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Gast

Die Piraten haben halt einen großen Fehler gemacht. Die Hätten von vorneherein konsequent alle Aussortierne müssen, die nicht die Partei Linie vetreten. Die Piraten wollten eine Linke Partei sein! So hart das klingt, sie hätten alle anderen rauswerfen müssen: Also keine Antifa, keine Braunen! Denn es waren primär nachher die Braunen die mit ihren macht kämpfen die Piraten auseinander gerissen haben!

Ich denke das hat selbst die AFD begriffen... Selbst sie werfen diejenigen raus, die zu Auffälig Recht Extrem sind oder der Partei direkt schadenSad
Die Aussage das die Piraten eine "linke Partei" hätten sein wollen halte ich mal für sehr gewagt.
Was sie wollten war "Basisdemokratie" und "freiheitliche Politik" (in Abgrenzung zu einem einfachen Wirtschaftsliberalismus)
Es war also für sie unbedingt notwendig verschiedene Ansichten zu haben über die man diskutieren kann. Rauswerfen hätte kaum etwas geholfen.

Und abgesehen davon funktioniert rauswerfen auch gar nicht so ohne weiteres, weil Parteien dazu verpflichtet sind eine innerparteiliche Demokratie zu haben.
Für eine Partei die sich neu gründet birgt das einfach immer die Gefahr von extremen Position gekapert zu werden. In dem Sinne haben die Piraten es schon relativ gut geschafft, weil sie ihre Grundideen als Parteilinie behalten konnten.

Meine Interpretation des Untergangs der Piratenpartei geht eher in folgende Richtung:
Die Piraten hatten sich zu früh dazu entschieden eine Politik abseits von Gesichtern führen zu wollen. Die Idee an sich mag gut klingen, aber Politik braucht Charisma und das haben die nicht zugelassen. Jedesmal wenn jemand dabei war sich zum Gesicht der Partei zu entwickeln gab es Angriffe und Kritik von der Basis, weil man genau so etwas nicht wollte.
Idealismus schön und gut, aber wenn dieser Idealismus direkt gegen die Realität steht dann funktioniert es nicht.
Marina Weisband und Christoph Lauer, wären meine Idee einer Doppelspitze gewesen.

Auch sonst haben sie zu viel Aktivität von der Basis verlangt. Was zwar für Basisdemokratie an sich eine wichtige Idee ist, aber unrealistisch. Deshalb blieb das was erreicht wurde, immer wieder hinter den Erwartungen zurück. Jeder hat halt immer nur eine begrenzte Menge an Zeit und Energie und die fließt in "Geld verdienen", "Privatleben" und danach dann auch in "Politik".

Kurzum sie haben eine tolle Idee von Politik gehabt, haben aber versucht diese gegen das Verhalten der Menschen durchzusetzen. Das kann nicht funktionieren.


Ansonsten sollte natürlich noch als Randnotiz kommen:
Die Berichterstattung über die Piraten hat mit Sicherheit auch ihren Teil zum "Untergang" beigetragen. Da die Piraten konsequent als eine "Ein-Themen-Partei" dargestellt worden sind, selbst nachdem sie ein Parteiprogramm hatten das wirklich alle wichtigen Themen beinhaltete.
Hier widersprach die (allgemeine) Berichterstattung direkt der Realität.
Sich allerdings darauf auszuruhen und einfach zu behaupten die bösen Medien hätten die Partei zu Fall gebracht wäre zu einfach. Den auch hier haben die Piraten es wieder nicht geschafft bestimmte Medienprofis auszuwählen, damit diese dann die Öffentlichkeitsarbeit machen.

Last but not least: Ohne die Finanzsituation tatsächlich zu kennen, nehme ich mal stark an, dass die Unfähigkeit ihre Mitgliedsbeiträge einzuziehen auch entscheidend zum Ende beigetragen hat. Den ohne Geld kann ich auch niemanden dafür bezahlen hauptberuflich für die Piratenpartei da zu sein. (Was ja aber wieder nicht so schlimm war, man wollte ja keine Berufspolitiker... schon wieder so ein Ideal das leider gegen die Realität stand.)
Wieder mal sehr treffend analysiert, Skafdir. Dem kann ich eigentlich nur noch hinzufügen, dass man wohl fähig war, Beiträge einzuziehen und die Konsequenzen des Nichtzahlens durchzusetzen, es jedoch einfach nicht wollte, um ja keinen Druck "ähnlich den anderen Parteien" aufbauen zu müssen. Vielleicht stand aber auch das Kalkül dahinter, eine möglichst hohe Mitgliederzahl samt der damit verbundenen Meinungspluralität zu erhalten. Wobei man sich jedoch schon fragen kann, in wie weit Mitglieder nützlich sind, die den eh schon lächerlich geringen Mitgliedsbeitrag der Piraten nicht zu zahlen bereit sind/waren. Momentan hat die Piratenpartei zwar immer noch 13.000 Mitglieder, wovon aber nur knapp 6000 stimmberechtigt sind, da nur diese 6000 noch Beiträge zahlen.

Stellas Meinung, dass "Die Braunen" am Untergang der Partei Schuld haben, teilt übrigens so gut wie niemand. Die letzten Mitglieder mit brauner Vergangenheit oder Gesinnung wurden schon 2012 aus der Partei ausgeschlossen. Laut ehemaligen führenden Köpfen der Piratenpartei waren die fragwürdigen Aktionen einiger Piraten der Versuch eines „lautstarken, der Antifa nahestehenden Flügels“ die Partei zu okkupieren. Die extreme Parteilinke würde ein „brutales Mobbing“ betreiben, „Die haben einen stalinistischen Ansatz – der Zweck heiligt die Mittel.", so Udo Vetter, die ehemalige Nummer zwei der Piraten in NRW.

Eine gute Analyse des Antifa-Problems kann man hier nachlesen.

http://blogs.faz.net/deus/2014/01/09/das...aten-1894/

Zusammengefasst hat die extreme Linke die Partei zu Grabe getragen, während die Basis in Schockstarre verharrte - immer in Angst, von Höfinghöff, Helm und dem Rest der einflussreichen Scharflinken in der Partei über Twitter kaputtgemobbt zu werden.
Mal etwas für Leute die sich heute noch nicht genug gegruselt haben.

Ein Interview mit einem Schweizer, nachdem er sich abfällig gegen linke Frauen auf Facebook geäußert hat. Das Interview ist wie ich finde sehr gut geführt, es kommt ohne große Anschuldigungen aus und man lässt ihn einfach reden. Es zeigt auf beeindruckende Art wie Rassismus und Vorurteile funktionieren und vor allem wie wenig durchdacht das ganze Weltbild ist.
Gleichzeitig wird aber auch mal gezeigt, was "ernst nehmen" solcher Positionen bedeuten kann. Hut ab vor den beiden die das Interview geführt haben, ich glaube mir wäre spätestens bei der Hälfte der Geduldfaden gerissen.
Erdolfs fünfte Kolonne demonstriert zur Zeit mit der Mannstärke einer Infanteriedivision in Köln. Gewisse Vergleiche bieten sich angesichts der Kleiderordnung irgendwie auch bereits an.

[Bild: image-1029298-panoV9free-ieqt-1029298.jpg]

Fahnenmeer: Check
Massenaufmarsch: Check
Einfarbige Klamotte: Check
Armbinde: Check


Man braucht wirklich nur die Farbe der Teile wechseln, dann kommt es dem großen Vorbild sehr nahe. Früher das Braunhemd, heute das Schwarztuch.
Skafdir;5635 schrieb:Jede Ideologie, jede Religion, jede Überzeugung kann genutzt werden um Verbrechen zu begehen. Aber das heißt nicht, dass die Idee selbst Grund für die Verbrechen ist.
Natürlich. Aber eine differenzierte Sichtweise würde die Anhänger von Pegida & Co. doch eh nur überfordern.

Und mal zum aktuellen Tagesgeschehen.
http://www.welt.de/politik/deutschland/a...ieder.html

Na, ich weiß nicht. Ich fühle mich jetzt nicht unbedingt sicherer, wenn nicht nur ein Idiot mit einer Waffe herumläuft, sondern gleich ein halbes Dutzend.
Na ja... Schreckschusswaffen und Reizgas.

Auf jedem Dorffest war immer irgendwer, der eine Schreckschuss dabei hatte, gerade auch an Silvester. Außerdem darfst du in Deutschland selbst bei Kleinkalibern die Waffe nur getrennt von der Munition transportieren. Also, Ein Sicherheitskoffer für die Muni und eine für die Waffe. Herumtragen darfst du die sowieso nicht. Die liegt dann, wenn schon, im Kofferraum.
Dann ist ja gut, dann kann ja nüscht passieren! Lol

Gast

Also faktisch gesehen, ist Köln von der Außenwelt abgeschnittenSad
Hier von Solingen aus, gibt es aufjedenfall kaum mehr eine Möglichkeit die Gegendemotrationonen zu erreichen.
Naja gut, dadurch ist das heute doch ein ruhiger Sonntag.

Ist aber auch wirklich eine Gefährliche Situation. 2 verschiedene Nationale Seiten ... Kurden, links Extreme.
Da muss nur ein falscher Stein fliegen!
Also ich wäre heute nicht gerne Polizist.
@Scumdog

Wenn du einen Waffenschein besitzt, ist der Missbrauch juristisch härter. Man gewährt dir ein Privileg und erwartet auch ein entsprechendes Verantwortungsbewusstsein. Zumindest in der Theorie.

Wenn Leute einen Waffenschein machen, dann gehen sie den Rechtsweg. Immer noch besser, als sich eine Waffe illegal zu besorgen. Das heißt, dass man auch etwaige Schüsse auf registrierte Waffen zurückverfolgen kann. Da kannste dann auch gleich den Perso dazulegen.

Auch Reizgas zu missbrauchen ist strafbar. Ich finde es eher beruhigend, dass die Leute in einen Schützenverein gehen und sich dann registrierte Knarren kaufen, als beim nächsten Undergroundhandel sich was "Gefeiltes" zu holen.
Laut Tagesanzeiger sind bis zu 10.000 rechtsextreme Türken in Köln dabei. Ich frag mich, wo "Arsch huh, Zäng ussenander" bleiben, die ja ansonsten immer ganz vorn dabei sind, wenn es gegen "Rechts" geht. Nur heute hüllen die sich in brüllendes schweigen. Kein Wort auf Facebook oder der Website zum Aufmarsch der AKP-Glatzen.

Sind wahrscheinlich einfach die falschen Rechten! Lol
Enzio;6022 schrieb:Sind wahrscheinlich einfach die falschen Rechten! Lol

Ja, ja, die Linken. Immer einen Lacher wert. Nach den Massenübergriffen in Köln waren die Feministen ja auch merkwürdig zurückhaltend.
In deren Welt sind nur "weiße" (Definition variiert), männliche Deutsche böse...
Studio60;6025 schrieb:Nach den Massenübergriffen in Köln waren die Feministen ja auch merkwürdig zurückhaltend.

Könntest du mir mal die linken Feministinnen nennen, die so krass öffentlichkeitswirksam sind, dass dir das "merkwürdige zurückhalten" auffällt? Mir sind wenige linke Feministinnen bekannt, welche regelmäßig Öffentlichkeit bekommen. Und linke Demonstrationen gegen sexuelle Übergriffe gab es auch kurz nach Köln.
Hmm... keine Ahnung was ihr nun erwartet, aber auf jeden Fall das Antifa Aktionsbündnis "Köln gegen Rechts" hatte eine Gegendemo organisiert. Und das nach eigenen Angaben recht gut besucht.

Auf Facebook sagen die:
Zitat:Ihr Lieben, wir hoffen, ihr seid alle gut nach Hause gekommen.
Unsere Demo war ein voller Erfolg: 1.000 Antirassist*innen und Antifaschist*innen haben zusammen mit uns gegen jeden Rassismus und Nationalismus in der BRD und in der Türkei demonstriert!

Auch sonst gab es von den Linken (Partei) den Aufruf zu Gegendemos.

Auch ansonsten, Türkeikritik von Links ist nun das letzte was man so vermisst. Da vermisse ich viel häufiger etwas Differenzierungsfähigkeit, weil Kritik gegen kurdische Extremisten dann doch häufiger rar gesät ist.

Wer wird den vermisst? Oder wie viel mehr hätte man machen sollen?

Gast

Das stimmt nicht Enzio.
Es laufen doch gleich 2 große Demos gegen Recht!
Die dritte die gezielt gegen Erdogan gezielt hat, wurde allerdingsaufgelößt, da sie zu aggressiv war.
Naja und pro NRW hatte diesmal völlig die Hosen voll Wink