar das "Vollbeschäftigung" ein Zustand ist der unerreichbar ist und das die Automatisierung menschliche Arbeit nach und nach abschaffen wird und das wir als Gesellschaft entsprechend reagieren müssen... äh ich schweife ab.

@Kirin: Sowas gab es in den USA auch. Da war es aber ein Versprecher von Trump, der die Wahl kurzerhand Ende November stattfinden lassen wollte. 18. oder 28. November. Leider haben nicht genug seiner Wähler auf Trumpfs Alternativtermin gehört.
Andererseits: Wenn jemand wirklich auf diese SMS reinfällt, dann ist es vielleicht gut wenn die Stimme nicht abgeben werden kann. Ein gewisses Maß an Grundintelligenz sollte zur Teilnahme an einer Demokratie schon existieren.

Aber mal ne Frage: Angenommen die SMS wird als versuchter Wahlbetrug gewertet. Könnte man dann das Ergebnis nicht anzweifeln, so das es zu einer Neuwahl kommen müsste? Ugly
Skafdir;15113 schrieb:Aber mal ne Frage: Angenommen die SMS wird als versuchter Wahlbetrug gewertet. Könnte man dann das Ergebnis nicht anzweifeln, so das es zu einer Neuwahl kommen müsste? Ugly
Du bist jetzt schnell ganz leise. -.-

Sehr empfehlen kann ich übrigens den komplett sinnbefreiten Wahl-Liveticker von derstandard.at - wie es bei einer Wahl nun mal ist, kann bis zur Auswertung eigentlich nix Relevantes gepostet werden, aber man muss das Ding trotzdem im Minutentakt füllen Lol
Spoiler!:
Warum schliesst ihr überhaupt nicht die Wahllokale wie andere Zivilisierten länder schon um 12uhr Karin? Dann müsste man nicht ewig warten bis es ein Resultat gibt!
Skafdir;15113 schrieb:Im Vergleich läuft es hier schon sehr gut. Gerade die Jugendarbeitslosigkeit ist sehr niedrig.
Wenn du 8% sehr niedrig nennst oder nur den Westen meinst, dann magst du recht haben.